Hausanbau Kosten bei bestehemdem Fundament

  • Wir liebäugeln mit einem älteren EFH mit angebauter Halle (13x9m). Diese Halle wurde vom jetzigen Eigentümer als Partyraum und Wohnzimmer genutzt, sprich Heizung, Strom liegt.
    Diese Halle möchten wir abreißen und das bestehende Fundament nutzen für ein Hausanbau (Wohnzimmer und Hauseingangstür = 6x9m) mit angrenzendem Carport alles auf der Fläche von der ehemaligen Halle.
    Wir stellen uns ein Mauerwerk mit Holzverkleidung vor, passenden dann zum Carport, alles mit einem Flachdach.
    Wäre es möglich das alte Fundament zu nehmen?
    Mit welchen Kosten müssten wir ca. rechnen?
    Lieben Dank schon mal...

  • Wäre es möglich das alte Fundament zu nehmen?

    Das kommt darauf an, ob es bemessen wurde und wenn ja, wofür.
    Taugt es für die heutigen Bauweisen in Verbindung mit dem Altbau? (Höhenlage, Lasten)
    Kann es die neuen Belastungen (Überfahren mit Kfz im Bereich des Carports) schadfrei aufnehmen


    Ich denke, DU hast hier eindeutig fir Grenzen des Internets erreicht. Helfen kann DIr nur ein Fachmensch in Kenntnis der Örtlichkeit und der vorhandenen Unterlagen.
    Ja, das kostet. Aber weniger als ein Fehlkauf, weil "das Internet" gesagt hat,: Passt scho.

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  • Wäre es möglich das alte Fundament zu nehmen?

    Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, aber aus der Ferne kann das niemand zuverlässig beantworten. Wer weiß schon, was da damals gebaut wurde. Hier hilft ein Blick in die Statik bzw. eine Begutachtung durch einen Statiker.
    Dieser Punkt muss sowieso geklärt werden, bevor man darauf ein neues "Gebäude" plant.


    Mit welchen Kosten müssten wir ca. rechnen?

    Auch hier gilt: :haue:



    Um ehrlich zu sein, es würde mich nicht wundern, wenn Du am Ende im sechsstelligen Bereich liegst.


    Beginnen wir mal von vorne. Der Bestand muss abgerissen werden. Das klingt jetzt erst einmal einfach, kann aber ziemlich aufwendig werden. Zuerst müssen Leitungen (Wasser/Heizung, Strom) getrennt werden, man muss prüfen, ob man den Anbau überhaupt so einfach einreißen kann, ohne dass das Hauptgebäude dadurch beschädigt wird, und dann stellt sich noch die Frage der Entsorgung. Wer weiß, was da verbaut wurde.
    Wer jetzt also sagt, "der Abriss kostet 5.000,- €" (nur als Beispiel zu verstehen), der begibt sich auf verdammt dünnes Eis. Die Kosten dafür können am Ende genau so gut 10.000,- € betragen oder 20.000,- €.
    Wie hoch die Kosten für den Abriss und die Entsorgung dieser Halle sein werden, da darf jetzt munter spekuliert werden. Gehen wir mal davon aus, dass keine größeren Komplikationen zu erwarten sind, dann würde ich mit einem budget im Bereich 10-15T€ kalkulieren.


    Jetzt beginnt der Anbau, der nach Deiner Aussage ca. 6 x 9m werden soll, also 54m². Dieser muss also komplett neu auf dem vorhandenen Fundament (Bodenplatte) aufgebaut werden. Schätzen wir mal mit 1.500, -€/m², dann wären das bereits 81.000,- €. Wie Du siehst, haben wir die 100T€ fast erreicht.


    Dann kommt noch der Carport hinzu, mit 7m x 9m, hier liegst Du inkl. Montage, und ohne große Sonderwünsche, auch ganz schnell bei 10T€. Schon haben wir die 100T€ an Gesamtkosten überschritten, und dabei sind Kosten für Planung, Statik, etc. noch nicht einmal enthalten.


    Man könnte jetzt die o.g. Schätzpreise hinterfragen, und schauen, wo man kostenmäßig noch optimieren kann. So ist beispielsweise eine Decke mit 6m x 9m Spannweite halt etwas teurer als bei 3m oder 4m Spannweite, ein Flachdach kann teurer werden als eine einfache Konstruktion als Satteldach oder Pultdach. Da es sich nu um einen einzelnen Raum handelt, könnte man auch bei der Elektrik und Heizung noch ein wenig sparen, usw.
    Das alles erfordert aber eine Planung, damit man überhaupt eine Grundlage hat um Preise zu kalkulieren.
    Mit den bisher vorliegenden Infos gilt das, was ich eingangs geschrieben habe. Rechne mal grob im sechsstelligen Bereich. Das ist besser als ein Luftschloss zu bauen, das sich später in Luft auflöst, da nicht finanzierbar.

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  • Vor allem sollte man mal klären, ob an Stelle der Halle nach deren Abriss überhaupt wieder irgendwas errichtet werden darf.
    Ich kenne genug gar nicht so alte Häuser, die so wie dastehend genehmigt sind und doch nicht wieder so errichtet werden dürften, weil sich Rahmenbedingungen (B-PLan, [definition=39,0]LBO[/definition], Ortsatzung etc.) geändert haben.


    Ganz zu schweigen von den vielen Schwarzbauten und Schwarz(um)nutzungen.

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  • Vor allem sollte man ....

    das war auch mein erster Gedanke.....ich wollte aber der TE nicht gleich einen Schock verpassen. :D


    Wenn dieser Anbau kriegsentscheidend ist, und davon der Kauf abhängt, dann sollte man solche Details vor dem Kauf klären. Ansonsten kann man aus dem Platz immer noch einen Garten oder ein paar Blumenbeete machen.

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  • EFH mit angebauter Halle (13x9m)

    Hier wäre es sinnvoll sich vorab die Baugenehmigung von anno dazumal zeigen zu lassen. Denn alleine aus der Tatsache, dass der jetzige Eigentümer diese halle als Party-Area zu nutzen scheint, kann man nicht ableiten, dass dies auch statthaft ist. Solche Hallen/ oder andere Anbauten haben nicht selten nur deshalb dort und in der Größe errichtet werden dürfen weil sie explizit nicht Wohnzwecken dienen.


    So gibt es beispielsweise eine Privilegierung für Gebäude, die direkt an der Grundstücksgrenze errichtet werden (Nebenanlagen, Garagen, Carports). Dort sind aber Gebäude zu Wohnzwecken idR nicht zulässig.


    Wäre jetzt natürlich unschön wenn die Halle abgerissen werden würde und dann stellt sich heraus, dass eine Neuerrichtung zu eben den vorgenannten Zwecken gar nicht genehmigungsfähig ist.

  • Neben den Fragen nach früherer und heutiger Zulässigkeit der Nutzung und passender konstruktiver Ausbildung (flächig, streifenförmig) und Tragfähigkeit der Gründung, stellt sich auch die nach der Positionierung des neuen Bauteils. Lässt sich die vorhandene Position überhaupt sinnvoll zur Erzielung eines erträglichen Gesamtbildes nutzen? Und dann stellt sich auch noch die Frage nach der Wirtschaftlichkeit der geplanten Vorgehensweise.


    Erfahrungsgemäß führen die vorstehenden Fragen nur selten dazu, vorhandene (Hallen-) Fundamente weiter zu nutzen. Ich würde erstmal die gewünschten neuen Nutzungen funktional und ästhetisch sinnvoll und legal am Bestandsgebäude anzuordnen versuchen, bevor ich mir Gedanken über die Weiternutzung der Fundamente mache.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Vielleicht als Anhaltspunkt:


    Wir sind gerade dabei ein ähnliches Projekt umzusetzen. Altbau mit recht großem Anbau, der bisher allerdings nur als Lagerraum/Hühnerstall/Zwinger genutzt wurde. Das Ding besteht aus einfachen Ziegelwänden mit überwiegend ~12cm Stärke, darauf ein Schrägdach einfachster Ausführung, also Sparren und Dachziegel. Man kann ziemlich genau erkennen, wie der Anbau über die Jahrzehnte immer mal wieder erweitert und umgebaut wurde. Der Statiker hat in unserem Fall zum Abriss geraten, weil die jeweiligen Bauteile für eine Nutzung als Wohnraum und die dafür nötigen Umbauten (Arbeiten am Mauerwerk, Aufdoppeln der Sparren etc.) am Ende teurer kämen, als ein Neubau. Auch bzgl. der (vermutlich Punkt-)Fundamente hat er von einer Weiternutzung abgeraten.


    Den Abriss des Bestands-Anbaus führen wir in Eigenleistung durch. Das macht zwar ziemlich viel Arbeit, aber kostet so am Ende bloß in Form der Entsorgung und bietet einen netten Ausgleich für Schreibtischtäter. Es ist wichtig die jeweiligen Baustoffe sauber zu trennen (Holz, Bauschutt, Abfall und ggf. "Sondermüll" wie asbesthaltige Faserzementplatten oder alte Dämmung). Wir zahlen bei unserem Entsorger für Holz 27 Euro, Bauschutt 25 Euro und Abfall 50 Euro pro cbm (eine typische Mulde hat 5cbm). Einen Big-Bag (10 Platten) mit alten asbesthaltigen Welldachplatten hat ein zertfizierter Entsorungsbetrieb für 180 Euro mitgenommen.


    Wir werden auf diese Weise am Ende vermutlich um die 1.500 Euro für die Entsorgung ausgegeben haben, wobei man fairerweise natürlich noch Ausgaben rund um die nötigen Werkzeuge berücksichtigen muss (kräftiger Bohrhammer, Schubkarre, Vorschlaghammer, Baggermiete etc.). Wir kalkulieren aktuell mit 3.500 Gesamtkosten.


    Für den anschließend neu zu erstellenden Anbau hat unsere Architektin 75.000 Euro brutto veranschlagt. Der Anbau wird einstöckig aus 175mm Kalksandstein mit einem [definition=50,0]WDVS[/definition] aus Mineralwolle erstellt, etwa 11x5 Meter groß, ohne Innenwände und erhält wieder ein Schrägdach, für das wir die alten Ziegel des Bestands-Anbaus wiederverwenden werden (die waren noch recht neu), welches allerdings, bedingt durch die geringe Dachneigung, etwas aufwändiger abgedichtet werden muss. Genutzt werden soll er als Wohn-/Esszimmer (also keine teuren Installationen abseits der [definition=30,0]FBH[/definition] und Elektrik). Teuer sind hier, in Relation zum Rest des Hauses, primär die Fenster bzw. die große Hebeschiebetür, für die allein schon etwa 15.000 Euro fällig werden (das geht sicherlich auch günstiger). Für den Rohbau inkl. neuer Streifenfundamente sind 20.000 veranschlagt, fürs Dach 10.000, Außenputz und Dämmung weitere 10.000 und die restlichen 20.000 für Elektrik, [definition=30,0]FBH[/definition], Bodenbelag, Innenputz.


    Ob das alles so hinhaut, kann ich vermutlich erst Ende nächsten Jahres berichten, aber vielleicht hilft euch das hier ja bei der Einschätzung eures Vorhabens.