Trinkwasserverordnung, Probeentnahmestellen Pflicht?

  • Ich brauche mal Hilfe.


    Es geht um folgendes. Ich arbeite in einer freien Kirchengemeinde, die als Verein geführt wird. Nun haben wir eine Keimbelastung im Wasser und müssen die Leitungen spülen und chloren lassen.
    So weit so gut. Der Klempner meinte aber, dass wir auch am Heizkessel Probeentnahmestellen einbauen lassen sollten, um einmal im Jahr die Wasserqualität checken zu lassen. Es ist aber nicht ganz klar, ob wir das nur sollten oder ob das eine Pflicht ist.
    Leider konnte mir dazu weder das Gesundheitsamt noch der Klempner eine abschließende Aussage zu geben.
    Laut Trinkwasserverordung für Sportanlagen kommt die Prüfpflicht nur zum Tragen, wenn des Gebäude als „öffentliche Anlage“ einzustufen ist. Zur Definition heißt es:

    „10. Öffentliche Tätigkeit:
    Bereitstellung von Trinkwasser an einen unbestimmten, wechselnden und nicht durch persönliche Beziehung verbundenen Personenkreis“






    Weiß jemand von euch, ob das auch für Kirchengemeinden gilt? Und ob es dazu irgendwo einen schriftlichen Beleg gibt? Wir gelten laut Vereinsrecht nicht als öffentliche Einrichtung... warum fragt mich nicht! DAS habe ich noch nie verstanden.
    Ich brauche einfach eine saubere Argumentationskette, bzw. einen Beleg dass diese Probeentnahmestellen notwendig sind und die jährliche Wasserprüfung auch für uns Pflicht ist.
    Kann mir dazu irgendjemand etwas sagen?


    :sos:


  • Ich persönlich würde doch eher eine Entnahmestelle einbauen lassen und das jährlich untersuchen lassen .
    Vermutlich brauchst Du aber die Argumente um die Kosten zu rechtfertigen .
    Aber es schein bei euch nicht genug regelmäßige Wasserentnahmen zu geben , sonst wäre ja die Keimbelastung nicht aufgetreten.
    Wenn dem" Entscheider/n " das Geld wichtiger ist wie die Gesundheit der Vereinsmitglieder , dann weis ich auch nicht .

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • Wenn es nach mir geht, werden die Probeentnahmestellen auf jeden Fall eingebaut!
    Ich hab den Job noch nicht so lange und beseitige derzeit nur Altlasten ;)


    Aber um das duchzuboxen ... wir reden hier von rund 1200€ mehr brauche ich einfach einen Beleg, dass es keine Diskussionsgrundlage ist sondern eine Pflicht. Das würde mir nämlich eine Menge Zeit und Arbeit ersparen :D Und deswegen hoffe ich auf eurer Fachwissen.

  • Da fehlt ein Wort in deinem Satz HPF



    *grins* Ja, durchDISKUTIERT bekommt Frau ABER ziemlich Alles aber es geht mit Argumenten doch einfacher ;)

    das muss heißen Ja, durchDISKUTIER bekommt DIE Frau ABER ziemlich alles, aber e geht mit Argumenten doch einfacher...
      :saint:


    Also wer kann mir helfen? Ich hätte wirklich gerne eine saubere Begründung. Ich meine wir haben Gäste und öffentliche Gottesdienste und außerdem geben wir auch Leitungswasser als Trinkwasser raus... also derzeit nicht.... aber normalerweise schon... damit sind wir doch ein öffentlicher Personenkreis... *hinbieg*

  • Eine Kirchengemeinde ist öffentlich, selbst die Gemeindemitglieder sind bereits Öffentlichkeit, es handelt sich dabei ja nicht um eine "Familie " bzw. einen privaten Haushalt.

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  • So sehe ich das ja auch... aber wie kann ich das belegen?


    Selbst wenn dem wiedersprochen wird, müsste man doch eigentlich ab dem Moment wo meinetwegen ein Hoffest mit Nachbarn gefeiert wird oder Gäste zum Heilig Abend Gottesdienst kommen das ganze unter öffentliche Veranstaltung fallen und damit auch in die Prüfpflicht weil wir öffentlich Wasser abgeben, oder?


    ?domain=www.water-control.de&lang=1&fuseaction=extarticle&menu=2207&id=2061


    ---------- 26. November 2017, 14:30 ----------


    Zum Thema Kirchengemeinde... das Argument ist halt immer, dass wir halt ein Verein sind im Grunde wie ein Sportverein... und das macht mir öfter mal Probleme bei der Argumentation.

  • Schau mal in DVGW Arbeitsplatz W551 und EN806 Teil 5. Dort müsstest Du Infos finden, wo die Entnahmestellen anzuordnen sind.


    ---------- 26. November 2017, 14:32 ----------


    Auch ein Verein ist öffentlich.

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  • Religiöse Veranstaltungen fallen doch sicherlich auch in die Veranstaltungsverordnung und sind somit öffentliche Veranstaltungen, also öffentlich. Überall wo mehrere Menschen zusammen kommen können, die nicht direkte Mitglieder sind, ist es eine öffentliche Veranstaltung. Wahrscheinlich habt ihr da auch Publikumsverkehr, oder?

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Selbst bei Mitgliedern würde ich von einer Öffentlichkeit ausgehen, die stehen ja nicht in einer familiären Verbindung, und es dürfte sich wohl kaum um eine handvoll Mitglieder handeln.

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  • Super dann werde ich mal in die Richtung diskutieren, ich sehe das nämlich genauso. Und wir reden hier von rund 200 Gottesdienstbesuchern am Sonntag und unter der Woche von mindestens 500 Personen die ein und ausgehen ;) Wenn da keine Öffentlichkeit ist, dann weiß ich auch nicht mehr weiter

  • Ich vermute mal , das sinnvollste wird sein eine regelmäßige mindest -Wasserentnahme sicherzustellen ,
    Ich weis es von einem Freund , den hat Trinkwasserzweckverband angedroht , wenn er nicht mind 6 Kubikmeter pro Jahr abnimmt , bauen Sie Ihm die Wasseruhr wieder aus und legen seinen Anschluß still . Die Aktuelle geringe Abnahmemenge ist aber der Tatsache geschuldet , das es sich da um eine "Dauer"-Baustelle handelt , so konnte er diesen Kompromis mit den mind 6 Kbm aushandeln , das sind ca 115 Liter pro Woche .


    Solltet Ihr auch in Erwägung ziehen , lieber das Wasser verplempern , meinet wegen zum Blumen gießen , das wird auf dauer billiger als das permanente desinfizieren der Trinkwasserleitungen

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • @Hausmeisterin
    Ich empfehle Dir, das zuständige Gesundheitsamt mit dieser Frage zu konfrontieren.
    Nach der TWVO ist die öffentliche Abgabe eindeutig erfüllt aber Eure Gemeindeoberen werden sich auf Eueren Herrn Jesus Christus berufen, der zur Speisung der Fünftausend auch kein Gesundheitszeugnis benötigte.
    Darum lass das lieber die Behörde entscheiden. Dann bist Du auf der sicheren Seite.
    Was an der Nachrüstubg von ein paar Probenahmeventilen 1200 Euro kostet, ist mir schleierhaft.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Welche Oberen meinst Du? Die irdischen oder die himmlischen?
    An die Himmlischen trauen sich die Irdischen nicht so recht ran.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Och, wenn man das Gesundheitsamt anschreibt, dann kommt meist auch eine Antwort. Die TWVO und die Empfehlungen des UBA legen an mehreren Stellen die Gesundheitsämter als zuständige Entscheider fest.
    Manchmal muss man die aber zur Jagd tragen.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Für Sakralbauten gibt es diverse Ausnahmen. Das Problem sind meiner Meinung nach eher die heute geforderten mündigen Bürger, die sich eigenverantwortlich selbst entscheiden dürfen und sich dann über fehlende Vorgaben beschweren - jedenfalls immer dann, wenn ihnen Ungemach widerfährt.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Ihr Lieben.


    ich danke euch sehr für eure Gedankenanstöße. Und kann vermelden, dass ich die Kosten für alle Arbeiten mit Probeentnahmestelle im vollen Umfang durchgeboxt bekommen habe.


    Danke für die Argumente