Häufige Fehler bei Wärmepumpenanlagen

  • Eine neue Studie des Instituts für Bauforschung e.V. (IFB) und des Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) zeigt erhebliche Mängel bei Wärmepumpenanlagen auf.


    Bereits vor Jahren gelangte das Frauenhofer IBP im Rahmen eines Praxis-Monitoring zu ähnlichen Schlussfolgerungen.



    Die häufigsten Mängelursachen sind Planungs-, Ausführungs- und Einstellungsfehler. Wärmepumpen sind diesbezüglich sehr sensibel. Die gewünschten und möglichen Effizienzvorteile werden in der Praxis oftmals nicht erreicht bzw. kehren sich ins Gegenteil.



    Neben überhöhten Verbrauchskosten, verursachen uneffiziente WP Anlagen überhöhte CO2 Emissionen, welche ohne Komforteinbuße eigentlich problemlos vermeidbar wären.



    Folgendes sollte eine hinreichend notwendige, fachgerechte Anlagendimensionierung enthalten:



    1. Luftmengenplan (Lüftungskonzept nach 1946-6), falls KWL m/o WRG vorgesehen.


    2. Heizlastberechnung, Raumheizlasten unter Berücksichtigung Pkt.1.


    3. Optimierte Heizflächendimensionierung nach Pkt 2.


    4. Rohrnetzberechnung unter Berücksichtigung integrierter Heizkreispumpen bei Wärmeerzeugern (Restförderhöhe) bzw. Pumpenauswahl (Hydraulik) unter Berücksichtigung Pkt 1…4.


    5. Berücksichtigung der standortspezifischen Klimadaten (besonders wichtig bei LWP).


    6. Ermittlung des tatsächlichen Energiebedarfs für Hzg u. WW-Bereitung.


    7. Auswahl/Empfehlung Wärmeerzeuger.


    8. Ermittlung des tatsächlichen Energieverbrauchs für Hzg u. WW-Bereitung.


    9. Optimierung WW-Bereitung.


    10. Hinweise und Kontrollmöglichkeiten zur Überwachung/ Überprüfung der ausführenden Firmen (Hzg, WW, Lü)


    11.) Hilfestellung bei der Quellendimensionierung von SWP



    Pkt. 1…5 sind unverzichtbar. Ergänzend Pkt. 6…11 hinreichend notwendig.



    Pkt 6 kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, da vollständig unabhängig jeglicher Anlagentechnik.



    Hiermit lassen sich die Verbrauchskosten relativ genau vorab feststellen (Anlagenaufwandszahl, Pkt 8) und im späteren praktischen Betrieb mittels geeichter WMZ vom Anlagenbetreiber leicht überprüfen.



    Kosten hierfür:


    Das kostet relativ wenig im Verhältnis zu den übrigen Planungskosten oder gar Baugestehungskosten.


    Diese richten sich nach beauftragtem Leistungsumfang und besonders nach der Geometrie des Baukörpers, Anzahl der Nutzungseinheiten, beheizter Keller (ja/nein), Nutzerverhalten etc..



    Tipps für angehende Bauherren:



    - Folgen Sie den Empfehlungen der Studie. Setzen Sie auf erfahrene Planer und verlangen vom jeweiligen Anbieter eine [definition=35,0]JAZ[/definition] Garantie.


    - Sein Sie besonders kritisch, wenn Anbieter bereits Hersteller/Gerät vordefiniert haben.


    - Machen Sie Pkt 1…11 zum Vertragsbestandteil, ehe Sie Verträge/ Aufträge unterschreiben!



    Anfängliche Versäumnisse lassen sich nachträglich selten mit vertretbarem Aufwand korrigieren.

  • Pkt 6 ist schlicht nicht machbar, weil
    1) das Wetter nicht über Jahrzehnte vorhersagbar ist
    2) sich das Nutzerverhalten im Laufe der Jahre immer wieder ändert

    • Kinder kommen oder gehen
    • Menschen erkranken
    • alte Menschen haben einen höheren Energiebedarf
    • Fensterdichtungen verschleissen (Leckagen)
    • Baden statt Duschen
    • Geschirrspüler/Wame mit/Ohne WW Anschluß
    • zukünftige Technik = ??? (Wer hat vor 10 Jahren an Rainshower-Brausen gedacht)


    Klingt toll, die Liste, ist aber das Papier nicht wert, auf das sie gedruckt ist.
    (Klingt irgendwie nach Solar-Hoffmann)

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  • Das kostet relativ wenig im Verhältnis zu den übrigen Planungskosten oder gar Baugestehungskosten.

    die spannende Frage ist, wieviel bringt es?
    Denn z.B. 3000€ (inkl. WMZ etc pp) mögen im Verhältnis zu z.B. 400.000 Gesamt EFH Gestehungskosten wenig sein, um diese 3000€ aber in der Lebenszeit der Anlage (typisch ca. 20a) wieder reinholen, müsste sie bei aktuell 1000€ Heizkosten/a bei einer nicht optimierten Anlage, 150€/a sparen oder eben 15% besser werden...ganz einfach gerechnet.
    Das würde bedeuten, dass man die [definition=35,0]JAZ[/definition] einer LWWP von z.B. 3,5 bei nichtoptimiert, auf 4 durch diese Massnahmen hebt....und das Ganze noch dazu unter der Annahme, dass der Wärmneerzeuger unter 7) immer gleich viel kostet.

  • Trotzdem ist die Liste nicht schlecht, nur weil zwei Punkte nicht 100%ig vorhersagbar sind, ist die ganze Liste wieder fürn Po? Komische Ansicht...zudem sind die aufgeführten Punkte von Dir auch nicht wirklich durchgängig.


    Warmwasseranschluss Spülmaschine muss man ja von Anfang an planen Ob nun Kinder kommen und gehen, Leute krank werden etc. ist ja egal für den Heizbedarf des Hauses, denn man heizt heutzutage ein ganzes Haus vollständig. Deine meisten Punkte führen eher zum Warmwasserbedarf, der aber eh nur nebenbei von den Heizungen gemacht wird und den kleinen Aufwand bedeuten. Wenn es dann doch mehr wird, dann reichen die Erzeuger normal ja aus.


    Find eher sowas wie eine eine JAZ-Garantie blödsinn, aber das sagt der liebe TE ja so oft, hinterlegt dazu aber nix.


    Aber wurde die Liste nicht schon mal gepostet? Hier sogar? Er postet sie aber grad quer durch alle Foren :D

  • Ob nun Kinder kommen und gehen, Leute krank werden etc. ist ja egal für den Heizbedarf des Hauses, denn man heizt heutzutage ein ganzes Haus vollständig.

    Wer sagt (ausser Dir), dass ein Haus immer komplett und nicht un Teilbereichen beheizt wird, insbesondere, wenn Räume ihrer Nutzung ledig werden (KiZi)?
    Und selbst wenn, dann betreffen Punkte wie wechselndes Klima und gesundlich/altersbedingt höherer Wärmebedarf eben das ganze Haus.

    eher zum Warmwasserbedarf,

    Der TE legt aber besonderen Wert darauf, dass dieser mit einbezogen wird. Für ihn also wohl kein


    kleinen Aufwand

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  • Eine Teilbeheizung bringt nichts, weil Du damit die Wärmeenergie aus den anderen Räumen dahin wandern lässt und dadurch der Heizaufwand eher höher wird.


    Zudem können Bauteilschäden je nach Bauweise, Lage und Anteil der nicht-beheizten Flächen auftreten.


    Wobei man natürlich etwas abwiegeln muss: Es reicht meist aus, die ungenutzten Räume herunterzuregeln, aber ganz ausstellen ist nicht zu empfehlen.


    Diese Meinung habe ich ziemlich sicher nicht alleine ;)


    Zu dem anderen: Gut, haste Recht. Ist die Liste nicht aus der Untersuchung entstanden oder ist die tatsächlich von "ihm"?

  • Schon mal VDI 4645 gelesen? Vermutlich nicht!

    Ist die denn schon ueber das Stadium "Entwurf" hinaus gekommen?


    Die Punkte 1-7 deiner Liste sind die wesentlichen Bestandteile der Planung HSL nach HOAI. Die Punkte 8-11 kannst du unter TGA-Folklore verbuchen. Klingt gut, aber herrlich unbestimmt.