Forderung abtreten

  • Guten Morgen , mir brennt eine Frage auf der Zunge , ich habe folgende Konstellation:
    Mein Kunde hat eine Räumlichkeit angemietet um ein Gewerbe darin zu betreiben . Das Dach war undicht , und er bat mich das für Ihn zu erledigen . Der Vermieter erhielt ein mündliches Angebot und hat dem zugestimmt .
    Der Mieter , hat mir vorgeschlagen , sollte es mit der Bezahlung klemmen , springt er für den Vermieter ein und er würde sich das dann wiederholen , in Form von Verrechnung mit der Miete .
    Nun ist es so , das der Vermieter nun Säumig ist , seit 25 .11 .
    Nach dem 1. telefonat erklärte er mir , die Rechnung wäre freigezeichnet und hätte längst überwiesen sein müssen , er wolle sich darum kümmern .
    nach dem 2. Telefonat am vergangenen Freitag , entschuldigte er sich, er habe das ganz vergessen , und er hätte das Geld nun in bar da .
    Welches ich heute abholen solle .
    Mir kommt das Suspekt vor , nach Hinhaltetaktik .
    Kann ich , sollte das heute scheitern , die Forderung ohne weiters an seinen Mieter abtreten ?

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • Ich war früher längere Zeit viel in Banken unterwegs in den Abteilungen zur Abwicklung notleidender Kredite.


    Technisch hast du es hier mit einer Bürgschaft zu tun.
    Abtretung von Forderungen ist was anderes (wenn du deine Forderung z. B an ein Inkasso Büro weitergibts).


    Früher war das juristische einfordern von Bürgschaften immer sehr komplex. Allein schon die Prüfung ob trotz vieler A4 Seiten ein wirksamer Bürgschaftsvertrag entstanden ist (da gibt es diverse Auflagen).
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass das alles heutzutage leichter geworden ist.


    Will heißen: probiere auf Basis deiner Verabredungen (vermutlich nur mündlich oder auch schriftlich?) alles rauszuholen was geht. Richtig wirksam ggf. mit Anwalt auf den Bürgen zuzugehen wird nicht einfacher, als das Geld im Fall der Fälle direkt beim Schuldner einzutreiben.


    ---------- 11. Dezember 2017, 08:44 ----------


    Nachtrag: wenn der Mieter jetzt doch 'einfach so' bezahlt könnte doch eine Form von Forderungsabtretung vorliegen. Wüsste aber nicht, warum sich der Mieter jetzt den Schuh anziehen sollte.

  • Erstmal die Frage:
    Wer ist denn DEIN Auftraggeber? Mieter oder Vermieter?
    Wenn ich Deinen Text richtig lese, ist das der MIETER. Also bist Du mit der Adressierung Deiner Forderung beim VERmieter eh falsch.
    Wenn der zahlt - gut. Wenn nicht, dann geh an Deinen Auftraggeber, den Mieter ran.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Das Dach war undicht , und er bat mich das für Ihn zu erledigen .

    Das klingt für mich eher so, als ob der Mieter dein Auftraggeber war. Dann hat dieser auch in der Rechnung zu erscheinen und die Leistung zu bezahlen. Aber das ist ja nur ein Formulierung in deinem Beitrag - es kommt darauf an, wie es wirklich war.


    Andererseits schreibst du, der Vermieter hat ein mündliches Angebot erhalten und war einverstanden. Womit war er einverstanden? Hat er, der Vermieter dir den Auftrag erteilt? Wäre ja auch sinnvoller, denn er kann das von der Steuer absetzen, nehme ich an.


    Mach es nächstes Mal, (ganz besonders bei solchen Konstellationen!) lieber schriftlich. Es hätte ja schon gereicht, wenn der Vermieter einfach auf einem schriftlichen Angebot schreibt "Auftrag erteilt" und unterschreibt.


    Wenn der Vermieter dein Auftraggeber war, war die Erklärung des Mieters wohl eher eine Schuldbeitrittserklärung. Ja, dann könntest du deine Werklohnforderung an den Mieter abtreten, aber bitte erst, wenn der dir das Geld dafür bezahlt hat, in voller Höhe, denn nach der Abtretung bist du nicht mehr Inhaber der Forderung und kannst auch vom Vermieter keine Zahlung mehr an dich verlangen.



    Nun ist es so , das der Vermieter nun Säumig ist , seit 25 .11 .


    Hast du eine Abnahme gemacht? Die Abnahme ist die Voraussetzung für die Fälligkeit deiner Werklohnforderung, § 641 Absatz 1 [definition=19,0]BGB[/definition]. Wenn der Vermieter dein Auftraggeber war, fordere diesen fristsetzend zur Abnahme deiner Werkleistung auf, wenn es der Mieter war, dann den Mieter.


    Juristisch gesehen kann du erst nach Fälligkeit deinen (jeweiligen) Schuldner zur Zahlung auffordern und mit einer Mahnung in Verzug setzen. Ohne Abnahme ist der Auftraggeber juristisch gesehen nicht säumig.

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    Viele Menschen haben nie darüber nachgedacht, was ein Haus ist; sie sind unnötigerweise ihr ganzes Leben lang arm, weil sie glauben, ein gleiches Haus wie ihre Nachbarn haben zu müssen. Thoreau, 1854

  • Danke für eure Antworten , das Thema ist für mich erstmal erledigt , ich habe heute tatsächlich mein Geld erhalten .
    Das war sicher auch eine unglückliche Konstelation, aber in dem Falle war der AG tatsächlich der Vermieter , Ich hätte vielleicht den Mieter nicht in dem zusammenhang als meinen Kunden bezeichnen sollen , sondern eher als Vermittler für den ich gerade tätig war .
    Ich denke mal , so wie @Ralf Wortmann schrieb , wäre es dann wohl eine Schuldbeitrittserklärung gewesen .

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein