Baldige Wende bei Darlehenszinsen und Baukonjunktur absehbar?

  • Glaub ich ja nicht dran. Klar Rekordzahlen wird es wohl nicht mehr geben aber das bei Wohnungsnot weniger gebaut wird? Die EFH-Geschichte ist doch eh eher in fester Hand einiger Firmen. Erst mit einbrechenden Beschäftigungszahlen wird das nach unten gehen.

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  • die Niedrigstzinsphase muss ein Ende haben - auf ewig können nicht die südeuropäischen Euroländer auf Kosten der Sparer, Lebensversicherten, Zusatzrenten und privat Krankenversicherten finanziert werden.
    Sicher werden wir keine 8% mehr sehen, aber die seit drei Jahren mehr oder weniger 1,5%.


    Und das wird die Baukonjunktur sicher treffen. So eine Konsolidierungsphase muss aber auch von Zeit zu Zeit sein, damit es die schlechten vom Markt fegt.

  • Die Baukonjunktur bricht schon seit 10 Jahren ein und der Ölpreis liegt laut Prognosen schon bei 4€/Liter.


    Hier in meinen bayrischen Gebiet wird die nächsten 10 Jahre sicherlich nichts merklich einbrechen.

  • Die Bauwirtschaft kann sowieso nicht mehr. Es fehlen einfach die Leute. Wachstum geht doch fast gar nicht mehr. Ich frage mich woher dieser angebliche Wachstum kommt, ohne mehr Leute auf dem Bau...

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Schau dich doch auf den (Groß-) Baustellen um, lauter ausländische Subunternehmer.

    Mecklenburg, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen gehören seit 1990 zur Bundesrepublik Deutschland!

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Ja ich weiß. Aber Produktivitätssteigerung ist mit denen kaum erreichbar. Auch dort ist der Arbeitsmarkt leer gefegt. Hier musst schon zwei mal der Sub gewechselt werden, weil die keine gescheiten Leute hatten...

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Stimmt, Deutschland exportiert praktisch nichts innerhalb der EU.


    Und von den niedrigen Arbeitskosten der Subunternehmer profitiert auch kein dt. Bauherr.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Und von den niedrigen Arbeitskosten der Subunternehmer profitiert auch kein dt. Bauherr.

    Aber das hat ja nichts damit zu tun, dass deutsche Firmen die Arbeit nicht mehr schaffen. Ich bin mir sogar sicher, würde man die Sub aus der EU ausklammern sehe das noch viel schlimmer aus.


    Die Entwicklung geht doch eher dahin, dass der untere Markt an EU-Subs abgegeben wird und man sich im oberen drittel ansiedelt. Dank Baukonjunktur ja auch möglich. Das dreht sich erst, wenn es wieder nach unten geht. Wenn es aber nach unten geht, ist ergo auch weniger für die EU-Subs da, die dann als erstes aus dem Markt gedrängt werden.


    Die Verknappung an deutschen Arbeitern wird vermutlich dazu führen, das wenn selbst die Konjunktur einbräche, der Prozess in der Bauwirtschaft verlangsamt würde. Lass die Konjunktur mal noch 3-5 Jahre weiter "stabil" laufen - dann wird ein Großteil der Fachkräfte verrentet und dann ist eh alles anders :D

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  • Die Entwicklung geht doch eher dahin, dass der untere Markt an EU-Subs abgegeben wird und man sich im oberen drittel ansiedelt. Dank Baukonjunktur ja auch möglich. Das dreht sich erst, wenn es wieder nach unten geht. Wenn es aber nach unten geht, ist ergo auch weniger für die EU-Subs da, die dann als erstes aus dem Markt gedrängt werden.

    Dem fehlt die Logik! Weshalb sollten die günstigsten Anbieter zuerst vom Markt verschwinden?

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Dem fehlt die Logik! Weshalb sollten die günstigsten Anbieter zuerst vom Markt verschwinden?

    Wenn allgemein weniger Geld da ist für Bauprojekte und die Stundenlöhne runter gehen, die der Endkunde bereit ist zu zahlen. So hat das doch einen Rattenschwanz. Ein tschechischer Dachdecker wird also kaum bei weniger Vergütung Wegstrecke X auf sich nehmen. Dann wird es sich wieder auf die Regionalität beziehen, was zu einer mehr oder weniger "Verdrängung" führt. Ob in Grenznahen Gebieten das dann auch der Fall ist? Keine Ahnung.


    Oder es wird Lobbyarbeit betrieben und das Handwerk wird sich der Unterbieterei aus dem EU-Raum habhaft.

