Flachdach über Technikraum - ein Problem?

  • So - wie versprochen versuche ich nun hier, mein Technikraumdach zu beschreiben. Mich würde interessieren, wie die Experten hier die Konstruktion beurteilen und was ich ggf. tun könnte, um die Konstruktion zu retten.


    Wir haben ein Massivholzhaus bauen lassen. Dieses hat an der Ostseite im nördlichen Bereich einen kleinen Anbau für die Haustechnik (Wärmepumpe mit Speicher, Hausanschlüsse). Das Haus ist nicht unterkellert.


    Das Haus hat im EG und OG je eine Wohnung, die obere Wohnung wird durch eine Außentreppe an der Ostseite erschlossen. Dazu kragt das Technikraumdach nach Süden aus, d.h. die Balken der Dachkonstruktion stehen um ca. 1,50 m nach Süden über und bilden ein Vordach für den unteren Hauseingang.


    Der Technikraum ist anders als der Rest des Hauses in Holzständerbauweise errichtet. Nach innen grenzt ein Badezimmer an, zwischen diesem und dem Haustechnikraum ist keine Dämmung eingebracht. Für das Dach (und auch für die Innenwand) wurde lediglich eine Berechnung nach dem Glaserverfahren gemacht, die wie folgt aussieht:




    ---------- 22. Oktober 2017, 16:03 ----------


    Auf dem Technikraumdach liegt ein Belag aus Lärchenholz, der so aussieht (weitere Bilder aus der Bauzeit können bei Bedarf nachgeliefert werden):

  • Die OSB Platte halte ich persönlich für Kritisch , auch die PYE , da hätte eine schwarze Kunststoffbahn evtl mehr Vorteile .

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • Nach innen grenzt ein Badezimmer an, zwischen diesem und dem Haustechnikraum ist keine Dämmung eingebracht.

    Gibt es da Fotos von? Das ist deutlich interessanter, wenn aus dem Bad mit hoher Feuchtelast Wege bestehen, die in das Dach eindiffundieren können.


    Wann war die Errichtung + Abnahme des Daches?

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Wovon genau möchtest Du Fotos haben? Dann suche ich welche 'raus. Errichtung des Daches war 2013. Es ist Gegenstand des Rechtsstreits (der [definition=33,0]GÜ[/definition] hat uns verklagt, weil wir eine größere Summe einbehalten haben).

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  • Naja du hast ja geschrieben, das neben dem Technikraum ein Badezimmer existiert. Hat das Baulich irgendeine mögliche Verbindung (Auch Flankendiffussion) mit dem Dach? Kann also die feuchte Luft aus dem Bad in das Dach einströmen?


    2013 bedeutet, dass dem [definition=33,0]GÜ[/definition] ja die [definition=25,0]DIN[/definition] 68800-2 hätte vorliegen müssen und er danach hätte planen müssen bez. Fertigstellen. Ich vermute aber mal dass das Thema eh schon bei Gericht liegt? Dir also eher darum geht das mögliche Bauschadenrisiko so klein zu halten als nur möglich?

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  • Naja du hast ja geschrieben, das neben dem Technikraum ein Badezimmer existiert. Hat das Baulich irgendeine mögliche Verbindung (Auch Flankendiffussion) mit dem Dach? Kann also die feuchte Luft aus dem Bad in das Dach einströmen?


    2013 bedeutet, dass dem [definition=33,0]GÜ[/definition] ja die [definition=25,0]DIN[/definition] 68800-2 hätte vorliegen müssen und er danach hätte planen müssen bez. Fertigstellen. Ich vermute aber mal dass das Thema eh schon bei Gericht liegt? Dir also eher darum geht das mögliche Bauschadenrisiko so klein zu halten als nur möglich?

    Flankendiffusion - da kann ich jetzt nichts dazu sagen. Außer den Aufbau der Wand: Der Aufbau ist von innen nach außen (Bad zu Technikraum): Gipskarton (die grünen), Dübelholzelement und 2x OSB III. An der Wand befindet sich innen noch die Dusche (gefliest) und die Toilette mit gefliester Vorwandkonstruktion.


