KWL vs. "Bitte halten Sie die Fenster und Türen geschlossen"

  • Gibt es in KWL-Anlagen standardmäßig Sensoren, die auf (zusammenfassend) "Geruchsereignisse " reagieren und die Anlagen automatisch abschalten?


    Hintergrund:
    Neulich habe ich im Radio in den Nachrichten mal wieder gehört, dass aufgrund eines Brandes die Anwohner aufgefordert wurden, die Fenster und Türen geschlossen zu halten.


    Bei Häusern/Wohnungen ohne KWL ist das kein Problem. Selbst ein gekipptes Fenster bei Abwesenheit oder die Lüftungsklappe an einem Dachflächenfenster dürfte nur zu minimalen Luftwechseln führen.


    Bei mechanisch angetriebenen KWL-Anlagen würde aber fleißig die beißend riechende Außenluft angesaugt im im ganzen Haus verteilt werden. Egal, ob Rauch von einem Brandereignis, Nachbars Grill oder ein Chemieunfall in der Nähe. Der CO2-Anteil in der Luft wird wahrscheinlich nicht sprunghaft ansteigen, dass ein CO2-Sensor darauf reagieren würde.


    Gibt es dafür Sensoren, die feinfühlig genug sind und automatisch reagieren - und dennoch bezahlbar sind?
    Geht das nur über Radio hören + Smart Home mit Handy-App?

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Ich kenne leider keine solchen Sensoren. Habe mir auch schon darüber Gedanken gemacht, im Gefahrenfall unsere Lüftungsanlage zentral abzuschalten.
    Bei Großanlagen gibt es Kanalrauchmelder. Aber bevor die ansprechen, sind die Bewohner schon hustend rausgerannt. Die sollen auch nur vor tödlichen Konzentrationen schützen und das auch nur bei Rauch. Unsichtbare Gase erfassen die nicht.
    Mal sehen, ob jemand eine praktikable Lösung kennt. Ich werde auf jeden Fall den entsprechenden LS-Schalter so beschriften, dass ich notfalls einen Mitbewohner anrufen und beauftragen kann.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Es gibt Hersteller von KWL die liefern entsprechende Sensoren für Feuchte, CO2, Mischgase (sogenannte VOC Sensoren), aber mir ist jetzt kein Sensor bekannt, der beispielsweise auf Feinstaub/Rußpartikel reagieren würde. Hierfür sind dann allein die Filter zuständig.


    Preislich bewegen sich solche Sensoren als Zubehör im Bereich einiger hundert Euro. Günstiger käme das nur, wenn man versucht selbst eine hardware zu basteln. Das Einsparpotenzial dürfte jedoch überschaubar sein, selbst wenn man den Zeitaufwand nicht mitrechnet.

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  • Ohne davon Ahnung zu haben, aber sollten für solche Anwendungen nicht handelsübliche Rauchmelder ausreichen? Neben einem Luftauslass platziert, wird bei Alarm die KWL abgeschaltet.

  • Der Rauchmelder dürfte nicht ausreichen, da er, wie der Name schon sagt, auf "Rauch" reagiert (und das auch noch relativ unempfindlich). Bei einem Brand werden aber eine Menge weiterer Stoffe freigesetzt, die nicht gerade gesund sind. Diese verbreiten sich auch ohne Rauch.

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  • Ich spinne das Thema mal weiter weil es mich auch betrifft:


    Folgendes Szenario: In direkter und indirekter Nachbarschaft wird gegrillt (tlw. wird keine fertige Holzkohle verwendet sondern mittags ein Holzscheid angezündet), oder der Atmosphäre willens ein Feuerkorb mit einigen Holzscheiden angezündet etc... Dieser Rauch wird bei ungünstigen Windverhältnissen mit angesogen und im Haus minder konzentriert verteilt - das merkt man dann am Geruch/Gestank im Haus - im Schlafzimmer ist es aufgrund des Verhältnisses Luftmenge/Raumgröße am schlimmsten.
    Gibt es hier vllt. Melder oder dergleichen die unter Umständen die KWL ausschalten bei Vorkommen von Belastung - wir haben in diesen Fällen meist die Lüftung auf Stufe 1 geregelt, aber dann ist die Geruchsbelästigung schon im Haus...

  • Ich hätte jetzt auch VOC-Sensor gesagt.


    Google Suche zu dem Stichwort "VOC Sensor KWL" findet auch diverse Artikel, die darauf eingehen.


    Eine Voc-Sensor misst ja diverse (in der regel geruchsintensive) Gase, und wenn man die draußen lassen will, wäre das sicherlich der erstbeste Ansatz.

  • Die Warnungen der Feuerwehr werden aber auch schon vorsorglich herausgegeben, bevor klar ist, was da ggf. freigesetzt wird. Da hilft dann wohl nur manuelles abschalten, direkt oder per App.

  • Ein gerne verwendeter Sensor ist ja der iAQ core c, dessen Datenblatt schon ein paar Hinweise zur Empfindlichkeit gibt. Nach einer ersten Durchsicht, und Vergleich mit Grenzwerten der EU, würde ich mal behaupten, dass der Sensor gut geeignet ist, um einzelne Ereignisse zu detektieren, die die Grenzwerte deutlich übersteigen, zur Erkennung einer geringen und dauerhaften Belastung, die aufgrund ihrer Zeitdauer ebenso den Grenzwert übersteigt, dürfte die Empfindlichkeit jedoch nicht ausreichen.


    Hier geht man sinnvollerweise wohl einen Mittelweg zwischen Aufwand/Kosten und Genauigkeit/Empfindlichkeit.

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  • doch gibt es, z.Bsp. beim großen Elektronikhändler mit C
    Aber das sind dann nur einzelne Sensoren und es müsste was dran gebastelt werden.


    Auszug au der Beschreibung:


    Im Lichtstreudetektionsverfahren erkennt der hochsensitive optischeSensor die Partikel in Feinstaub, Hausstaub, Milbenstaub,Zigarettenrauch, Sporen, Pollen und Allergenen in der Umgebungsluft abeiner Partikelgröße von 1 µm. Das Modul ist ideal zur Steuerung vonLuft-Reinigern, Ventilatoren und Klimaanlagen. BesonderesEinsparungspotential liegt in der exakten Regulierung von Steuereinheiten.

  • Meine Nachbarschaft schürt fleißig mit Festbrennstoffen jedweder Art.
    Manchmal glaub ich die verheizen alte Bulldogreifen - egal. Es stinkt.


    Über einen zusätzlichen F7 Filter in der KWL konnte ich die Geruchsbelästigung deutlich minimieren.
    VOC-Sensoren erfassen solche "Holzbrand-Geruch" nicht wirklich (Konsens aus dem KNX-User-Forum).
    Eine Lösung wäre tatsächlich der Feinstaubsensor. Ein Kollege von mir hat jüngst mit einem solchen Sensor + Raspberry experimentiert und konnte erheblich Feinstaub-Anstiege in der Heizsaison feststellen.. teilweise deutlich über dem Grenzwert.

  • Dann wäre in manchen Stadtrandsiedlungen während der Heizperiode und in der Grillsaison die Lüftungsanlage außer Betrieb.
    Ich bin heilfroh, vor ein paar Jahren zuerst vom Dorf an den Stadtrand der Großstadt und dann direkt in die Innenstadt gezogen zu sein. Mit jedem Umzug wurde die Luft besser.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • So etwas ist nicht praktikabel.
    Es gibt keinen Sensor der alles überwacht und für jede Gefahrenquelle separat einen Sensor treibt dich in den Ruin. Solche feinfühligen Sensoren haben auch eine eingeschränkte Lebensdauer.


    Aber im Ernst, wie oft kommt soetwas vor? Wie oft davon ist es wirklich gefährlich? Und wie oft hat sich das Gas schon wieder weggelüftet bevor du heim kommst?


    Wenn dann würde ich die Lüftung per Fernzugang manuell abschalten, falls etwas im Radio kommt.
    Das kostet nichts oder kaum etwas, erzeugt keine Fehlalarme und hilft womöglich noch am Besten.

  • Ist bei mir von Anfang an mit drin - dann mach ich mich mal schlau bzgl. sensoren etc...

    Schau mal, ob es Sensoren als Zubehör für die KWL gibt. Vorteil, einfacher Einbau, alles schon vorbereitet. Nachteil, etwas höhere Kosten, man muss die Funktionen so nutzen wie sie der Regler vorgibt.

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  • Ich bin heilfroh, vor ein paar Jahren zuerst vom Dorf an den Stadtrand der Großstadt und dann direkt in die Innenstadt gezogen zu sein. Mit jedem Umzug wurde die Luft besser.

    Darum stehen die Umweltmess-Stationen auch in Innenstädten... Ah jetzt ja !


    Spaß beiseite.
    Es gibt aber auch Umweltbelastungen, ohne Staubanteile und Ohne CO / CO2-Anteile. Zum Beispiel schwefelhaltige Gase, Gülledüngung, ausgelaufenes Benzin, verkehrsunfallter Pumpwagen (Gülle- / Jauche-Abholung), Papierfabriken, oder eben Unfälle in Chemiebetrieben. Aber es gibt auch natürliche Ereignisse mit Staubbelastung wie z.B. Pollenflug. Da müsste dann der Feinstaub/Rauchsensor anspringen.
    Also all die Umweltbedingungen, bei denen der Nutzer das Fenster zum Lüften öffnet und sofort wieder schließt weil der Nasensensor anspricht.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • "Darum stehen die Umweltmess-Stationen auch in Innenstädten... Ah jetzt ja !"
    @OLger MD
    Das ist gar nicht so witzig. Erst vor ein paar Tagen wurde in einer Dokumentation festgestellt, dass wohl lediglich aus Gewohnheit nur in den Innenstädten gemessen wird und es weiter draußen bedeutend schlechtere Verhältnisse gäbe. Allein die Anzahl der Betroffenen ist dort geringer.
    Damit soll jetzt die punktuelle Belastung z.B. am Neckartor in Stuttgart nicht negiert werden abet viele Stationen stehen einfach aus Gewohnheit da.


    Die übrigen Punkte Deiner Überlegung sind völlig richtig. Unsere Nase ist halt nicht zu ersetzen.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Das ist gar nicht so witzig. Erst vor ein paar Tagen wurde in einer Dokumentation festgestellt, dass wohl lediglich aus Gewohnheit nur in den Innenstädten gemessen wird und es weiter draußen bedeutend schlechtere Verhältnisse gäbe. Allein die Anzahl der Betroffenen ist dort geringer.
    Damit soll jetzt die punktuelle Belastung z.B. am Neckartor in Stuttgart nicht negiert werden abet viele Stationen stehen einfach aus Gewohnheit da.

    wärst du evtl so nett, die Dokumentation zu verlinken oder zu benennen?
    Das würde ich gerne ansehen, denn eigentlich weiss man sehr genau wo die Messkisten hingehören und sie stehen auch idR ziemlich richtig...

  • Zum OT: die Messtationen stehen schon da, wo es hohe >Konzentrationen gibt.
    Im Umland gab es zur Einführung der Plaketten den Sport - ! auch unter die Plakettenpflicht zu fallen und man hat gemessen was irgend geht. nix draus geworden.....
    Man hat auch später mal wieder gemessen, um doch auch ... immer noch nix. Trotz Bahnstrecke, trotz 4-spuriger Bundesstraße/Autobahn... allein am Autobahnknoten, aber der ist ausgenommen...

    Nachdenken kostet extra!