Spiegel reloaded....

  • Zwar war im Spiegel ein eher schwacher Bericht über dieses "Bauprojekt" (Unterthema Turmbau zu Babel, Hybris,...?), aber interessant ist es allemal:


    NEOM


    Ob's was wird? Ob's nur eine Fata Morgana aus 1001 Nacht ist?


    Die Werbefilmchen scheinen mir aber schwer westlastig zu sein bzw. eben diese abendländische Klientel anzusprechen. Glückliche Menschen, unverhüllte Frauen...und das alles bei den Wüstenrittern. Erstaunlich...oder doch nur eine Fata Morgana?

  • Was in drei Teufels Namen soll das sein? (ich hab den Ton abgestellt beim Film) Was wollen die von mir?


    Der Film erinnert (tonlos) sehr an sektenähnliche Strukturen. Sei dabei und sei, hipp, auf der Höhe der Zeit und glücklich. Sei nicht dabei und bist ein Looser.
    Vor allem aber: Sei reich, um mitspielen zu dürfen.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Die wollen ein Hong Kong Rev. 2.0, aber ob die Versprechungen auch kapitalstarke Ausländer oder Fachleute überzeugen können? Wer weiß.

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  • Unter "Development" zeigen die auf der Homepage eine Karte, die offenbar die Umrisse der ersten Stufe von Neom darstellen soll.


    Diese Fläche befindet sich am Golf von Aqaba gegenüber von Sharm El-Sheik auf dem Gebiet von Saudi Arabien, soweit für mich ersichtlich, relativ weit weg von der jordanischen Grenze.

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    Viele Menschen haben nie darüber nachgedacht, was ein Haus ist; sie sind unnötigerweise ihr ganzes Leben lang arm, weil sie glauben, ein gleiches Haus wie ihre Nachbarn haben zu müssen. Thoreau, 1854

    Einmal editiert, zuletzt von Ralf Wortmann ()

  • Man konnte in einem Artikel auch nur davon lesen, dass es eine Brücke nach "Ägypten" geben soll.
    Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass hier Saudi Arabien als Hauptakteur (und maßgeblicher Finanzier) seine Nachbarn großzügig beteiligt.

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  • das Projekt Neom liege teils auch auf dem Territorium von Ägypten und Jordanien

    ...die haben nicht mal eine gemeinsame Landgrenze!


    Und: Irgendwie wollen glückliche Westler, die traumversunken an Stränden flanieren nicht in mein (ganz persönliches) Bild von S.-A. passen. Ich habe da eher freitägliche Enthauptungen, Vollverschleierung und Alkoholverbot auf dem Schirm.

  • Wer will denn freiwillig in SA leben und arbeiten? Ich jedenfalls nicht. Die Stadt wäre eine Katastrophe für das empfindliche Ökosystem im Roten Meer.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Die Saudis haben in Ihrem Machtkampf um die Vormacht in der Region gemerkt, dass sie gegen das kleine, aber reiche und vergleichsweise progressive Katar nicht so recht ankommen. Neom ist im Grunde eine Antwort auf die Strategie der Golf-Emirate sich schon jetzt für eine post-oil Weltordnung fit zu machen, denn ohne Erdöl wäre dieser Teil der Welt im Grunde nur hinterwäldlerisches Ödland. Das Problem der Saudis ist doch, dass die feudale Gesellschaftsstruktur in Verbindung mit religiösem Eifer einer rapiden Veränderung der Arbeits- und Umweltbedingungen nicht stand halten kann. Das ist ja im Grunde das Europäische System des 16./17. Jahrhunderts, wo Sonnenkönige nach ihrem gottgegebenen Recht geherrscht haben und ansonsten Ihre Freizeit mit Krieg gegen die Nachbarn, Jagd und Mätressen verbracht haben. Das ging dann auch in blutigen (Bürger-)Kriegen unter.
    Dass man mit Gigantismus reagiert, ist im Grunde Ausfluss dieser Denkart; ich glaube aber, das Ziel ist eine Stadt/Region zu schaffen, die es durch Ihre technologische und soziale Strahlkraft den Saudis auch ermöglicht im eigenen Land mit gesellschaftlichen Reformen weiter voran zu kommen.
    Ob es klappt? Wer weiß. Sicher ist, dass dort eine Menge Geld verbraten wird und - wie Frau Maier schon sagte - ein empfindliches Ökosystem platt gemacht wird.

    The avoidance of taxes is the only intellectual pursuit that still carries any reward.
    - John Maynard Keynes -

  • Unter "Development" zeigen die auf der Homepage eine Karte, die offenbar die Umrisse der ersten Stufe Neom darstellen soll. Diese Fläche befindet sich am Golf von Aqaba gegenüber von Sharm El-Sheik komplett auf dem Gebiet von Saudi Arabien, soweit für mich ersichtlich, relativ weit weg von der jordanischen Grenze.

