EFH in Brandenburg, Raum Potsdam (Architekt/Einzelvergabe)


  • Liebes Forum,


    nachdem nun unsere Kinder aus unserem jetzigen EFH ausgezogen sind, und uns dessen Lage (nahe dem vielleicht irgendwann eröffnenden BER) und die Raumaufteilung (zwei Etagen, zu viele kleinere Zimmer) für unsere Zukunft nicht mehr passend scheint, wollen wir weiter draussen noch einmal bauen. Das beauftragte Architektur-/Bau-Ing-Büro biegt mit der Erstellung des Bauantrages in die Zielgerade ein, daher wollen wir nun die geballte Weisheit des EFB's nutzen. :)
    Vorgaben für den Entwurf waren:

    • 2 Personen
    • Arbeitszimmer
    • offener, großzügiger Wohnbereich
    • Licht / Freiluft
    • Zentralfunktionen auf einer Ebene (Seniorentauglich)
    • Werthaltig (Wiederverkauf, auch an Familien mit Kindern)
    • Schwimmbecken
    • Budget 650 kEUR (ohne [definition=52,1]Grundstück[/definition])

    Das voll-erschlossene [definition=52,1]Grundstück[/definition] im Innenbereich ist ein typisches brandenburgisches langes (ca. 400m) und schmales (25m) leicht trapezförmiges Teilungsstück mit Nord-Süd-Ausrichtung. Der vordere Teil (50m) liegt in einem B-Plan-Bereich, der hintere ist Naturschutzgebiet und im Wesentlichen nicht nutzbar, stellt aber eine sehr schöne, unverbaubare Süd-Sichtachse dar. Die Vorgabe an die Architektin war, Grundfläche und Geschossfläche optimal zu nutzen und möglichst alle wichtigen Räume mit Fenster in Richtung Süden anzuordnen sowie die Seiten zu den Nachbarn möglichst zu schließen.
    Da sich der Erwerb des Grundstücks etwas hingezogen hat, hatten wir viel Zeit an eigene Entwürfe zu verschwenden ;) , die wir der Architektin als grobe Idee gezeigt haben, Euch aber hier besser vorenthalten. Unser wesentlicher Unterschied war die Idee eines nur teilweise im Haus integrierten Schwimmbereiches - wir haben uns aber mit Energie-/Klima-Überlegungen davon abbringen lassen.
    Als Stil haben wir "mediterran" vorgegeben, weil wir das recht gefällig finden, aber auch das Studium der Hausverkäufe zeigt, dass das anderen auch so geht, was der Wiederverkaufbarkeit nutzt. In der weiteren Planung wollen wir darauf achten, den Stil einigermaßen zu halten.


    Die Entwürfe und Visualisierungen sind selbst mit Sketchup erstellt, die Originalzeichnungen möchte ich nicht ins Forum stellen (glaubt mir, die gibt es). Zum momentanen Zeitpunkt sind äußere Form und grundsätzliche Raumanordnung weitestgehend festgelegt, Fenster und Türen (insbesondere der "Stil-Faktor") sind noch in Bearbeitung.


    Ansicht von Süden
    expertenforum-bau.de/index.php?attachment/4631/


    Ansicht von Norden (von der Straße)
    expertenforum-bau.de/index.php?attachment/4632/


    Grundriss Erdgeschoss
    expertenforum-bau.de/index.php?attachment/4630/


    Der Arbeitszimmerbereich (bzw. der potenzielle Wiederverkaufs-Kinderzimmerbereich) liegt im (Teil-)Obergeschoss (noch nicht fertig).


    Ich werde sehen, dass ich über die weiteren Entwicklungen unseres Projekts hier zeitnah berichte und freue mich auf Eure Anregungen.

  • Ein wenig OT: Was findet Ihr Brandenburger an diesem (pseudo) mediterranen Stil so geil? Ich find das wirklich schrecklich - aber klar, muss Euch gefallen.


    Aber irgendwie fällt mir das grad bei Euch immer wieder auf :).

