Whirpool auf der Dachterrasse?

  • Hallo Leute,
    ich eine etwa 30m² große Dachterrasse, und dachte mir dort einen Whirpool zu bauen.
    Darf ich das eigentlich, oder muss ich da jemanden um Erlaubnis bitten?


    Danke schon mal.

  • Das ist ne ziemlich aufwändige Sache wenn mans gut machen möchte.


    Zu allererst Statiker befragen (wurde ja auch schon genannt) - das sind z.T. ziemliche Lasten die da ankommen.
    Dann (ebenfalls genannt) WEG bei Eigentum - es sei denn es handelt sich um ein EFH/DHH?


    Wir haben sowas mal während der Bauphase für eine PH-ETW gemacht - und das war schon nicht ohne Aufwand!


    Bedenke dass die Dämmungen unterhalb des Fussbodenbelages einer Dachterrasse nicht für solche Traglasten ausgelegt sind, hier müsste dann wahrscheinlich ein Austausch gegen eine druckfestere Variante erfolgen. Damit verbunden die Abdichtungsarbeiten, Gefälle bzw. im schlimmsten Fall Ein- oder Abläufe neu anordnen.


    Und die schwierigste Geschichte ist: wohin mit dem Ab(bade)wasser? In die Fallleitung geht schonmal nicht, dass heisst dann müsste entweder außen eine frostsichere Ableitung hergestellt werden oder im Bereich des Fussbodenaufbaus unterhalb der Abdichtung an die vorhandene Situation IM Haus angeschlossen - da ist dann wieder zu klären ob die vorh. Leitungen die zusätzlichen Massen aufnehmen können von der Dimensionierung.


    Zusätzlich kam in unserem Fall noch ein Schallgutachten dazu, da die darunter liegenden Eigentümer die Befürchtung hatten das unangenehme Nebengeräuche auftauchen konnten.



    All das oben genannte wenn das Gebäude schon fertiggestellt ist - solltet ihr noch im Bau sein kann man vieles noch in die richtige Bahn lenken...

  • Ich hab für sowas mal nen Balkon erstellen lassen. Einfach so drauf geht jedenfalls nicht.
    Hinweise hier kann ich alle bestätigen.

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  • 500 Liter? Das wäre ja gerade mal eine etwas größere Badewanne. Ein Whirlpool mit 2m x 2m Außenabmessungen fasst schnell mal deutlich über 1.000 Liter. Als grobe Richtschnur, 1-1,5m³ Wasser + 500kg sonstiges, also zusammen um die 2to an Gewicht, die sich auf die 4m² verteilen. Der Statiker wird also genau wissen wollen, was da gebaut werden soll.


    Und wenn wir schon bei der Technik sind, ein entsprechender Stromanschluss sollte auch vorhanden sein. Die Dinger haben leistungsstarke Pumpen integriert, und natürlich einen E-Heizer. Da wird ein B16A LS schon bis zum Anschlag ausgereizt, und größere Modelle benötigen dann auch schon mal 2 x 16A oder 3 x 16A. Ist der E-Heizer zu klein, dann kann man diesen Montags einschalten, damit am Wochenende das Wasser warm ist. Es ist also auch eine Frage des Komforts. Wenn 1.000 Liter erwärmt werden müssen, dann gehen dafür schnell 35kWh drauf zzgl. Wärmeverluste die kompensiert werden müssen. Der E-Heizer sollte daher nicht zu klein gewählt werden.


    Die "Genehmigung" ist daher meist das geringste Problem, im eigenen Haus sowieso. Die technische Umsetzung hingegen, angefangen beim Statiker bis hin zum Eli, ist nicht ganz so einfach. Da kann es Überraschungen geben, die meist in´s Geld gehen. ;)

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  • ... dass heisst dann müsste entweder außen eine frostsichere Ableitung hergestellt werden...

    Hmm, wer lässt unfallfrei bei Frost das Wasser ab? Die Brocken werden eher geschaufelt oder?


    Check des Bodenaufbaus ist schon klar, aber macht nicht so viel Wirbel wegen der Belastung. Wenn es eine offizielle Terrasse ist, dann hat die auch eine hohe Lastannahme. und 30 m² - da geht was....


