Alternative zu Silikon

  • Das ist alles bekannt. Daher sind die Wände/Boden/Decke unter den Fliesen mit Flüssigfolie und den entsprechenden Eckbanddichtungen versehen.
    Das ist aber auch gar nicht die Frage.
    Um nun zu vermeiden, daß auch dauerhaft kein Wasser unter die Fliesen kommt (speziell im Duschbereich), sind Silikonlösungen eher ungeeignet.
    Was nimmt man da nach gängigem Stand der Technik?

  • Um nun zu vermeiden, daß auch dauerhaft kein Wasser unter die Fliesen kommt (speziell im Duschbereich), sind Silikonlösungen eher ungeeignet.
    Was nimmt man da nach gängigem Stand der Technik?

    haben wir schon öfter diskutiert, Ergebnis war
    a) unter Baustellenbedingungen bekommt man die Fugen nie 100% abgedichtet
    b) ist auch gar nicht notwendig, da die Abdichtung darunter erfolgen muss, da auch durch die Fliesenfugen nicht dicht sind.

  • daß auch dauerhaft kein Wasser unter die Fliesen kommt

    Dann sollte man von Fliesen im Duschbereich grundsätzlich Abstand nehmen, weil schon durch die Fliesenfugen selbst bei der hochwertigsten AUsführung unter Laborbedingungen Wasser UNTER die Fliesen kommt.
    Ist unvermeidlich!


    Auch wenn es langweilig wird und sich nach Sprung in der Platte anhören mag:
    Abdichtungen sind im Bauteilquerschitt auszuführen.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Leuchtet mir ein. Ich erinnere mich an einen Testaufbau im Fernesehen, wo die in einem Aquarium einen üblichen Fliesenaufbau gebaut haben und dann Wasser drauf. Nach ner Woche waren gut 0,3 Liter unten durchgetropft. Da wurde dann auch die Notwendigkeit einer wirksamen Abdichtung unter den Fliesen betont.


    Die hab ich ja auch gemacht. Also Duschrinne in Estrich, rundherum Dichtmanschette mit flüssiger Folie eingebettet, auf Estrich noch mal flüssige Folie (3-fach), Eck-und Randdichtungen sowieso. Jetzt steht ja der 1,5cm-Rand der Duschrinne über dem Estrich raus, und die Fliesen werden bündig an diesen Rand mit Fliesenkleber ausgerichtet. Das heißt also, wenn sich nun Wasser unter den Fliesen sammelt, kann es eigentlich nirgendwo mehr hin. Nach unten ist alles dicht, und der Rand der Rinne verhindert ein Abfliessen.
    Ich hatte halt den (vielleicht falschen) Gedanken, die Fugen von den Fliesen zur Rinne richtig abzudichten, um Wasser unter den Fliesen zu vermeiden und damit eventuelle Folgeschäden. Natürlich waren in dem Gedanken nicht die sowieso (undichte) Fliesenboden und -fugen implementiert... :/

  • Dehnungsfugen sind Wartungsfugen. D.h. diese Fugen müssen "gewartet" also kontrolliert und ggf. erneuert werden. Wenn man die Fuge starr ausführt (z.B. mit Epoxidharz oder ähnlichem) wird etwas anderes kaputtgehen. Je nachdem wieviel Verformung sich im konkreten Anwendungsfall, z.B. durch Temperatur bedingte Längenänderung, ergibt und auch die Häufigkeit spielen eine Rolle, wie lange die Fuge das mitmacht. Irgendwann wird man sie austauschen müssen. Es sollte auf jeden fall nicht irgenein Silikon oder Fugenfüllstoff verwendet werden, sondern einer, der für den Anwendungszeck konzipiert wurde.

    It doesn´t make sence to hire smart people and tell them what to do; we hire smart people so they can tell us what to do.

    Steve Jobs

  • nur als Randbemerkung auf die Nachfrage: ' Gibt es andere Möglichkeiten ? '


    Es gäbe noch die Variante "Dicht nach WHG" - und wenn es erforderlich ist sogar mit TÜV. Ausbildung von Dichtflächen beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen mit Produkten, die eine Zulassung haben für die Verwendung in Dichtflächen. Und es gibt Dichtstoffe auf Polysulfidbasis mit passendem Primer für z.B. Verkehrsbauwerke ... und für kommerziell genutzte Schwimmbäder oder für industriell genutzte Dichtflächen gibt es Fliesenfugenmaterial auf Epoxidharzbasis (früher umgangssprachlich: Schwimmbadfuge)


    DAS ist aber was gaaanz anderes; andere Untergründe, andere Fugenausbildung, andere Fugenbreiten und Fugentiefen, andere Baustoffe, ....


    Da ist es besser, und kostengünstiger und optisch ansprechender, wenn eine Silikonfuge jährlch oder halbjährlich komplett erneuert wird.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Es gäbe noch die Variante "Dicht nach WHG" - und wenn es erforderlich ist sogar mit TÜV. Ausbildung von Dichtflächen beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen mit Produkten, die eine Zulassung haben für die Verwendung in Dichtflächen. Und es gibt Dichtstoffe auf Polysulfidbasis mit passendem Primer für z.B. Verkehrsbauwerke ... und für kommerziell genutzte Schwimmbäder oder für industriell genutzte Dichtflächen gibt es Fliesenfugenmaterial auf Epoxidharzbasis (früher umgangssprachlich: Schwimmbadfuge)

    benutzt man da nicht eher keramische Hohlkehlen?
    bzw - inwiefern könnte man diese für die Problemstellung verwenden?

  • Mal grundsätzlich:


    1. muss die Fuge für den Dichtstoff auch eine mind. Breite 3-4x zu erwartende Dehnungen haben. Das Zeug ist kein Kaugummmi.
    2. Ist die Dichtebene immer unter den Fliesen, die brauchen nicht dicht sein.
    3. sind andere Dichtstoffe ala Schwimmbad genauso anspruchsvoll, wen nicht sogar mehr was die Mind.Breite angeht.
    4. Ist die Randabdichtung immer gefährdet, da beim Schneiden, hantieren usw. gerne verletzt -> ein Streifen (3cm) Trittschalldämmmatte senkrecht davor kleben 8)  
    5. Gibt es für die Ränder auch Bewegungsprofile, L-Winkel 2-teilig - davon werden die Fliesenfugen aber auch nicht dicht. Die Profile leiten das Wasser auch unter die Fliesen.
    6. Sollte die Abdichtung unter den Fliesen in den Bodenablauf - sofern - vorhanden - entwässern. Die Regeldetails sind dafür ausgelegt.

    Nachdenken kostet extra!

  • benutzt man da nicht eher keramische Hohlkehlen?bzw - inwiefern könnte man diese für die Problemstellung verwenden?

    Keramische Hohlkehlen oder L-förmige Fliesen können auch genutzt werden. Diese ersetzen dann die Längsfuge zwischen Boden und Wand und bilden eine Art Aufkantung. Die Längsfüge wandert dann nach oben auf den senkrechten Schenkel des L-Profils, verschwindet aber nicht . Sie liegt dann - weil weiter oben - in einem weniger belasteten Bereich; mechanisch (Reinigungsarbeiten) und feuchtetechnische (Wasser auf dem Boden). Läuft Wasser an der Wand herunter (Duschen, Reinigungsarbeiten mit Schlauch/Druckwassergeräten) bleibt die Fuge und muss auch dort elastisch ausgebildet werden, da i.d.R. Boden und Wand noch "arbeiten" [Ausnahme: Betonsohle und Betonwand mit Anschlussbewehrung].
    Die Querfugen zwischen den l-förmigen Fliesen bleiben auch, ebenso die restlichen Fugen zwischen den Fliesen und zwischen dem Fliesen und den L-Stücken parallel zur Wand bleiben .


    Beim Einbau muss dann darauf geachtet werden, dass die L-Teile nicht an der Wand kleben, weil dann die Gefahr besteht, dass die Klebewirkung an der Wand u.U. größer ist als am Boden und das L-Teil in den Fugen im Bodenbereich reißt.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)