  • Sorry, ich finde es auch maximal gruselig. Neuer Ever würde ich auf die Idee kommen, solch ein Haus zu kaufen.
    Aber wenn es euch so gefällt, warum nicht.


    ---------- 8. November 2017, 12:01 ----------


    Ist das eigentlich ein überdachter Pool?

  • Mal ein Einwurf zum Thema "Wiederverkäuflichkeit":


    Ich würde nicht wollen, dass meine Kinder (und deren Freunde), oder generell Gäste jedesmal durch mein Schlafzimmer müssen, wenn sie schwimmen wollen. Aus dem gleichen Grund habt ihr dann wohl auch noch das Gäste-WC hinten in der Ecke versteckt (ohne Bemaßung schwer zu beurteilen, aber ist das nicht etwas schmal?).


    Und so geil ich auch die Idee eines Indoor-Pools finde, so bedrückend finde ich derlei "Zweckhallen". Der Raum hat vielleicht 10 x 4,5m und ist auf der Ost-Seite vollständig geschlossen, kriegt im Endeffekt also nur von Süden etwas Sonne. Spätestens im Winter dürfte da mit Tageslicht nicht mehr viel gehen. Und weil der Pool den Raum maximal ausnutzt, ist halt gerade mal (unter Zuhilfenahme dieser Deck-Konstruktion) Platz für 2 Liegen - einladend ist das nicht. Wenns dann aber doch bloß drum gehen sollte ab und an mal ein paar Bahnen zu ziehen, hätte ich den Pool halb so groß gemacht und einfach ne Gegenstromanlage verbaut.


    Ist natürlich alles bloß persönlicher Geschmack, insofern also bitte nix für ungut! Generell finde ich die Idee ziemlich geil; einfach nochmal schön auf die Ka*** hauen, nachdem die Kinder ausgezogen sind. Kann ich mir selbst auch sehr gut vorstellen. Aber wo ist der Whirlpool?! ;-)

  • Im Bauhausstil würde es mir besser gefallen, mit klarer Kontur/Form aber über Geschmack kann man nicht diskutieren.


    Aber, im Gegensatz der Mehrzahl hier, würde ich nicht zwingend auf Wiederverkäuflichkeit achten. Dann lieber drauf achten einfach zu konstruieren um die Ausführung nicht teuer zu machen.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Meine Güte, was für ein Kitsch... <X


    Das ist jetzt aber nicht ernst gemeint, oder? ;(


    Hatte gerade mit einem Südtiroler Architekten zu tun. Wenn der das zu Gesicht bekommen hätte, wäre der vor Lachen zusammen gebrochen. Nicht mal in südlicheren Gefilden kommt man noch auf solche Ideen...

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Off-Topic:

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  • Als Stil haben wir "mediterran" vorgegeben, weil wir das recht gefällig finden, a

    Kann man machen, aber dann doch bitte richtig. Das ist doch weder noch. Gemessen an echt guten mediterranen Entwürfen (wovon es wirklich wunderschöne gibt). Bedingt durch den Grundriß reichen 650k nie und nimmer. Werthaltigkeit würde ich absprechen.

    Einmal editiert, zuletzt von Kalle () aus folgendem Grund: Unschönen Teil entfernt

  • Leute, wir können Beiträge auch einfach löschen! Reißt Euch am Riemen! Man kann das auch ganz vernünftig ausdrücken das es einem nicht gefällt - macht es zwischenmenschlich deutlich angenehmer.

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  • ... hätte ich bei einem solchen Neubau trotzdem ein, zwei Zimmer vorgesehen.

    Ja, durchaus. Hatten wir am Anfang auch im EG, aber das hast sich mit den GRF/GFZ-Vorgaben und dem Wunsch nach Weiträumigkeit gebissen. Ist jetzt ins OG bzw. KG gewandert, dort jeweils ein (optionales) Bad.

