Darf ein Architekt in der Kostenschätzung- /berechnung so sehr daneben liegen?

  • Die Firma die die Gründungsabnahme gemacht hat, bietet auch Baugrundgutachten an.


    Dann werde ich nächste Woche mal versuchen da jemand zu erreichen.


    ---------- 22. Februar 2018, 13:33 ----------


    So, ich wollte Euch nur kurz auf dem laufenden halten.


    Vom Architekturbüro habe ich nun schriftlich dass man mit der Stadt gesprochen hat und ein abtragen das oberen Geländes möglich wäre. Außerdem dass der Tiefbauer bereit wäre einen Bagger kostenlos zur Verfügung zu stellen um abzuschieben. Natürlich nur wenn die Restsumme der offenen Rechnung beglichen wird.


    Nun ist so eine Aussage "Die Stadt hat nichts dagegen..." natürlich nicht viel Wert und die Frage offen ob das blöd formuliert ist oder der Tiefbauer tatsächlich nur den Bagger oder auch den Mitarbeiter stellt. ;-)


    Heute war Termin mit dem Geologen und nach seiner Ansicht ist an dem Boden problematisch, dass er im unteren Bereich steinig/felsig ist und im oberen auch Lehmanteile besitzt. Jedoch fragte er auch nach der Verwendung und da in dem Bereich der hauptsächlich zu verfüllen ist, nur ein Schotterweg mit ein paar Gehplatten hin soll, damit man ordentlich um das Haus laufen kann um die Fenster von außen zu putzen, hält er das Material für geeignet. Es wären zwar in den nächsten Jahren Absackungen zu erwarten, die wären aber über neuen Schotter auszugleichen.


    Jetzt warte ich auf seinen schriftlichen Bericht und dann darf der Anwalt weiter machen.


    Auf das "Angebot" mit dem abschieben des Hanges werde ich nicht eingehen. Dann habe ich da nur noch Fels und es kann gar nichts mehr natürlich wachsen und ich verlagere die Kosten nur um eine aufwändige Begrünung hinzubekommen.


    Danke fürs zuhören und falls gewünscht halte ich Euch weiter auf dem laufenden.


    ---------- 1. März 2018, 09:51 ----------


    Guten Morgen,


    nachdem nun schriftlich vom Geologen vorliegt dass das Material zum verfüllen geeignet war, möchte mein Anwalt ein nettes Schreiben formulieren. Hier würde er neben den Mehrkosten durch den Abtransport aber auch gern die Kosten beziffern die noch für das verfüllen hinzu kommen.


    Meine Architektin kann ich da ja jetzt schlecht fragen ;) Wie komm ich denn auf die ungefähre Menge? In der Baugrube HöhexBreitexTiefe ausrechnen? Die Endhöhe steht ja fest, bleibt man da etwas drunter? Das hat sicher keinen Anspruch auf 100%ige Genauigkeit, wenn es aber besser ist einen Profi kommen zu lassen... wen frag ich da?


    Vielleicht könnt Ihr mir da einen Tipp geben.


    Und wenn ich jetzt cbm habe, kann man das überschlägig in Tonnen umrechnen? Für Vorabsiebung habe ich ja einen Preis.


    Gruß
    Isabell

  • nachdem nun schriftlich vom Geologen vorliegt dass das Material zum verfüllen geeignet war, möchte mein Anwalt ein nettes Schreiben formulieren.

    Wohin soll denn nun die Reise gehen????


    Soll der Tiefbauer nicht bezahlt werden, wollt Ihr Schadenserstaz von der Architektin?


    Wenn ich mir die Bilder ins Gedächtnis rufe, so kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen wo man auf dem [definition=52,1]Grundstück[/definition] hätte diese Mengen lagern wollen. Ein Abtransport wäre wohl -seitens des Tiefbauers- unumgänglich gewesen.


    Möglich, dass es möglich gewesen wäre Teile davon auf einem Nachbargrundstück zu lagern. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Weiß ich natürlich nicht. Hätte dies der Erdbauer tun müssen?


    Wenn also ein Abfahren unumgänglich gewesen ist (nehme ich jetzt mal an), dann wäre für das Wiederverfüllen natürlich auch wieder alles anzukarren gewesen.


    Wie schon geschrieben...wohin soll die Reise gehen????

  • Die Lagerung auf dem direkten Nachbargrundstück wäre möglich gewesen. Damit wären für den anzufüllenden Teil die Kosten für die Entsorgung entfallen und die nun noch entstehenden Kosten um wieder Material heranzuschaffen.


    Wer dafür nachher rechtlich die Verantwortung trägt??? Grundsätzlich hat es aus meiner Laiensicht die Architektin verbockt, weil sie es nicht mal für nötig gehalten hat darüber zu sprechen. Ich denke dafür sprechen auch ihre Versuche mich jetzt davon zu überzeugen dass es nicht anders ging.


    Argument 1: Wir konnten nicht wie geplant lagern.... darauf angesprochen dass man hätte nebenan lagern können kam einige Wochen später
    Argument 2: Das Material war nicht zum verfüllen geeignet


    Nun würde sie aber gern den Boden vom [definition=52,1]Grundstück[/definition] weiter oben nehmen zum verfüllen und das ist doch totaler nonsens wenn man erst einmal mit Argument 2 gekommen ist. Abgesehen davon hätte ich dann auf ewig eine Felslandschaft hinterm Haus.

  • Die Lagerung auf dem direkten Nachbargrundstück wäre möglich gewesen.

    Wer sagt das?
    Mir fehlt dazu persönlich die Erfahrung, aber nach dem Hang auf deinem Grundtück und dem wohl ähnlichen auf dem Nachbargrundstück mit 30-50° seh ich schwierig.


    Ich will nicht bestreiten das hier was aus dem Ruder gelaufen ist ohne es dir mitzuteilen vor dem Beginn.

    You do what you have to do, man. :bier::yeah:

  • Der Nachbar hätte seine Einwilligung gegeben und da mein Nachbar zur rechten seinen Aushub bei mir lagern konnte, wird technisch wohl nichts dagegen sprechen wenn ich das gleiche links von mir getan hätte.

  • "Der Nachbar hätte..."


    Das mag ja sein, aber wäre es m.E. nicht Aufgabe des Bauleiters gewesen, diese nachbarrechtliche Vereinbarung abzuklären und zu verhandeln.
    Hast Du ihm vor Beginn des Aushubs, verbindlich mitgeteilt, dass er das Nachbargrundstück zu benutzen hat?


    Auch wenn die Architektin sehr ungeschickt argumentiert hat, nicht jeder ist bei unvorhergesehenen Vorwürfen schlagfertig genug, so wird sie wohl über kurz oder lang auf die Schiene kommen, dass es Deine Pflicht gewesen wäre, Ihr diesen kostensparenden Lagerplatz vorzugeben und darauf solltest Du vorbereitet sein.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • dass es Deine Pflicht gewesen wäre, Ihr diesen kostensparenden Lagerplatz vorzugeben.

    Dafür hätte ich aber wissen müssen, dass ihre ursprüngliche Planung auf meinem eigenen [definition=52,1]Grundstück[/definition] zu lagern, nicht funktioniert.


    :glaskugel: Das hier liegt mir nämlich nicht so gut.


    Passiert ist das ganze Mitte Oktober und die Info hab ich Anfang Januar bekommen, da war nichts mehr zu retten

  • Ok, hatte jetzt nicht den ganzen Faden gelesen. wollte Dich nur auf mögliche Gegenargumente einstellen.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Ok, hatte jetzt nicht den ganzen Faden gelesen. wollte Dich nur auf mögliche Gegenargumente einstellen.

    Kein Ding.


    Ich bin sicherlich nicht so ein Bauherr wie Skeptiker ihn grad erlebt. Hier habe ich mich überhaupt nicht in die Planung eingemischt. Es kam ein Angebot und das habe ich angenommen.


    Dann wurde nach Aussage des Tiefbauers vor Ort festgestellt dass die Planung nicht funktioniert und meine Architektin hat eine Entscheidung getroffen die 25.000 Euro + x für neues Füllmaterial kostet.


    Nach der Rechnung konnte sie sich erst 1,5 Monate gar nicht erinnern warum das teurer wurde. Dann lag es an der Lagerfläche, dann an der Qualität des Materials. Dazu sei gesagt, dass da in diesem Bereich nur ein Schotterweg angelegt werden soll und ihr das immer bekannt war. Lt. Geologe wäre das Material für diesen Zweck problemlos nutzbar gewesen.


    Und irgendwie fühle ich mich da verar...t. Beim letzten Gespräch saßen die zu dritt aus dem Büro und haben mir mit viel blabla erklären wollen warum das teurer wird und ich das auch komplett zahlen muss. Ich bin ja echt kompromissbereit, aber nicht wenn man versucht seine Fehler alle abzuwälzen.

