Bohrung in Bodenplatte (WU Beton) - Abdichtung durchbohrt

  • Hallo zusammen,


    leider gibt es wieder mal Probleme bei uns im Keller :(


    Wir haben einen Wertschutzschrank durch eine Fachfirma installieren lassen. Eigentlich sollte er an einer Innenwand (17,5cm KS) befestigt werden. Aufgrund der Sockelleiste (Fliesen) wäre er dann aber nicht mehr bündig an der Wand gewesen, was laut dem Monteur das Entfernen des Tresors enorm vereinfacht hätte. Daher haben wir den Tresor nun wie vorgeschlagen im Boden verankern lassen. Leider habe ich erst später festgestellt, dass die Befestigung nicht im Estrich, sondern in der Bodenplatte erfolgte (was wohl aus sicherheitsrelevanten Aspekten die einzig korrekte Befestigungsvariante ist).


    Laut Baugenehmigung hat unsere Bodenplatte (WU-Beton) eine Dicke von 25cm. Nachdem ich heute Rücksprache mit dem Monteur des Tresors gehalten habe, hat mir dieser mitgeteilt, dass er ca. 20-25cm tief gebohrt hat (hiervon muss man allerdings die Fliesendicke von 1cm, Estrich und Dämmung aus Polyurethan abziehen, vermutlich insgesamt 10cm). Es handelt sich um insgesamt zwei Bohrlöcher. Zu allem Überfluss liegt unter der Estrichdämmung noch eine Abdichtungsbahn aus Polymerbitumen (Kn**f K*tj* Spr*nt), die natürlich ebenfalls durchbohrt wurde.


    Haben die beiden Bohrungen von ca. 10-15cm Tiefe in die 25cm dicke Bodenplatte bereits einen relevanten Einfluss auf die Dichtheit der WU-Beton Bodenplatte? Was kann man tun, um das Problem ggf. zu beheben/zu lindern (man liest im Internet teilweise etwas von Versiegelung mit Epoxidharz, ...) und wie heißt das entsprechende Gewerk, an das man sich hierzu wendet? Muss das Loch in der Abdichtungsfolie ebenfalls versiegelt werden? Ist es sinnvoller die Löcher so abzudichten, dass sie danach zur Verankerung genutzt werden können oder sollte man sie lieber komplett zu machen (ggf. mit Zement?) und den Wertschutzschrank wie ursprünglich geplant an der Wand befestigen?


    Vielen Dank für eure Antworten!


    PS: Sockelleiste abkloppen und die zurück bleibenden Fugen mit Silikon zu schließen wäre natürlich die bessere Wahl gewesen, das braucht ihr mir nicht zu sagen :wall:

  • es stellt sich die frage , welche "dübel" der monteur benutzt hat .


    bei 2k injektionsbefestigung könnte es sein , dass probleme nicht zu erwarten wären

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Danke schonmal für die Antwort!


    Ich werde nun auf jeden Fall erst einmal klären, was für Dübel verwendet wurden. Sah allerdings erst einmal nach einem Standard-Dübel aus, habe das Ganze allerdings auch erst gesehen, als der Dübel schon im Bohrloch war.


    Welche Eigenschaften sollte der Injektionsmörtel denn erfüllen? Mein Problem ist ja vermutlich nicht der Standard-Anwendungsfall... Ich habe gesehen, dass es z. B. "2K-Injektionsmörtel auf Vinylester-Hybrid-Basis für Bewehrungsanschlüsse in Beton gibt, der das Befestigungselement vollflächig mit der Bohrlochwand verklebt und das Bohrloch abdichet". Auch ein anderer Hersteller wirbt mit dem Anwendungsbereich "Ersatz von falsch gesetzten oder fehlenden Bewehrungsstäben" (Urethan-Methacrylat-Hybridkleber).


    Geht das schon in die richtige Richtung? Ich werde morgen mit der Sicherheitsfirma telefonieren und hoffe, dass sie wissen, was in entsprechenden Fällen zu tun ist. Falls nicht wäre es gut wenigstens zu wissen, dass sich besser jemand anderes um die Montage bzw. Verfüllung/Abdichtung des Bohrlochs kümmert.


    Könnte es Probleme mit den oben genannten Injektionsmörteln und dem Übergang mit der Abdichtungsbahn aus Polymerbitumen geben? Oder wird der Riss in der Bahn bei sauberer blasenfreier Befüllung des Bohrlochs bis zur Oberkante des Bodens (=Fliesen) ebenfalls sauber abgedichtet?