  • Im Bauhausstil würde es mir besser gefallen

    Danke, Kalle (mein' ich ernst). Ich habe kurz drüber nachgedacht, und ja - bei der äusseren Form und Raumanordnung könnte das wirklich interessant aussehen. Wäre aber bei der besseren Hälfte nie durchgegangen und der B-Plan sagt: "keine Flachdächer".


    Zu den "äh doofer Stil" posts: Wenn ich hier so durch Brandenburg fahre, sehe ich gefühlte 95% stillose (d.h. ohne den Willen, einen welchen-auch-immer Baustil sichtbar werden zu lassen), rein-funktionale, rechteckige Nutz-EFHs (Stadtvilla, Erika). Ich denke, wenn man schon ein Haus mit etwas mehr Freiheit baut, muss man sich da nicht einreihen. Im Prinzip hätte es auch ein anderer Stil getan (klassizistisch? andere Vorschläge?). Jetzt drängen wir unsere Architektin jedenfalls dazu, möglichst wenig "pseudo" zu erzeugen. Schwer.


    Hey, und -- Kitsch sells :rolleyes:

  • rein-funktionale, rechteckige Nutz-EFHs

    Ich würde mir an eurer Stelle zunächst einmal überlegen, wie wichtig mir irgendwelche Stile überhaupt sind. Ihr habt zwar mit 650k ein vergleichsweise großzügiges Budget, aber abzgl. des Schwimmbads bleibt davon nun auch nicht mehr sooo viel übrig.
    Ich bin nicht vom Fach, aber ich könnte mir vorstellen, dass der Grundriss mit seinen vielen Vor- und Rücksprüngen und vielen kleinen Teildachflächen am Ende sicherlich einen mittleren 5-stelligen Mehrbetrag ausmacht. Den würde ich persönlich lieber in eine hochwertige Ausführung (z.B. Kupfer/Schiefer auf dem Dach, [definition=47,0]VHF[/definition]/Klinker oder Eichenfenster, Dämmung) investieren, es ansonsten aber bei "quadratisch, praktisch, gut" belassen - das ist nicht zuletzt auch energetisch günstiger.


    Ansonsten käme das äußere Erscheinungsbild auf meiner Prioritätenliste relativ weit hinten. Da würde ich eher über Hausautomation, ein tolles Heimkino, ne super ausgestatte Küche, hochwertiges Einbau-Mobiliar, schicke Bodenbeläge, aufwändige Beleuchtung oder "Spielereien" im Inneren (Glasboden, Natursteinwand, abgefahrene Treppe) etc. nachdenken. Da kann ich mich im Alltag einfach mehr dran erfreuen.


    Unser wesentlicher Unterschied war die Idee eines nur teilweise im Haus integrierten Schwimmbereiches - wir haben uns aber mit Energie-/Klima-Überlegungen davon abbringen lassen.


    Ohne jetzt zu wissen, wie wichtig euch der Indoor-Pool ist: Wenn ihr ohnehin schon Problemchen mit der GRZ/GFZ habt, wäre dann ein außenliegender Pool nicht am Ende "günstiger"? Das ließe euch mehr Spielraum beim Grundriss und von den gesparten schätzungsweise 200.000 Euro, die die "Schwimmhalle" am Ende mehr kostet als ein ein entsprechender Pool im Garten, könnt ihr vermutlich locker die ganzjährige Beheizung des Pools inkl. Gehweg dorthin bis an euer Lebensende finanzieren (wenn ihr denn am Ende tatsächlich zu regelmäßigen Poolnutzern mutiert).

  • möglichst wenig "pseudo" zu erzeugen. Schwer.

    Lass den Rundbogen weg. Bei der Stütze als auch über der Fensterfront.


    Den Poolraum würde ich ins Wohnzimmer verwandeln, mit offener Küche/Essbereich. Den Pool nach rechts verschieben. In etwa so, ich habs mal mit Photoshop etwas manipuliert.