    Die markierte Fläche unter Development reicht schon bis 25 km an die jordanische Grenze. Somit wird die geplante Stadt auch nur 50 km von Israel entfernt sein. Insgesamt ist dieser Standort geografisch wohl sehr bewusst so gewählt, im Schnittpunkt zwischen Asien, Afrika und Europa. Die Stadt liegt näher an Griechenland als an der Hauptstadt Riad.


    Ich hege wenig Sympathie zu Saudi-Arabien aber ich denke, dass es in letzter Zeit einige Anzeichen (Frauen dürfen Autofahren) der Veränderung gab und Neom gehört wohl dazu. Warum dort neue Gesetze wenn die eigenen so gut sind? Warum zielt das ganze Projekt so sehr auf den Westen, Osten und auf Technologie?


    Ich sehe das Projekt eher positiv, lieber 500 Mrd in eine solche Stadt stecken als in ein eigenes Atomprogramm, neue Waffen oder Unterstützung von Terror usw. Noch sprudelt das Geld aus dem Ölgeschäft und es gibt schlechtere Pläne als diesen um danach nicht wieder in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden.


    Ich denke die werden das einfach machen. Die politischen und finanziellen Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt und es ist nicht ganz auszuschließen, dass Neom noch vor dem BER fertig sein wird ;-)

  • Glaube ich nicht. Die 500Mrd sollen doch sicherlich auch über internationale Investoren kommen. Nur weil seit einigen Wochen Frauen Auto fahren dürfen, heißt das noch lange nicht, dass das Land plötzlich offen ist und es so weiter geht. Ich habe mal ein Interview von einem Deutschen Sanitäter gesehen, der in Riad als Sanitäter tätig war. Was man da gehört hat hat mit moderner Gesellschaft so wenig zu tun wie Kuhfladen direkt als Heizmittel zum Kochen zu verwenden. Eine Gesellschaft ändert man nicht einfach so von heute auf morgen. Das wird mehrere Generationen dauern. Für mich als Frau ist SA tabu, selbst wenn es sich öffnet, wird es weiterhin tabu bleiben, weil die Bedingungen weiterhin schlecht bleiben werden. Das wird eine Stadt voller Männer, die unter sich bleiben, wenn es überhaupt zu einer Stadt kommt...

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Nur weil seit einigen Wochen Frauen Auto fahren dürfen, heißt das noch lange nicht, dass das Land plötzlich offen ist und es so weiter geht. ... Eine Gesellschaft ändert man nicht einfach so von heute auf morgen. Das wird mehrere Generationen dauern.

    Vor 75 Jahren haben "wir" systematisch 13 Millionen Menschen ermordet (also Gefallene nicht eingerechnet) und schau uns heute an. Ich gehe schon davon aus, dass das S-A von heute nicht viel mit dem in 70 Jahren gemein haben wird, das gilt aber für fast alle Länder. Die Spannungen in S-A zwischen Königshaus und religiösen Führern sind ja bekannt und natürlich wird dies zu Umbrüchen führen wobei natürlich nicht auszuschließen ist, dass es sich zum noch Schlechteren entwickelt, vielleicht aber eben auch zum Besseren, je nachdem wer sich durchsetzt.


    Neom ist ja nicht nur der Versuch sich für die Zeit nach dem Öl zu rüsten sondern auch vielleicht auch ein Weg um das Land an sich zu modernisieren. Warum eigene moderatere Gesetze? Warum die Nähe zu Krisenherden wie Israel, Palästina, Syrien, Ägypten, Irak wenn man die Stadt auch im Osten in Nähe der VAR / Katar hätte bauen können? Warum die Ausrichtung auf den Westen und den Osten? Warum plötzlich in wenigen Wochen mehr Fortschritte beim Thema Frauenrechte als in den letzten hundert Jahren? Klar, zu euphorisch sollte man nicht sein, weder bezüglich der geplanten Stadt noch bezüglich der Reformwilligkeit des Landes aber dennoch könnte man all das als Schritte in die richtige Richtung interpretieren.


    All die schrecklichen Sachen die es in S-A gibt hat es bei uns vor 75, 60, 50 Jahren auch gegeben siehe Rechte von Frauen, Homosexuellen oder das Ermorden von Andersdenkenden oder Angehörigen anderer Religionen und und und ... nur das es bei uns in viel größerem Umfang und viel systematischer erfolgte.

  • Beitrag von Roorge ()

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