  • Geht das schon in die richtige Richtung?

    das denke ich

    Oder wird der Riss in der Bahn bei sauberer blasenfreier Befüllung des Bohrlochs bis zur Oberkante des Bodens (=Fliesen) ebenfalls sauber abgedichtet?

    das wird jetzt keiner garantieren können , aber ich halte es für wahrscheinlich


    Ich werde morgen mit der Sicherheitsfirma telefonieren und hoffe, dass sie wissen, was in entsprechenden Fällen zu tun ist.

    ich fürchte , dass sie es nicht wissen, sonst hätte der monteur nicht einfach hirnlos in die bodenplatte gebohrt und nach mir die sintflut..
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    für mich würde ich in die richtung denken und machen :D

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Danke für die schnelle Antwort :)

    ich fürchte , dass sie es nicht wissen, sonst hätte der monteur nicht einfach hirnlos in die bodenplatte gebohrt und nach mir die sintflut..

    Das befürchte ich auch, hoffe somit, dass sie es im Idealfall an eine kooperierende Firma abgeben...

  • Mal angenommen, die Schraube oder was auch immer benutzt wurde, ist in einen Bereich des WU-Betons eingedrungen in dem "Wasser" anliegt. So muss die Schraube als solches kapillarleitend sein um Wasser aus dem Bereich nach oben zu ziehen.


    Ich kann mir weniger vorstellen, dass dein WU-Bodenplatte in die mecklenburgische Seenplatte gebaut wurde. Natürlich kann Wasser anliegen, Schichtenwasser oder aufstauendes. Es kann aber auch sein, dass dein Fußbodenaufbau anstelle 10cm vielleicht 15cm ist? Also die oberen Zentimeter des Betons durchdrungen wurden. Was das Risiko anhaltender eindringender Feuchtigkeit für mein Empfinden noch weiter sinken lässt.


    Dass die Abdichtung durchdrungen wurde, würde ich jetzt nicht so tragisch sehen. Die Löcher werden nicht gleich deinen ganzen Fußbodenaufbau absaufen lassen. Zu mal es da ja auch Hohlstellen geben muss, andernfalls ist der Widerstand am Loch selber geringer und es wird wohl eher dort nach oben diffundieren wollen, als quer in den Aufbau hinein. Sicher kann ich es jetzt fachlich nicht eindeutig widerlegen aber da spielt schon eine Portion "Angst" mit, die meines Erachtens nicht unbedingt notwendig ist.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Zum ersten Absatz: Wenn Du die bei Heimwerkern üblichen Nylondübel meinst, die sind sicher nicht dicht, bringen aber auch keinen Schutz vor Wegnahme.


    Zum zweiten Absatz: Es kommt natürlich auf die Füllung an, aber erstmal und vor allem ohne besondere Bohrlochvorbereitung sind die auch nicht dicht.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Sockelleiste abkloppen und die zurück bleibenden Fugen mit Silikon zu schließen wäre natürlich die bessere Wahl gewesen

    woran ich sicherheitstechnisch zweifle...
    wenn nicht gerade durch die wand durchgeschraubt (und gedeckelt) wird,
    kann sich deine stahlkiste bestenfalls mit ihrem eigengewicht gegen
    mobilisierungsversuche stemmen - dübel in mauerwerkswand helfen wenig,
    zumal man da problemlos mit´m geissfuss drankommt.

  • Metallspeizdübel in entsprechender Anzahl und Stärke oder Injektionsanker sollten doch funktionieren?!

    statisch: beide ja, in feuchtebelasteter WU-Konstruktion (weshalb baut man sie sonst?) bezüglich der Abdichtung erstere nicht

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Wieso fragt eigentlich niemand nach dem bevorstehenden Lastenfall?


    Gibt es wirklich noch was anderes als WU-Beton beim gießen der Bodenplatte?


    Und - da fallen mir so einige Diskussionen hier und im Grünen ein - heißt WU-Beton vieles, aber nicht wasserdicht.


    Daher wäre auch diese Konstruktion erstmal zu klären, was vorliegt.


    Das wären meine Laienfragen zu dem Thema. Solange das Ding nicht im Wasser steht, was soll da mit (angenommenen) vier (nochmal angenommenen) 10er Bohrunhen passieren, wo auch noch ne Schraube drin steckt?

  • Das wären meine Laienfragen zu dem Thema. Solange das Ding nicht im Wasser steht, was soll da mit (angenommenen) vier (nochmal angenommenen) 10er Bohrunhen passieren, wo auch noch ne Schraube drin steckt?

    Das wüsste ich auch gerne. Zumal die Bohrungen ja offensichtlich nicht DURCH die Bodenplatte gehen.
    Aber nehmen wir mal an, die Hälfte der Bodenplatte, also 12,5cm, sind angebohrt UND die Bodenplatte steht zumindest zeitweise IM Wasser. Wie wahrscheinlich ist es da, dass es das Wasser in schädlichem Ausmaß Richtung Dübellöcher schafft? Oder gar noch weiter, also Richtung Estrich-Dämmung?

  • Wie wahrscheinlich ist es da, dass es das Wasser in schädlichem Ausmaß Richtung Dübellöcher schafft?

    angenommen die löcher sind etwas tiefer ......


    angenommen , die dübel (deswegen ist die dübelfrage schon wichtig) verursachen in dem durch das (schlag)bohren mit sicherheit schon gestörten gefüge einen (haar)riss


    der angenommen bis unten gehen könnte .....


    nur mal so angenommen



    und deswegen fände ich injektions oder reaktions"dübel" schon richtiger .

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  • Das wüsste ich auch gerne. Zumal die Bohrungen ja offensichtlich nicht DURCH die Bodenplatte gehen.Aber nehmen wir mal an, die Hälfte der Bodenplatte, also 12,5cm, sind angebohrt UND die Bodenplatte steht zumindest zeitweise IM Wasser. Wie wahrscheinlich ist es da, dass es das Wasser in schädlichem Ausmaß Richtung Dübellöcher schafft? Oder gar noch weiter, also Richtung Estrich-Dämmung?

    WU-Richtlinie Seite 2 links oben.


    Die Mindeststärke der Wand wird damit punktuell unter das erforderliche Maß reduziert. Die Dichtigkeit ist hiermit schon rein maßlich nicht mehr gegeben. Außerdem ist ein wesentliches Merkmal von WU-Konstruktionen die Beschränkung der Rissbreite im Bauteil. Durch jegliches "Schlag"-Bohren entstehen zusätzliche Risse unbekannter Breite.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • mobilisierungsversuche stemmen - dübel in mauerwerkswand helfen wenig,

    Metallspeizdübel in entsprechender Anzahl und Stärke oder Injektionsanker sollten doch funktionieren?!

    statisch: beide ja, in feuchtebelasteter WU-Konstruktion (weshalb baut man sie sonst?) bezüglich der Abdichtung erstere nicht

    meine Aussage bezog sich auf die Aussage, Dübel im Mauerwerksverband helfen wenig - nicht auf die BoPla.

  • Dass natürlich sämtliche Normen und Richtlinien nicht mehr eingehalten sind ist mir schon klar. Aber was könnte hier im Worst-Case passieren?

    Die Normen sind nicht Selbstzweck, sondern sollen durch ihre Einhaltung für Dichtigkeit der weissen Wanne sorgen. Wenn sie punktuell nicht eingehalten werden, entsteht dort ein Loch. Was passiert bei einem Loch in einem Bootsrumpf, solange das Boot im Wasser schwimmt?

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Wo steht hier etwas von Weißer Wanne?


    Hier wird diskutiert ohne Grundlagenermittlung.

  • Wo steht hier etwas von Weißer Wanne?


    Hier wird diskutiert ohne Grundlagenermittlung.

    Wie ich in Beitrag 11 bereits schrieb, setze ich eine weisse Wanne (bzw. eine Bodenplatte gleicher Bauart) voraus, weil der WU-Beton sonst nutzlos wäre.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Dichtigkeit der weissen Wanne sorgen

    Jetzt sind wir von einer WU-Bodenplatte mit unbekanntem Lastfall schon bei der weissen Wanne angekommen.


    Mir fehlt wie so oft der Praxisbezug. Theoretisch ist das jetzt ganz schimm, in der Praxis wäre es vermutlich ein Sechser im Lotto, wenn die Bodenplatte genau deswegen hier versagen würde. Oder sieht das jemand anders?

  • Davon auszugehen, halte ich für recht forsch...grad von Leuten, die alles sonst nachfragen bzw. anzweifeln ;)

  • Mir fehlt wie so oft der Praxisbezug. Theoretisch ist das jetzt ganz schimm, in der Praxis wäre es vermutlich ein Sechser im Lotto, wenn die Bodenplatte genau deswegen hier versagen würde. Oder sieht das jemand anders?

    ich auch!


    Da hatte ich schon zweimal die Freude, direkt maximal mögliche Lottogewinne aus der Nähe zu erleben. :yeah:

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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