Erlischt durch eine Außentreppe der Bestandsschutz?

  • Guten Abend,


    aktuell spiele ich mit den Gedanken aus meinem Elternhaus (Reiheneckhaus Baujahr 1993) zwei Wohneinheiten zu bilden. (Ziel ist quasi ein Mehrgenerationenhaus, bei dem ich mich dann besser um meine Mutter kümmern kann, jedoch die Privatsphäre weitestgehend bestehen bleibt - Gebündelt werden soll quasi [Keller + EG/Garten]; [1 OG + 2 OG]) Beide Wohneinheiten sollen jedoch weiterhin über das bestehende Treppenhaus verbunden bleiben. Die Bereiche werden lediglich durch eine normale Innentür abgetrennt. Hierzu ist geplant:


    - Stromleitungen durch den Versorgungssschacht vom Keller in den 2.OG zu ziehen, um dort eine Küche errichten zu können. (Wasser liegt dort bereits an)
    - Im 1.OG eine einfache Gipskartontrennwand mit Tür (Um die Wohneinheiten "einfach" zu trennen)
    - Eine Außentreppe + Haustüre, die in das 1. OG führt (Straßenseite, Zugang führt jedoch durch den Vorgarten wo dann auch die Haupteingangstür liegt)


    Genau diese Außentreppe macht mir leider etwas Kopfschmerzen. Abgesehen davon, dass für den Wanddurchbruch vermutlich ein Statiker notwendig ist, und der Bauantrag vermutlich durch den Architekten des Treppenherstellers eingereicht werden müsste, stellt sich bei mir die große Frage, ob dadurch der Bestandschutz erlischt? Muss das ganze Haus dann die aktuellen Brandschutzverordnungen, Energieeinsparveordnungen, etc. einhalten? (Falls ja, an welchen Gutachter/Sachverständiger sollte man sich da am besten wenden, um nicht für Brand, Energie, Statik & Co jeweils eine andere Person kommen zu lassen, bzw. wo kann ich mich erstmal darüber vorab informieren?)
    Bekommt man Probleme mit den Abstandsflächen? (3,5m zum Bürgersteig der öffentlichen Straße)


    Wäre das ganze Vorhaben mit knapp 15-20k EUR abgedeckt? (Nur für die Außentreppe + Haustüre, Trennwand mit Tür und den Genehmigungen/Gutachten - Bundesland Bayern)


    Vielen Dank für die Hilfe!

  • Hinsichtlich EnEV hast Du nichts zu befürchten, die Haustüre muss halt der EnEV entsprechen.
    Zum Thema Brandschutz werden sicherlich noch Meldungen kommen, da müsste ich jetzt zu sehr spekulieren.

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  • Der von Dir, @heurix gesuchte Universal-Sachverständige heißt in D „Architekt“.


    Nein, der „Bestandsschutz“ erlischt nicht, aber es ist ein Bauantrag für den Umbau zu stellen. Und ja, dann sind nach Abstimmung mit der Bauaufsicht im Zusammenhang des Umbaus ggf. auch Anpassungen an die heutigen Erfordernisse erforderlich. Einige hast Du genannt. Regelmäßig sind bei äußeren Veränderungen die Abstandsflächen und der Brandschutz ein Thema, die ENEV nur bei den konkret betroffenen Bauteilen.


    Die geschätzten Kosten könnten ausreichen - oder auch nicht. Das hängt davon ab, was die Bauaufsichtsbehörde an zwingendem Bedarf siehst und Du an Erwartungen an die Qualität der Ausführung hast. Also, schick einen Architekten zur Bauaufsicht, laß ihn unverbindlich fragen und ihn dann die Kosten in Abhängigkeit von der Antwort schätzen. Dann weißt Du mehr!

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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