    Zu Deiner Frage: das Thema liegt bei Gericht, allerdings nicht speziell wegen dem Dachaufbau. Das Dach müsste aber trotzdem 'runter, weil hier noch weitere Mängel vorliegen (das will ich jetzt nicht alles ausführen...). mls hat mich darauf gebracht, dass der Dachaufbau selbst auch ein Problem ist und wir haben das durch die Hintertür mit ins Verfahren eingeführt. Die Antwort des GSV dazu ist allerdings...naja :S


    Tatsächlich geht es mir hier im Forum darum, ob die Konstruktion noch irgendwie zu retten ist. Eine Probebohrung unseres privaten SV (das ist jetzt aber schon länger her) hat ergeben, dass die eingefüllte Zellulosedämmung trocken war. Könnt man mit einer nachträglichen Dämmung etwas retten und wie stark müsste diese sein? Unter dem Lattenrost wäre schon noch Platz...


    @Gunther: das beantwortet wahrscheinlich auch Deine Rückfrage.



    ---------- 23. Oktober 2017, 12:41 ----------


    Kalle : habe gerade gesehen, dass Du im anderen Thema schon etwas dazu geschrieben hast. Danke!

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  • Hallo,


    nur ganz kurz: Glaserberechnung bei Zwischensparrengedämmtem Flachdach? Aufheizen von oben für die Umkehrdiffusion fällt ja zweierlei schon aus, einmal wegen Verschattung und Überdachung und einmal wegen innerer doppelter OSB??? Unter dem Dach ist nur der Technikraum oder auch noch teilweise das Bad? Wenn es ''nur'' der Technikraum ist, evtl. mal eine Stelle der Deckenverkleidung öffnen und sich die Sparren mal im Bereich Sparrenoberkante - äussere OSB ansehen, ob es hier schon zum Tauwasserausfall gekommen ist :eek: .

  • Dass Glaserberechnung nicht reicht, weiß ich inzwischen dank mls. Unter dem Dach ist NUR der Technikraum. Kann ich den Tauwasserausfall ggf. auch an der Dämmung erkennen?


    Spielt es eine Rolle, dass der Technikraum nicht extra beheizt ist und wie luftdicht muss er sein (der Technikraum ist nur von außen zugänglich und die Tür war bis letzten Winter undicht)? Hilft regelmäßiges lüften (wohl eher nicht)?


    Ach ja, die zweite OSB von innen wurde mit Klebeband luftdicht abgeklebt. Die innere OSB nicht (dient nur der Verschönerung, weil der Trockenbau "vergessen" wurde).

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  • Kalle : habe gerade gesehen, dass Du im anderen Thema schon etwas dazu geschrieben hast. Danke!

    Moment! Meine Aussagen dort sind allgemeiner Natur. Bei dir wissen wir, dass ein Belag auf dem Dach liegt, somit ist dort eine andere Betrachtungsweise nötig. Nämlich, die das wir hier eh schon geminderte solare Gewinnen verzeichnen können. Geht man nach Herrn Borsch-Laaks, sind 30% Überdämmung anzuraten.



    Spielt es eine Rolle, dass der Technikraum nicht extra beheizt ist und wie luftdicht muss er sein (der Technikraum ist nur von außen zugänglich und die Tür war bis letzten Winter undicht)? Hilft regelmäßiges lüften (wohl eher nicht)?

    Gehört er überhaupt zur thermischen Hüllfläche? Oder aus welchem Grund hat man die Dämmung im Dach gewählt?

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  • Hallo,


    welche Temperaturen sind denn in dem Technikraum vorhanden? Wenn es zum Tauwasserausfall kommt, kannst du es wahrscheinlich an der OSB Platte ( die unter der Abdichtung ) am besten sehen, bei der Zellulosedämmung vermutlich weniger ( je nachdem wie viel ), hier müsste die Feuchtigkeit gemessen werden. Der Eingangsbereich ist doch noch überdacht ( im letzten Bild sieht man noch einen senkrechten Pfosten ) ?