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  • 2005: Großbaustelle Süddeutschland, HAN großes Deutsches Traditionsbauunternehmen, Subs: polnische Kolonne über lokalen polnischstämmigen "Arbeiter-Vermittler", teilweise Fachkräfte


    2017: Großbaustelle Mitteldeutschland, HAN großes Deutschen Bauunternehmen, Subs: diverse Südosteuropäische Arbeiter + Vorarbeiter mit Sprachkenntnis, über polnischer Arbeitervermittler aus Berlin, gefühlt: alles Hilfskräfte


    Das ist m.M.n. nicht neu, aber mir scheint, es ist noch schlimmer geworden



    Dann hätte ich gerne fünf gute Kundendienstmonteure, können gleich am Montag anfangen bei übertariflicher Bezahlung.

    Kennt jemand noch einen Statiker und/oder einen Bauingenieur für den Bereich Brückenbau und Industriebau ?? Einweisung ins [definition=23,0]CAD[/definition] geht auch heute noch.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Dem fehlt die Logik! Weshalb sollten die günstigsten Anbieter zuerst vom Markt verschwinden?

    Dem schließe ich mich an. Wenn der Markt drehen sollte, steigt erst Recht die Nachfrage nach günstigen Anbietern. Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden ist so stark, da werden unabhängig vom höheren Zinsniveau Mittel und Wege gesucht.

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    .

  • Wenn der Markt drehen sollte, steigt erst Recht die Nachfrage nach günstigen Anbietern

    Das widerspricht aber nicht meiner Aussage. Denn was habe ich im Kern gesagt?


    • Derzeit sind die unteren Regionen der Preisbildung für deutsche Unternehmen nicht zwingend erforderlich.
    • Wenn sich das dreht kommen die Betriebe aus dem oberen Bereich wieder nach unten

    Da liegt Nahe, dass es am Ende nicht nur deutsche Betriebe treffen wird die verdrängt werden. Im übrigen kenne ich wenige deutsche Firmen die Bock haben bei Putz/Estrich usw. mit zu mischen. Was ja schon standardmäßig nicht sonderlich viel deutschsprechende Firmen ausführen. Bau besteht ja nicht nur aus Großbaustellen und öffentlichen Auftraggebern - das kannst doch schon fast ausgliedern :D


    Im übrigen brauchen wir dazu nicht das EU-Beispiel. Wir schaffen es wunderbar innerhalb DE das gleiche Gefälle zu erzeugen. In dem die Ostkolonnen auf Montage in den Westen geschickt wird, aber selbstredend nur zu Ostlohn verschachert wird. Umgedreht hab ich das bis jetzt noch nicht erlebt. Aber hat das noch etwas mit dem Thema zu tun?

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  • Lass die Konjunktur mal noch 3-5 Jahre weiter "stabil" laufen - dann wird ein Großteil der Fachkräfte verrentet und dann ist eh alles anders

    dann ist nicht alles anders , dann ist es für vieles zu spät .
    Wer soll den Lehrlinge ausbilden , wenn es keine Fachleute gibt ? ,etwa der Junggeselle sofort nach der Lehre ,wen man noch einen Lehrling finden sollte .
    Für manche dinge braucht es praktische Berufserfahrung und nicht nur theoretisches wissen .
    Oder es gibt dann nur noch Einheitsbrei .


    Im übrigen brauchen wir dazu nicht das EU-Beispiel. Wir schaffen es wunderbar innerhalb DE das gleiche Gefälle zu erzeugen. In dem die Ostkolonnen auf Montage in den Westen geschickt wird, aber selbstredend nur zu Ostlohn verschachert wird. Umgedreht hab ich das bis jetzt noch nicht erlebt. Aber hat das noch etwas mit dem Thema zu tun?

    Ich fahre fast jeden Tag an einem Hotel vorbei , da stehen auch mal Firmen mit Westdeutschem KFZ Kennzeichen / Werbung am Auto auf dem Parkplatz . Aber das wird prozentual im Vergleich eher gering sein .

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein


    Im übrigen brauchen wir dazu nicht das EU-Beispiel. Wir schaffen es wunderbar innerhalb DE das gleiche Gefälle zu erzeugen. In dem die Ostkolonnen auf Montage in den Westen geschickt wird, aber selbstredend nur zu Ostlohn verschachert wird. Umgedreht hab ich das bis jetzt noch nicht erlebt.

    Ist dem wirklich noch so? Mein Gefühl ist, dass diese Wanderung in den letzten Jahren deutlich nachgelassen hat.


    Es gibt auch Kolonnen die vom Norden in den Süden und vom Westen in den Norden usw. wandern. Das gilt auch für Firmen die aus dem ländlichen Bereich in städtische Regionen wandern, um dort Aufträge zu bearbeiten. Das ist doch ganz normal.


    Ich hatte mal in einem alten thread geschrieben, dass ein befreundeter Architekt kaum noch lokal ausschreibt, nachdem das Geschachere um Aufträge und die Kungelei unter den Firmen überhand nahm. Am Ende ging es nicht nur um einstellige Prozente, die er pro Gebäude einsparen konnte.


