Die effizienteste Vorgehensweise beim Kellerabdichten?

  • Schönen guten Abend, liebes ExpertenForum.


    Zunächst einmal, es ist absolute Klasse, dass es eine Plattform gibt, welche Leien wie meiner Wenigkeit ein Sprachrohr bietet, mit dem man bei den Richtigen um Hilfe rufen kann.


    Zu meiner Ausgangslage, aus privaten Gründen muss mein Keller in den kommenden Wochen bewohnbar gemacht werden. Habe nun also mit dem vollständigen Abschlagen des alten Putzes angefangen. "Alt" beschreibt es ziemlich genau, denn der Putz ist porös, rötlich gefärbt, und die alte Farbe der Wand weist großflächige schwarze Schimmelstellen auf.
    Da es bei uns ins letzter Zeit recht regnerisch war, sind auf dem Mauerwerk jetzt mehrere Flecken einzusehen, durch welche Feuchtigkeit durchdringt, dies ist hauptsächlich am Boden und unter den Fenstern der Fall. Eine Stelle jedoch leckt richtig extrem, denn hier kommt langsam aber stetig Wasser durch, das sich anfängt im Keller auszubreiten. Hab dieses Leck provisorisch, mit Mörtel geschlossen, allerdings wage ich zu bezweifeln, dass das Problem auf langfristige Sicht gelöst bleibt.


    Nach langem Stöbern im Internet und einer fachmännischen Beratung im Baumarkt, bin ich zu dem Entschluss gekommen, die Wand zunächst mit Vorspritzmörtel zu bedecken und dann mit Sanierputz zu verkleiden, anschießend, jedoch erst im Sommer (bei besserem Wetter) eine Drainage durchzuführen, wo von außen nochmal mehrlagig isoliert wird, um die Ursache überhaupt erst aus der Welt zu schaffen.
    An dieser Stelle meine Frage. Macht es Sinn bereits jetzt von innen zu verputzen, obwohl die Quelle allen Übels noch nicht beseitigt wurde? Oder würde die Wand innerhalb kürzester Zeit wieder mit dem Bröckeln anfangen, gerade weil aus einer Stelle permanent Brühe rausgeschossen kommt?


    Desweiteren gibt es im Internet zur Zeit allerhand Produkte, die einen trockenen Keller versprechen, z.b. von Lugato der "Trock'ne Keller" ,und im Allgemeinen unterscheiden sich die Vorgehensweisen vieler Experten. Der eine schwört auf Dichtschlämme, der andere rät davon ab, weil der Sanierputz dann seine Arbeit nicht richtig verrichten kann, wieder andere meinen, dass zunächst Sperrputz, dann Dichtschlämme und zu guter Letzt erst der Sanierputz aufgetragen werden soll.
    Problem hierbei soll jedoch sein, dass die Feuchtigkeit, weil sie nicht mehr austreten kann, dann nach oben zieht und sich im Erdgeschoss bemerkbar macht.


    Lange Rede, kurzer Sinn, aufgrund von Meinungsverschiedenheiten bin ich momentan etwas überfordert mit der Flut an Informationen und wollte euch um Rat fragen, wie man das Ganze denn am besten anpacken kann, weil ich echt weder Zeit noch Lust habe, das Alles ein zweites Mal zu machen.


    Schonmal vielen Dank im Vorraus und liebe Grüße


    Das Zylindrium

  • Moin und herzlich willkommen,


    ein paar Fotos wären hilfreich und falls vorhanden Auskunft über den Lastfall/ Bodenverhältnisse. (Aufstauendes Sickerwasser usw.) Ich bin mir sicher das im Verlauf des Abends/ Tag hier noch einige Antworten kommen. Einen Keller von innen abzudichten ist hingegen keine sehr sinnvolle Idee. Keller dichtet man von außen ab. Das sagt natürlich niemand, der mit unterschiedlichsten Putzen an dein bestes will, nämlich dein Geld. Baumarktberater halte ich mangels Fachkenntnis auch für absolut ungeeignet kompetenten Rat zu erteilen. Wenn also dein Wille dahin geht, es nicht 2 mal zu machen würde ich vor dem großen Materialkauf erst mal die Ratschläge hier abwarten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass diese dir nicht empfehlen werden einen Wunderputz innen aufzutragen.


    Vermutlich wird eine richtige Lösung aber nicht preiswert. Nicht in dem Maß wie man auf Wunderbaustoffe vertrauen will und gibt es bei Aufgrabungen um den Keller statische Erfordernisse zu berücksichtigen sonst droht Grundbruch! Aber warten wir mal ab, ich wollte im Vorfeld nur schon mal etwas desillusionieren.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot


  • Macht es Sinn bereits jetzt von innen zu verputzen, obwohl die Quelle allen Übels noch nicht beseitigt wurde?

