Tiny-House - Zukunft innerstädtischer Wohnungsnot?

  • Moin,


    gerade auf ntv gesehen und ich dachte darüber könnte man mal diskutieren.


    Hier geht es zu dem Artikel: Die Zukunft des Wohnens?: Wie Mini-Häuser Raumnot lindern könnten - n-tv.de


    und hier zur Reportage: thema-wohnen-in-mini-appartments


    Was meint Ihr, ist das die zündende Idee um der Wohnungsnot in den Innenstädten Abhilfe zu schaffen?


    LG

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Das ist doch alter Wein in neuen Schläuchen. Der Wohnwagen (neudeutsch "Caravan") wurde schon vor Jahrzehnten erfunden und erfreut sich bis heute relativ großer Beliebtheit. Die Dinger bieten für relativ wenig Geld 4 Schlaf- und Sitzplätze, WC mit Dusche usw. Ohne Bling-Bling könnte so etwas ohne Räder als Container für wahrscheinlich für eine einstellige Summe hergestellt werden.


    Es wird wohl aber am deutschen Baurecht scheitern.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Es wird wohl aber am deutschen Baurecht scheitern.

    Es scheitert vorher schon an der Zahl der potentiellen Nutzer.
    Wenn man sich mal all diese Berichte über kleinräumige Wohnformen ansieht, dann sitzen da nicht Fanilien mit 2 Kindern oder alte Ehepaare oder gut situierte Single/Paare drin, sondern hippe Hipster mit Weltverbesserungsanspruch und schmalem Geldbeutel.
    Und deren Zahl ist sehr begrenzt, ausserdem überwiegend in Großstädten zu finden.


    Der durchschnittliche Wohnungssucher will andere Wohnformen.


    Bevor solche Wohnformen grössere Nutzerkreise finden, muss sich im Kopf was umstellen.
    Ausserdem ist ein Trend hin zur Abkehr von der Wohnungspanik festzustellen.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • tiny house is scho a bissi was anderes als tiny appartemento. lezteres wird
    nicht erst kommen, sondern ist schon da. die verbreitung wird allerdings
    zunehmen. das tiny house muss man sich schöndenken, dann (und wenn die
    randbedingungen passen) mag auch das einen markt finden. dazu kommt es
    auf die entwicklung von stadt-land-fluss, bzw. landschaftsverbrauch bzw.
    infrastruktur an.

  • Ralf Dühlmeyer : Ja, ich glaube auch nicht, dass das (ich meine die Tiny Houses) die Wohnform der Zukunft sein wird.
    Zu viele Hindernisse stehen dem entgegen. Wir haben uns so ein Ding (mit Rädern) gerade erst angesehen. Das Konzept hat uns nicht überzeugt. Es ist zu klein und stößt an viele Grenzen - das fängt schon beim richtigen Zugfahrzeug an und endet bei der Ver- und Entsorgung von Wasser und Abwasser.


    Fest installiert muss es keine Räder haben - da gebe ich @Thomas T. Recht. Das würde einiges an Kosten sparen. Containersiedlungen gibt es außerdem schon - als Schulräume, zur Asylbewerberunterbringung etc. M.E. sollte man besser darüber nachdenken, günstige Wohnungen zu bauen. Das können ruhig Sytembauten (Module?) sein, die einen vernünftigen Energiestandard und Wohnkomfort liefern aber auf überflüssigen Schnickschnack verzichten.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Ja, ich glaube auch nicht, dass das (ich meine die Tiny Houses) die Wohnform der Zukunft sein wird.

    Die andere Form der Nachverdichtung innerhalb begrenzten Flächen wäre ja die Aufstockung auf Bestandsgebäuden. Ob das aber günstigen Wohnraum schafft? Oder immer so mit der Bauordnung im Einklang zu bringen?

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  • Es scheitert vorher schon an der Zahl der potentiellen Nutzer.

    Die wird es in Zukunft zunehmend geben, jedenfalls in Boomregionen. Leider finde ich den Artikel im Netz nicht, aber letztens habe ich in einer Zeitung einen Artikel über Mikroappartements in Berlin-Moabit. Wenn ich mich recht erinnere, waren das ca. 500 € Miete für 17 m², und das Haus, ein Neubau, war voll vermietet. Bei dieser Mietentwicklung werden auch 10 m² bald weggehen wie warme Semmeln. Für Studenten ist es jetzt schon fast unmöglich, eine bezahlbare Bude zu bekommen.


