Vorbaurolläden

  • Moin ! Vielleicht kann mir hier jemand helfen. Ich habe im September 2012 neue Vorbaurolladen bekommen. Nach gut 4 Jahren blättert an den Kästen die Farbe ab. Ich habe das sofort reklamiert. Die Firma behauptet jetzt das die Garantie abgelaufen ist. Ich bin der Meinung das es sich doch um mangelhaftes Material handelt. Die Firma sagt jetzt: Sie wohnen an der Nordsee, da kann das passieren. Aber dann dürfen sie doch dieses Material auch nicht verkaufen. Ich habe mir andere Rolladen in der Nachbarschaft angeschaut die von anderen Firmen installiert wurden und die sind nach 7-8 Jahren noch wie neu. Auf der Rechnung steht wie üblich: "zu den Ihnen bekannten Liefer-und Leistungsbedingungen" Diese Bedingungen habe ich aber nicht. Jetzt behauptet man , man hat überhaupt keine . Ich weiß natürlich jetzt auch nicht wurde nach [definition=19,0]BGB[/definition] oder nach [definition=48,0]VOB[/definition] gearbeitet. Ist hier vielleicht jemand der sich damit auskennt ? Herzlichen Dank im Vorraus. Gruß von der Küste

  • Bitte noch ein paar Details.


    d.h. Du hattest im September 2012 eine Firma beauftragt, die Vorbaurolläden zu liefern und zu montieren, richtig?
    (oder geschah das zusammen mit dem Hausbau? oder gibt es getrennte Verträge für Kauf und Montage?)



    Ich weiß natürlich jetzt auch nicht wurde nach [definition=19,0]BGB[/definition] oder nach [definition=48,0]VOB[/definition] gearbeitet.

    Wenn [definition=48,0]VOB[/definition] nicht ausdrücklich vereinbart war, und Du nicht entsprechend aufgeklärt wurdest, dann ist wohl ein [definition=19,0]BGB[/definition] Vertrag wahrscheinlich.

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  • [...]

    Wenn [definition=48,0]VOB[/definition] nicht ausdrücklich vereinbart war, und Du nicht entsprechend aufgeklärt wurdest, dann ist wohl ein [definition=19,0]BGB[/definition] Vertrag wahrscheinlich.

    So ist es. Wahrscheinlich BGB-Vertrag und somit 5 Jahre Gewährleistung, falls nicht anders vereinbart.

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  • Die Rolladen wurden von einem Fachbetrieb geliefert und auch montiert. Es hatte nichts mit einem Neubau zu tun. Das Haus war schon 10 Jahre alt.
    Wie gesagt gibt es keine Liefer-und Leistungsbedingungen.
    Erstman vielen Dank für die schnelle Antwort.
    LG von der Küste

  • OK, dann hast bzw. hattest Du einen normalen Werkvertrag mit der Fachfirma, mangels Vereinbarung der [definition=48,0]VOB[/definition] dann nach [definition=19,0]BGB[/definition].


    Die nächste Frage wäre, ob es sich tatsächlich um einen Mangel handelt. Meine persönliche Einschätzung wäre, bitte beachten, ich bin kein Jurist, dass der Fehler nicht an beweglichen Teilen aufgetreten ist, deren Lebensdauer sich evtl. durch fehlende Pflege oder Wartung verkürzt hat. Der Vorbaurolladen ist zudem fest mit dem Bauwerk verbunden. Bei Lack der vom Rolladenkasten abblättert würde ich auf einen Materialfehler tippen, denn man kann bei einem Rolladenkasten durchaus erwarten, dass der Lack länger als 5 Jahre hält, und das auch unter erschwerten Bedingungen. Von einer falschen Benutzung oder mangelnder Pflege kann man hier wohl kaum sprechen.


    Sollte der AN nun darauf verweisen, dass er in seinen AGB eine kürzere Gewährleistungsdauer nennt, dann wird sich die Frage stellen, ob diese Klausel in diesem Fall überhaupt rechtswirksam ist.


    Es wäre vielleicht noch interessant zu wissen, ob es vom Hersteller zusätzliche Garantieleistungen gibt, und was durch diese Garantie abgedeckt ist, bzw. welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit man diese Garantie in Anspruch nehmen kann.


    Ich würde als jur. Laie nun unterstellen, dass der AN nachbessern muss. Das muss nicht bedeuten, dass der Rolladenkasten ausgetauscht wird, es ist sehr wahrscheinlich, dass sich der Schaden durch eine neue (Teil?)lackierung beseitigen lässt. Das Argument mit der Witterung würde ich nicht gelten lassen, sonst hätte man gleich einen Rolladen verbauen können, der für die lokalen Witterungsverhältnisse geeignet ist.


