DIN 277-1:2016

  • Die o.g. DIn unterscheidet ja Technik- und Nutzungsfläche.


    Zur VF wird nur genannt
    "Teilfläche der Netto-Raumfläche (NRF) für die horizontale und vertikale Verkehrserschließung des Bauwerks"


    außerdem


    4.7.3 Von der Raumnutzung abweichende Nutzung von Teilflächen
    Werden Teilflächen innerhalb eines Raumes jedoch ständig für eine andere Nutzung als die des Raumes selbst genutzt (z. B. Garderoben, Informationsschalter oder Wartebereiche in Eingangshallen), sind diese Teilflächen der entsprechenden Nutzung nach den Tabellen 1 oder 2 zuzuordnen.


    Was ist nun
    a) mit einer Gaderobe im Flur? wird von VF zu NUF ?


    b) mit Flächen in eigentlich der NUF zuzuordnenen Räumen, die der Erschließung weiterer Räume dient? z.B. Hab ich mein Büro am Wohnzimmer, es ist über den Flur nicht erreichbar. Kann/muss ich da dann einen virtuellen "Gang" als VF ausweisen?
    Genauso bei meiner Ankleide, die 3 Türen hat und der einzige Zugang zu Bad und Schlafzimmer.




    Garagen sind eindeutig NUF, oder?! Recherche im Internet ergibt teilweise gegensätzliches.



    Eine "normale" Terrasse, nicht unterbaut und nicht überbaut, gehört nicht zu bebauten Fläche und damit auch nicht zur BGF, NRF oder gar NUF. korrekt?
    Auch hier findet man im Netz teilweise andere Infos.

    Zitat

    Nicht zur Brutto-Grundfläche (BGF) gehören:


    Flächen der außerhalb des Bauwerks befindlichen und nicht mit dem
    Bauwerk konstruktiv verbundenen Baukonstruktionen (z. B. Außentreppen,
    Außenrampen, Pergolen, Freisitze, Terrassen).


    Was ist mit Flächen auf dem Dachboden?


    Zitat


    Nicht zur Brutto-Grundfläche (BGF) gehören:


    — Flächen z. B. im Dachraum, die keinen Zugang haben, nicht begehbar sind oder aus anderen Gründen nicht nutzbar sind;
    — Flächen, die ausschließlich der Wartung, Inspektion und Instandsetzung von Baukonstruktionen und technischen Anlagen dienen (z. B. nicht nutzbare Dachflächen, fest installierte Dachleitern und Dachstege, Wartungsstege in abgehängten Decken, Kriechkeller);


    bei mir Flächen die nur mit MiWo belegt sind, zählen nicht ("nicht begehbar").
    Doch was ist mit dem Bereich, der begehbar ist? Zählt:
    - die geplante Nutzung
    - die tatsächliche Nutzung
    - eine theoretische Nutzung

  • Für welchen Zweck genau interessiert Dich die Flächenzuordnung nach [definition=25,0]DIN[/definition] 277?


    Diese ist vor allem relevant für Kostenbetrachtungen nach [definition=25,0]DIN[/definition] 276 und einige andere privatrechtliche Anwendungen -> Wikipedia zur DIN 277. Im öffentlichen Baurecht sind in D andere Regelwerke anzuwenden wie die BauNVO, die WoFlV, die Landesbauordnungen oder deren Ausführungsverordnungen. Insofern ist relevant, worum es genau geht und auch zu welchem Bezugs-Zeitpunkt die Betrachtung angestellt werden soll, denn bei Bebauungsplänen sind die jeweils zum Zeitpunkt der "Rechtskrafterlangung" geltenden Regeln der Flächenermittlung anzuwenden.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • das FA will im Rahmen der Einheitswertfeststellung eine "Wohnflächenberechnung" und eine "Nutzflächenberechnung", ohne Angabe einer Berechnungsvorschrift.


    WoFl hab ich nach WoFlV 2003 erstellt, hab ich schon für Kredit, Versicherung, .. etc.. gebraucht.
    Für "Nutzfläche" gibt es wohl keine gültige Berechnungsvorschrift, da die [definition=25,0]DIN[/definition] 277-1:2016 im Gegensatz zu Ihrer Vorgängerin eine Nutzungsfläche definiert.


    Ich nehme aber an, dass diese wohl gemeint ist. Irre ich mich da?


  • WoFl hab ich nach WoFlV 2003 erstellt, hab ich schon für Kredit, Versicherung, .. etc.. gebraucht.
    Für "Nutzfläche" gibt es wohl keine gültige Berechnungsvorschrift, da die [definition=25,0]DIN[/definition] 277-1:2016 im Gegensatz zu Ihrer Vorgängerin eine Nutzungsfläche definiert.


    Ich nehme aber an, dass diese wohl gemeint ist. Irre ich mich da?

    Jein, denn die Systematik hat sich etwas verändert, aber das haben die wenigsten Nutzer verstanden. Und die Leute, die solche Aufstellungen fordern, wissen meist überhaupt nichts um die Grundlagen ihrer Fragen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • wissen meist überhaupt nichts um die Grundlagen ihrer Fragen.

    Ich hab mal von einem Bauherren einen Brief vom FiA bekommen, nach dem er die Wohn- UND Nutzfläche angeben sollte.
    Ich hab den Sachbearbeiter angerufen und den gefragt, was er denn nun wolle:
    Wohnfläche nach WoFlV oder Flächen nach [definition=25,0]DIN[/definition] 277? Am anderen Ende erstmal langes Schweigen. Das stände halt so in seinen Vorgaben. Auf die Bitte, das doch mal zu klären, wollte er sich wieder melden. Das ist jetzt über 10 Jahre her. Er klärt wohl immer noch. :D

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • ich frag mal schriftlich nach der genauen Flächenart inkl. Berechnungsvorschrift :P

    Oder du machst es wie ich und nimmst für jede Zahl die die haben wollen diejenige Berechnungsgrundlage, die die kleinste qm-Zahl ergibt. In der Annahme, daß kleinere Zahlen eben auch kleinere Einheitswerte ergeben...

  • Oder du machst es wie ich und nimmst für jede Zahl die die haben wollen diejenige Berechnungsgrundlage, die die kleinste qm-Zahl ergibt. In der Annahme, daß kleinere Zahlen eben auch kleinere Einheitswerte ergeben.

    Genau. Hab ich auch so gemacht ("Was soll ich denn da angeben?" "Schreiben Sie halt was rein, wie soll ich denn das wissen?")
    Ich habe die niedrigste Zahl genommen, ich weiß es auch nicht besser und sie war zufrieden.
    Lieber nicht schriftlich fragen. Wenn etwas unklar sein sollte, meldet sich der Sachbearbeiter schon selber (eher nicht).

  • ich hab beim Finanzamt angerufen, und nachgefragt nach welchem Berechnungsverfahren sie es denn gerne hätten.
    Die Existenz versch. Verfahren war nicht bekannt, die Notwendigkeit einer Berechnungsvorschrift/Rechtsgrundlage verneint.
    Habe nur den Hinweis bekommen, "Keller zähle nicht" und ich soll halt einfach eine Aufstellung machen.


    hab ich dann gemacht, und alle "Kellerersatzräume" (Werkstatt, Heizraum, Abstell, Waschküche) entsprechend gekennzeichnet und mit 0 angesetzt. Nach WoFlVO wäre ja ein Abstellraum in er Wohnung 100% anrechenbar.


    Wurde aktzeptiert, 197m².


    Einheitswert nur Gebäude rund 50.000 Mark - wie ist das einzuordnen?

  • Einheitswert nur Gebäude rund 50.000 Mark - wie ist das einzuordnen?

    Huch, hier 100.000DM für 154qm.
    Berechnung lief wohl über Jahresrohmiete: 154qm x 4,59DM * 12 und dann das ganze noch mit dem "Vervielfältiger" 11,8 multipliziert.
    Weiter unten ergibt das einen Grundsteuermessbetrag von 150€. Multipliziert mit dem Hebesatz der Stadt von 390% zahle ich stolze 600€ Grundsteuer pro Jahr.


    Kann das alles korrekt sein? 4,59DM/qm * 11,8 wären ja knapp 28€/qm "Rohmiete", das ist sicher mehr als das doppelte des Mietpreisspiegels hier.


    ---------- 4. April 2018, 20:36 ----------


    Nach einem kurzen Blick ins zugrundeliegende BewG (Bewertungsgesetz) scheint mir die Berechnung nicht so falsch zu sein. Frage mich dann nur, wie sich der Faktor >2 zu euren Einheitswerten erklärt.

  • Berechnung lief wohl über Jahresrohmiete: 154qm x 4,59DM * 12 und dann das ganze noch mit dem "Vervielfältiger" 11,8 multipliziert.
    Weiter unten ergibt das einen Grundsteuermessbetrag von 150€. Multipliziert mit dem Hebesatz der Stadt von 390% zahle ich stolze 600€ Grundsteuer pro Jahr.


    Kann das alles korrekt sein? 4,59DM/qm * 11,8 wären ja knapp 28€/qm "Rohmiete", das ist sicher mehr als das doppelte des Mietpreisspiegels hier.

    bei mir 197m² * 1,59 DM\m² .. Die Vervielfältiger hab ich grad ned im Kopf..