Externe Verbrennungszuluft für ein Außeneckkaminofen via Edelstahlschornstein

  • Hallo liebe Bauexperten,


    ich bin neu hier und möchte mich vorab entschuldigen, wenn das Thema nicht in das Forum passt. Habe hier leider keine Kategorie für mein Anliegen finden können.


    Der Bau unseres (meine Frau und ich) Einfamilienhauses ohne Keller (Massivbauweise) hat letzte Woche begonnen. Wir haben uns kürzlich dazu entschieden einen Außenwandkamin im Wohnzimmer zu installieren. Der Kamin (max. 5kW) soll nicht zum Heizen genutzt werden, sondern ist mehr für gemütliche Abende im Winter gedacht.
    Wir sind und ebenfalls einig, dass wir anstelle eines gemauerten Schornsteins, einen Edelstahlschornstein haben möchten.


    Nach vielen Recherchen was bei einem Kamin zu beachten ist, konnten wir zu einem Punkt keine exakte Antwort finden: Ist es möglich mit dem Edelstahlschornstein externe Frischluft zu beziehen? Oder wird einfach eine zweite Kernbohrung in die Hauswand gebohrt und mit dem Kaminofen verbunden?


    Herzlichen Dank im Voraus!


    Gruß

  • Wir haben eine zweite Kernbohrung knapp über dem FFB. Gibt auch Öfen, die sich die Zuluft von unten holen können.
    Im letzteren Fall muss das natürlich rechtzeitig geplant werden - am besten ihr sucht euch bereits jetzt euer Wunschmodell aus.

  • NOrmalerweise verlegt man die ZUluft unter der Bodenplatte.

    Normalität ist offensichtlich unterschiedlich. Einen Schornstein mit Zuluft von oben halte ich für sinnvoller, weil man sich das Gedöns mit KG-Rohr unter der Bodenplatte, einem Standrohr außen erspart. Außerdem muss die Zuluft ja am Fußboden angeschlossen werden, was bei einem kleinen Kaminofen auch nicht so das optische Highlight ist.


    Die Schornsteine gibt es auch in Edelstahl (Stichwort LAS - Luft-Abgas-System). Konkrete Erfahrungen mit der Edelstahlausführung habe ich allerdings nicht, nur mit Betonteilen. Kaminbauer/Ofensetzer und Schorni sollten aber im konkreten Fall weiterhelfen können.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Ein LAS ist bei vielen Kaminöfen möglich, es gibt aber ein paar Besonderheiten zu beachten. Das LAS muss für den Betrieb an einem Kaminofen zugelassen sein (Klassifizierung beachten), und die Schornsteinlänge spielt auch eine Rolle.


    Ein separates Rohr, das auf kürzestem Weg in's Freie geführt wird, setzt der Verbrennungsluft einen geringeren Widerstand entgegen, das verbessert die Verbrennungsluftversorgung gerade bei kleinen Kaminöfen mit geringer Leistung, und beim "Anheizen ".

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Ich selbst habe nur Erfahrung mit einem Sch...el ...TL und betreibe daran einen kleinen Kaminofen. Der funktioniert auch beim Anheizen super. Ich verschließe die Tür erst vollständig nach ein paar (ca. 2 - 4? - nie gemessen) Minuten, und der zieht sofort gut. Die effektive Rauchrohrlänge ab Rauchrohr ist ca. 7 m.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Der TL hat einen eigenen Zug für die Verbrennungsluft, bei den LAS hat man nur einen mehr oder weniger breiten Ringspalt. Gleichzeitig werden die Abgase gekühlt, und da kann es dann schon einmal eng werden mit dem Schornsteinzug.


    Steht der Kaminofen an einer Außenwand, dann ist man mit wenigen Metern mit der Verbrennungsluft im Freien, Druckverlust ist dann vernachlässigbar.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Ich wäre da ganz bei Ralf Dühlmeyer und fellfree und würde die Zuluft unter der Bodenplatte verlegen und dann einen Ofen wählen der die Zuluft direkt von unten beziehen kann.


    @Thomas T.: Es gibt Öfen da kann die Zuluft direkt von unten eingeführt werden, dann sieht man gar nichts. Und außen braucht man auch kein Standrohr. Bei mir endet die Zuluft in einem kleinen PVC-Schacht mit Gitterrostabdeckung direkt vor der Fassade (30x30cm). Der Schornie findet es gut bzw. noch besser: die Idee kam von ihm.


    Nur mal so für Mitleser (halb off-topic): Mein Schorni kam mit der Idee die Reinigungsöffnung nach außen zu verlegen (Habe einen "normalen" Schornstein an der Außenwand). Er geht dann mit einem Fiberglasgestänge da rein und reinigt den Schornstein bis oben durch diese eine Klappe. Kein Dreck im Haus und man braucht noch nicht mal zu Hause sein wenn der Schornie kommt. Diesen Vorteil hat man mit einem Edelstahlschornstein außen natürlich auch.

    Es gibt keine Probleme - nur Herausforderungen!!

  • Bei mir endet die Zuluft in einem kleinen PVC-Schacht mit Gitterrostabdeckung direkt vor der Fassade (30x30cm).

    Für diese Lösung bin ich gar nicht. Dazu habe ich schon zuviel abgesoffene Zuluftleitungen gesehen, falls Wasser in den Schacht kommt. Die Starkregen in diesem Jahr bestärken mich in dieser Auffassung.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Für diese Lösung bin ich gar nicht. Dazu habe ich schon zuviel abgesoffene Zuluftleitungen gesehen, falls Wasser in den Schacht kommt. Die Starkregen in diesem Jahr bestärken mich in dieser Auffassung.

    Der Einwand ist richtig. Man sollte (muss) diesen Schacht natürlich nach unten entwässern und z.B. an die Regenwasserleitung anschließen, oder ein paar Meter Drainage verlegen.

    Es gibt keine Probleme - nur Herausforderungen!!

  • Der Anschluss an die Dränage hilft bei Starkregen nicht, Entwässerung nach unten auch nicht, und ob ein EFH überhaupt an eine Regenwasserleitung angeschlossen wird, dürfte höchst selten sein. Außerdem laufen die dann auch über.


    Ich habe den Starkregen im Juni in Oranienburg miterlebt, wo in 24 h 250 mm herunterkamen. Glaube mir, da hat alles versagt, was an Entwässerungsleitungen da war. Das war zwar ein regionales Ereignis, was aber nur zufällig hier stattfand und genausogut woanders stattfinden könnte. In gebirgigen Gegenden kann es noch mehr sein. Beim Elbhochwasser 2002 wurden im Erzgebirge über 300 mm in 24 h gemessen.


    Ich rate jedenfalls jedem ab, sich ohne Not so eine Schwachstelle zu konstruieren.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Mein Schorni kam mit der Idee die Reinigungsöffnung nach außen zu verlegen (Habe einen "normalen" Schornstein an der Außenwand). Er geht dann mit einem Fiberglasgestänge da rein und reinigt den Schornstein bis oben durch diese eine Klappe.

    Im Vergleich zu meinem Schorni, würde ich sagen , ist Deiner ganz schön faul .( vielleicht ist das aber bei Dir auch sicherer aus Sicht des Arbeitsschutzes )
    Unserer kehrt generell von oben , und hat sogar schon REINIGUNGS-Öffnungen auf dem Dachboden zumauern lassen .


    Ich persönlich würde auch eher die 2.Kernbohrung bevorzugen für die externe zuluft .
    Ist so ein Bauchgefühl.

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • Im Vergleich zu meinem Schorni, würde ich sagen , ist Deiner ganz schön faul .( vielleicht ist das aber bei Dir auch sicherer aus Sicht des Arbeitsschutzes )Unserer kehrt generell von oben , und hat sogar schon REINIGUNGS-Öffnungen auf dem Dachboden zumauern lassen .

    Ob das aus Faulheit vorgeschlagen wurde kann ich nicht sagen, aber in meiner Situation war der Vorschlag Gold wert. Aufgrund der Lage des Schornsteins und der Höhe über Dach (der Schornstein liegt nicht in Firstnähe, und ist daher sehr hoch) wäre es doch recht aufwendig gewesen mit der Reinigung von oben. Es hätte einer Reinigungsklappe im Kinderzimmer, oder im Schornstein über Dach bedurft, inkl. Ausstiegsluke usw. Direkt von oben kehren geht aufgrund der Höhe nicht.


    Eine gewisse Faulheit kann in manchen Situationen auch zu guten Alternativen Lösungen führen, von daher ist das nicht grundsätzlich zu verurteilen.


    By the way: Eine Reinigung kostet bei mir übrigends 32,38 € (inkl. MwSt.). Ob das an der einfachen Zugänglichkeit liegt habe ich nie hinterfragt, aber ich finde das sehr günstig

    Es gibt keine Probleme - nur Herausforderungen!!

  • Im Vergleich zu meinem Schorni, würde ich sagen , ist Deiner ganz schön faul .( vielleicht ist das aber bei Dir auch sicherer aus Sicht des Arbeitsschutzes )

    Mit Faulheit dürfte dass weniger zu tun haben, mehr Möglichkeiten schneller und weniger gefährdet zu arbeiten. Wie Du schon schreibst: Arbeitsschutz geht vor!

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Ich habe so meine Erfahrungen mit Schornsteinfegern , allerdings überwiegend nur gute .
    Zu uns kommt seit meiner Zeit schon der 3. , der erste wollte nur von Dachboden aus kehren und hat den Ruß nicht rausgemacht ,
    der aktuelle kehrt nur noch von aussen , sofern möglich natürlich . Bei meinen Schwiegereltern hat er angeordnet die Reinigungsöffnung auf dem Dachboden zu zu mauern , mit der Aussage : bei Ihm wird von aussen gekehrt !
    Ich finde das sogar gut , weil dann hat er auch mal einen Blick auf den Zustand des Schornsteinkopfes , hat ja schließlich nicht jeder einen Neubau .

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein