Fussboden für Werkstatt- ohne Beton?

  • Hallo, liebe Experten,
    ich baue mir Schritt für Schritt eine Werkstatt bzw. einen Raum zum Werkeln und für Werkzeug sowie kleine Heimwerkermaschinen, auch zum Pflanzen umtopfen, zum Kramen, Abstellen usw. von 2,00 m x 4,00 m im Garten.


    Die Konstruktion besteht aus
    - Bodenhülsen im Erdreich mit 700 x 700-er Balkenkonstruktion, zum Abdecken der Bodenhülsen (mitsamt den dazwischen in den Fächern umlaufenden schmalen Steinen) von außen 15-er Dachbleche bis ins Erdreich hineinreichend,
    - mit Dachkonstruktion aus stabilen Hohlkammerplatten,
    - im unteren Bereich zwischen den Balken Hartschaumplatten 700 mm zur Wärmedämmung, die auf den schmalen Steinen stehen und durch Fugenholz außen und innen dicht verkleidet werden,
    - im oberen Bereich zwischen allen Balken umlaufend grosse Fensteröffnungen mit passgenauem Plexiglas 8 mm, auf Ortblech über den Querbalken stehend und rundum eingefaßt von Pastikprofilleisten als Halt,
    - sowie auch zwei gegenüberliegende "richtige" Dreh- Kipp-Fenster zum Lüften an der Ost- und Westseite
    - sowie mit einer Eingangstür an der Nordseite.


    Demnächst fehlt "nur noch" der Fußboden auf dem nackten Erdreich im Innenraum.
    Bevor ich damit beginne und nachdem ich dies und das gelesen habe, möchte ich mich vergewissern.


    Hier meine lange Frage an Erfahrene: Kann ich eine optimale Feuchtigkeits- und Wärmedämmung von unten möglichst ohne Beton/ Betonestrich erreichen,
    wenn ich
    - eine selbstklebende Estrichbahn doppelt auslege mit etwas Wandüberstand nach oben,
    - darüber eine Trockenschüttung waagerecht ausbreite,
    - darüber Hartschauplatten 800 mm mit Rand- Dämmstreifen auslege,
    - darüber mit Dehnungsfugenkeilen begehbare Trockenestrichplatten zusammenklebe,
    - vielleicht noch Tiefengrund auf die Platten aufbringe und
    - zum Schluss Linoleum ausrolle?
    Ist das Ganze dann vom Gebrauchswert her tragfähig, trocken und einigermaßen warm (bei kurzzeitiger Heizung oder Sommersonne)? Ganz ohne Betonschlämmerei?
    Die Enge des Raumes lässt kein Ausgiessen und Glätten von Beton zu. Und ich mag keinen Beton im Garten.
    Über einen wirklich fachmännischen Rat wäre ich sehr froh und dankbar.

  • Warm wird da nichts. Eine Dämmung verlangsamt nur den Abtransport vorhandener Wärme, wo soll die her kommen?


    Holz im Bodenbereich einer ungeheizten Konstruktion muss gut belüftet sein. Und einen Feuchteschutz von unten haben.


    Möglich wäre z.B.:
    Sand
    XPS Platten (Styrodur)
    Selbsklebende Abdichtbahnen
    Dielen auf Lagehölzern
    Lineleum würde ich da nicht drauf legen.


    Alternativ:
    Sand
    XPS Platten
    Selbsklebende Abdichtbahnen
    Vlies
    Splittbett
    Gehwegplatten (da keine Beton gemacht werden soll)
    Linoleumbelag auf Schutzlage


    Schönere Platten auf Stelzlager ohne Belag geht auch.

    Ob ein Mensch klug ist, erkennt man viel besser an seinen Fragen als an seinen Antworten. 8o

  • Hallo lieber Experte MiLeb,
    vielen Dank für die rasche Antwort, freut mich sehr.


