Wärme isolierende Farbe, sinnvoll

  • Hallo.


    Darf man hier so indirekt fragen?


    Habe von einem bayrischen Hersteller eine Farbe gesehen, die gaaanz viele gaaanz kleine isolierende (Vakuum) Glaskugeln enthält. Quasi sogenannte Wandfarbe mit Energiespareffekt.


    Hat jemand Erfahrung damit, im Innenbereich?
    Irgendwie findet man dazu keine Tests.


    Angeblich wird damit der Isothermen Verlauf an der Wand homogenesiert und dass soll angeblich gegen Schimmel helfen, mehr Behaglichkeit, weniger Luftverwirbelungen .... schaffen.

  • Genau dazu finde ich leider nichts :(
    2x Anstrich notwendig, wenn man diesen Effekt nutzen will steht im Datenblatt.


    Wenn das wirklich einen Anteil von 40% mit Vakuumglaskugel sind, sollten die außerordentlich gut isolieren. Aber eben dünne Schicht und eben nur 40%.
    Finde nur das im Datenblatt vom Baumarkt:
    wasserdampfdurchlässig (SD–Wert 0,04m nach [definition=27,0]EN[/definition] ISO 7783-2)
    (bei Trockenschichtdicke ca. 200 μm)


    Der hat so nen Isothermenverlauf an einer Wand von 18-22Grad gezeigt, der sich mit Farbe auf 20-22Grad verbessert.


    Jetzt könnte man ganz grob zurückrechnen, über 200µm Schichtdicke, wenn man andere Vakuumdämmstoffe kennt.
    Aber das ist wohl noch sehr vage. Selbst wenn es 100x besser als XPS dämmt, dann kämen bei 200µm Schichtdicke so 200µm x 100 =20000µm XPS Äquivalent raus. Des wären dann 20mm XPS Wirkung, was schon sehr ordentlich wäre.
    gefühlsmäßig zu viel? Vorallem da der Temperaturverlauf der Wand nur unten angehoben wird, und oben weiterhin die 22Grad bleiben. Wenn es wirklich stärker isloert, müsste ja die Temperatur unten und oben an der Wand steigen?

  • Wir haben dieses Produkt schon mehrfach im MFH-Bereich angewendet - es ist dadurch gerade in Bereichen in denen es problematisch oder kostenintensiv ist nachzudämmen - zur Anwendung gekommen. In den behandelten Bereichen (meist Laibungen Innen) stellten wir nach Anwendung eine deutlich geringere erneute Schimmelbildung fest (Mietwohnungen - angewendet bei "unbelehrbaren" was das Heiz-Lüft-Verhalten angeht). Ist kein Allheilmittel und reell nachgemessen haben wir noch nicht (Temperaturen Oberfläche etc.) aber es scheint zu helfen. Material wurde uns nach diversen Schimmel-Terminen von dem öbuv empfohlen.

  • Anti-Schimmel, also alkalisch und wärmedämmend sind nun 2 Eigenschaften, die nicht notwendigerweise zusammen vorhanden sein müssen.


    Hier ging es um die wärme dämmende Wirkung.

    Nachdenken kostet extra!

  • Das ist klar - in den Bereichen in denen wir das angewendet haben handelt es sich um ein Bestandsgebäude > 100 Jahre: Zweischalige Ziegelbauweise mit Einblasdämmung, neuen Fenstern Uw < 1,0. Da sich der Anschlag der Fenster als Vollmauerwerk dargestellt hat (nicht überall), haben wir partiell die Innenlaibungen mit dieser Farbe behandeln lassen (bei Problemfällen mit festgestelltem Taupunkt) - danach bei ca. 90% keine Probleme mehr.

  • Na das klingt ja nicht schlecht, scheint dann irgendwie zu funktionieren.
    Wieso habt Ihr dann nicht die Laibungen vorher "richtig" 1-2cm Styropor gedämmt, oder war "früher" die Thematik nicht so bekannt?

  • Ich vermute mal, da ging es weniger um isolieren im Sinne von wärmedämmen, sondern durch verbesserte Absorption der Wärmeenergie wird die Oberflächentemperatur höher.

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  • Ich bezweifle, dass so eine dünne Farbschicht wirksam Wärme dämmt, und der Erfolg bei der Leibungssanierung basiert eher auf einer höheren Oberflächentemperatur aufgrund Absorption.
    Man könnte das evtl. noch mit einer IR reflektierenden Oberfläche vergleichen.

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  • Naja, aber würde sich so eine rel. bekanntes Firma so was erlauben, dazu noch ne bayrische :D
    Stark alkalisch ist die Farbe wohl.