    Die Pfeile sollen Glasflächen sein. Über der Pooldecke könnte man einen kleinen bedachten Balkon vom Schlafzimmer abgehend machen? Das Treppenhaus/ Flur müsste man noch etwas anpassen, dass man vielleicht nicht gleich aufn Pool schaut. Das hinten eingerückte Geschoss (OG) - sofern möglich - würde ich wieder nach außen nehmen. Und versuchen den Bereich, wo das Lütte Vordach anstößt (links hinter dem Versatz) offener zu gestalten.


    Wenn baurechtlich zulässig würde ich einen Würfel wählen und von da aus etwas tiefer den Schlauch in L-Form. Hoffe das war verständlich.

    Bilder

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  • Ich würde gucken, ob man den Pool nicht über die gesamte Südseite ziehen kann. Dort dann die komplette Front zum Garten verglasen und schon hat man nicht nur maximale Lichtausbeute, sondern gleichzeitig noch die Möglichkeit den Pool im Sommer nach draußen zu öffnen. Bei nem "gewöhnlichen", rechteckigen Haus mit Satteldach könnte man dann über dem Pool die Decke zum OG aussparen und den Raum bis in die Sparren öffnen. Dort vielleicht sogar zusätzlich noch mit "Dachfenstern" arbeiten (mehr Licht und solare Gewinne im Schwimmbad (und Ramontik bei Regen)).


    Die Wand zum restlichen Wohnraum könnte man dann ebenfalls maximal verglasen. Ordnet man dann die Treppe mittig im Haus entlang dieser Trennwand zum Schwimmbad an, ergibt sich oben eine großartige Möglichkeit für eine (verglaste) Galerie (vielleicht mit Rutsche? :D ) mit Blick auf den Pool, die dann gleichzeitig auch alle Räume dort erschließt.


    Schlafzimmer und Bad im EG in den "Ost-Flügel" (direkter Zugang zum Pool), dazwischen Eingangsbereich, der auf die Treppe zuführt und im Westflügel dann ein Koch-/Ess-Wohnbereich.


    Etwa so:


  • Lass den Rundbogen weg.

    Ja, bei den Rundbögen sind wir uns am wenigsten sicher, ob das einen stimmigen Eindruck ergibt oder nicht. Stilsicherheit ist nicht jedermanns (nicht unsere, jedenfalls) Sache. Wir hoffen auf den Archi und das Forum.


    Danke für Deine Mühe. Das sieht jetzt im wesentlichen gespiegelt aus und das Schlafzimmer scheint zu fehlen - oder soll das ins OG? Wir wollten alle wichtigen Räume im EG (barrierearm). In's OG nur Räume, auf die man später einfach verzichten kann (Arbeitszimmer, Gast, ...).

  • Danke für Deine Mühe. Das sieht jetzt im wesentlichen gespiegelt aus und das Schlafzimmer scheint zu fehlen - oder soll das ins OG? Wir wollten alle wichtigen Räume im EG (barrierearm). In's OG nur Räume, auf die man später einfach verzichten kann (Arbeitszimmer, Gast, ...).

    Wenn ich ein Haus bauen würde, würde ich Wert drauf legen persönliche Räume auch persönlich zu halten. Also aus dem Nutzerverkehr generell ins OG. Klar im Alter dreht sich die Erreichbarkeit. Hier könnte man das Gastzimmer dann als SZ nutzen. In deinem jetzigen Grundriss fehlt aber auch das Masterbad im EG, oder irre ich?


    Mein Problem an eurem Entwurf. Ihr vergebt dort wo der Torbogen ist Wohnraum. Da ist jetzt eine hohe Dachdecke ohne wirklichen Sinn. Ich habe verstanden, dass der Pool schon so der Aufhänger ist. In dem Schlauch aber irgendwie abgetrennt wirkt. Die Wohnräume hatte ich dort hin gemacht weil sie offen sind - also großes Raumgefühl - aber nicht so massig Verkehrsfläche produzieren die unnutzbar sind. Ist ja letztlich auch nur n "Deppenentwurf" eines Ahnungslosen :D Bis ich das aber textlich erklärt hätte, lieber so :D

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Ich würde gucken, ob man den Pool nicht über die gesamte Südseite ziehen kann.

    Auch Dir danke für die Mühe. Das ist die klassische "Wintergarten"-Anordnung (mit Pool). Haben wir lange drüber nachgedacht, gefällt uns nicht besonders. Das Wohnzimmer liegt dabei hinter dem Wintergarten - kein direkter Gartenzugang/-blick.


    ---------- 9. November 2017, 16:41 ----------


    Klar im Alter dreht sich die Erreichbarkeit.

    Eigentlich wollten wir einen Bungalow, aber dann gab es doch noch den Wunsch nach Arbeitszimmer und es wurde mit der Grundfläche knapp.
    Der aktuelle Entwurf ist bei GRZ/GFZ am Maximum. Insofern ist der überdachter Terassenbereich nicht "verschenkt", sondern nur in GRZ 2 (statt 1).


    Unsere Terasse nutzen wir eigentlich immer bis Aussentemperatur < 10 Grad, mit der Überdachung (und vielleicht einer Feuerstelle/Grill am Doppelschornstein) geht das vielleicht noch etwas länger.

  • Auch Dir danke für die Mühe.


    Dafür nicht, macht Spaß ein bisschen zu knobeln. Die Raumanordnung, bzw. deren Größe und Zuschnitt hängt natürlich immer auch ein wenig an den individuellen Gewohnheiten. Wenn euch der Garten-Zugang/Blick aus dem WoZi wichtig ist, könnte man die "klassische Wintergartenanordnung" ja schlicht etwas verkürzen und das Wohnzimmer daneben anordnen. Dann hat der Pool eben "nur" 6m und keine 10m.
    Generell wird es aber wohl auch seinen Grund haben, dass du dies als "klassisch" bezeichnest. Ich schätze die meisten Leute, die das viele Geld für solch ein Schwimmbad ausgeben, möchten das am Ende nicht in einem "dunklen" und räumlich separierten Bereich unterbringen.


    Aber wie Kalle es schon so schön ausgedrückt hat: "Deppenentwurf" ;-)

  • "dunklen" und räumlich separierten Bereich

    Das ist auch unsere Befürchtung.
    Dunkel werden wir mal noch simulieren und ggf. durch mehr Dachflächenfenster fixen.


    Separiert: Der Poolbereich hat ja direkten Aussen-Zugang von der Terasse und vom nördlichen Innenhof (wo auch noch eine Sauna hinsoll). Der innere Zugang von Schlafzimmer und Badezimmer ist halt "privat".

  • Das meinte ich ja eben. Wenn ihr das Schwimmbad gern "privat" möchtet, dann ist das eben so. Mir persönlich wäre eine "offenere" Variante lieber, weil ich - wenn ich das Geld ausgeben würde - den Spaß auch gern mit Freunden und Familie teilen wollen würde. Was ist z.B. wenn ihr mal Enkel habt?

  • Und Freunde? Also wenn man schon so viel Kohle raus haut, dann würde ich den Privatbereich ins OG verlegen und eine Option für einen Aufzug mit einbauen, z.B. Treppenloch groß genug machen, bietet so auch optisch was, bis mal der Aufzug irgend wann rein kommt. Im Alter kann man immer noch über den Aufzug rauf und runter und das ganze Haus bleibt einem offen und zugänglich. Das OG kann man dann in einen Privatbereich und einem Gästebereich aufteilen. Das EG bleibt somit für alle nutzbar und alle, auch die Gäste, können ins Schwimmbad, Sauna und was sonst noch so alles rein kommt. Wenn Finca, dann richtig Finca und den Wohnbereich nach oben hin offen gestalten mit Galerie, über die man in die Privatgemächer und den Gästegemächer kommt. Man könnte auch den Pool weiter ins Freie verlängern, mit einem Auslass, wo man im Winter auch raus schwimmen kann. So kann man das Schwimmbad im Haus kleiner halten und mehr Fläche für andere Sachen verwenden.


