Horizontale Risse in Aussenwänder E*** xp9

  • Ein Hallo in die Runde,
    ich hab da mal eine Frage an die Experten und Wissenden.
    2014 hab ich meinen EFH Neubau mit E*** XP9 Steinen gemauert, die Fensteröffnungen (ich weiss inzwischen ) mit Flachziegelstürzen überdeckt und
    als Decke eine E*** Ziegeldecke aufgelegt.
    Jetzt zeigen sich ringsum immer mehr horizontale Risse die im Bereich der Fenster begonnen haben und jetzt aber auch in geschlossenen Wandabschnitten
    auftreten. Geputzt habe ich Grundputz Faserleichtputz ca. 20mm und Deckputz Kalkputz ca. 8-10mm.
    Könnnen die Risse von der sich wölbenden Betondeckung der Ziegeldecke (mit integriertem Ringbalken ) kommen oder woran kann es liegen?
    Was gibt es (ausser abreissen und einmal neu) für Möglichkeiten die Risse zu überarbeiten ?
    Würde mich sehr freuen wenn mir jemand helfen könnte.


    Hartmut

  • das ist im glaskugelmodus nicht lösbar.
    gern genommene argumente gegen derartige wandbildner sind

    • geringe stegdicke
    • geringe schalendicke
    • niedriger e-modul
    • hohe empfindlichkeit bei ungleicher belastung
    • hoher anspruch an handwerkliche ausführung
    • art und ausführung der lagerfuge
    • uU erf. gewebespachtelung, mind. an ecken
    • höhere aufbrenngefahr (einzelgeraunze)
    • anforderung an putzsystem - e-modul FLP vs KP

    genauso gut oder schelcht kann es an der gründung liegen,
    an zu vielen fenstern und zu wenig wandscheiben - oder
    ganz was anderes.

  • Nein, überwiegend auf Sturzhöhe aber auch verspringend bis UK Ringanker/ UK Decke. Heute habe ich einen 50cm über FFB gesehen?
    zwischen Sturzauflager und UK Decke sind 2 Schichten.

  • Hallo,
    die Wand ist 36,5 cm stark,
    die Abschalung der Decke /Ringbalken habe ich mit einer halben U-Schale gemacht, davor auf der Wand liegt eine besandete Dachpappbahn,
    jedoch ist ja durch die halbe U-Schale keine wirkliche Trennung. Die Decke ist weder Innen noch Aussen von der Wand abgerissen.


    Gruss aus dem Sprottetal

  • Das sieht schon so aus, als wenn sich da Fugen im Mauerwerk "lösen". Ich würde empfehlen einen Fachmann zu holen der sich das mal genauer ansieht. An einer Stelle aufmachen und nachsehen wo die Risse genau im Mauerwerk sind und wie tief diese reingehen. Eventuell kann man sowas mit einem Niederdruckinjektionsverfahren wieder "kleben". Wenn das richtige Verfahren gewählt wird, wird direkt in den Riss injiziert und man sieht später nicht viel bis garnichts.
    Allerdings sollte die Ursache genau geklärt werden, sonst reisst es nach der Sanierung u.U. an einer anderen Stelle.

    It doesn´t make sence to hire smart people and tell them what to do; we hire smart people so they can tell us what to do.

    Steve Jobs

  • mls hat schon viele Parameter genannt.


    eingeschossig mit Dachgeschoss drüber - ok 1. Bild.


    Sind an den Innenwänden auch Risse? genau in der gleichen Höhe, gleicher Lage?


    Grundrisse, Verklebung MW, Zeitraum mauern, verputzen, heute, usw.
    Letztendlich hilft es nix (wie immer) - muss sich jmd mal vor Ort ansehen.

    Nachdenken kostet extra!

  • Hallo,
    Danke für die Rückmeldungen.
    - zu dem Injektionsverfahren kann ich nichts finden (ich will ja keine Abdichtung durchführen und den wärmedämmenden Ziegel auch sonst nicht mit Kunststoffen füllen )
    - das Dachgeschoss ist nicht ausgebaut
    - gemauert wurde im Juli 2014 , verputzt im Oktober 2014
    - die Steine sind im V-Plus verfahren geklebt
    - die Risse an den Giebelseiten zeichnen sich an gleicher Stelle teilweise auch Innnen ab (schwächer)
    - der Putz unterhalb der Fenster ist nur drauf um das Mauerwerk vor starker Durchfeuchtung vom Spritzwasser zu schützen
    - die Putzrisse sind sämtliche nicht an irgendwelchen Putzabschnitten sondern in den Lagerfugen der Steine ( vereinzelt auch Stoßfugen beim Schichtwechsel)


    - wo findet man jemanden der sich damit auskennt, so ganz unbedarft bin ich ja nun auch nicht ?


    Könnte es was bringen den Kalkoberputz in den Breichen zu entfernen und ein Armierungsgewebe in Armierungsmörtel oder Oberschicht einzubetten ?