    Ergo man kanns auch übertrieben und mit ein bischen Nachdenken die relevanten Aspekte herausfiltern und eindampfen.

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  • Hmm, wer lässt unfallfrei bei Frost das Wasser ab? Die Brocken werden eher geschaufelt oder?

    - das Wasser was irgendwann vllt. abgelassen wird ist ja nicht zwangsweise gefroren durch Eigenheizung des Whirlpools usw..


    Bzgl. der Druckfestigkeit der DT-Dämmung - war nur ein Hinweis von meiner Seite - wir mussten damals die Dämmung vom Material her anpassen lassen, war aber auch nen größeres Teil was da draufgestellt wurde...

  • Einspruch hinsichtlich der Druckbelastung der WD die wird 100 pro nicht ausreichen!

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  • Wir haben für unsere Dachterrasse vom Statikus extra einen potentiellen Aufstellungsort einrechnen/planen lassen. So dass wir aufbauen könnten. Allerdings müssten wir dann auch an der Stelle die Gefälledämmung etc. austauschen, weil die z.Z. nicht darauf ausgelegt ist (das Ding ist eine Idee für vielleicht mal irgendwann).


    Ein richtiger Whirlpool bringt hohe Lasten auf einer vergleichsweise kleinen Fläche - es ist ja schon weiter oben geschrieben worden. Man muss nur mal bedenken, dass allein das Wasser eine Tonne je tausend Liter wiegt. Dann muss das Wasser geheizt werden, es braucht die Elektrik für die Pumpe etc. Also mal eben machen würde ich auf keinen Fall empfehlen, selbst wenn Du niemanden um Erlaubnis bitten sollst.

    The avoidance of taxes is the only intellectual pursuit that still carries any reward.
    - John Maynard Keynes -

  • ja?
    die haben dorch irgendwas im Bereich 30-60kPa bei Dauerdruckbeanspruchung.
    Das sind doch irgendwas um die 3-6to / m², oder hab ich mich da verrechnet?!

    Die "normale" Gefälledämmung aus [definition=29,0]EPS[/definition] hat ca. 100 kPa. Das reicht nie im Leben um die Last dort zu verteilen. Jetzt kann man davon ausgehen, das bei der Dachterrasse schon Druck belastbarere Dämmung zum Einsatz gekommen ist. Bei Glück vielleicht [definition=9,0]PIR[/definition]/[definition=8,0]PUR[/definition], die schon mehr Druck vertragen und ggf. mit einer lastverteilenden Platte zum Ziel führen könnten. Richtige Alternative sehe ich hier aber nur bei Schaumglas. Bei bituminöser Abdichtung hätte ich auch so meine Bedenken auch mit Bautenschutzmatte.

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  • Die "normale" Gefälledämmung aus [definition=29,0]EPS[/definition] hat ca. 100 kPa.

    und die 100kPa beziehen sich dann auf 10% Stauchung, oder was auch immer, und wenn man dann noch zur Einhaltung der ENEV 10 oder 12 oder 14cm Dämmstärke hat, kommt da mehr zusammen als dem Estrich lieb sein wird.
    Bei meinem obigen Beispiel wären das 5kN/m² Last, wenn da nicht die max. Grenze der Stauchung überschritten wird.

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  • kommt da mehr zusammen als dem Estrich lieb sein wird.

    Estrich? Glaube ich nicht dran. Da wird Plattenbelag auf Abdichtung liegen oder ein Holzdeck. Ersetze Estrich durch Abdichtung, denn die wird das nicht vertragen können. Folgen:


    Bei Bitumen wird das Gewebe überstreckt, die Deckmassen beginnen an zu reißen, es sammelt sich dort stehendes Wasser und am Ende hast einen schönen Bauschaden. Neben Statiker also auch einen fähigen DD hinzu ziehen - der sein Okay für die Abdichtung gibt.