    Wärme soll hoffentlich von außen durch die 4,50 x 2,50 m Dach- Hohlkammerplatten mit besonderer Durchlässigkeit für UV-Strahlen kommen oder von innen durch eine kleine mobile Heizung während des Arbeitens im Frühling und Herbst.
    Variante A:
    1. Sand: wie hoch nötig? Sehr fein?
    2. XPS-Platten- wie dick wäre optimal?
    3. selbstklebende Abdichtbahn:
    - Kann ich diese selbstklebende Estrichbahn verwenden? (schon gekauft)
    - müsste diese Abdichtbahn nicht nachträglich auch unter bzw. zwischen den Bodenhülsen nach außen geführt werden, damit die Holzwandkonstruktion den empfohlenen Feuchteschutz VON UNTEN (nicht nur von außen) bekommt? Das hatte ich nicht bedacht.
    - sollte ich die (gegen Spritzwasser vom Erdreich) ab oberhalb der Bodenhülsen abwärts reichenden Dachblechverkleidung entfernen, damit die in den Bodenhülsen stehenden Balken belüftet werden?
    4. Dielen auf Lagehölzern: würden mir optisch sehr gefallen:
    - welche Stärke sollten die Lagehözer haben und wieviel Abstand zwischen den Lagehölzern?
    - wie dick sollten die Dielen sein?
    - leider passen in mein Auto nur Längen von 2 m, da gäbe es bei 4 m Raumbreite genau vor der Eingangstür eine durchlaufende Fuge, oder beim versetzten Verlegen viele Fugen, brauche ich da nicht unter jeder Fuge bzw. unter den Stößen zum Abstützen Lagehölzer?
    - muss zwischen Wandkonstruktion und Dielenboden vielleicht noch eine eventuelle Dehnungsfuge eingehalten werden?


    Variante B:
    1. Sand, XPS-Platten, Abdichtbahn- wie oben
    4. Vlies:
    - was für eine Art Vlies?
    5. Splittbett:
    - welcher Splitt ist empfehlenswert?
    - und wie hoch muss er sein?
    6. Gehwegplatten/ Terrassenplatten/ Klickfliesen:
    - sind schöne Terrassenplatten möglich? (Allerdings kann ich keine zurechtschneiden.)
    - würden auf einem Splittbett z.B. auch kleine Klickfliesen (30 x 30 cm) ordentlich liegen bleiben oder verkanten diese bei Belastungen?
    - wie baut man ein Stelzlager?
    7. Linoleum:
    - was ist eine Schutzlage?


    Nochmals neue Fragen, so ist es, wenn man gute Antworten bekommt.


  • [...]
    Ist das Ganze dann vom Gebrauchswert her tragfähig, trocken und einigermaßen warm (bei kurzzeitiger Heizung oder Sommersonne)? Ganz ohne Betonschlämmerei?

    Ich denke, eine kurzzeitige Beheizung wird den Fußboden möglicherweise messbar, aber nicht fühlbar wärmer machen und eine Dämmwirkung wird nicht wirklich einsetzen.


    Daher würde ich den Aufwand mit der Dämmung sparen und nur etwas gegen aufsteigende Feuchtigkeit machen und als Fußboden dann Gehwegplatten oder Pflastersteine [ggf. gebrauchte] auslegen. Als Lauffläche PVC, Venyl o.ä.
    Am Arbeitsplatz der Werkbank kann dann als Stehfläche noch ein alter Teppich(streifen) drauf. Dann ist der Fußboden nicht ganz so hart und minimal wärmegedämmt unter den Schuhen.


    PVC, Venyl o.ä. sollte es schon sein, der lässt sich gut abfegen und hält auslaufende Flüssigkeiten in geringem Umfang auf.


    Für wärme Füße beim Arbeiten würde ich einen kleinen Heizlüfter nutzen. Der ist zwar stromintensiv aber verglichen mit vollflächiger Wärmedämmung kann der schon so einige Stunden laufen. Außerdem heizt er die Raumluft gleich mit. Plazieren würde ich den Lüfter unter der Werkbank oder irgendwo im Fußbereich.


    1.000 Watt = 1kW. läuft eine Stunde = 1kWh und kostet so ca. 30 ct/Stunde - je nach Tarif.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • das geht auch einfacher.
    5cm Sand
    6cm xp Platten,
    Folie
    6-8 cm Zementestrich geglättet
    danach nach Wunsch :
    Fliesen oder
    FVC-Belag oder
    Lattung und Holz-Boden oder
    Estrich mit Kunststoff-Indstrieböden beschichten oder ???

    Wer andern eine Grube gräbt, hat ein Grubengrabgerät.

  • Danke Euch sehr für die Infos undAnregungen!


    Ich denke jetzt in Auswahl EurerTipps an folgenden Aufbau des Werkstattbodens und bitte nochmals um EurenRat:


    1. selbstklebende Estrichbahngegen die aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Gartenboden.
    Sollte diese an den Innenwändenetwas hochgezogen werden oder bildet sich dann zwischen Estrichbahn undWandansatz vielleicht vom Gartenboden her aufsteigende Feuchtigkeit mit Schimmel/Fäule?


    2. Unterlegvlies zummechanischen Schutz der Estrichbahn, mit Sprühkleber aufgeklebt.
    Ist dies notwendig zum Schutz derEstrichbahn vor der Trockenschüttung/ dem Sand?


    3. Trockenschüttung/ oder Sand5 cm hoch / oder Splittbett auf der Bodenfläche von 2,20 x 4 m zum Ausgleichvon Unebenheiten des Gartenbodens.