    Nein, macht es nicht!


    Oder würde die Wand innerhalb kürzester Zeit wieder mit dem Bröckeln anfangen, gerade weil aus einer Stelle permanent Brühe rausgeschossen kommt?

    Ja!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Aus was bestehen die Wände?
    Alter?


    Umnutzung eines Nutzkellers in Wohnraum, da stellen sich auch so Fragen wie, "Genehmigungsfähig? Fenstergröße/Tageslicht? Fluchtwege? "


    Dann hast Du richtig erkannt, dass man nicht einfach ein bisschen Mörtel an die Wand schmieren kann. Ursachenbeseitigung ist hier angesagt, wobei das am Fenster wohl einfacher sein dürfte, weil man von außen ran kommt.


    Die Wände nur von innen absperren, wird nur dafür sorgen, dass sich das Wasser einen neuen Weg sucht. Dann kommt es halt ein paar Meter seitlich oder am Boden wieder zum Vorschein. Das wirklich dicht zu bekommen ist mit Aufwand und Kosten verbunden. Da stellt sich tatsächlich die Frage, ob es nicht billiger wird, wenn man die Wände von außen freilegen lässt.


    Zum Schimmel, der kann durch Feuchtigkeit von außen verursacht sein, es ist aber auch möglich, dass von innen Luft an den kalten Wänden kondensiert. Im zweiten Fall werden auch die neu sanierten Wände schnell wieder Schimmelflecken zeigen.


    An sich müsste sich das jemand anschauen, der wirklich Erfahrung mit solchen Sanierungen hat, und der neutral berät. Vertreter/Verkäufer sind hier nicht unbedingt die erste Wahl.


    Auf jeden Fall solltest Du viel Zeit einplanen, denn allein schon das Trocknen geht nicht über Nacht.

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    .

  • hallo
    keiner kommt auf die idee seinen regenmantel zu fressen aber bei wänden soll das funktionieren-
    wenn da schon wasser durchdringt dann hilft nur aufgraben. dabei kannste auch gleich eine perimeterdämmplatte anbringen.


    gruss aus de palz

  • Danke für die Antworten.


    Ihr habt Recht, hat so keinen Wert. War eben nochmal im Keller, man sieht richtig an welchen Stellen sich die Feuchtigkeit breit macht.
    Werde dann erst nach der Drainage das Verputzen in Angriff nehmen.


    Nochmal vielen herzlichen Dank für die Ratschläge.


    PS: @gunther1948 Ich wohne einfach keine 20km von Weilerbach entfernt hehe

  • Vergewissere Dich, dass die Wassereinleitung aus der von Dir angestrebten Drainage zulässig ist!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Hallo, da es an sich das gleiche Thema ist stelle ich meine Frage mal hier. (hoffe das ist kein Problem)


    Und zwar habe ich ein Haus Baujahr 1935 gekauft und bin schon eine weile am Sanieren.
    Bis auf den Keller bin ich auch soweit fertig.


    Erstmal zu den erledigten Arbeiten im Kellerbereich:


    Drainage habe ich verlegt und Wände von außen abgedichtet.
    Horizontalsperre habe ich mit Mafa c80 Injektionscreme wieder hergestellt.
    Innenwände wurden vom alten Putz und losen teilen befreit und Sanierputz aufgebracht


    Nun geht es um den Fußboden...


    Ich habe jetzt Dichtschlämme auf den alten Betonboden, der noch tragfähig ist aufgebracht.
    Kann ich nun auf die Dichtschlämme einfach Tiefengrund auftragen und danach Ausgleichsmasse vergießen?
    Habe da ein wenig Bedenken wegen der Verbindung zwischen Dichtschlämme und Ausgleichsmasse.


    Vielen Dank schonmal für die Antworten!


    MfG Rene

  • Habe da ein wenig Bedenken wegen der Verbindung zwischen Dichtschlämme und Ausgleichsmasse.

    da hätte ich keine bedenken.


    ob die dichtschlämme lange da bleibt , wo du sie hingeschmiert hast , wird die frage sein ....

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • einfach abheben ......


    du hast sie ja auf den betonboden geschmiert .früher konnte das eventuell von unten einsickernde wasser in die kellerluft ausdampfen.
    jetzt ist es eingesperrt . und wenn es nennenswerte menge sein sollte , hebt die schlämme einfach ab .


    muss nicht .


    unwahrscheinlich ist es aber nicht .


    auf jeden fall wahrscheinlicher , als das von dir befürchtete versagen des verbundes zwischen schlämme und ausgleichmasse .

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Also der Boden war nur an einigen Stellen leicht feucht und wenn die ausgleichmasse drauf ist sollt sich ja auch nix mehr abheben können oder? Die drainage liegt auch ca. 15-20cm unter dem Fußboden.