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  • Hallo Leute, bin neu hier, und kann auch gleich vielleicht zu einer einfacheren Lösung beisteuern, und zwar gibt es doch aufblasbare Whirpools, die um einiges leichter, kleiner sind, und in die nicht so viel Wasser reingeht.
    Schaut mal hier auf XXXXX


    Ich glaube da wäre doch eine tolle Lösung, oder?

    Einmal editiert, zuletzt von Kalle () aus folgendem Grund: Link entfernt.

  • Info für die User hier:

    David als auch die Maya1505 sind identische Personen. Hier wollte einer mal nur wieder seinen Link platzieren wollen. @david als auch @Maya1505 Eure beuden Accounts wandern nun in die dauerhafte Sperre! Wir lassen uns hier nicht vereiern.

    An alle anderen: Wer noch Fragen zum Thema hat, kann diese gerne stellen. Ich lasse das Thema offen.

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  • Auch ohne TE: Terrasse hat nominell Kategorie Z mit 400 kg/m² als Verkehrslast. Dafür muss eigentlich die Abdichtung und Dämmung ausgelegt sein, sowie die Möglichkeit einen Belag aufzubringen.
    Ich weiss nicht was ihr euch unter so nem Whirlpool denkt. Und bei 30 m²...

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  • sowie die Möglichkeit einen Belag aufzubringen.

    Und wie liegt der? ;) Es soll ja auch Terrassen geben, die waren nie eine - in der Planung.

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  • Es gibt so Dinger. Aber alles immer negativ und den worst case?


    Prinzipiell immer Ortstermin. man kann dann schon mal einschätzen in welcher Kategorie im Bestand man sich bewegen wird.
    Traue nix über den Weg, was du nichts selbst geöffnet und gesehen hast. Erst letzte Woche gabs wieder großes Staunen auf der Baustelle....

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  • Es gibt so Dinger. Aber alles immer negativ und den worst case?

    Nö. Hab doch selber gesagt es kann unter bestimmten Parametern passen. Der Klassiker ist doch: "Holzdeck mit Stelzen, drauf große Palmen mit locker 100 KG und sich dann wundern, warum die Abdichtung versagt.


    Der Pool hat ja ausreichend Auflagerfläche. Ich würde den DD aber auch immer als Fehlerquelle hinzu nehmen :P Wer achtet da schon drauf, die richtige Druckbelastung? *hust*

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  • jetzt nochmal zur Druckbelastung der Dämmung.
    Ich hab ja auch so ein Flachdach, das als Dachterrasse ausgebaut werden können soll.


    Bei mir wurde eine Gefälledämmung mit der Aufschrift "150-035 DAA dh 160mm" verwendet.
    Etwas Recherche sagt mir, bei 10% Stauchung 150kPa, bei 2% dauerhaft 45kPa.


    1kg/m² = 9,8 Pa
    45.000Pa / (9,8 Pa/(kg/m²)) = 4592kg/m².


    Damit sollte doch ein Whirlpool, der vielleicht 1000kg/m² auf die Wage bringt (eher weniger), ohne Probleme möglich sein, sofern die Last gleichmäßig auf der Whirlpool-Aufstandsfläche verteilt wird, oder?!


    Klar, auf 5 kleine Drehlfüßchen mit D=20mm kann ich das Ding nicht stellen...

  • Moin,


    siehe Kalles Beitrag in # 17, das gilt auch für Kunststoffbahnen wie bei dir verwendet? Ich würde die Dämmung ( gerade bei [definition=29,0]EPS[/definition] ) im Aufstellbereich austauschen, weil mir die Stauchung für die Abdichtung zu viel ist. Vorab sollte man sich die Auflagerfläche des Whirlpools ansehen, die ist meistens nicht vollflächig....

  • So ein Whirlpool verteilt die Last über Stellfüße und/oder einen Rahmen. Alles andere müsste man wohl basteln.

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  • eher deutlich mehr .

    Ganz so schwer nun auch wieder nicht. Das wird ja kein Schwimmbecken, und der Wasserinhalt ist dementsprechend geringer. Mit 1.000kg/m² ist schon großzügig geschätzt.
    So ein Whirlpool für 4 Personen, mit gut 2m x 2m wiegt insgesamt nur 1,5-2to.

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