Zugänglichkeit Rinnen/Bleche im Dach

  • Hallo zusammen,


    der klassische "Nachbarschaftsstreit" hat nun auf Grund einer Dachsanierung auch mich erwischt (also jetzt wird es zumindest so langsam spannend).


    Anbei ein Foto eines Dachtrennblechs (wenn es denn so genannt wird), dass unsere Dachdecker letzte Woche montiert haben.
    Rechts wir, links der Nachbar. Dachsteine lagen bei uns mehr oder weniger zufällig ziemlich Spack an der Rinne, beim Nachbar sind am Ende ca. 2cm Platz. Wir liegen etwas höher, deswegen ist die Rinne wohl zweigeteilt gebaut (sollte aber dafür keine Rolle spielen).
    Nachbar moniert, dass es kaum möglich sei, durch einen 2cm Spalt diese Rinne zu reinigen. Die Rinne ragt ca. 8cm unter die Dachpfannen des Nachbarn, was laut den DD absolut fachgerecht wäre. Dachneigung sind 23°.
    Zusätzlich wurden nun Nachbars Ziegel verschraubt, was laut unseren DD so sein muss. Gefällt dem Herrn nicht, weil er jetzt nicht mehr problemlos Ziegel tauschen und die Rinne checken kann. Wir haben ein regensicheres Unterdach, Nachbar nicht und schiebt deswegen ein wenig Panik weil bei ihm wohl hier und da bisschen gepfuscht wurde und er eh schon Wasserprobleme hat.


    Ich bin etwas hin und hergerissen. Natürlich gefällt mir optisch die schmale Lösung ziemlich gut. Das Foto ist von der hinteren Seite. Vorne hat der Nachbar logischerweise die aufgehende Seite in der Rinne, was natürlich auf Grund der Form der Ziegel etwas anders aussieht, aber mMn. auch nicht dramatisch (natürlich zählt hier meine Meinung nach nicht).


    Lange Rede kurzer Sinn, ist die Lösung in Ordnung? Müssen Rinnen zugänglich sein zur Reinigung? Muss ich unseren Dachdeckern auf die Finger klopfen?


    Danke für eure Hilfe.

  • Das ist keine Rinne und um auf deine Frage zu kommen: Nein da muss nichts gereinigt werden und ja der Anschluss ist konform. Dafür der gesamte Rest nicht. Brandschutz kennen die beiden Betriebe offensichtlich beide nicht....


    Wie lang ist der Blechschenkel unter den Ziegeln?

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Beide Schenkel reichen ca. 9cm inkl. Wasserfalz unter die Ziegel, wie oben schon geschrieben.


    Was könnten wir beim Brandschutz verbessern? Die Rinne liegt mit einem Schenkel komplett auf dem Giebelmauerwerk auf. Wir teilen uns eine gemeinse Wand. Dachdeckerbetrieb meinte natürlich das wäre schon overkill... früher gingen die Latten durch... das übliche halt ;) Wir liegen etwas höher da 35mm Holzfaser Aufsparrendämmung.


    Schnelle Zeichnung anbei. Unter Umständen waren auch drei verschiedene Blechteile, da bin ich nicht mehr 100% sicher.

  • Beide Schenkel reichen ca. 9cm inkl. Wasserfalz unter die Ziegel, wie oben schon geschrieben.

    Da steht ca 8cm :P. Absolut richtig wäre es, wenn der Deckwerkstoff den Schenkel 10cm überdeckt.



    Was könnten wir beim Brandschutz verbessern?

    Jetzt noch? Nichts. Aus deiner Zeichnung entnehme ich, dass das Blech auf der Brandmauer liegt? Brandschutz ist ja kein nice to have. Es ist baurechtliches Gesetz und für die Umsetzung bist du verpflichtet. Weil Du zur Einhaltung verpflichtet bist. Den Fachbetrieb wird man darüber hinaus auch belangen können.


    Ich weiß, dass sich draußen jeder einen Scheiß dafür interessiert. Ich selber habe etliche Reihenhäuser wider der [definition=39,0]LBO[/definition] ausgeführt und nicht weil ich es nicht wüsste. Sondern weil meine Bedenken immer "nicht kalkuliert" waren. Mir ist auch klar, dass eine LBO-konforme Ausführung nicht dazu führen wird das der DD im Dreieck vor Freude springt und der Nachbar auch noch mitmachen muss. Ob du es dabei belässt - meinen Hinweis - bleibt dir überlassen.


    Dein Nachbar soll sich mal nicht so aufspielen, der hat nicht mal eine richtige Traglattung auf seinem Dach liegen. Da gäbe es für mich die Prügelstrafe, käme ein Geselle auf die Idee so einen Kram abzuliefern.

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  • Danke für deine Einschätzung.


    Ich werde morgen den Betrieb und gleichzeitig einen befreundeten Architekten auf den Brandschutz ansprechen, ich gehe einfach mal davon aus, dass ich die gesetzeskonforme Ausführung nicht explizit beauftragen hätte müssen. Es flog ja alles vom Dach außer der Sparren, da hätte es doch bestimmt eine einfache Möglichkeit gegeben.


    Ich hielte die strikte Trennung und das Arbeiten mit nicht brennbaren Dämmstoffen erstmal für ausreichend. Die Situation wird also auf jeden Fall besser als vorher sein :)


    Ich befürchte unsere Latten sehen nicht groß anders aus :S 31/52 S10 laut Lieferschein, allerdings doppelt genagelt :huh:

  • Hallo,
    mir sind die 9 cm Überdeckung auf das Blech zu wenig. Der freie Wasserlauf ist auch nicht da ( der Betondachstein und Tonziegel sollte min. 4 cm Abstand zur senkrechten Kante des Blechwinkels haben) von daher sollten die Bleche eh noch mal weg, dann kann man sich auch um den Brandschutz kümmern. :)

  • Ich befürchte unsere Latten sehen nicht groß anders aus 31/52 S10 laut Lieferschein, allerdings doppelt genagelt

    Ich mag mich auch täuschen! Für mich sah das nach 24x48mm aus. Ist letztlich auch egal, da du ja nicht Nachbars Dach bewerten musst.

    Ich hielte die strikte Trennung und das Arbeiten mit nicht brennbaren Dämmstoffen erstmal für ausreichend.

    Danach sieht es bei deinem Nachbar aber nicht aus! Denn es zählt nicht nur die WD, sondern alle Bauteile inkl. der Zusatzmaßnahme (USB)



    9 cm Überdeckung auf das Blech zu wenig.

    Was machst am EDZ von [definition=7,0]DFF[/definition]? Der hat meines Wissens keine 10cm Schenkellänge.



    Der freie Wasserlauf ist auch nicht da

    Braucht es den? Nein. Steht so in der Fachregel ;) 5.3.1.1 Abs. 5 Für meinen Geschmack haben wir hier einen seitlichen Abschluss mit Steg und der darf scharf angedeckt werden. Im übrigen ist die Forderung der 4cm mit soll beschrieben, was modal nur eine bedingte Forderung darstellt.

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  • Was machst am EDZ von [definition=7,0]DFF[/definition]? Der hat meines Wissens keine 10cm Schenkellänge.

    Hier habe ich ja keine Möglichkeit das zu ändern.

    5.3.1.1 Abs. 5 Für meinen Geschmack haben wir hier einen seitlichen Abschluss mit Steg und der darf scharf angedeckt werden.

    Les mal weiter, da steht noch was wie: Bei geringer Niederschlagsbelastung kann bis an das aufgehende Blech gedeckt werden. ( Das trifft z.B. bei Wandanschlüssen von Gauben o.ä. zu, wenn diese vom Dachüberstand der Gaube ``geschützt ``sind ) die geringe Niederschlagsbelastung ist hier aber nicht vorhanden. Der Steg ist für die dahinterliegende, evtl. tiefer liegende Entwässerung gemeint ( Fachregeln für Metallarbeiten im DDH Abb. III. 17: Unterliegende seitliche Anschlüsse ) Des weiteren fehlt, zumindest auf der Nachbarseite, die vollflächige Auflage bzw. min. die Zwischenlatte, damit das Kantteil nicht irgendwann zwischen den Traglatten durchhängt.

    Off-Topic:

  • Hier habe ich ja keine Möglichkeit das zu ändern.

    Das zielte auch eher darauf ab, warum das selbe Prinzip beim EDZ funktioniert - hier aber nicht. So das man nachbessern müsste.


    Wenn ich da jetzt einfach mal logisch ran gehe: Bei aufgehenden Bauteilen, also Wänden, Gaubenwangen usw., haben wir grundsätzlich ein 4 cm Spalt vorzusehen. Was soll der bezwecken? Niederschlagswasser von dem aufgehenden Bauteil abführen. Dann machen nämlich auch die Ausnahmen (die sich aus dem modalen Hilfsverb ergeben) Sinn. Wie du selber ja gesagt hast "geringe Niederschlagsbelastung". Die Regensicherheit wird doch mit dem aufgelegten Anschluss hergestellt, zur Eindeckung (10cm Blechschenkel).


