Vertikale Risse entlang Dichrohr

  • Hallo zusammen,


    wir wohnen nun seit ca. einem Jahr zufrieden im "neuen" Haus. Der Keller wurde als "Weiße Wanne" ausgeführt mit vertikalen Dichtungsrohren zur Schwindrisskontrolle (habe ich zumindest verstanden). Ca 12 Monate nach dem Betonieren erschien ziemlich genau in der Mitte einer Wand, also entlang dem Dichtungsrohr, auf ganzer Wandhöhe ein feiner (Putz)Riss (ca. 1-2mm breit).


    Vermutlich ist das ein Zeichen dafür, dass das System funktioniert. Da aber an den anderen 3 Dichtungsrohren keine Risse sichtbar sind, wollte ich hier fragen, ob es was schlimmeres zu bedeuten hat.


    Vielen Dank & Viele Grüße

  • ca. 1-2mm breit

    mag ich kaum glauben, vor allem in der Kombination mit dem Ausdruck "fein".
    Hast Du da mal eine Rißbreitenschablone hingehalten? Kann man sich als pdf ausdrucken und dann selber mal messen.
    Als Ungeübter überschätzt man die Rißbreiten mit freiem Auge sehr leicht und stuft 0,2mm schnell als 1-2mm ein. 2mm ist aber sicher nicht mehr fein, sondern ein ausgewachsener Riss v.a. in einer WW.


    Bzgl. Riss an sich bin ich jetzt kein Betonspezi, da werden sich andere melden, aber soweit ich das verstanden haben, sollen Dichtungsrohre u.a. genau das bewirken, eine gezielte "Sollbruchstelle" an eben dieser Stelle und dadurch eben keine Risse an anderer Stelle die dann eher wasserführend wären. Heißt aber nicht, dass da zwingend Risse entstehen müssen...aber wie gesagt, da werden die Profis sicher genauer was sagen.

  • Das sind 2 Paar Schuhe - Riss in der Betonwand und ein Putzriss. Die können müssen aber gar nicht gleich sein.
    Wenn man das genau wissen will: überall Putz runter Betonoberfläche mit Hochdruck reinigen, abtrocknen lassen, ggf. nachbürsten und Bereich befeuchten, um die Risse sichtbar zu machen.
    Dann ggf. Riss anbohren, um die Rissbreite unter der Oberfläche festzustellen. Dann weiß man Genaueres.


    Oder ist halt so. Und man verputze solche Wände nicht ohne Not.


    oder warte und Acrylisiere den Riss im Putz, wenn der weit genug geworden ist.


    Es ist so, dass sich nicht immer genau das einstellt, was man mal vorhatte. Wenn dan noch verschiedene Systeme wie hier der Putz mit ihrem eigenen Verhalten dazu kommen, kann es anders laufen.
    Ergo kann sein, dass an allen Rohren Risse sind und nur der hier etwas breiter wurde, die Verteilung sich nicht überall gleich eingestellt hat, der Putz genau in dem Bereich ne Haftungsfehlstelle hat, schon angesteift war beim Abziehen, dem die Rissweite zu viel wurde....

    Nachdenken kostet extra!

  • Anhand der Rohbaupläne sollte die Lage der Sollrissfugen mit dem vorhandenen Riss abgeglichen werden. Passt die Position leidlich zusammen ist der Riss genau dort, wo er hingehört.


    Nein, es muss nicht an allen Rohren zu Rissen kommen, kann aber, denn dafür sind sie ja da. Ansonsten ist den Ausführungen der Vorschreiben nichts hinzuzufügen.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Vielen Dank für die konkreten Antworten. 1-2 mm war natürlich Schmarrn, es sind 0,1-0,2 mm. Der Verlauf passt mit dem Dichtungsrohr im Werkplan. Der Riss eiert halt so +- 5 cm um das Dichtungsrojr vom Kellerboden bis zum Übergang der Beton Kellerwand in die EG Wand (aus Porenbeton).


    Ich werde also erst mal nix unternehmen und alles mal „setzten lassen“ und beobachten.


    Viele Grüße

  • vermutlich sind die Risse plusminus in ca. Wandmitte, also an einer der mittleren Fugen. Eher nicht in den Ecken - oder ?
    Dann sind die Risse quasi "geplant". Wäre nett gewesen, nicht einfach drüber zu putzen. Gewollte und ausgeführte Fuge im Putz / in der Tapete ist aber auch schwierig zu vermitteln. Da muss man schon eine Tapete mit passendem Muster finden. ;)


    Die Alternative wäre eine Rissbreitenbeschränkung durch mehr Bewehrung, anstatt durch Fugenbänder, gewesen.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)