Groben Kratzputz glätten

  • Guten Tag werte Bauexperten und Profihandwerker!
    Ich bin aktuell dabei einen Altbau (1980) zu sanieren und renovieren und umzubauen.
    Aktuell stehe ich vor dem Problem, die Wände eines ca 100 m2 großen Raumes zu glätten.
    Aktuell sind die Wände mit einem groben Kratzputz (oder heißt das Rauputz?! :whistling: ) versehen und weiß gestrichen.
    Putz und Farbe sind tadellos und bombenfest.
    Zum glätten habe ich mir zunächst einen "teuren" Rotband Flächenspachtel zugelegt.
    Allerdings würde ich durch die tiefen Rillen und Erhebungen tonnenweise davon benötigen. Außerdem hat meine eigene Erfahrung in einem kleineren Raum gezeigt das ich damit etliche Gänge auftragen muss, da gerade die kleinen vorstehenden "Steinchen" immer wieder unschöne Kanten über die gesammte Spachtelbreite produzieren.
    Da ich die Wände zwecks neuer Elektrik, teilweise aufstemmen musste, habe ich diese Stellen im Anschluss wieder mit Rotband Haftputz verfüllt.
    Dabei ist mir natürlich auch Putz auf die daneben liegenden Kratzputzflächen geraten.
    Diese "aus vesehen" betroffenen Stellen sind nun schon fast glatt und würden sich theoretisch wunderbar mit dem feinen Flächenspachtel finischen lassen.
    Der Preisunterschied zwischen einem Haftputz und einem Flächenspachtel wäre definitiv nicht zu ignorieren
    Da der Raum schon recht groß ist will ich nun aber nicht auf gut Glück so weiter verfahren und später feststellen das alles für die K(r)atz war.
    Daher würde ich dazu gerne das fachkundige Publikum hier zu Rate ziehen ob das so klappen kann.


    Danke schonmal im Voraus und allen eine schöne Vorweihnachtszeit. :santa:

  • Bauexperte oder Profihandwerker bin ich nicht, sondern "Betroffener": Haus Bj. 1975, Mietern gefiel der Innenputz nicht, wollten Glattputz. Ich war einverstanden, wenn Änderung auf ihre Kosten ging.
    Verputzer kam und schlug die Hände über dem Kopf zusammen: "Den Verputz wollen Sie weghaben? Das ist ein echter Kellenwurf, den kann sich heutzutage kein Mensch mehr leisten. Lassen Sie ihn, er ist bauzeittypisch und noch echte Handarbeit und deshalb wertvoll. Jeder, der sich auskennt, dürfte dieser Meinung sein."
    Langer Rede kurzer Sinn: Auf einmal gefiel den Mietern der Verputz, er ist nach wie vor da und bleibt.

  • Den Haftputz muss man dicker aufziehen, min. 5mm, während man den Flächenspachtel theoretisch auf Null abziehen kann. Je nach Untergrund ergibt das schon eine etwas dickere Putzschicht.
    Beachte die Untergrundvorbereitung. Ein mit irgendwelcher Farbe gestrichener Putz ist kein idealer Untergrund. Also Datenblätter und Verarbeitungsrichtlinien studieren, sonst könnte es zu unerwünschten Reaktionen kommen, angefangen mit farblichen Veränderungen, bis hin zum worst case, dass der Putz nach einiger Zeit wieder von der Wand fällt. Stichworte: Sperrgrund, Haftgrund.

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    .

  • man sollte mit einem Flächenschleifer drüber und dden Putz einebnen. Je nach Putz auch ganz runter und dann je nach Oberfläche mit Flächenspachtel oder Haftputz geeignet als Dünnputz. - DIY Anleitungen :sleep:

    Nachdenken kostet extra!

  • wie war die frage? "ob das so klappen kann"?
    warum nicht - richtige untergrundprüfung, -vorbereitung und erfahrung
    im umgang mit kelle und kartätsche vorausgesetzt, wird´s scho´ was werden ..


    ohne die oberfläche zu sehen, kann man schlecht was dazu sagen - und die
    option, schlitze
    . möglichst zu vermeiden
    . wo erforderlich, sorgfältig herzustellen
    . fachgerecht schliessen zu lassen
    ist wohl bereits abgelaufen ..

  • mit einem Flächenschleifer drüber und dden Putz einebnen

    Das wäre dann eine Putzfräse .
    Ich fände das (zu)verputzen sinnvoller . aber @R.B. hat ja alles wichtige schon aufgeführt , was den Untergrund anbelangt .
    Es muss ja nun nicht unbedingt das Produkt von Knau* sein , es gibt ja auch noch andere Putzhersteller im Baustoffhandel .

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • Nö, muss nicht Putzfräse sein. Geht auch Trockenbauschleifer (Giraffe). 16 und/oder 40er Papier, da geht was.


    Kommt auch drauf an was für ein Putz. Manche mit viel Kunststoff sind schlechter Putzgrund, mancher Anstrich darauf auch. Je nach Kratertiefe muss man dick aufputzen oder spachteln, was natürlich kostenmäßig zuschlägt.

    Nachdenken kostet extra!

  • Beitrag von Skeptiker ()

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  • Wo ist denn der @sarkas ?
    Der müsste das doch im Schlaf beantworten können.


    oder er empfiehlt, einfach GKP drauf. :D

    Ist ja eigentlich alles gesagt ;)


    Wie Manfred schon schreibt, würde ich auch die Putzfräse dem Tellerschleifer vorziehen. Geht halt schneller.
    Ansonsten dito ....


    :santa: :xmass:



    Wenn denn der Untergrund nicht zuu grobstrukturiert wäre (dünnere Kratzputz oder Reibeputzstruktur), könnte man sich noch über Renoviervlies Gedanken machen.
    Nicht das, welches mit Kleister oder Dispersionskleber gepappt wird, sondern jenes, welches mit der Zahnspachtel und dem entsprechenden, gefülltem "Renoviervlieskleber" verarbeitet wird.


    Vorteil: Schnell trocknend, im Prinzip sofort ein Top-Untergrund
    Nachteil: Kommt je nach Untergrundstruktur schon bald an seine Grenzen.
    Nachnachteil: man sollte die Verarbeitung schon beherrschen

    Gruß Werner :)