    - Wieviel Trockenschüttung brauchtman für diese Bodenfläche?
    - Ist die Trockenschüttung nurgeeignet als Unterlage für Trockenestrichplatten oder auch für Terrassensteine?
    - Oder anders gefragt: Muss ich Gehwegplatten/Terrassensteine auf Sand verlegen und nicht auf Trockenschüttung?
    - Wie hoch sollte dieTrockenschüttung für das sichere Verlegen sein?
    - Ist Trockenschüttung oder Sand oderSplitt als Untergrund jeweils genauso gut für alle Zwecke?
    - Ich glaube, Sand oder Splitt istmir zu schwer (ins Auto und wieder heraus zu wuchten), Trockenschüttung klingtleichter- stimmt das?


    Zitat: „Schönere Platten aufStelzlager“- was ist damit gemeint?


    4. Entweder gleich Gehwegplatten/ Terrassensteine darauf auslegen, falls ich passende Maße finde, dennich möchte keinen Krach mit Steinfräsen (wofür ich kein Werkzeug habe) veranstalten.
    Oder kann man im Baumarkt aucheinen Zuschnitt für einige solcher Platten bekommen?


    5. Und auf den Gehwegplatten/Terrassensteinen dann Venyl- Klickfliesen/ PVC- Belag verlegen, was sichtatsächlich recht gut von eingetragener Gartenerde oder Bauabfällen säubern lässtund Feuchtigkeit vom Handwerkeln/ Sämlinge- Wässern o.ä. aufhalten würde.


    Holzlattung und Dielung -mein Favorit-scheint mir sehr arbeitsaufwändig für Zuschneiden, Verschrauben, Imprägnieren usw.und als Werkstattboden doch sehr anfällig zu sein, so dass alles am Ende auchunterm PVC- Belag verschwinden würde- sicher baue ich noch etwas Schöneres-dann mit Holz!


    6. Oder: für einen weicheren (ja: gefühltwärmeren) Boden noch XPS- Hartschaumplatten 6 cm bzw. Styrodorplatten 10cm auf die Trockenschüttung verlegen und darauf die Venyl- Klickfliesenverlegen.
    - Wäre diese Variante trittsicher?Und hält auch eine lange und vielleicht schwere selbstgebaute Werkbank aus?
    - Die Trockenestrichplatten sindrecht kostenintensiv- müssen wohl nicht sein, wenn man preiswertereHartschaumplatten nehmen kann?


    7. Die Anregung für einen kleinenHeizstrahler ist perfekt und überzeugend- werde ich verwenden!



    Danke für Euren nochmaligen sachkundigenRat zur Entscheidungsfindung!


    ---------- 16. Januar 2018, 10:10 ----------


    PS: Wollte sagen: Ich erbitte Euren nochmaligen sachkundigen Rat und bedanke mich im Voraus, bin also noch ratbedürftig, was meine Fragezeichen betrifft, für den endgültigen Einkaufs und Bauplan.

  • Danke für Euren nochmaligen sachkundigenRat zur Entscheidungsfindung!

    Bitte nimm mir das nicht übel , aber alles das was Du vorhast ist in meinen Augen verschwendetes Geld und Zeit .
    Ich weis ja nun nicht wie Deine geplante Lebensdauer für diese Werkstatt ist , aber so wird das nicht lange halten .
    Wichtig ist immer ein Gutes Fundament , da zweifele ich schon an Deinen Bodenhülsen !
    Wenn Du was halbwegs vernünftiges ohne Beton haben willst, dann wären für die Wandfundamente Schraubfundamentanker das ideale , könnte man dann auch für den Boden hernehmen .
    Das XPS und Linoleum Gedönse würde ich mir alles schenken und entweder wie schon vorgeschlagen Stelzlager mit Terrassenplatten oder Stelzlager mit Lagerhölzern und Holzdielen / Brettern machen .


    Da musste natürlich die "Dreckbodden" vorher mal am Fußabtreter sauber machen . :)

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • Vielleicht kann mir noch jemand einige meiner weiteren Fragen beantworten?


    Die Wände stehen natürlich schon, in Bodenhülsen, Schraubfundamente sind nun nicht mehr möglich, AndyG.
    (Ursprünglich sollte es ja einfach nur ein Dach auf Pfosten zum Hantieren in regnerischen Vorfrühling werden, bis dann, als die Pfosten und die Querpfosten schon standen, der Plan für eine Werkstatt daraus wurde.)
    Ich werde also die Anregung von MiLeb aufnehmen zur Feuchtigkeitsabwehr und eine 30 cm breite Mauersperrbahn unter den Wänden entlang auslegen mit ein wenig Überstand in den Innenraum hinein. Passt dies?


    Im Innenbereich würde ich dann die selbstklebende Estrichbahn auslegen und über den gesamten Boden miteinander dicht verkleben und auch bis zur Mauersperrbahn heranführen, also nicht an den Wänden hochstehen lassen.


    Die Anregung für 5 cm Sand von Baufix 39 würde ich aufnehmen, kommt auf die Estrichbahn.
    Falls mir aber das Sandverladen ins Auto zu schwer ist, hoffe ich, dass Trockenschüttung vielleicht leichter zu verladen und zu entladen wäre?Weiß das jemand?


    Die Anregung für Stelzlager und Terrassenplatten von MiLeb und AndyG ist sehr gut, weil offenbar null Verrottung stattfinden wird, so dass das kleine Bauwerk möglichst lange nützlich bleibt. Das wäre mein Ziel.
    Aufwand und Kosten für Stelzlager und Terrassenplatten meiner Wahl werde ich im Baumarkt klären, da ich doch recht viele Stelzen brauchen würde, weil ich kräftemäßig nur 30 x 30 cm Terrassenplatten auslegen könnte.
    Kann man das gut und stabil alleine hinkriegen? Hat jemand Erfahrung damit?


    Der Vorschlag von AndyG für Lagehölzer und Dielen bzw. Holzboden von Baufix 39 wäre dann die Option, wenn die Sache mit den Terrassenplatten zu schwierig wäre.
    Die anfangs angedachten Dämmplatten darunter werde ich also weglassen, die Begründung von OLger MD hat mich ebenfalls überzeugt.


    AndyG, Fußabtreter liegt schon bereit, noch vor dem Fußboden und der Eingangstür! :)


    Jetzt würde ich mich noch über den einen oder anderen Rat freuen, bevor ich loslege und es vielleicht doch hätte noch besser machen können.
    Gut sind übrigens klare Argumente, über die ich gern nachdenke, unangenehm sind abwertende Bemerkungen. Ich habe tatsächlich Freude am Bauen und bin tatsächlich Laie, also danke schön für Eure Mühe!

  • in Bodenhülsen

    wie weit stehen diese denn raus ? wegen dem konstruktiven Holzschutz sollten es schon einige zentimeter sein , am besten 30 cm , was natürlich mit einfachen Bodenhülsen nicht geht .
    Wenn das Holz mit dem Boden , und dadurch Wasser in kontakt kommt , wird es schnell vergammeln .

    die selbstklebende Estrichbahn auslegen und über den gesamten Boden miteinander dicht verkleben

    Worauf möchtest Du die denn verlegen , etwa auf den Erdboden ?


    Hast Du denn ein Foto vom jetzigen Bauzustand , vielleicht ist da noch was machbar um das Ruder rumzureißen , gern auch per Konversation , falls du das öffentlich nich posten magst .

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • Guten Morgen! Das vorimprägnierte Holz in den Bodenhülsen kommt nicht direkt mit dem Erdreich in Berührung. Der Boden war nicht plan, so dass wegen der Waagerechten manche Hülsen auch einige wenige Zentimeter herausragen. ich könnte auch noch etwas Erdreich nach unten wegnehmen.


    Bodenhülsen: Zwischen den Bodenhülsen (7 x 7 cm) liegen auf dem Erdreich schmale Steine (ca. 20 x 7 x 7 cm) längs der Wände auf dem Erdreich, darauf stehen 2 cm dicke und ca. 14 cm hohe Hartschaumplatten, die mit den Rändern der Bodenhülsen oben abschließen, knapp über den oberen Rändern der Bodenhülsen laufen Latten um alles herum, auf denen 15 cm breite Ortbleche mit Pfalzrand angehängt sind, die das Regen- und Spritzwasser von außen abwehren. Ein Foto suche ich noch raus.
    Wenn ich nachträglich längs und unter der Konstruktion die Mauersperrbahn drunterschiebe, bleiben natürlich die Spiesse der Bodenhülsen (die ja nach unten Löcher haben) ausgespart, so dass dort trotzdem Feuchtigkeit hochsteigen kann. Vielleicht kann ich rund um die Bodenhülsen mit einem besonderen Trick, den ich noch nicht habe, alles nach unten abdichten? Wie könnte der aussehen?


    Estrichbahn: Gut, dass Du fragst, tatsächlich dachte ich, diese als Sperrschicht auf den Boden auszubreiten - wie wäre die Lösung passender?


    per Kommunikation: Sehr gern auch nichtöffentlich. Wie geht dies in diesem Forum?
    Danke erstmal!! Foto folgt noch