    Ganz Verrückte können dann auch eine Rutsche in den Pool einbauen und andere Spinnereien... So wie es einem Beliebt...

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Auf mich wirkt der Entwurf ziemlich verschachtelt (Dachlandschaften...). Ich denke, dass Ihr gerade im ländlichen Brandenburg tolle Beispiele finden werdet, wie die Menschen mit den örtlichen Gegebenheiten und Materialien gebaut haben - da würde ich ehrlich gesagt das mediterrane deutlich zurückfahren und einen klaren rechteckigen Grundriss bevorzugen. Schau dir mal den BDA-Preise für Architektur in Brandenburg an: Hier findest Du tolle Projekte, die extrem unterschiedlich sind.
    Aber kein einziges davon ist im "mediterranen" Stil - und das nicht ohne Grund: Man sollte auch beim Thema Werthaltigkeit immer bedenken, dass sich Mode wandelt und gerade der mediterrane Baustil (der sich hier ja im wesentlichen auf die äußere Optik beschränkt) ist m.E. derzeit eher Mode. In 25-40 Jahren wirkt so ein Bau in mitten von brandenburgischer Natur und Wetter eher wie ein Fremdkörper als ein natürlicher Teil der Kulturlandschaft und das macht es schwierig dafür dann Interessenten zu finden.


    Mit 650k habt Ihr ja ein ganz ordentliches Budget, ich würde mir dann auch überlegen ob Ihr nicht den Grundriss im EG deutlich "entschlackt", also offener und großzügiger macht und dafür eine Fahrstuhllösung fürs Alter einplant. Indoor-Pool... ist sicherlich eine Geschmackssache, für mich wären Kosten/Nutzen in keinem vernünftigen Verhältnis, besonders bei der Größe, die nicht groß genug für einen "Wow"-Effekt und nicht klein genug für eine Budget-freundliche Ausführung ist. Der Vorschlag kleiner und mit Gegenstromanlage klingt recht vernünftig, dann kann man auf der Fläche auch noch eine Sauna unterbringen.

    The avoidance of taxes is the only intellectual pursuit that still carries any reward.
    - John Maynard Keynes -

  • Sehr lange habe ich gezögert, etwas dazu zu schreiben, aber jetzt mache ich es doch: Ich halte den "Entwurf" jenseits allen Geschmacks ganz objektiv für in jeder Hinsicht schlecht!


    Denn:

    • Baukörper und Dach sind jeweils ein zusammenhangloses Sammelsurium unterschiedlichster Körper und Formen. Die sind nicht mediterran, die sind wahllos und könnten ebenso in der polnische hohen Tatra wie in Mexiko stehen, kommen aber weder von hier noch von dort.
    • Dort hinein sind wahllos Öffnungen unterschiedlicher Formen und Größen geschnitten, ohne jede erkennbare Proportion, ohne Teilungen, ohne Zusammenhang zu den Innenräumen.
    • Grundriss und Baukörper haben nichts miteinander zu tun. Die Teil-Baukörper sind einfach nur zusammengequetscht. Ein Stapel Holzbauklötze hätte wenigstens ein einheitliches Maßsystem. Auch an dem fehlt es hier.
    • Die Verdrehung der beiden Teilbaukörper ist völlig unmotiviert und hat keinerlei positive räumliche Wirkung.
    • Anscheinend war es ein Hauptziel, möglichst viel Erschließungsfläche mit möglichst viel Gebäudehülle zu umwickeln. Die erkennbaren Funktionen ließen sich auf ca. einem Viertel der Grundfläche anordnen, mit einem Drittel der Hüllfläche.
    • Das Rendering ist grauenhaft. Wenn die wirklich ein "Kollege" erstellt haben sollte, so möge er sich oder seinem verantwortlichen Mitarbeiter eine vernünftige Software kaufen und dann einen Kurs buchen, um deren sinnvolle Nutzung auch zu erlernen. So sahen vor zehn Jahren schon die Produkte von "My-Dreamhouse-3.0" aus. Das geht entweder fotorealistisch oder abstrakt erheblich besser. Derartiges muss man seinen Kunden jedenfalls nicht mehr vorwerfen. Das geht sogar mit dem Küchenprogramm vom schwedischen Möbelhaus besser.
    • Es fehlt jeder erkennbare entwurfliche Absicht, außer vielleicht "mediterran", aber selbst dabei wurden nicht ansatzweise die Stilmittel verstanden und stimmig umgesetzt.
    • Nein, wenn man ein ocker-, pardon, siena-farbenes Haus mit flachen Satteldächern und zwei misproportionierten Rundbögen nach Brandenburg stellt, ist man weder in der Toskana noch wird das Wetter davon besser, leider.

