heizen mit Fallopia japonica ? (japanischer staudenknöterich)

  • pro jahr ca 30t trockenmasse pro ha und 17,2 GJ/t


    liest sich nach ganz viel .... :eek:

    Macht also 4,77kWh pro kg Trockenmasse, in etwa vergleichbar mit "normalem" Holz.
    Interessant ist das schnelle Wachstum und der Ertrag pro ha, wobei ich davon ausgehe, dass man komplett alles abmäht, durch einen Shredder schickt und dann presst.



    ---------- 17. Dezember 2017, 12:33 ----------


    Zum Vergleich, es gab ja auch Untersuchungen zu Bambus, und ob man den "zum Heizen" verwenden könnte.
    Fazit in Kurzform: Ja, funktioniert, Ertrag aber "nur" 10-15to pro ha.


    Das gilt in ähnlicher Form auch für Pappel und Weide.

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  • Niemals!

    Was ist so schlimm daran? Ich hatte jetzt schon die Gewinne gerechnet, die ein Landwirt bei Selbstvermarktung erzielen kann. :D


    Der einzige Punkt der mich ein wenig zum Nachdenken brachte, "was passiert mit den Flächen, wenn man einmal keine Lust mehr auf Knöterich hat?" Muss dann das komplette Erdreich bis in 3m Tiefe ausgebaggert werden? Chemische Keule?

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  • eine dafür bereitete fläche ist begrenzt und ohne grossen trara und chemie renaturierbar durch abkochen unter folie.
    Die unterart bohemika kann sich ausserdem nicht über samen verbreiten


    Böse ist der wildwuchs.

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • ich weiss , neophyt , invasiv .....

    gut das du weisst 8)  
    Restfeuchtigkeit be Ernte usw
    nur mal so Stroh hat auch so 4,77 kwh/kg ist im Sommer ziemlich trocken fällt als Abfall an.
    Getreide war auch mal angesagt, wenn der Preis im Keller oder die Qualität zuschlecht.
    getreideheizen.pdf
    Seite 3 Brennwerte
    hier in Abhängigkeit vom Feuchtegehalt.


    heizwerttabellen_halmgutbrennstoffe.pdf


    Durchgesetzt hat sich bisher nix weder Weide noch Miscantus noch Weide oder Papel


    Ne da braucht keine invasieve Art, um Brennstoff zu gewinnen



    (was die Tschechen nich alles pelletiert in ihren Heizkraftwerken verbrennen - ein Freund wollte da mal in Geschäft einsteigen)


    ---------- 17. Dezember 2017, 15:29 ----------


    Allein schon deswegen No GO
    Zitat aus Wiki
    "Im Winterhalbjahr kann der dadurch nackte Oberboden zwischen den dann blattlosen röhrigen Stängeln bei Starkniederschlägen großflächig abgespült werden. Am Harmersbach im mittleren Schwarzwald führte dies beim „Weihnachtshochwasser“ 1991 zu Millionenschäden.Im Spätjahr zieht die Pflanze ein und die Laubblätter werden gelb, beim ersten Frost sterben alle oberirdischen Teile der Pflanze ab. Die sich weit verzweigenden, bald und von Jahr zu Jahr stärker verholzenden Rhizome überleben den Winter problemlos. Sie reichen, weitgehend horizontal kriechend, oft bis zu 2 m tief in den Boden."


    Wie willst die Rizome erwischen?
    Mit abkochen - bis in welche Tiefen und mit welchen Energieaufwand?

  • Also, bei Schlagstock kann ich nicht mitreden, mich interessiert mehr der Heizwert. Gibt es auch ein Sprichwort zum Heizwert? ?(

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  • Die sich weit verzweigenden, bald und von Jahr zu Jahr stärker verholzenden Rhizome überleben den Winter problemlos

    im grossen ganzen verstehe ich die bedenken .


    nur ist es so , dass das hypervitale wachsen zum zerstören der pflanze genutzt werden kann .


    was passiert mit den Flächen, wenn man einmal keine Lust mehr auf Knöterich hat

    das superwachstum ist möglich , weil viel energie im rhizom gespeichert wird . wird der jungaustrieb rechtzeitig wiederholt abgemäht , verausgabt sich die pflanze derart , das sie eingeht . habe ich schon praktiziert ,helfend ist dabei , dass die niedrig abgeschnittenen hohlen stengel wasser(infiziertes wasser) ins innere des rhizoms leiten und so dem geschwächten wurzelwerk beim sterben durch verfaulen hilft.


    hat auch funktioniert . was ich dazu sagen muss , war es nur eine verhältnismässig kleine fläche ...12-14 m²


    ich will das jetzt alles nicht anpreisen als die lösung aller probleme , nur ist der etwa 3fache ertrag schon etwas interessantes .
    und auf jeden fall nicht so verwerflich wie subventioniertes verheizen von getreide

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • :thumbsup:


    Pack´Knöterich in den Ofen rein, das gibt Wärme extra fein. :bier:


    ---------- 17. Dezember 2017, 19:05 ----------


    nur ist der etwa 3fache ertrag schon etwas interessantes .
    und auf jeden fall nicht so verwerflich wie subventioniertes verheizen von getreide

    Die 30to pro ha sind schon interessant, hinzu kommt (vermute ich), dass das Zeug ziemlich pflegeleicht sein dürfte. Das hält die Kosten für Maschineneinsatz und Arbeitsstunden in Grenzen. Bei Kartoffeln o.ä. muss der Landwirt ja ordentlich investieren um die Erträge zu sichern. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass ein Landwirt pro ha um die 20h jährlich investiert. Wenn man nun bedenkt, dass er bei Weizen vielleicht 6-9to / ha an Ertrag hat, und pro tonne vielleicht um die 130,- € bekommt, dann muss er schon sehr große Flächen bewirtschaften damit es sich am Ende für ihn lohnt.

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  • Woher bekommt die Pflanze diese Energie so schnell zu wachsen? Irgend wann müsste der Boden doch ausgelaugt sein... :/

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Fruchtwechsel

    dürfte bei der genügsamen bestie erstmal entfallen...



    wichtig:
    ich mag das zeug nicht , wenn es irgendwo unkontroliert am waldrand , feldrand und bachufer wuchert .
    aber , wenn es da eine verwendung für gibt , könnte man über ein abernten des wildwuchses nachdenken ......
    so hätte es wenigstens irgendeinen sinn . denn wuchern tut das zeug sowieso , schon seit jahrzehnten .

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • In Südostasien wurde mal Entlaubungsmittel verwendet. Geben wird es sicherlich was, was man einfach aufsprühhen könnte. Nur wird danach wahrscheinlich nix mehr leben und das für eine Weile lang. Lassen wir das Zeug lieber dort wo es ist. <X

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Hallo,


    die LLA Triesdorf macht schon seit mehreren Jahren Versuche mit nachwachsenden Rohstoffen, teils zur thermischen Verwertung teils zur Verwertung in Biogasanlagen. Die Knötericharten sind vom Ertrag her immer vorne mit dabei. Die meist invasiven Arten fallen jedoch für die landwirtschaftliche Nutzung aus, da diese durch die vegetative Vermehrung nicht mehr gestoppt werden können. Mechanische Ausrottung nicht möglich und auch die chemische Keule (Glyphosat, Wuchsstoff) hilft hier nicht. Die vorgenannten Erträge von 30 toTM/ha werden in unseren Lagen nicht erreicht. Realistisch sind ca. 1/3 davon. Das wäre nicht so schlecht, jedoch muss man davon ausgehen, dass man in den ersten 3-5 Jahren nichts bis wenig erntet und dann nach ca. 15-max. 20 Jahren ein Umbruch und Fruchtwechsel notwendig ist. Aus diesem Grund haben sich auch die anderen (nicht invasiven) Arten wie zum Beispiel Miscanthus, Sida, Svaraszi oder Silphie nicht durchgestetzt. Bei uns in der Region gibt es verschiedene Landwirte die Versuche mit Sida gemacht haben, aber die schwierige Etablierung (die Pflanze hat ein sehr geringes Auflaufvermögen) führt dazu, dass der Ertrag nur sehr mäßig ist. In Zukunft soll es auch Saatgut von Sida geben, das kann man dann einfach mal ausprobieren, aber Etablierungskosten von derzeit ca. € 10.000/ha sind mir derzeit bei mäßigen Erfolgsaussichten einfach zuviel.
    Jochen

  • injiziert in nur einige stengel wirkt das zeug recht gut

    ...wir haben die mit Salzlauge getötet (irgendwer hat uns da wohl mal Abfälle in den Garten geworfen - selber hatten wir die nicht gepflanzt). Einmal abmähen und die Salzlauge in die hohlen Stängel gießen. Bei uns hat das gewirkt. Ist sicher umweltfreundlicher als Roundup.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • ...wir haben die mit Salzlauge getötet (irgendwer hat uns da wohl mal Abfälle in den Garten geworfen - selber hatten wir die nicht gepflanzt). Einmal abmähen und die Salzlauge in die hohlen Stängel gießen. Bei uns hat das gewirkt. Ist sicher umweltfreundlicher als Roundup.

    injizieren und in die Stängel gießen mag wohl im Garten funktionieren, aber: Aufwandmenge/ha? Zeit/ha? ist in den für das Heizen benötigten Mengen wohl kaum praktikabel.
    Jochen