Hilfe-Asbest

  • Hallo,


    ich habe mich hier gerade angemeldet, weil ich völlig verzweifele im Moment.
    WIr leben seit 2007 in einem Haus Baujahr 1977/78 (sehr viel Eigenleistung, teilweise sehr fortschrittlich mit Wärmepumpe, Fußbodenheizung etc) und im Zuge unserer Dachsanierung bin ich auf das Thema Asbest gestoßen und joa, sehe hypochondermäßig gerade überall Asbest (für mich war Asbest früher nur diese Welldächer, das es in so vielen anderen Dingen drinne war, hätte ich mir nie träumen lassen).
    Nun habe ich fleißig google bemüht (Fehler!!) und bin leicht panisch.
    Neben den Eternit-Schindeln an den Gauben, die ja glücklicherweise jetzt weg sind, habe ich noch Bodenbeläge im Keller in Verdacht und auch die Rohre habe ich mir heute (leider?) genauer angeschaut...und jetzt drehe ich fast durch vor Angst, zumal wir zwei kleine Kinder haben, die eventuell seit ihrer Geburt Asbest ausgesetzt sind...


    Kurz zu den PVC-Fliesen im Keller:
    Die roten Fliesen sind weich und biegsam und mit roter Rückseite, der Kleber ist weiß/hell. Die Fliesen sind ca. 27 cm x 27 cm und lösen sich teilweise von allein.
    In einem anderen Raum ist der graue PVC-Boden als Bahn unverklebt aufgelegt, die Rückseite sieht genau so aus wie die Vorderseite und er ist ebenfalls biegsam.


    In einem dritten Raum waren die braunen Fliesen verlegt, die hat mein Mann mittlerweile fast vollständig entfernt (war kein Problem, sie sind evenfalls sehr weich und biegsam) und Trittschalldämmung und Klickvinyl drauf verlegt. Da der Belag teilweise unter Schaltschränken war, hat er ihn dort einfach mit nem Cuttermesser abgeschnitten. Die Rückseite der braunen Fliesen ist gelb und klebrig, wie Fliegenfallen (diese Streifen)...


    Und was mir seit heute zu schaffen macht, ist die Rohrisolierung. Sie befindet sich an der Wasserleitung für die Fußbodenheizung, es ist irgendwie eine Hülle (angestrichen) und darin graues schaumstoffartiges Zeugs, dass an einer Stelle schon leicht porös ist. Leider ist dieser Verteiler für die Fußbodenheizung in einem kleinen Wandregalräumchen, das täglich mehrfach benutzt wird und auch die Kinder sind da oft dran/drin...es ist nicht auszuschließen, das auch öfters mal Sachen gegen diese Leitung gestoßen sind (also reichlich Erschütterungen)...und nu geht meine Phantasie mit mir durch...kann mich vielleicht jemand beruhigen?

  • Hallo Elke, wenn die Platten Asbestfasern enthalten sollten, sind diese erstmal fest gebunden und damit, solange die Platten nicht zerbrochen und/oder z.B. abgeschliffen werden, ungefährlich. Gefährlicher können Platten mit Schaumrücken sein, aber die sind ja bei Euch nicht vorhanden. Kleber mit Asbestfasern waren eher schwarz und wurden haupsächlich als Parkettkleber verwendet.Die Rohrisolierung sieht tatsächlich nach ganz normalem Schaumstoff aus.
    Asbest hat feuerbeständige Eigenschaften und wäre dort eher nicht zum Einsatz gekommen.
    1.Ruhe bewahren
    2.Bei Verdacht auf Fasern die Räume meiden
    3.Nicht saugen, besser feucht wischen
    4.Materialien prüfen lassen (googel:baustoffanalyse neumünster oder ähnliches bei Euch in der Nähe)


    Du kannst Dich noch beim NAV in Hamburg melden. 040 453645 . Dort sitzt der nette Herr Mußdorf und kann Euch Fachfirmen bzw Beratung in Eurer Nähe vermitteln.

  • unserer Dachsanierung

    Ich würde mir weniger Gedanken um das möglich festgebunde Asbest machen als viel mehr um die mögliche enorme Faserexposition bei dem Ausbau der alten Mineralwolle im Zuge einer Dachsanierung. TRGS 521 beachten!


    Der graue Boden kann, muss aber nicht, cushion Vinyl sein. Die haben in der Regel eine Asbestpappe als Unterseite. Die roten Fliesenimitate können Floor Flexplatten sein. Was dagegen spricht ist, dass die Platten flexibel sind. Das ist nicht üblich für mit Asbest versetzte Floor Flexplatten. Der graue Boden kann aber auch ein Linoliumboden bez. Stragula sein. Dort ist relativ wenig Asbest verwendet wurden die zu dem noch sehr gut gebunden sind. So dass die Gefahr einer Exposition von Fasern nur dann gegeben ist wenn die Platten beschädigt sind oder der Ausbau unsachgemäß durchgeführt wird.


    Ich würde mir da also nicht zu viel Panik machen. Wir sind täglich durch die Atemluft mit zahlreichen Fasern belastet die nicht unmittelbar gesund für uns sind. Es ist gut und richtig Vorsichtig im Umgang mit Asbest zu sein. Man sollte aber nicht denken, dass es die einzige Gefahrenquelle war die im Alltag lauert. Entwicklungsschädigend wird sich das in aller Regel nicht auf deine Kinder ausüben. Da würde ich mir um KMF (siehe oberen Absatz) mehr Gedanken machen.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • danke euch beiden für die Antworten. Die alte Mineralwolle wurde komplett von außen entfernt und in weißen Müllsäcken weggebracht. Ich hoffe, dass das Thema damit abgeschlossen ist.
    Eine weiße Pappe war unter keinem der Beläge.
    Und Kalle, was meinst du zu der Rohrisolierung, die macht mir gerade am meisten Sorgen.
    Lg, Elke

  • Und Kalle, was meinst du zu der Rohrisolierung, die macht mir gerade am meisten Sorgen.
    Lg, Elke

    Ich bin kein Abfallspezi, da wäre @KatMat oder @Salamanderhaar besser für, aber ich würde da wohl kein Asbest vermuten wollen. Kann es aber mit Gewissheit nicht sagen. Klebt die brüchige Stelle doch einfach vorsichtig mit Panzertape oder ähnlichem ab. Alte Rohrdämmung auf Asbestbasis sieht anders aus, was ich bis jetzt so erblicken durfte.


    Es sind ja keinerlei Fasern zu erkennen. Eher schaumartiges Gefüge.

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  • Schon die Farbe (gelb) spricht eher für KMF (künstliche Mineralfaser) statt für Asbest (silbrig grau). Die sollte auch, wenn auch mit verringertem Schutzaufwand entfernt werden, wenn offen. Bis dahin reicht dichtes Einpacken in PE-Folie völlig aus.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Ist das nicht schnöder Gips? Die ollen Dinger, die ich in ollen Häusern anschaue, sind meist mit Gips ummantelt.

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  • Danke euch, das hat mich zumindest ein bisschen beruhigt...morgen werde ich gleich einen Gutachter suchen (der hoffentlich ganz schnell Zeit hat)..und dann das Beste hoffen...
    Lg,Elke


    ---------- 2. November 2017, 08:25 ----------


    Die Gutachter waren da und haben die Rohrisolierung nach Sichtung schon mal als asbestfrei befunden, da war nicht mal eine Probe nötig.
    Die Fliesen sind höchstwahrscheinlich nicht belastet, wenn dann nur gering, davon wurden Proben genommen und auch vom Putz wurde noch einmal an verschiedenen Stellen Proben genommen. Insgesamt war es ein gutes Gefühl, dass jemand Kompetentes mal entspannt alles unter die Lupe genommen hat und mich beruhigt hat. Der Tenor war ähnlich wie hier, dass häufig die Angstmacherei (gerade im Netz) schlimmer ist, als die tatsächliche Lage.
    Ich warte jetzt recht entspannt auf die Ergebnisse nächste Woche und werde dann noch berichten.


    ---------- 3. November 2017, 16:49 ----------


    Jetzt muss ich doch noch mal schreiben
    Der Gutachter hat unsere Brandschutztüren bj 74 als wahrscheinlich asbesthaltig entdeckt und bei der zum heizungsraum wurde das schloss, die schließanlage auch mal gewechselt. Vormals rechteckig hat das neue schloss runde ecken, so dass an allen ecken die weiße (asbest-)pappe dahinter zu sehen ist...shit...wie groß ist denn da die faserabscheidung, die tür wird/wurde recht häufig genutzt und fällt dabei gerne ins schloss...irgendwie hört das nicht auf

  • wie groß ist denn da die faserabscheidung, die tür wird/wurde recht häufig genutzt und fällt dabei gerne ins schloss


    Ungefähr genauso groß wie der plötzliche Verlust an "Spänen" deiner Küchenarbeitsplatte, wenn du obendrauf ein Schnitzel klopfst - so in etwa 0 ;-)


    Solange du da nicht mechanisch 'rangehst, also schneidest, hobelst, bohrst, schleifst, kratzt whatever, wird sich da auch nix lösen.

  • Danke Rekham,


    der Gutachter hatte das ja auch bemerkt und nix weiter veranlasst...ach man...Ja Frau Maier, ich werde wohl den Yoga-Kurs mal ins Auge fassen...ob ich ein asbest-freies Studio finde? :/ ;)

  • Das ist gut möglich. Aber bitte nicht nach einem schimmelfreien suchen! :D

    =O


    ---------- 17. November 2017, 20:40 ----------


    ein yoga-studio habe ich noch nicht gefunden, leider auch noch keine auswertung vom gutachter...dafür neue "verdächtige". Und so traue ich mich nochmal, in der hoffnung, nicht zu nerven....
    Könnte diese decke in unserem elektrozimmer ( da sind alle sicherungen für unser haus in mannshohen schaltschränken, der vorbesitzer war industrieanlagenelektroniker aus leidenschaft) aus promabestplatten bestehen? Darüber finden sich die ganzen elektrischen leitungen...für mich sieht es eigentlich nach gipskarton aus, aber...

  • Puh, vielen Dank!!


    ---------- 23. November 2017, 17:01 ----------


    so, das gutachten liegt vor und es wurde 2 mal asbest gefunden...einmal die roten pvc-platten und einmal in einer betonwand im putz oder der farbe oder keine Ahnung...ich panike gerade etwas

  • ruhig bleiben!


    Gefährlich ist Asbest nur dann, wenn es nicht gebunden vorliegt oder wenn gebundenes Material spanabtragend bearbeitet wird. Beides ist bei Dir bis zum Ausbau nicht gegeben.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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    Einmal editiert, zuletzt von Skeptiker ()

  • keine Ahnung, es war ein spezialisiertes labor


    ---------- 23. November 2017, 17:59 ----------


    und da, wo die putzprobe genommen wurde ist eine aushöhlung in der wand mit staub, da ist es ja nicht gebunden, oder?

  • ahja, gefunden, ja rasterelektronenmikroskop Methode für die wandproben...


    ---------- 2. Dezember 2017, 12:54 ----------


    und noch einmal eine Frage ..beim erweitern der gaube wurde gipskarton abgebaut, darauf steht norgips nicht brennbar nach din 1402 odrr so, kann da etwa auch asbest drin oder dran sein??
    Mittlerweile bin ich ziemlich verängstigt und fühle mich sehr unwohl hier, hab sorge, dass noch mehr versteckt ist

  • Es handelt sich möglicherweise um eine für den osteuropäischen Markt hergestellte Gipskartonplatte aus Polen. Der Zusammenhang zur inzwischen zurückgezogenen [definition=25,0]DIN[/definition] 1402 für nichtbrennbare Wäemedämmungen erschließt sich nicht sofort. Aber ohne ein Foto mit maßstabgebenden Elementen ist das hier noch nicht einmal Stochern im Nebel.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Das sieht für mich anhand der Fotos nach einfachen Gipskartonplatten aus. Also keine bekannten Schadstoffe, kein Asbest.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • oh, puh, danke!!!!
    Im moment ist es wirklich hart und ich bin erschrocken, wie wenig man doch über asbest und wo es verbaut wurde, weiß. Also der Normalbürger sage ich mal, keiner meiner Bekannten, hätte in unserem Haus Asbest vermutet, nicht mal die ältere Generation, die ja noch viel Kontakt damit hatte. Müsste da nicht viel mehr Aufklärung erfolgen?

  • ich bin erschreckt, dass überhaupt was da ist...und die frage ist halt, wo noch? Nach dem Gutachten sind erstmal alle Betonwände potentiell asbesthaltig und das finde ich schon erschreckend...

  • Wieso sind Betonwände asbestverdächtig? Und was genau meinst Du mit „Betonwänden“, massive Stahlbetonwände?

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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