    Das ist weder stimmig noch "Entwurf", das sind hilflos addierte Versatzstücke. Ihr solltet mit dem Bautrag warten, bis ihr einen stimmigen Entwurf bekommen habt. Der Wiederverkaufswert hiervon dürfte niedrig sein. Für das Geld könnte es mehr sinnvoll nutzbare Fläche und höhere Raumqualität geben.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Ok, danke für die deutlichen Worte.

    Schau dir mal den BDA-Preise für Architektur in Brandenburg an

    Danke für den Link. Tja -- was soll ich sagen, mich könnte man vielleicht mit einem stimmigen "modernen" Entwurf vielleicht überzeugen, aber beide Bauherren müssen zufrieden sein - "modern" scheidet aus. Bleiben ja wohl nur praktische Allerweltsentwürfe oder Stil-Adaptionen. In der unmittelbaren Nachbarschaft stehen zwei solcher "praktischen" Häuser und ein (großes) Vollholz-Blockbohlenhaus (das ist was anderes, aber auch nicht unser Ding).

    wahllos Öffnungen unterschiedlicher Formen und Größen geschnitten

    Das hatte ich angedeutet: Fenster, Öffnungen und Rundbögen sind noch in der Bearbeitung, so wie gerendert sind sie teilweise von mir, um eine grobe Idee zu bekommen, wie die Räume beleuchtet werden. In Kürze sollte es einen in dieser Hinsicht abge"rund"eten Entwurf geben.

    Die Verdrehung der beiden Teilbaukörper ist völlig unmotiviert und hat keinerlei positive räumliche Wirkung.

    Unsere Architektin hat uns 4 Grundrissvorschläge gemacht, davon diesen mit dem Knick, und der hat bei uns den Wow-Effekt ausgelöst. Das [definition=52,1]Grundstück[/definition] ist leicht trapezoid und durch die Verdrehung der beiden Hälften sind die Seiten parallel zur 3m-Grenze und es wird eine maximal breite Südfront erzielt. Neben diesen technischen Argumenten finde ich den Knick in den Fassaden (den man vielleicht sogar durch Fassadengestaltung unterstützen sollte) als eine erfreuliche Auflockerung und als Bruch mit den "modernen", kubistischen Formen (sorry, seh' ich als positiv an :/ ).

    Die erkennbaren Funktionen ließen sich auf ca. einem Viertel der Grundfläche anordnen

    Ganz sicher :D . Fläche sparen war aber gerade nicht das Entwurfsziel. Wir sind von unserem aktuellen Haus ausgegangen, und haben bei allen Funktionsräumen etwas zugelegt. Ich denke, du kannst uns keine "verschwendete" Fläche vorwerfen (Flure o.ä.).

    Das Rendering ist grauenhaft.

    Das trifft mich jetzt hart <X , das war ich selbst. Der Renderer ist wirklich einer der besten photorealistischen Renderer (Vorsicht, Werbung: iray in Bloom Unit für Sketchup). Zugegebenermaßen habe ich für die verwendeten Materialien noch nicht genügend Zeit aufgewendet und die dahintergeklatschten Bäume sind eine last-minute-Aktion. Wenn das fertig ist, sollte der Renderer tatsächlich zu exakten photometrischen Ergebnissen führen. Ich will das auch zur Innenraum-Beleuchtungssimulation nutzen.