    Aber wie gesagt, die Wohncontainer gibt es schon. Appartementhäuser finde ich auch sinnvoller als lauter einzelstehende Winzigstbuden.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Appartementhäuser finde ich auch sinnvoller als lauter einzelstehende Winzigstbuden.

    das ist der kern ..
    energetisch und finanziell ist ein solitär vergleichsweise exorbitant teuer.
    der platzverbrauch ist momentan nur scheinbar in entleerten regionen kein
    problem. das wird sich ändern ..


    Studentenappartements

    die mieten finde ich unstudentisch.

  • die mieten finde ich unstudentisch.

    Ich auch, aber das war weder die Frage, noch ist der Bauherr gemeinwohlorientiert.


    (Heute möchte ich auch nicht mehr als Mieter nach München, Stuttgart, Frankfurt, Hamburg oder Berlin ziehen müssen oder auch nur wollen.)

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • In einem vergleichbaren Objekt wie "Woodie" in deutlich zentralerer Lage habe ich in B vor knapp 30 Jahren als Student ca. 180,- DM gezahlt, mit Matratze. Es war allerdings ein leicht angeranzter (West-) Plattenbau. "Plattenbau" ist Woodie ja auch (fast, ja, ich weiß, es sind Boxen, aber die bestehen wieder aus Platten).

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Schon zu meiner Studiezeit war das Thema. Damals haben wir uns auch viele Beispielprojekte angeschaut, wo es um möglichst platzsparende Bauweisen ging. Das Thema kommt immer wieder hoch, aber es tut sich nahezu nie etwas. Es sind ganz nette Projekte, aber in Deutschland nicht durchsetzungsfähig. Nicht mal Reihenhäuser werden gerne angenommen, obwohl die mit der Baufläche wesentlich sparsamer umgehen als EFHs. Der Deutsche verzichtet lieber auf ein Eigenheim, wenn es kein EFH ist. Was eher kommen wird, das ist Verdichtung in Innenstädten. Schließen von Baulücken, Aufstocken von Häusern, man wird mit engsten Baulücken zurecht kommen usw.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Bein einer fahrt durch die heutigen Baugebiete wird der Trend zu tiny schon deutlich. DHH auf 220qm sind nach mit den heutigen Bauweisen grenzwertig. Entweder die Grundstücke werden wieder größer oder die Haüser ändern sich....

  • Entweder die Grundstücke werden wieder größer

    Dann wird die Butze aber auch schrumpfen. Ist ja nicht so, dass du die Grundstücke zum Schnapper bekommst. Wenn das Budget also gleich bleibt, wird eines von beiden kleiner werden.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Dann wird die Butze aber auch schrumpfen. Ist ja nicht so, dass du die Grundstücke zum Schnapper bekommst. Wenn das Budget also gleich bleibt, wird eines von beiden kleiner werden.

    Aktuell sehe ich eher den Trend:
    - [definition=52,1]Grundstück[/definition] vorhanden, größe egal
    - ab zu nem Fertighausanbieter
    - Haus Erika irgendwie auf das [definition=52,1]Grundstück[/definition] gequetscht
    - Fertig und glücklich
    - Nach dem Einzug denkt man dann irgendwann nach....

  • In den nachgefragten Großstädten gibt’s Wohneigentum fast nur noch vom Bauträger. Und freistehende Häuser sind dort völlig undenkbar, allenfalls in Suburbia zu bekommen, Fahrzeit ab 1 Std. (Ich plane grad innerstädtisch 9 Wohneinheiten auf 300 m2 [definition=52,1]Grundstück[/definition], 7 Geschosse)

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Ich plane grad innerstädtisch 9 Wohneinheiten auf 300 m2 [definition=52,1]Grundstück[/definition], 7 Geschosse

    ...das ist sportlich. Wir (Einzugsbereich München, aber noch Umland) haben es auch oft mit solchen Grundstücken zu tun, aber meistens sind die Häuser dann doch etwas kleiner (meistens zwei bis drei geschosse, DHH, RH...)

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