Kipptor nach DIN EN 13241-1

  • An einem BV mit 9 Wohneinheiten, welches ich vor drei Jahrzehnten als Bauträger erstellt hatte, wurde anlässlich des Ausfalls der Torsteuerung auch das Alttor nebst Antrieb gewechselt.


    Das stabile Stahlgittertor von Kipptorbau Pfullendorf war durch einen Druckwellenschlauch und eine Rutschkupplung im Torantrieb auch ohne Ampel kinder- und idiotensicher. Zu meiner Verwunderung wurden am neuen Alu-Tor mit einer Schlupftüre weder eine Lichtschranke noch eine Ampel installiert.


    Als Bauträger bin ich schon geraume Zeit passiv, aber nach meiner Erinnerung war diese Ausführung nach Vorgängernormen der Reihe [definition=25,0]DIN[/definition] 18073 und DIN EN 13241-1:2004-04 normwidrig und ich weigere mich zu glauben, dass das heute normkonform sein kann.

  • Die Frage stellt sich wohl erstmal, welches Nutzungsverhalten dem Tor zugrunde gelegt wird. Also beschraenkter Personenkreis als Nutzer oder fuer die Oeffentlichkeit nutzbar, Lage auf Privaten Grundstueck oder an oeffentlichen Wegen, Steuerung des Tores aus Sichtweite oder ohne Sicht auf Tor, Nutzung Schlupftuere als Komfort oder als Rettungsweg...


    Danach waeren die Anforderungen an Sicherheitseinrichtungen zu definieren, also eine Art Gefaehrdungsbeurteilung oder ein Mindestschutzniveau festzulegen.


    Vielleicht wurde das ja alles gewissenhaft gemacht, und der Errichter der Toranlage hat seine entsprechenden Konformitaetserklaerungen, Uebereinstimmungserklaerungen und Fachunternehmererklaerung bei der Betreibereinweisung zusammen mit dem Angebot eines Wartungsvertrages nach Herstellervorgaben ordentlich abgeliefert.

  • Mein letzter motorischer Türantrieb liegt schon einige Jahre zurück, aber auch damals war die Gefährdungsbeurteilung schon der Dreh- und Angelpunkt. Ohne die geht es nicht.


    Eine Ampel kommt dabei selten raus, eher zwei getrennte Sicherheitssysteme wie Lichtschranke und Kantensensor oder so. Aber ganz ohne geht nach Maschinenrichtlinie (?) garnicht.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Die Frage stellt sich wohl erstmal, welches Nutzungsverhalten dem Tor zugrunde gelegt wird. Also beschraenkter Personenkreis als Nutzer oder fuer die Oeffentlichkeit nutzbar, Lage auf Privaten Grundstueck oder an oeffentlichen Wegen, Steuerung des Tores aus Sichtweite oder ohne Sicht auf Tor, Nutzung Schlupftuere als Komfort oder als Rettungsweg...

    Es handelt sich um ein Tiefgaragentor auf einem Privatgrundstück, das von innen über einen Deckenzugschalter und von außen über Schlüsselschalter sowie (auch außerhalb der Sichtweite) per Funk bedient wird.


    Nach meiner Erinnerung zählte das Gittertor auch ohne Schlupftüre zum Zeitpunkt der Baugenehmigung als Rettungsweg mit.

  • Und danach benötigt man keine dokumentierte Gefährdungsbeurteilung?

    das weiß ich nicht, da ich diese europ. Richtlinie nicht kenne - ist nicht mein Gebiet.


    Aber grundsätzlich ist das auch gar nicht so relevant - relevant ist, was in der enstprechenden harmonisierten Norm steht, über die die Konformität erklärt wird. Denn es gilt die Vermutungswirkung.

  • [...]Nach meiner Erinnerung zählte das Gittertor auch ohne Schlupftüre zum Zeitpunkt der Baugenehmigung als Rettungsweg mit.

    Wie ist das denn durch die Genehmigung gekommen ?



    Lohnt ggf. ein Blick in Richtung Unfallverhütungsvorschriften?
    UVV's (jetzt BGR'en) werden i.d.R. von Berufsgenossenschaften herausgegeben und gelten für Unternehmer.
    Aber auch die "Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV)" gibt Regelwerke heraus, zum Beispiel für 'kraftbetätigte Türen und Tore" o.s.ä.


    Diese würde ich ähnlich wie VDS-Regelwerke einstufen, und da es ja um die Verhütung von Unfällen im eigentlichen Sinne geht - kann man ja mal schauen.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • UVV [definition=18,0]BG[/definition] DGUV gilt direkt nicht, sind ähnlich VdS Regelwerke nur für einen spezifizierten Kreis. Nicht allgemeingültig, können aber herangezogen werden.
    Maschinenrichtlinie ist schon mal der richtige Tipp.
    Regelungen für Bauprodukte regeln das Produkt, aber nicht den Einsatz.


    -> 2 Themen:
    - Sicherheit beim Betrieb durch "normale" Personen, nicht Bauarbeiter.
    - Lüftung der TG


    Ist das Stahlgittertor durch eine Geschlossenes ersetzt worden? Wie wird die Lüftung der TG bewirkt?
    Deshalb kommen die Gittertore rein ?(

    Nachdenken kostet extra!

  • Die Belüftung der TG erfolgt weiterhin durch das Alu-Tor, welches eine dichtere Struktur hat aber noch Luft durchlässt. Abluft wird über einen kaminartigen Notaustieg mit Leiter nach draußen geleitet.


    Die Schleuse zum Haus wird über Dach entlüftet.