  • Naja, aber würde sich so eine rel. bekanntes Firma so was erlauben, dazu noch ne bayrische :D

    War da nicht irgendwas mit (u.a.) bayerischen Automobilherstellern und Schadstoffen in den Abgasen von Dieselmotoren?

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Schau dir mal Messwerste von nem Koreaner oder nem Franzosen an, dann wird man sich wundern, wiieeee sauber die deutschen sind, oder wie wenig mehr CO2 aus einem E220D kommt im vgl. zu einem jap. Hybrid Wagen.

  • Schau dir mal Messwerste von nem Koreaner oder nem Franzosen an, dann wird man sich wundern, ...

    Wenn jemand vorsätzlich lügt, ist mir egal ob er aus 300 - 120 macht oder aus 400 - 40 oder aus ...

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Ich vermute mal, da ging es weniger um isolieren im Sinne von wärmedämmen, sondern durch verbesserte Absorption der Wärmeenergie wird die Oberflächentemperatur höher.

    Vielleicht war auch zu wenig Platz, um richtige Dämmplatten anzubringen?

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Das ist gut möglich.


    Der Ansatz, solche kritischen Stellen aktiv zu erwärmen, muss auch nicht schlecht sein. Einfacher ausgedrückt, ich investiere lieber 2 Liter Heizöl pro Jahr, als dass ich mich später mit einem Schaden herumärgern muss. Es gibt ja Fälle die auch schon im Forum diskutiert wurden, da hat man bewusst Heizungsrohre ungedämmt im Sockelbereich von Wänden verlegt, damit diese zumindest während der kritischen Winterzeit den Wandsockel etwas erwärmen. Durch die höhere Wand bzw. Oberflächentemperatur wird verhindert, dass sich dort Kondensat bildet und es zu einem Schimmelschaden kommt.


    Die Erhöhung der Wärmeabsorption an solchen kritischen Stellen verfolgt das gleiche Ziel.


    Man darf das halt nicht mit "Wärmedämmung" gleichsetzen, wie uns die Marketing Strategen das oftmals verkaufen wollen. Mit Dämmung hat das nichts zu tun, dazu müsste man schon sehr theoretische Fälle konstruieren (beispielsweise durch reduzierte Feuchtigkeit im Mauerwerk etc.).


    Mit diesen reflektierenden "Dämm"platten die man kaufen kann, um sie hinter den Heizkörpern an die Wand zu kleben, verhält es sich ähnlich, nur dass hier nicht die Absorption sondern die Reflexion im Vordergrund steht. Der Wärmedurchgang durch die Wand wird also nur um den (verhältnismäßig geringen) Strahlungsanteil vermindert, wobei hier auch nur ein Teil der Strahlungsenergie reflektiert wird.


    Im obigen Fall werden ja der Farbe beigesetzte Vakuumkugeln als Begründung angeführt, es wird als bewusst nicht die Absorption sondern die Wärmedämmung herausgestellt. Jeder weiß, dass Vakuum ein guter Isolator ist (aber nicht für Wärmestrahlung, sonst könnte uns die Sonne ja keine Wärme liefern), das machen sich die Verkäufer halt zu Nutze. Es gibt auch Dämmstoffe die auf diesem Effekt basieren (Vakuumpaneele etc.), doch da reden wir auch über entsprechende Schichtdicken. Bei einem Farbanstrich mit einigen µm Dicke sieht die Welt wieder ganz anders aus.


    Wenn mir also jemand eine Wandfarbe als "wärmedämmend" verkaufen möchte, dann erntet der Verkäufer von mir nur ein Kopfschütteln, egal ob er mit bunten Bildchen aufwarten kann.

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  • Vielleicht war auch zu wenig Platz, um richtige Dämmplatten anzubringen?

    Es gibt da noch das Stichwort "Feuchtigkeitsverwaltung".


    Man könnte auch, wenn zu wenig Platz wäre, Calciumsilikatplatten verwenden. Die gibt es ab 6 mm. (0,35 W/mK)
    Sind stark alkalisch und stark hygroskopisch.
    Wenn denn mal Kondensat aus-/anfällt würde das aufgesogen, verteilt sich im System und könnte über eine größere Fläche wieder verdunsten.
    Funktioniert natürlich auch nur dann, wenn denn mal so gelüftet wird, dass ein Verdunsten wieder möglich ist.


    Ich rede nicht von Klimaplatten.



    ---------- 11. November 2017, 17:01 ----------


    Wenn mir also jemand eine Wandfarbe als "wärmedämmend" verkaufen möchte, dann erntet der Verkäufer von mir nur ein Kopfschütteln, egal ob er mit bunten Bildchen aufwarten kann.

    Das würde ich sofort unterschreiben.

    Gruß Werner :)