  • zu deinen Fragen:


    Wie komm ich denn auf die ungefähre Menge? In der Baugrube HöhexBreitexTiefe ausrechnen?

    ja, aber diese Formel gilt nur für kubusförmige Baugruben, sonst Formel entsprechend der Geometrie, oft Pyramidenstumpf


    Zitat

    Die Endhöhe steht ja fest, bleibt man da etwas drunter?

    ja

    Zitat

    ... wenn es aber besser ist einen Profi kommen zu lassen... wen frag ich da?

    da hilfen nur örtliche Empfehlungen, ich bin ja hartnäckig: du musst dir die Frage stellen, ob du jemanden nur für dieses Thema fragen willst oder wie hier mehrmals angeraten einen Allrounder brauchst, der dein ganzes BV mal nach kritischen Punkten aufdröselt.

    Zitat

    Und wenn ich jetzt cbm habe, kann man das überschlägig in Tonnen umrechnen?

    ja, einfach über die Dichte

    Es grüßt


    Manfred Abt
    Ingenieurbüro AQUA-Bautechnik GmbH

  • Dann wurde nach Aussage des Tiefbauers vor Ort festgestellt dass die Planung nicht funktioniert und meine Architektin hat eine Entscheidung getroffen die 25.000 Euro + x für neues Füllmaterial kostet.

    An der Stelle versteh ich das Selbstverständnis der "Kollegin" nicht: Sie kann ohne explizite Vollmacht keine Aufträge erteilen. Natürlich kommt man da in peinliche Erklärungsnot, aber irgendwann kommt man in die eh, wenn man einen Fehler gemacht hat.


    Off-Topic:

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • zu deinen Fragen:

    ja, aber diese Formel gilt nur für kubusförmige Baugruben, sonst Formel entsprechend der Geometrie, oft Pyramidenstumpf

    ja

    da hilfen nur örtliche Empfehlungen, ich bin ja hartnäckig: du musst dir die Frage stellen, ob du jemanden nur für dieses Thema fragen willst oder wie hier mehrmals angeraten einen Allrounder brauchst, der dein ganzes BV mal nach kritischen Punkten aufdröselt.

    ja, einfach über die Dichte

    Einfach nur mal damit ich mich damit auseinander setzen kann. Über was für einen Umfang würdest Du da nachdenken und in welcher Preiskategorie kann man das einordnen? Ggf. auch per PN.


    Mir läuft halt das Geld weg. Da sie ja eh schon rund 40.000 Euro drüber liegt sparen wir schon wo wir können durch Eigenleistung oder eben Verzicht. Dann wird es halt kein Parkett und günstig geht im Bad auch. Damit schaffe ich es aber nur, nicht noch mehr über das Budget zu gehen, denn sie hatte ja von vorneherein nur 50 Euro pro qm all inclusive für den Boden geplant und bei 3 Bädern auch nur 18.000 Euro incl. aller Wasser-/Abwasser-Leitungen im Haus (die allein kosten jetzt die Hälfte). Diese Überschreitung krieg ich mit hängen und würgen finanziert. Nun stehen da aber eben noch weitere 25.000 + x im Raum und ich muss sehr gut überlegen wo ich noch Geld investiere.

  • Noch eine "dumme" Frage.


    Ich will ja nicht dass der Hang oben abgeschoben wird. Zum einen weil es dafür von der Stadt noch eine Genehmigung geben müsste, zum anderen weil ich das Gelände dann ja nie wieder begrünt bekomme ohne aufwendige Maßnahmen zu ergreifen.


    Könnte ich bei einem Kompromiss jetzt sagen sie sollen meinetwegen den Aushub von einer anderen Baustelle auffüllen? Ähnliche Qualität vorausgesetzt.

  • Ich überlege halt wie man es für alle Parteien, oder besser den Tiefbauer und mich, vernünftig hin bekommt. Die Architektin ist mir relativ egal, die hat es ja verbockt.


    Die Qualität meines Bodens wäre jetzt auch nicht super toll. Da soll aber auch wirklich nur zu und ein Schotterweg hin und wenn es in den nächsten Jahren ein wenig nach sackt, dann kommt eben neuer Schotter drüber.

  • Nein! Aushub ist erstmal nur Boden. Aber wenn der auf einer normalen Deponie nur gegen höhere Kippgebühren oder gar nicht angenommen wird, dann ist es der letzte Mist.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen