Wärmepumpe über Haushaltsstromzähler, Heizstromzähler, Sperrzeiten

  • Hallo,


    Wir möchten in unserem neuen Haus (momentan Bodenplatte fertiggestellt) eine Wärmepumpe mit ca. 7 bis 8 kW installieren. Unser Versorgungsnetzbetreiber ist die TEN und die haben wohl folgende Sperrzeiten: 8:00 bis 9:00 Uhr / 10:30 bis 12:00 Uhr / 17:30 bis 19:00 Uhr.


    - Nun würde ich zum einen gern wissen ob man für eine WP einen Heizstromzähler haben muss oder nur dann braucht wenn man einen Heizstromtarif nutzen möchte?
    - Dann die Frage ob es auch Sperrzeiten gibt wenn man die WP mit einem Haushaltsstromtarif nutzt?
    - Der zweite Zähler kostet dann auch eine monatliche Grundgebühr? Ist die gleich hoch wie die für den Haushaltsstromzähler?
    - Sind die Differenzen zwischen Haushaltsstromtarif und Heizstromtarif überhaupt noch so groß?
    - Habt ihr eure WP an einem Haushaltsstromzähler oder Heizstromzähler angeschlossen?
    - Falls Heizstromzähler lohnt sich dann ein Doppeltarifzähler (HT,NT)?



    Vielen Dank und viele Grüße

  • Es lohnt sich praktisch nicht mehr zwei Stromzähler einzubauen - bei Dir (und daher verstehe ich den Thread erst recht nicht) mit angedachter PV noch viel weniger.


    Du zahlst für jeden Zähler Grundgebühr - die Höhe bestimmt der Anbieter, ist völlig unterschiedlich. Dann ist die Auswahl an Anbietern doch arg begrenzt.


    Sperrzeiten gibt es beim Modell rein über Haushaltsstrom natürlich nicht, das wäre ja fatal, wenn Du Dir das mal in der Praxis überlegst ;).


    Meine WP hängt natürlich am Haushaltsstrom und damit kann die PV das ganze Haus bedienen.

  • 1. Ob Wärmepumpen am Haushaltszähler betrieben werden dürfen, sagen die TAB des VNB.
    2. Nein, gibt es nicht, ist aber bei vielen VNB (noch) unzulässig.
    3. Ja, die allermeisten Tarife enthalten eine zählerbezogene Komponente.
    4. Die Höhe der Differenz hat sich in den letzte Jahren verringert. Das hängt aber im Detail vom Anbieter und Tarif ab. Günstigster Heizstromanbieter ist oft, aber nicht immer der VNB. Es gibt nur wenige Anbieter mit Heizstromtarifen.
    5. Ja, aber das hängt ausschließlich von den bei mir verfügbaren Tarifen ab.
    6. Auch das hängt von den verfügbaren Tarifen ab.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

    Einmal editiert, zuletzt von Skeptiker () aus folgendem Grund: unter 4. -anbieter durch -tarif ersetzt.

  • - Nun würde ich zum einen gern wissen ob man für eine WP einen Heizstromzähler haben muss oder nur dann braucht wenn man einen Heizstromtarif nutzen möchte?

    Sollte in der TAB deines VNB beschrieben sein. Bei Nutzung eines WP-Tarifs braucht man den 2.Zaehler, wenn der VNB die Nutzung von Strom zu Heizzwecken auch ueber den Allgemeinverbrauchszaehler zulaesst, kann man das machen.

    - Dann die Frage ob es auch Sperrzeiten gibt wenn man die WP mit einem Haushaltsstromtarif nutzt?

    m.W. nach nicht.

    - Der zweite Zähler kostet dann auch eine monatliche Grundgebühr? Ist die gleich hoch wie die für den Haushaltsstromzähler?

    Die Hoehe der monatlichen Grundgebuehrt haengt vom Tarif deines Energieversorgers und deines VNB ab.

    - Sind die Differenzen zwischen Haushaltsstromtarif und Heizstromtarif überhaupt noch so groß?

    Haengt ebenfalls von den gewaehlten Tarifen in deiner Region ab. Je nachdem welcher Energieversorger was bei dir anbietet.

    - Habt ihr eure WP an einem Haushaltsstromzähler oder Heizstromzähler angeschlossen?

    WP? Hier? Bei 6 Monaten schlechten Wetter und den Rest Winter?

    - Falls Heizstromzähler lohnt sich dann ein Doppeltarifzähler (HT,NT)?

    Wenn es entsprechnede Tarife gibt, vielleicht...


    ---------- 26. Oktober 2017, 21:51 ----------


    Sperrzeiten gibt es beim Modell rein über Haushaltsstrom natürlich nicht, das wäre ja fatal, wenn Du Dir das mal in der Praxis überlegst ;).

    Kannst du das mal erklaeren? Wieso sollten Sperrzeiten beim Betrieb einer Anlage am Allgemeinstrom "fatal" sein?


    RSE existieren ja schon lange, bei der Abschaltung von Einspeisequellen (PV, Wind...) macht man das ja auch, quasi "Liefersperrzeit" und "Bezugssperrzeit"

  • 1. unzulässig laut TAB oft, ja, aber auf Antrag wird idR genehmigt, zumindest bei mir so und was ich so höre
    man muss sich mal bewusst machen, dass so eine WP in der Leistungsklasse unterhalb bis max. gleichauf eines haushaltüblichen Küchenherdes liegt!


    2. nein


    3. vergiss das mit der Grundgebühr - das ist Marketing. Vergleiche bei entsprechenden Portalen z.B. 3000kWh Heizstrom + 3000kWh Haushaltsstrom zu 6000kWh Haushaltsstrom.
    Manche Anbieter schließen in Ihren AGB die Belieferung von Heizungen.


    4. aktuell in meinem PLZ-Bereich wieder Heizstrom Stück billiger.. war auch schon gleichauf


    5. Ja. Damit hab ich die Kosten für den zweiten Zähler und TSG gespart. Außerdem muss man die WP nicht größer dimensionieren.


    6. bei LWWP ist HT/NT oft wenig sinnvoll, da Nachts die Quelle kälter ist, und es daher besser ist tagsüber etwas mehr zu heizen als nachts.


    ---------- 26. Oktober 2017, 21:59 ----------


    Sperrzeiten gibt es beim Modell rein über Haushaltsstrom natürlich nicht, das wäre ja fatal, wenn Du Dir das mal in der Praxis überlegst ;).

    dir ist schon klar, dass da nicht der Saft abgedreht wird, sondern über ein sog. TSG ein Rundsteuersignal ampfangen wird, und dann lokal bei dir deine WP ausgeschaltet wird?

  • Gibt es Sperrzeiten bei Wärmepumpen am Haushaltsstrom wirklich?


    Und stimmt, ich hatte wirklich im Kopf, die schalten den Strom ab - was ja gar nicht geht. Danke für den Denkanstoß.

  • Ich habe jetzt bei unserer TEN die TAB gefunden (vom BdEW) und dort gibt es einen Punkt Wärmepumpen aber konkret zu Heizstromzählern habe ich dort nichts gefunden. Trotzdem könnten die Bestimmungen in Punkt 10.2.4 für mich als Laien darauf hindeuten, dass ein Heizstromzähler erforderlich sein wird. Das muss ich vermutlich wirklich konkret anfragen oder wie SirSydom schreibt beantragen und genehmigen lassen.


    Man muss ja wirklich sehen, dass die Differenz zwischen Haushaltsstromtarif und Heizstromtarif nicht sonderlich groß ist, man aber zusätzliche Gebühren für den Zähler und TSG hat.



    Der Vollständigkeit halber:



    Für das Niederspannungsnetz - Technische Anschlussbedingungen - Informationen Elektro - Installateure - Thüringer Energienetze


    Informationsblatt_unterbrechbare_Anlagen.pdf

  • Schrecklich, wie rückständig einige Netzbetreiber da noch sind...

  • Es lohnt sich praktisch nicht mehr zwei Stromzähler einzubauen - bei Dir (und daher verstehe ich den Thread erst recht nicht) mit angedachter PV noch viel weniger.

    Kannst du so nicht sagen, bei mir lohnt sich das noch immer. Und ich stell das jedes Jahr auf den Prüfstand.




    - Der zweite Zähler kostet dann auch eine monatliche Grundgebühr? Ist die gleich hoch wie die für den Haushaltsstromzähler?

    Hängt sicher von deinem EVU ab. Bei mir ist die WP-Zählergrundgebühr ca. 50% von der des Haushaltsstromzähler.



    - Sind die Differenzen zwischen Haushaltsstromtarif und Heizstromtarif überhaupt noch so groß?

    Wieder abhängig von deinem EVU. Bei mir beträgt die Differenz ca. 14ct -> es lohnt sich noch 2 Zähler zu haben.

  • Wie gesagt, bei PV gibt es da meiner Meinung nach nichts zu überlegen...

  • Bei mir beträgt die Differenz ca. 14ct

    =O


    bei mir kosten 4.800kWh Haushaltsstrom beim günstigensten Anbieter incl. Bonus 1080€ (22,5Cent/[definition=38,0]kWh[/definition])
    4.800kWh Heizstrom kosten 920€ beim günstigsten incl Bonus (19,2Cent/[definition=38,0]kWh[/definition])


    Ich persönlich glaube das die Netzstabilität in dem kommen Jahren/Jahrzehnten sinken wird. Und wo setzt man dann bei solchen Lastabwürfen als ersten an? Klar, da wo es am einfachsten ist.. Sperrzeiten hoch, fertig.

  • Bei knapp 18 Cent Haushaltsstrom (natürlich auch inklusive bonus) und nicht mal 7 Euro GG muss ich da auch nicht überlegen. Aber das ist regional ja leider so krass unterschiedlich.

  • =O  
    bei mir kosten 4.800kWh Haushaltsstrom beim günstigensten Anbieter incl. Bonus 1080€ (22,5Cent/[definition=38,0]kWh[/definition])
    4.800kWh Heizstrom kosten 920€ beim günstigsten incl Bonus (19,2Cent/[definition=38,0]kWh[/definition])

    Wenn ich die 22,5 ct für den Haushaltstrom kriegen würde, würde sich das mit dem 2. Zähler auch nicht mehr lohnen.

  • Im Informationsblatt_unterbrechbare_Anlagen.pdf unseres VNB steht "Geräte/Anlagen mit unterbrechbarem Bedarf sind über einen separaten Zweitarifzähler zu betreiben" wobei das sogar die KWL mit einschließt. Ich bzw. mein Elektriker werden trotzdem versuchen die WP mit an den Haushaltsstromzähler anschließen zu dürfen. Soll man das einfach nur kurz und knapp anfragen oder gibt es gute Argumente die man noch mit einbringen kann?

  • Heutige WP haben eine el. Leistungsaufnahme die vergleichbar ist mit einem Fön oder leistungsstarken Staubsauger. Damit entfällt an sich die Grundlage auf der man Zweitarifmodelle und Sperrzeiten eingeführt hat.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Logisches Denken ist aber trotzdem noch nicht überall verbreitet :)


    Wenn man das mit der KWL dort liest, kann man ja nur noch nen Kopf schütteln.

  • Wenn man das mit der KWL dort liest, kann man ja nur noch nen Kopf schütteln.

    man muss halt gscheit lesen.


    Zitat


    Der Sperrzeit ebenfalls nicht unterliegen Lüftungswärmepumpen bis 1 kW elektrische Anschlussleistung, Antriebsaggregate der Lüftungsanlagen, Lüfter und Pumpen elektrischer Nachtspeicher- und Direktheizungsanlagen.

    KWL mit Heizregister über 1kW kann man schon auch als "Heizung" betrachten. Wird ja im Passivhausbereich gerne auch mal gemacht.



    Es wird Zeit für smarte Netze, variable Stromkosten und Lastmanagement..

  • Ich habe angerufen und gefragt, ob ich eine einphasige Wärmepumpe mit 3,4kW am Haushaltszähler betreiben darf.
    "ja klar, warum nicht?"
    "Weil es anders in der TAB steht?"
    "das is für 30kW und größere Anlagen gedacht"


    In der Beantragung haben wir dass dann auch so reingeschrieben.. Anschluss Wärmpumpe 3,4kW mit Heizstab 9kW am Haushaltszähler, 50A Zählervorsicherung.
    => dann kam der Vertrag mit 35A Haushalt, 35A Wärmepumpen
    => angerufen
    => Vertrag mit 35A Haushalt
    => angerufen
    => Vertrag mit 50A Haushalt

  • mein Versorger versorgt zu gleichen Konditionen auch Potsdam. Gerade gecheckt.
    1087€ im ersten Jahr für 4.800kWh = 22,5 Cent. Kuckst du Vergleichsportal.

    Hab grad mal nachgesehen, für Potsdam gibt es die 22,5 ct. Aber leider nicht für mich, wohn ausserhalb von Potsdam und brauch unter 2000kWh.
    Ich werd das nochmal rechnen :)