    Sollte die Baukonjunktur eintrüben, dann trifft es nicht nur Firmen im unteren Preissegment, sondern vor allem Firmen die bisher ihre Hochpreispolitik durchsetzen konnten (von Sprzialfällen mal abgesehen).

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  • Im übrigen brauchen wir dazu nicht das EU-Beispiel. Wir schaffen es wunderbar innerhalb DE das gleiche Gefälle zu erzeugen. In dem die Ostkolonnen auf Montage in den Westen geschickt wird, aber selbstredend nur zu Ostlohn verschachert wird. Umgedreht hab ich das bis jetzt noch nicht erlebt. Aber hat das noch etwas mit dem Thema zu tun?

    Wenn das der Zoll merkt, gibt's fett Strafe: Baumindestlohn ist nach Belegenheit der Baustelle zu zahlen, nicht nach Unternehmenssitz! Habe ich schon bei Eisenflechten miterleben dürfen... Die haben behauptet, sie arbeiten nur im Osten, wurden dann in Augsburg auf einer Baustelle mit Ostlohn "erwischt" --> Phantomlohn für Steuer, [definition=18,0]BG[/definition], Soja, SV etc + Strafe.

    The avoidance of taxes is the only intellectual pursuit that still carries any reward.
    - John Maynard Keynes -

  • Ja super, das Thema Baumindestlohn.
    Bei der allgemeinen Nachfrage kann ich es mir kaum vorstellen dass eine gelernter Maurer oder Betonbauer aus D zu diesen Preisen arbeitet.
    Dann doch besser zu einer Fa. wechseln die dort ansässig ist wo er sowieso zum arbeiten hingeschickt wird.

    öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk

  • zum ausgangspunkt:
    das ist wieder wunderbar geeignet, die massen zu bewegen,
    klingt nach tiefgängigem BILD-dung. le bon klatscht begeistert beifall.
    passt aber, ohne sarkasmus, zum thema regierungsbildung:
    was soll man erwarten, wenn nicht versucht wird, wenigstens
    makroökonomische oder volkswirtschaftliche grundlagen zu
    verstehen?
    bei den meisten (in D) ist der teller voll. soll aber noch voller sein.
    man könnte statt dessen auch mal gucken, WAS auf´m teller ist.
    WO das herkommt .. usw.




    Kennt jemand noch einen Statiker und/oder einen Bauingenieur für den Bereich Brückenbau und Industriebau ??

    ja. warum? sind halt nicht mehr sooo viele, weil

    • die AG-seite seit 1990/2000 den AN-markt, besonders bei brücken, rasiert hat
    • die, die´s können, in gediegenem alter sind und nicht jeden scheiss mitmachen
    • brücken UND i.bau GLEICHZEITIG - etwas ungewöhnlich ist (obwohl manche alles können ..)
    • der durschnittliche AG bekommt, was er verdient
    • statik/twp/ausführungspläne .. sowieso total überbewertet werden :P

    insofern versteh ich die frage nicht?

  • Off-Topic:

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  • insofern versteh ich die frage nicht?

    Die war ernstgemeint. Ansonsten 5x ja. Zu3. Das was früher mal „Nebengeschäft“ war - so scheint mir - ist aktuell unser Haupterwerbszweig. Sechstens nehmen wir sehr genau, sonst würde bei mir ständig das Telefon klingeln....

    Gruß
    Holger
    --
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  • Off-Topic:


    @Kalle das hat dann aber nichts mehr mit dem Baumindestlohn zu tun, sondern mit einem normalen Lohngefälle. Der Mechanismus, nach günstigeren Alternativen zu suchen ist doch immer gleich. Auch im Arbeitsmarkt gibt es Arbitrage.


    Das Ende des Baubooms - naja. Die Kurve flacht ab, sagen wir es mal so. Ich denke, dass wir uns langfristig auf einem deutliche höherem Preisniveau einpendeln werden, als noch vor 5-10 Jahren. Ob allerdings Stand heute noch die gleichen Zuwächse wie in den vergangenen 5 Jahren möglich sein werden? Ich habe leise Zweifel.
    Ein Problem ist schon thematisiert worden: der Fachkräftemangel in der Baubranche erzeugt in einzelnen Gewerken einen Flaschenhals, der auch nicht einfach weggeht, wenn man nur genug Geld ausgibt. D.h. die Kapazitäten können nicht mithalten, die Bauherren können aber auch nicht (mehr) jeden Preis zahlen.
    Was die Zinsen betrifft, die Fed hat ja schon längst zum Rückzug vom Niedrigzins geblasen. Draghi harrt noch aus, er hat allerdings auch wenig Alternativen, weil er damit eine von ökonomischen und sozialen Fliehkräften gebeutelte Eurozone zusammenhält. Irgendwann wird auch die EZB die Zinsen erhöhen, aber das wird ohne massive Verwerfungen nur sehr langsam gehen.

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  • Off-Topic:

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