    Im weiteren Text steht ja, dass an den Steg - wenn damit ausgeführt - herangedeckt werden darf. Da steht nicht, darf nur bei geringer Belastung aus Niederschlag gemacht werden. Sondern, wenn mit Steg ausgeführt, darf angedeckt werden. Wenn ich also einen untergelegten seitlichen Anschluss an eine Wand MIT Steg ausführen kann, was unterscheidet den zur Situation des TS? Der hat keine Wand, sondern nur einen Steg.


    Kann man sich jetzt drüber streiten, für mich ergibt ein Abstand von 4 cm keinen Sinn. Mit den Latten hast du natürlich recht :D

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  • Die Regensicherheit wird doch mit dem aufgelegten Anschluss hergestellt, zur Eindeckung (10cm Blechschenkel).

    Wir haben hier einen untergelegten Wandanschluß. Die 4 cm sind eher für das ``freispülen und schnellere abführen des Niederschlages von z.B. der darüberliegenden Wandfläche oder was auch immer`` gedacht. Deckst du einen Ziegel oder Betondachstein direkt an die Aufkantung, kann sich zwischen Aufkantung und Ziegel eher Laub oder Moos o.ä. festsetzen als bei einem Freiraum von 4 cm, selbst wenn der Ziegel ja hier bis an die Aufkantung gedeckt wird, kann das Hauptwasser über die freibleibende 4 cm abgeführt werden, ohne dass der Anschluß nach innen überläuft. Ich persönlich führe die Anschlüsse lieber als aufgelegten Anschluß aus, das ist mir sicherer und ein zusetzen mit Laub oder Moos oder was auch immer kann fast ausgeschlossen werden.

  • Wir haben hier einen untergelegten Wandanschluß.

    Jaja, schlag mich mal mit meinen eigenen Waffen! :bier:


    Ich will ja echt jetzt hier nicht den Besserwisser mimen, den unbelehrbaren Jungspund aber ich bleibe bei meiner Auffassung. Nocken decke ich auch scharf an, ohne 4 cm. 4cm Spalt bedeutet halt auch das Treibschnee eindringen kann, also brauchts wieder die ollen Schaumstoff-Zeugs. Haltbarkeit ist ja bekannt. Das ist für mich eine Sonderkonstruktion die in Summe nicht von der Fachregel komplett erfasst wird. Ich hab weder Wand noch sind 2x0,7mm Blechdicke für mich in irgendeiner Art Wasser führend.


    Aber so ist das, jeder macht es anders und im Zweifel geht es halt vor Gericht. :hammer:

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  • Ich persönlich führe die Anschlüsse lieber als aufgelegten Anschluß aus, das ist mir sicherer und ein zusetzen mit Laub oder Moos oder was auch immer kann fast ausgeschlossen werden.

    Stand zur Diskussion, sieht am Ende nicht so elegant aus. Vorne raus ist nur eingeschössig deswegen wollte ich hier eine "hübsche" Lösung. Allerdings klar -> form follows function. Wichtig ist, dass es funktioniert.


    Die seitlichen Latten kommen noch unters Blech, der Betrieb war etwas überrascht über das plötzliche Fachwissen :D Brandschutz ist angeblich zumindest von meiner Seite aus völlig korrekt ausgeführt, aber auch da wird sich nochmal schlaugemacht und zur Not nachgebessert.
    Nachbars Seite fassen wir so wenig wie möglich an, liefert sonst nur noch mehr Konfliktpotential. Aber auch da wird sich nochmal schlaugemacht und zur Not nachgebessert.

  • Off-Topic:

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Wenn du dir in dem Bild links den aufgehenden Blechschenkel wegdenkst/ ihn 90 Grad nach unten/links legst, dann hast ja das Bild vom TS und seinem vorhandenen Anschluss.

    :lol: Ich geb´s gleich auf.... Es geht um das Wasser, was von oben senkrecht auf das Kantteil regnet, damit das schnell abgeführt wird, ohne die Rückkantung unter der Eindeckung zusätzlich zu belasten. Fast Unabhängig wie lang hier die Sparrenlänge ist, wollte ich hier schon den freien Wasserlauf haben, auch wegen der Gefahr des Zusetzens mit Dreck, Laub usw.
    Aber das ist eine reine Auslegungssache. Ich interpretiere die Fachregeln, wie ich schon in #8 geschrieben habe, damit ich auf der sicheren ( gibt`s die überhaupt??? ) Seite bin.