  • Moment! Meine Aussagen dort sind allgemeiner Natur. Bei dir wissen wir, dass ein Belag auf dem Dach liegt, somit ist dort eine andere Betrachtungsweise nötig. Nämlich, die das wir hier eh schon geminderte solare Gewinnen verzeichnen können. Geht man nach Herrn Borsch-Laaks, sind 30% Überdämmung anzuraten.


    Gehört er überhaupt zur thermischen Hüllfläche? Oder aus welchem Grund hat man die Dämmung im Dach gewählt?

    Also - die Frage nach der zugehörigen thermischen Hüllfläche kann ich jetzt nicht wirklich beantworten. Ich würde aber sagen ja. Denn die Innenwand zum Bad hat ja keine Dämmung. Nach außen ist der Technikraum aber gedämmt (allerdings ist es nicht wie beim restlichen Haus eine Massivholzwand, sondern nur eine Holzständerwand), sonst würde es ohne eigene Heizung da drinnen wohl zu kalt. Der Raum wird ja quasi durch die Abwärme der WP und der Leitungen (die aber weitgehend gedämmt sind) temperiert. Außerdem steht seit heuer noch ein kleiner Tiefkühlschrank drin. Ursprünglich war mal geplant, die gekämmte Massivholzwand zwischen Bad und Technikraum fortzuführen, wurde dann aber nicht gemacht (aus Platzgründen). Über die Konsequenzen bin ich mir bis heute nicht ganz klar...


    Hallo,


    welche Temperaturen sind denn in dem Technikraum vorhanden? Wenn es zum Tauwasserausfall kommt, kannst du es wahrscheinlich an der OSB Platte ( die unter der Abdichtung ) am besten sehen, bei der Zellulosedämmung vermutlich weniger ( je nachdem wie viel ), hier müsste die Feuchtigkeit gemessen werden. Der Eingangsbereich ist doch noch überdacht ( im letzten Bild sieht man noch einen senkrechten Pfosten ) ?

    Ja, der Eingangsbereich ist überdacht - um ca. 1,50 m. Außerdem geht das Hausdach mit ca. 2,00 m drüber. Temperatur habe ich da drin noch nie gemessen, aber es wird natürlich lange nicht so warm, wie in den Wohnungen.


    Wir haben ja durch die unteren OSB-Platten schon einmal durchgebohrt. Das Loch haben wir anschließend mit dem grünen S...-Klebeband wieder geschlossen. Wenn wir da noch einmal öffnen - was für ein Gerät brauche ich dann, um die Feuchtigkeit (möglichst an der OSB-Platte) messen zu können? Kann das unser privater SV machen?

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  • Ich würde aber sagen ja.

    Deine Schilderungen lassen das vermuten. Mir ist zwar nicht klar warum man von Massiv auf HRB wechselt aber gut, muss ich auch nicht verstehen wollen.


    Würden wir mal davon ausgehen, es grenzt kein Bad an - dann halte ich das Risiko für überschaubar, durch die Konstellation dass das Luftvolumen in sich "geschlossen" ist. Viel Wasserdampfdruck dürfte es nicht geben, also auch wenig Motor für den Bauschaden. Nun weiß keiner in wie weit das Bad ins Dach "entlüften" könnte. Da hätten wir schon deutlich höhere Feuchtespitzen. Wenn dann noch etwas nicht mit der Duschabdichtung stimmt... ui ui ui!


    Würde ich da ein Fazit ziehen müssen, dann würde ich Euch nahe liegen in unterschiedlichen Stellen des Schichtenaufbaues Datenlogger einzubringen (ich hatte dazu mal ein Thema eröffnet) und das mindestens über ein Jahr beobachten. Wenn das Fazit aus einem Jahr mit unterschiedlichsten Klima nicht "Bauschaden" schreit würde ich das Thema Gedanklich abhaken. Natürlich könnte man auch ohne Öffnung mit instationären Berechnungen, Sonnstandsimmulierung usw. Nährungsweise an das Fazit heran kommen.


    Wenn es am Ende Bauschaden ruft, dann muss man halt sehen was Konzeptionell anders gemacht werden kann.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Für die Wand zwischen Bad und Technikraum gibt es auch eine Glaserberechnung. Habe ich jetzt nicht da (bin in der Arbeit - Mittagspause).
    Die Duschabdichtung ist eines der wenigen Gewerke, wo ich keinerlei Bauchschmerzen habe. Der Fiesenleger war ein alter Haudegen und sehr sorgfältig, er hat zweimal abgedichtet mit verschiedenfarbigem Material und wurde auch überwacht. M.E. kann höchstens geringfügig Wasserdampf durch die Wandkonstruktion diffundieren.


    Kannst Du das alte Thema, das Du oben erwähnt hast, verlinken oder muss ich selber suchen? Wo bekomme ich Datenlogger - kannst Du dazu eine PN schicken?

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  • Kannst Du das alte Thema, das Du oben erwähnt hast, verlinken oder muss ich selber suchen? Wo bekomme ich Datenlogger - kannst Du dazu eine PN schicken?

    Datenlogger im Dach


    Wo du Datenlogger selber herbekommst kann ich dir nicht sagen. Das müsste ich jetzt auch erst nachschauen. Du solltest ohnehin den Weg nicht ohne jemand gehen der sich damit auskennt. Vielleicht hat ja @Alfons Fischer einen Kollegen bei dir um die Ecke oder sogar andere - bessere - Ratschläge.


    Vielleicht genügt es ja auch, dein Objekt erst Mal zu simulieren. Zeigt sich das dort nicht besonders auffällig, so könnte man vielleicht auf die Bauteilöffnung verzichten?

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  • O.k. - dass ich da noch einen "Auskenner" dazu brauche, war mir eigentlich schon klar. Im Moment läuft ja noch der Rechtsstreit, da muss man auch immer aufpassen, dass man keine Beweisvernichtung betreibt...

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  • Dein privater SV müsste eigentlich die Feuchtigkeit messen können, zumal ja schon eine Öffnung vorhanden ist. Vielleicht ein paar Frosttage abwarten und dann messen, wenn sich dann nichts zeigt, würde ich das Thema abhaken.

  • ...muss ich mal sehen. Ich denke, ich werde mit ihm in der Sache (und vielleicht auch noch wegen anderen Problemen) sowieso noch einmal sprechen müssen.

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  • Dass Glaserberechnung nicht reicht, weiß ich inzwischen dank mls

    und auch mit anderen berechnungen ..

    Natürlich könnte man auch ohne Öffnung mit instationären Berechnungen, Sonnstandsimmulierung usw. Nährungsweise an das Fazit heran kommen

    wird das ziel, eine robuste, dauerhaft funktionierende konstruktion, nicht
    erreicht, weil ..
    bei den vorhandenen randbedingungen, ohne jeglichen solaren antrieb, ohne
    "intelligente" rücktrocknung nach innen, kann das nur zufällig funktionieren.
    darauf würde ich mich nicht verlassen.

  • bei den vorhandenen randbedingungen, ohne jeglichen solaren antrieb, ohne
    "intelligente" rücktrocknung nach innen, kann das nur zufällig funktionieren.
    darauf würde ich mich nicht verlassen.

    Dein viel und gern gelesener Experte Herr Borsch-Laaks sieht das mitunter anders. Schau mal beim Informationsdienst Holz, wenn dir das nicht eh schon längst bekannt ist. Klar, da erwähnt er auch keine Glückseligkeit aber schließt Konstruktionen mit wenig solaren Gewinnen nicht prinzipiell aus.

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  • Beitrag von Truckly ()

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