Einhängedecke evtl. aus DDR-Zeiten?

  • Hallo liebe Forumsmitglieder,


    wir sind gerade auf der Suche nach einem Haus und haben gestern einen interessanten Altbau (EFH)
    in Brandenburg besichtigt. Baujahr vermutlich um 20er Jahre. Aber ein Haus, an dem ganz offensichtlich
    immer mal wieder was gemacht w
    urde.


    Die einzige Begebenheit, die mich stutzig gemacht hat, war die Kellerdecke. Hierbei handelte es sich
    um eine Ziegeleinhängedecke. Leider kennen wir das System nicht. Auch googeln half bisher nicht.


    Die Decke war nicht verputzt. Es waren nur die Steine, keine Träger erkennbar. An einigen Stellen, an denen
    die Hohlkammersteine zwecks Leitungsarbeiten durchbrochen waren,
    konnte man Metallbänder zu erkennen,
    die bereits komplett durchgerostet waren. Wir fragen uns nun, was für eine Art Zweck diese Metallbänder
    (geschätzt ca. 50mm
    dick, 30mm hoch) haben / hatten. Dass diese dünnen Bänder die Decke tragen, können
    wir uns eigentlich nicht vorstellen.


    Leider haben wir keine Fotos, aber vielleicht kann uns ja trotzdem jemand weiterhelfen.


    Viele Grüße


    Wiki

  • Die dünnen Bänder haben genau diesen Zweck: die Decke zu tragen - oder jedenfalls die Zugkräfte an der Unterseite aufzunehmen, analog heutigen Bewehrungsstählen.


    Hier wirst Du bestimmt fündig, was die genaue Art der Decke angeht. (Suchergebnis Nr. 1, pdf öffnen).

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Naja, seine Frage bezog sich sicherlich zur Sicherheit der Decke. Natürlich sind die durchgerosteten Stäbe nicht gut. Diese verdammten Installateure... Dieser Stab verliert natürlich seine ihm zugedachten Eigenschaften. Deswegen bricht aber die Decke nicht gleich zusammen, aber groß was am Haus machen, nen schweres Aquarium aufstellen usw, würde ich mal nicht machen. Solche Sachen halten länger als man denkt, aber irgend wann ist ein Haus nun mal auch tot und es wird Zeit für was neues...

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Dieser Stab verliert natürlich seine ihm zugedachten Eigenschaften. Deswegen bricht aber die Decke nicht gleich zusammen...

    Zu so einer Aussage (Satz 2) würde ich mich ohne jede Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten und der Deckenkonstruktion niemals hinreißen lassen, weil Satz 1 stimmt. Ob das Eisen nur punktuell verrostet ist oder in größeren Teilen, macht schon einen Unterschied.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Vielen Dank für die Hinweise und vor allem für den aufschlussreichen Link! Das war jetzt sehr hilfreich! Auf die Bezeichnung “Steineisendecke“ wäre ich nie gekommen.


    Mittlerweile habe ich mich bzw. wir uns (mein Partner und ich) ein wenig belesen. Ich denke, wir werden auf jeden Fall noch ein zweites Mal besichtigen, die Decke dabei genauer ins Visier nehmen und auch ein paar Fotos schießen.


    Was ein bisschen verrückt ist: zu dem Haus gibt es ein Wertgutachten. Die - sogar für einen Laien wie mich - ganz offensichtlichen Schäden an der Decke sind dort aber mit keinem Wort erwähnt.



    ---------- 3. November 2017, 21:23 ----------


    .... der Keller ist tatsächlich feucht und an einigen Bereichen waren die Bänder durch und nicht nur angerostet. Es ist sogar ein Stück Band runtergefallen.


    Ich denke letztendlich ist das ein Fall für einen Statiker. Sanieren wird wohl - aufgrund der Bauart - kaum möglich sein. Ich denke, auf Dauer benötigt das Haus eine neue Decke.

  • In zwei Fällen habe ich im weitesten Sinne ähnliche Decken bei Umbauten angetroffen, selbst sehr vorsichtig untersucht und den Befund vom Statiker überprüfen und anhand historischer Bautabellen statisch nachweisen lassen. In beiden Fällen war erfreulicherweise noch soviel Profilquerschnitt vorhanden, dass die Profile mit leichter Reserve immer noch den bauzeitlichen Anforderungen entsprachen. Das war aber purer Zufall und vermutlich nur deren trockener Lage zwischen Wohnräumen geschuldet. Nach den Schilderungen hier habe ich in diesem Fall aber ehrlich gesagt deutlich weniger Hoffnung darauf.


    Off-Topic:

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Mittlerweile habe ich mich bzw. wir uns (mein Partner und ich) ein wenig belesen. Ich denke, wir werden auf jeden Fall noch ein zweites Mal besichtigen, die Decke dabei genauer ins Visier nehmen und auch ein paar Fotos schießen.

    Ich würde das Geld in die Hand nehmen und einen Sachverständigen (Tragwerksplaner) mit zu der Besichtigung nehmen.


    ---------- 3. November 2017, 22:42 ----------


    Die dünnen Bänder haben genau diesen Zweck: die Decke zu tragen - oder jedenfalls die Zugkräfte an der Unterseite aufzunehmen, analog heutigen Bewehrungsstählen.


    Hier wirst Du bestimmt fündig, was die genaue Art der Decke angeht. (Suchergebnis Nr. 1, pdf öffnen).

    Da sind ja echt interessante Konstruktionen aufgeführt.

    Durch Nutzung der üblichen Rechtschreibregeln wertschätze ich mein Gegenüber und es liest sich viel angenehmer.

  • Der Link zu den Decken von @Thomas T. find ich auch gut und Informativ .
    Das ist zwar nicht ganz mein Gebiet, aber ab und zu werde auch ich mit solchen alten Deckenkonstruktionen konfrontiert .


    @Wiki1980 ich würde mich vorsorglich schonmal mit dem Gedanken anfreunden , das die Decke wohl neu werden muss , dass solltest Du bei den Preisverhandlungen im Hinterkopf behalten .
    Das kann je nach örtlichen gegebenheiten ein stattlicher Posten werden .
    Genaues kann natürlich , wie meine Vorschreiber schon meinten nur ein Statiker vor Ort prüfen .

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • Allein von den Schilderungen her scheint das Haus erhebliche Mängel aufzuweisen. Da bleibt die Frage, ob sich das noch lohnt. Auf alle Fälle einen Sachverständigen mitnehmen, wenn man das Haus besichtigt.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...