  • "Systemfrei" - ja weil E**r sein VD Verfahren will, ich aber damals im "grünen" mich vom V-Plus Verfhren begeistern lassen hab. Ziegel und Putz muss ja nun kein System sein, der Putz kommt allles vom gleichen Hersteller.
    Ich hatte halt gehofft irgendwer hat eine konkrete Idee woher die Risse kommen und vor allen Dingen, was kann dagegen getan werden ?

  • die Abschalung der Decke /Ringbalken habe ich mit einer halben U-Schale gemacht, davor auf der Wand liegt eine besandete Dachpappbahn,
    jedoch ist ja durch die halbe U-Schale keine wirkliche Trennung. Die Decke ist weder Innen noch Aussen von der Wand abgerissen.

    Nein, nicht vollständig getrennt, kann die aufschüsselnde mit Beton vergossen Ziegeldecke das Mauerwerk derart schädigen ?

  • ja, typisch ist dann, dass in den Reihen darunter vor allem außen Rissbildung nach einiger Zeit sichtbar wird.


    (ok Satzbau Interpunktion ist grausam...)

    Nachdenken kostet extra!

  • Ok, dann wäre ja die Ursache evtl. gefunden. Hört dass mit der Rissbildung jetzt nach 3,5 Jahren auf, so dass ich die Risse überarbeiten kann ?

  • Ich denke auch das PeMu auf dem richtigen Weg ist.
    Auch wenn ich Bewertungen anhand von Fotos nicht sonderlich aufgeschlossen gegenüber stehe.


    Durch thermische und / oder hygrische Längenänderungen, in der Austrocknungsphase dann hauptsächlich Verkürzungen, zerrt die Decke an den Auflagern.
    Ist unterm Deckenauflager zum Mauerwerk keine Trennlage eingebaut, die einen gewissen Schlupf zulässt (z.B. eine R500), wird das Mauerwerk derart verformt, dass dieses an der schwächsten Stelle reißt.
    Meist die unter der Mauerschicht wo die Decke aufliegt, oft aber etwas tiefer, sofern dieser Bereich (hier die OK Fenster)die schwächere Lage darstellt.


    Zur Frage ob die Bewegungen die zum Reißen geführt haben abgeschlossen sind
    Nach 3,5 Jahren ist das Schwinden infolge der Betonfeuchtigkeit abgeschlossen.
    Es bleibt aber noch die thermischen Längenänderungen.
    Wie weit diese sich hier auswirken könnten -- ???? Kommt auf die Lager der Dämmung an!
    Ist diese Unterseitig oder Aufseitig der Betondecke????
    Sollte eine Überarbeitung anstehen, sollte der Putz im Bereich der Risse armiert werden.

    öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk

  • Wie weit diese sich hier auswirken könnten -- ???? Kommt auf die Lager der Dämmung an!
    Ist diese Unterseitig oder Aufseitig der Betondecke????
    Sollte eine Überarbeitung anstehen, sollte der Putz im Bereich der Risse armiert werden.

    Also die MiWo Dämmung liegt auf der Betondecke.
    Eine Überarbeitung des Putzes halte ich für dringend gegeben, da ich sonst weitergehende Schäden am Mauerwerk und Putz durch eindringende Feuchtigkeit befürchte.
    Jetzt ist die Frage, wo wäre die Armierungsschicht wie einzubauen?
    1) Kalkputz runter Armierungsgewebe in neuen Kalkputz einbetten ?
    2) Kalkputz runter Armierungsgewebe in Armierungsmörtel einbetten und neuen Kalkputz drüber ?
    3) Kalk- und FLP runter Armierunggewebe in neuen FLP einbetten neuen Kalkputz drauf ?
    4) Kalk- und FLP runter Armierunggewebe in Armierungsmörtel einbetten, neuen FLP und neuen Kalkputz drauf ?


    Ich denke der Kalkputz ist zu "weich" um ihn zu armieren, andererseits fürchte ich das eine Lage Armierungmörtel kompltt für den Wandaufbau zu "hart" ist ?

  • Was ist das für ein Oberputz drauf?
    Es ist davon auszugehen, dass was immer du machst, dieser sowieso komplett erneuert werden muss.
    Der zu erwartenden Ansätze wegen.
    Dann sollte man über eine komplette Armierungsschicht auf dem jetzigen Putz + einen neuen Oberputz nachdenken.

    öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk

  • Es ist ein Mxxxt Purcalc 380 drauf. Das würde bedeuten Silikatfarbe abschleifen, grundieren Armierungsschicht drauf und neuen Kalkputz drauf?
    Oder den alten Kalkputz komplett runter bis auf den Faserleichtputz und dann neu aufbauen? Die erste Variante wäre halt weniger aufwendig.


    ---------- 28. Januar 2018, 15:08 ----------


    Hallo,
    hat denn vieleicht noch einer der Experten einen Tip zu meiner letzten gestellten Frage ? Danke schonmal.

  • 1. Variante ist idR ausreichend.
    Es sei denn.... der Riss ist noch nicht zur Ruhe gekommen und man muss mit Rissflankenbewegungen rechnen.

    öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk