Duschen / Dauernassbereich Abdichung Vorschriften

  • Hallo zusammen,


    in unserem Neubau wurden bodengleiche Duschen verbaut. Doch leider war ich am Tag an dem die Fliesen verlegt wurden, nicht anwesend.
    Ich weiss, dass die Bodenfläche mit einer schwarzen Schicht als Abisolierung behandelt wurde.
    Nun stellt sich mir die Frage: Muss nur der Boden abisoliert werden oder muss der gesamte Duschbereich mit dieser schwarzen Schicht gegen Wasserdurchlass abgedichtet werden?
    Laut einem Bekannten handelt es sich bei Duschen um einen sog. Dauernassbereich, welcher vollumfänglich hinter den Fliesen - und nicht nur am Boden - abgedichtet werden muss?


    Kann mir dies jemand bestätigen? Idealerweise mit Nennung der Norm / Vorschrift?


    Vielen Dank für Eure Bemühungen
    Mario

  • Die Abdichtung muss nicht zwnagsläufig schwarz sein.
    Bei bodengleichen Duschen muss der Boden im gesamten Raum abgedichtet werden, nicht nur der Duschbereich.

    Und ist nach [definition=25,0]DIN[/definition] 18 534 an den Rändern (Übergänge zu den Wänden) und an der Türschwelle hochzufahren.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Hallo zusammen und vielen Dank für die Antworten. Die Dichtbänder an den Ecken/Kanten konnte ich noch feststellen.
    Leider nicht, ob auch die Duschwände abisoliert wurden.
    Sollte man sich dann schriftlich bestätigen lassen oder?
    Also ist die Vorschrift, dass das gesame Bad am Boden abisoliert werden muss? Oder nur der Duschbereich, aber hier nicht nur der Boden, sondern auch an den Wänden?


    Vielen Dank für Eure Hilfe

  • Sollte man sich dann schriftlich bestätigen lassen oder?

    Was wilst Du mit dem Wasser machen? Das Wasser aufnehmen, das bei einem Mangel durchkommt?
    Wenn die Firma gepfuscht hat, unterschreiben die Dir auch, dass im Himmel Jahrmarkt ist, wenn sie dann die Rechnung bezahlt kriegen.


    So eine Abdichtung (egal aus was) macht man nicht an einem Tag und schon gar nicht unmittelbar vor den Fliesenarbeiten.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Nochmals Danke für die Infos.
    Ich möchte hier nun keinem etwas unterstellen, dass evtl gepfuscht wurde, aber leider hatte ich eben an diesen Tagen keine Zeit die Baustelle zu überwachen und als Laie konnte ich nun nur die Dichtbänder (grau-grün) an den Ecken erkennen.


    Naja was heisst damit machen- zumindest könnte ich die Abdichtung von einem Sachverständigen zur Bestätigung prüfen lassen und sollte dies eben der Fall sein, auch noch nach Jahrzehnten einen verdeckten Baumangel aufzeigen, welcher auf Kosten des Bauträgers behoben werden muss.


    Oder liege ich damit falsch?

  • Naja was heisst damit machen- zumindest könnte ich die Abdichtung von einem Sachverständigen zur Bestätigung prüfen lassen und sollte dies eben der Fall sein, auch noch nach Jahrzehnten einen verdeckten Baumangel aufzeigen, welcher auf Kosten des Bauträgers behoben werden muss.
    Oder liege ich damit falsch?

    Meines Wissens liegst Du falsch: Es gibt juristisch nur "Mängel", keine "verdeckten Mängel" und damit auch keine verlängerten Gewährleistungsfristen. Denkbar wäre vielleicht ein "arglistig verschwiegener" Mangel. Aber dieser müsste dem Haftenden bewusst gewesen sein. Da kommen dann die Juristen ins Spiel.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Leider nicht, ob auch die Duschwände abisoliert wurden.

    Das heißt also, dass diese Fläche bereits gefliest wurde. Wie will dann....


    Sachverständigen zur Bestätigung prüfen

    ...wenn es doch nichts mehr zu sehen gibt. Mangels Röntgenblick wird er das Werk nicht zerstörungsfrei sichten können.


    Hier sollte man m.E. nicht am falschen Ende sparen.


    Zum einen weil ein Schaden in diesem Bereich natürlich schnell eine ganz andere Dimension hat als eine gebrochene Fliese oder ein Kratzer im Parkett. Zum anderen wird es Dir im Nachgang nicht so leicht fallen den Schaden dem [definition=32,0]GU[/definition] (oder BT???) zu beweisen. Dies kann dann wieder nur durch entsprechende Bauteilöffnungen geschehen (= Fliesen nebst Kleber entfernen). Also aufwendig, langwierig und mit offenem Ausgang.


    Ist der [definition=32,0]GU[/definition] dann mittlerweile pleite ist es ohnehin egal, weil damit dann die Gewährleistung eben futsch ist.


    Will sagen: Vorher gucken, dass alles passt. Dann braucht's hinterher auch keine stressigen Verfahren, die ohnehin keiner will.

  • - zumindest könnte ich die Abdichtung von einem Sachverständigen zur Bestätigung prüfen lassen

    Das ist unabhängig von irgendwelchem Papier, das die Firma vollschreibt. Kannst Du auch jetzt oder in X Jahren machen (lassen).

    verdeckten Baumangel aufzeigen

    verdeckte Mängel gibt es (jruistisch) nicht. Es gibt ARglist, die musst aber DU dem Unternehmer beweisen.
    Arglist bedeutet, den BEWEIS zu erbringen, das der Handwerker wissentlich und willentlich (Wollen muss bewiesen werden) gemurkst hat.


    Also z.B. müsste ein Kollege/Mitarbeiter/anderer Handwerker aussagen, das er ihm gesagt hat, dass er bei Dir jetzt mal so richtig die ABdichtung vermurkst, weil DU ihm z.B. seinen Kaffee umgestossen hast.
    Mir ist EIN Fall bekannt, da wäre das möglich gewesen, wäre der Pfusch nicht innerhalb der Gewährleitungszeit aufgefallen. 1 Fall in 40 Jahren Berufserfahrung und Gutachtertätigkeit (25 Jahre).


    Eher bekommst DU dreimal in unmittelbarer Folge 6 Richtige mit Zusatzzahl im Lotto.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Wie erwähnt, ich möchte nun keinem etwas unterstellen und in Summe wurde sehr sehr sauber und akurat gearbeitet.


    Der Fliesenleger welcher nun die Arbeiten durchgeführt hat, hat mir nun nochmals bestätigt, dass jegliche Abdichtung am Boden und Wand vorgenommen wurde inkl. Nennung der verwendeten Materialien.


    Daher möchte ich nun nicht schwarz Malen, aber ja man hat immer ein wenig Ungewissheit wenn man nicht bei jedem Arbeitsschritt dabei ist. Wie auch, es gibt eben auch noch eine Arbeit der man parallel nachgehen muss.


    Aber wirklich vielen Dank an alle! Hat mir sehr weitergeholfen.


    Gruß

  • Hallo,


    wenn er die Eckprofile geklebt hat und dann die Abdichtung nicht draufgemacht hat dann hätte er (freundlich ausgedrückt) den Beruf verfehlt oder es eben bewusst gemacht. Wenn ein Fliesenleger weiß, dass er die Ecken mit entsprechenden Profilen ausführen muss, kann man auch unterstellen das er weiß das man die Flächen zwischen den Profilen abdichtet; oder seht ihr das anders??

    It doesn´t make sence to hire smart people and tell them what to do; we hire smart people so they can tell us what to do.

    Steve Jobs

  • Mal eine blöde Frage hierzu - es reicht also nicht aus die Ecken und die Fläche der Dusche (inkl. Wände) abzudichten, sondern es muss das gesamte Bad vollflächig abgedichtet werden?

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Mal eine blöde Frage hierzu - es reicht also nicht aus die Ecken und die Fläche der Dusche (inkl. Wände) abzudichten, sondern es muss das gesamte Bad vollflächig abgedichtet werden?

    Nur wenn eine bodengleiche Dusche verbaut ist.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • O.k. - dann bin ich mir nicht sicher, ob das bei uns so gemacht wurde. Leider habe ich keine Fotos mehr. Der Fliesenleger hat uns nachher erzählt, dass er zwei verschiedene (verschieden farbige) Dichtmassen verwendet hat, die nacheinander aufgetragen wurden. Zwischendrin musste gewartet werden. Ich habe nur Fotos von der ersten Schicht - und die wurde nur direkt im Nassbereich und im Bereich der Ecken (Boden und Wand) aufgetragen. Der Boden selber wurde zumindest mit der ersten Dichtmasse nicht eingestrichen. Die zweite Schicht habe ich nicht fotografiert und auch nicht mitbekommen, wie sie aufgetragen wurde.

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  • ... es reicht also nicht aus die Ecken und die Fläche der Dusche (inkl. Wände) abzudichten, sondern es muss das gesamte Bad vollflächig abgedichtet werden?

    nein


    Wand nur bei direkter Beregnung + 20 cm über Duschkopf
    Boden nur bei Bodenablauf

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Laienfrage: Haben nicht alle Duschen notwendigerweise einen Bodenablauf?

    Ist ein Ablauf in einer Duschtasse ein Bodenablauf? Im Sinne von Fußboden?

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  • Ich will niemanden verwirren (meine eigene reicht): Ich selber habe eine ebene geflieste Dusche - die hat also demnach einen Bodenablauf.
    Die andere Wohnung hat eine bodenebene Duschtasse - diese hat dann keinen Bodenablauf.


    Beide Abläufe hat der Architekt mir gegenüber als Bodenablauf bezeichnet - vielleicht wegen meines Laienstatus.

  • Ich selber habe eine ebene geflieste Dusche - die hat also demnach einen Bodenablauf. Die andere Wohnung hat eine bodenebene Duschtasse - diese hat dann keinen Bodenablauf.

    Korrekt, so sehe und sage ich das!


    Beide Abläufe hat der Architekt mir gegenüber als Bodenablauf bezeichnet

    Ich halte nur die erste für einen Bodenablauf. Aber vielleicht schreibt noch jemand aus der Keramikfraktion etwas dazu?

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Also - um die Verwirrung komplett zu machen - muss zwischen Flächen, die vor der Einführung der [definition=25,0]DIN[/definition] 18534 (07/2017) ausgeführt wurden und solchen, die davor ausgeführt wurden.
    Bis 07/2017 galten die Merkblätter für Verbundabdichtungen in den div, Ausgaben, danach ist erstmal die [definition=25,0]DIN[/definition] 18534 Grundlage.


    Nach den Merkblättern war es so wie Skeptiker beschrieben hat. Nach der [definition=25,0]DIN[/definition] so, wie im [definition=25,0]DIN[/definition] Anhang beschrieben


    Nach der sind die an Duschen angrenzenden Flächen in unterschiedliche Wasserbelastungsklassen einzuordnen.
    Da gehts vorrangig um die Frage, ob auf Badewanne/Dusche eine Duschabtrennung sitzt oder nicht.
    Danach ist der Boden in W1-I oder W2-I einzuordnen.


    Ich würde immer so planen, als sei keine Abtrennung vorhanden. Die kann erstmal nicht montiert sein, defekt sein, offenstehen, ... .


    Da gibts in den nächsten Jahren viel Potential für Gutachter und Merkblattschreiber.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ich bin da ganz bei R.D.
    Eine rechtssichere Abgrenzung wird immer schwieriger. Die Juristen brauchen noch mehr Arbeit.
    Für mich selber treffe ich die Entscheidung nach dem angestrebten Schutzziel. Überall dort, wo das Wasser leicht aus dem Duschbereich rauslaufen kann, weil bodengleich, ist der gesamte Boden abzudichten.
    An der nicht vorhandenen Türschwelle muss ich allerdings kapitulieren. Dort weigere ich mich weiterzudenken...




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Also für unsere Bäder kann ich erst einmal Entwarnung geben. Mein Partner kann sich erinnern, dass der Fliesenleger den gesamten Badezimmerboden mehrmals mit der Dichtmasse bestrichen hat. Ich habe zwar keine Fotos davon gefunden - aber das sollte dann passen.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!