Niedertemperatur-Fußboden-Heizsystem im Trockenausbau

  • Grüße,


    Im Internet gibt es kaum Informationen zu diesen Heizsystemen, hier stellvertretend das System von Lithoth**m. Ausschließlich offensichtliches Vertretergeschwätz (S. Berndt, elation, Dr. Lisa Wei/ß, Ulrike W., Annemarie F., BauMit,). Zu 99% scheint mir "normaler" Estrich verlegt zu werden, während dieses alternative System höchstens ein Nischendasein führt. Dieses wurde uns jetzt bei der Innenbemusterung vorgestellt und ich hätte gerne erfahren, ob ihr schon damit gearbeitet habt und - wie auch immer geartete - Erfahrungen sammeln konntet.


    "Vorteile" sollen ja die Möglichkeit zur Eigenleistung und die verkürzte Zeit bis zur Belegreife sein, während der Nachteil eben die höheren Kosten im Vergleich zum System mit Fließestrich sind. ?(

  • "Vorteile" sollen ja die Möglichkeit zur Eigenleistung und die verkürzte Zeit bis zur Belegreife sein,

    Das mit der Belegreife kann ich nachvollziehen, die Sache mit der Eigenleistung eher nicht. Abgesehen davon, dass man auch bei einer konventionellen [definition=30,0]FBH[/definition], und erst Recht bei Trockenbausystemem, einiges an Eigenleistung erbringen kann, stellt sich doch die Frage, ob sich am Ende die Sache lohnt. Wenn System X trotz Eigenleistung teurer wird als System Y, dann müsste System x schon eine Menge anderer Vorteile haben, damit es sich lohnt Zeit in Eigenleistung zu investieren.


    Ein weiterer Vorteil dieses Systems ist dadurch gegeben, dass die [definition=30,0]FBH[/definition] Rohre im oberen Bereich liegen, sprich knapp unter dem Bodenbelag. Das beschleunigt den Wärmedurchgang zur Bodenoberfläche, das System reagiert also etwas schneller. Das würde ich jetzt aber nicht zu hoch bewerten, denn Heizen mit einer [definition=30,0]FBH[/definition] ist nicht mit einem Rennwagen zu vergleichen, wo ständig zwischen Gas geben und bremsen gewechselt wird.


    Meine persönliche Meinung, der Grund warum solche Systeme oft nur ein Nischendasein führen ist allein im Preis begründet. Es gibt nur wenige Bauherren die nicht auf den Preis schauen (müssen). Wenn ich sagen wir mal 2.000,- € sparen kann, indem ich ein konventionelles [definition=30,0]FBH[/definition] System einsetze, und evtl. noch mehr durch Eigeneleistung, dann wiegt dieses Argument schwer.

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  • Die Frage wäre ja, wieso man sich schnelle Reaktionszeiten wünscht? Mein Kenntnisstand zum Thema "Umgang mit moderner [definition=30,0]FBH[/definition]" ist: Am 01.10 anwerfen und am 01.04 wieder ausmachen.


    Einzige Situation, die ich mir vorstellen könnte, wäre der Wunsch nach kurzzeitig höherer Temperatur im Bad. Dafür kann man aber wohl besser z.B. einen elektrisch betriebenen Handtuchheizkörper nutzen.



    Ich kenne diese Trockensysteme eigentlich nur als Alternative für den Altbau (Aufbauhöhe) oder für statisch kritischen Stellen (Holzbalkendecke). Dort mag man nicht drum herumkommen, aber überall anders sehe ich keinen Vorteil solcher Systeme, die die Mehrkosten rechtfertigen würden.

  • Die Frage wäre ja, wieso man sich schnelle Reaktionszeiten wünscht?

    Das wünsch(t)en sich viele (mich eingeschlossen), die noch in wenig gedämmten Altbauten leben. Dort dreht man aus Energie- und Geldspargründen sehr gerne die Heizung zurück, wenn man tagsüber sowieso nicht da ist. Und wenn man dann abends nach Hause kommt, will man es *schnell* warm haben.
    Dieses Verhalten wird auf den Neubau übertragen, obwohl es da keinen Grund gibt, die Temperatur zeitweise abzusenken.
    Erst wenn man dann drin wohnt merkt man, dass es viel komfortabler ist, wenn das Wohnzimmer immer noch warm ist statt schnell warm wird.

  • Ich kenne und nutze noch einen Aspekt der schnellen Regelbarkeit massearmer FBH-Systeme:
    Weil die neuen hochwärmegedämmten Bauten so niedrige Heizlasten haben, bleiben auch die Oberflächentemperaturen im kaum fühlbaren Bereich. Durch den gezielten Einsatz von Absenkzeiten überlistet man das System, um vorübergehend höhere Oberflächententemperaturen zu fahren, die den nackten Füßen schmeicheln und nicht zur Überheizung führen. Auch der Fremdwärmeeintrag durch Sonne oder Partygäste lässt sich so schneller wegregeln. Eigentlich wird eine [definition=30,0]FBH[/definition] durch diese Systeme erst so richtig regelbar.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • hallo
    ich hab die systeme schon in kombination mit nasssystemen für die bad- und duschbereiche eingesetzt.
    durch die reduzierte nutzbare fläche in diesen bereichen, ist eine höhere oberflächentemperatur des bodens,(logisch auch etwas höhere raumtemperatur ) bei gleichen vorlauftemperaturen schon angenehm.( macht 2-3 ° aus )
    dadurch entfielen zusatzheizflächen an den wänden.


    gruss aus de palz

  • der schnellen Regelbarkeit massearmer FBH-Systeme:

    Der o.g. Hersteller bewirb dieses System aber ausdrücklich nicht als massearm, sondern erzielt die schnellere Reaktionszeit durch eine andere Position der [definition=30,0]FBH[/definition] Rohre, sprich die [definition=30,0]FBH[/definition] Rohre befinden sich halt knapp unterhalb des Oberbelags. Dadurch ergibt sich nach seiner Aussage ein Zeitvorteil im Bereich 1h bis 1,5h. Die Masse der Platten reagiert auch bei diesem System verzögert (so zumindest die Aussage des Herstellers).


    Nachvollziehbar ist auch, dass durch den besseren Wärmeübergang zur Bodenoberfläche die Vorlauftemperatur geringfügig abgesenkt werden kann. Das würde ich jetzt nicht als Hauptvorteil bewerten, da der Unterschied zu einem Nasssystem geringer sein dürfte als von diesem Hersteller propagiert.
    Wenn ich mich richtig erinnere, dann gab es mal einen Hersteller, der aus diesem Grund die Nut in der die Rohre verlaufen nachträglich mit einer dünnflüssigen Masse ausgegossen hat.


    Wenn man eine möglichst geringe Aufbauhöhe benötigt, dann können auch andere Trockenbausysteme mithalten, und die Dünnschichtsysteme, die also nur mit einer relativ dünnen Ausgleichsmasse und einer Überdeckung von wenigen Millimetern arbeiten, sowieso.


    Was mir noch durch den Kopf ging, die "Ziegel" (Platten) werden ja nicht fest miteinander verbunden. Ich stelle es mir außerordentlich schwierig vor, diese gerade bei größeren Flächen so präzise zu verlegen, dass es nicht zu Bewegungen beim Begehen der Fläche kommt. Wenn dann 2 Platten aneinander reiben, dann dürfte das unweigerlich zu Geräuschen führen. Das ist jetzt aber nur eine Theorie/Überlegung meinerseits. Mag sein, dass ich damit auch völlig daneben liege, und dieses "Problem" gar kein Problem ist.


    Dünnschichtsysteme habe ihre Existenzberechtigung, keine Frage, denn gerade im Sanierungs-/Renovierungsbereich ist es oftmals nicht möglich eine konventionelle [definition=30,0]FBH[/definition] zu bauen, ohne vorher die Hütte komplett auf den Kopf zu stellen. Da können dann 10 oder 20mm mehr oder weniger an Aufbauhöhe schon entscheidend sein. Es ist auch klar, dass solche Sonderkonstruktionen teurer sind als eine konventionalle [definition=30,0]FBH[/definition], womit wir wieder beim Preis wären.


    Im Prinzip ersetze ich mit den Platten doch nur den Estrich, und bei der Auswahl der [definition=30,0]FBH[/definition] Rohre bin ich auch eingeschränkt. Alle anderen Arbeiten (Dämmung unter dem Aufbau, Verlegung der Rohre, Heizkreisverteiler usw. ) fallen ja bei allen Systemen an. Was kostet nun 1m² Fließestrich fertig eingebracht? Einen aktuellen Preis habe ich jetzt nicht, vor 3 Jahren wurden bei einer Sanierung für 175m² ([definition=30,0]FBH[/definition] Tackersystem, 40mm Überdeckung also etwa 60mm Gesamthöhe) knapp 15,- € + MwSt. pro m² fällig, CAF anliefern, einbringen, fertig. Keine zusätzlichen Arbeiten. Das Silo wurde ca. 1 Woche vorher angeliefert und aufgestellt, zum vereinbarten Termin kamen die Estrichleger und nach 4h war die Truppe bereits wieder weg. In wieweit hier ein regionaler Faktor zu berücksichtigen ist, das kann ich nicht sagen, aber es sollte nicht so schwer sein, einen Estrichleger im Umkreis mal anzurufen.


    Ach ja, ich gehe bewusst nicht auf die teils abstrusen Voodoo Argumente ein, die man so im Internet zu den Systemen findet. Physik bleibt Physik, und wenn ich auf manchen Webseiten lese, wie für diverse Systeme "Werbung" betrieben wird, dann ist das für mich eher ein Grund, solche Systeme nicht in Erwägung zu ziehen.

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  • hallo
    ich hatte da nicht das o.a system eingebaut sondern estrichziegel von crea..... system ist etwas anders.
    vom preis her regelt sich das ein wenn die lady eine höhere temp. im bad will aber diese handtuchheizkörper als bakterien-zuchtstationen abtut und elektroheizteile im bad für sie ein no-go sind.


    gruss aus de palz

  • Die von Dir genannten Estrichziegel werden dann ja auf die [definition=30,0]FBH[/definition] (und Wärmeleitbleche) gelegt, ersetzen somit quasi nur die (Rohr)Überdeckung. Von der Aufbauhöhe vergleichbar mit Trockenestrichplatten der üblichen Hersteller (um die 20mm).

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  • hallo
    jeep gibts aber auch mit fertiger, glasierter oberfläche.
    in den bädern die ziegelroten und dann belag nach wunsch.
    die ziegelroten hab ich auch schon in kellerräumen als fertiger belag verlegen lassen.
    80 mm dämmung und 20 mm ziegelestrich. da gings beim umbau um jeden cm.


    gruss aus de palz