    Es ist verständlich, dass der AN mit einer kürzeren Gewährleistungsdauer argumentiert, und es ist gar nicht so selten, dass in den Dokumenten zu Rolläden eine Gewährleistungsfrist von 2 Jahren genannt wird. Du hast aber keinen Rolladen gekauft, sondern bei einem Fachbetrieb Lieferung und Montage, also ein "Werk" in Auftrag gegeben.


    Nebenbei bemerkt, es gibt Hersteller die geben auf Rolläden eine Garantie von 5 Jahren, so dass die Handwerker die diese verbauen, während 5 Jahren Gewährleistungsfrist quasi abgesichert sind.


    Vielleicht melden sich noch die Juristen im Forum zu Wort, meine Einschätzung erhebt keinen Anspruch auf Richtigkeit.

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  • Die Firma hat angeblich keine AGB. Eigentlich ein Witz. Den Vorschlag mit der Teillackierung habe ich gemacht. Aber auch dieser Vorschlag wurde abgelehnt.
    Danke für deine ausführliche Einschätzung.

  • Aber auch dieser Vorschlag wurde abgelehnt.

    Du schreibst September 2012, wir haben jetzt Januar 2018, ich befürchte, die Frist ist vorüber, und wenn Du nicht nachweislich innerhalb der Gewährleistungsfrist reagiert hast, dann ist das Thema jetzt durch.

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  • Die Reklamation läuft schon seit April 2017

    ?( und was ist seitdem passiert? Das sind immerhin 9 Monate.


    Ich weiß jetzt nicht, wie man hier noch reagieren könnte. Das ist eine Sache für einen Anwalt. Der wird vermutlich zuerst einmal prüfen, ob Du den Mangel nachweislich und fristgerecht mitgeteilt hast. Bei solchen Themen macht sich bei Firmen gerne mal Vergesslichkeit bemerkbar, zumal wenn man sich mit wenigen Wochen/Monaten Verzögerung über die Gewährleistungsfrist retten kann. Formfehler sind Anwalts Liebling, und wenn Deine "Reklamation" nicht Hand und Fuß hatte, und jetzt sowieso 9 Monate liegt, ohne dass irgendwer reagiert, dann könnte ich mir gut vorstellen, dass es sehr schwer, wenn nicht gar unmöglich wird, Deine Forderung durchzusetzen. Aber wie gesagt, das muss ein Jurist beantworten, vielleicht liege ich mit meiner Einschätzung auch völlig daneben.

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  • Vielleicht mag @Ralf Wortmann noch etwas dazu sagen. Ich sehe hier die Chancen aber auch schlecht. Du hättest wohl eine Frist zur Mängelbeseitigung setzen und dann ggf. Ersatzvornahme folgen lassen müssen.

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  • Die Sache ist seit April 2017 bei einem Anwalt. Ich habe allerdings langsam die Vermutung, das er den Inhaber kennt. Es geht nichts weiter und
    man bekomme nur schleppend Informationen. Mal schreibt die Firma was von 2 Jahren Garantie , dann wieder 3 Jahre. Gestern bekomme ich dann ein Schreiben wo man mir mitteilt das nach 5 Jahren keine Garantieansprüche mehr bestehen. Langsam blicke ich auch nicht mehr durch.
    Der Mangel ist von meinem Anwalt der Firma mitgeteilt worden. Darauf teile man mir mit, das es sich um Fremdprodukte handelt und sie nur die Rolladen verbaut haben. Darauf geben sie 2 Jahre Garantie. Woher soll ich aber wissen das es sich um Fremdprodukte handelt. Die Firma schimpft sich " Rolladen-und Jalousienfabrik". Also gehe ich davon aus das sie auch die Teile selber herstellen.
    Ich glaube ich werde erstmal den Anwalt wechseln. Mit dem kommt man nicht weiter.

  • Das Argument der Firma zieht nicht, egal ob sie die Rolladen selbst herstellen oder zukaufen. Das ist ein Problem der Firma mit ihrem Lieferanten.
    Du hast mit der Firma keinen Kaufvertrag oder Montagevertrag/Dienstevertrag abgeschlossen, sondern einen Werkvertrag. Die Firma schuldet also nicht nur eine korrekte Montage, und der Rest geht sie nichts an, sondern sie schuldet ein mängelfreies Werk. Wie die das mit ihrem Lieferanten regeln, das ist deren Problem.


    Könnte es sein, dass Dein Anwalt kein Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht ist? Aber trotzdem sollte er zumindest die Grundlagen kennen.


    Ich hoffe nur, dass Dir Dein Anwalt kein Ei gelegt hat, und die Frist verstrichen ist. Warum sonst sollte die Firma jetzt argumentieren, dass die 5 Jahre vorüber sind?

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