Sind die "7 goldenen Regeln" für unbelüftete Flachdächer in Holzbauweise wirklich anwendbar?

  • ich will mal wieder ein Thema aus einem anderen Thread (wo es nicht so richtig hinpasst) aufgreifen, auch diesmal mit einer provokativen Überschrift: die "7 goldenen Regeln"


    Anlass die Diskussion in einem Thread "welche Leckagen sind bei einer Blower-Door-Messung zulässig?"


    ich will mal als Diskussionsansatz auf das Thema der "7 goldenen Regeln" eingehen:

    • diese tun so, als wären Flachdächer in Holzbauweise ganz einfach, wenn man sich nur an diese "7 goldenen Regeln" hält. Da gehe ich nicht mit. Es wird m.E. viel zu unkonkret eine Behauptung, hinterlegt mit ein paar Weisheiten, aufgestellt. Und zwar von ein paar Leuten, welche sich mehr oder minder zufällig irgendwo in Deutschland über den Weg gelaufen sind ("Konsens der Referenten des Kongresses „Holzschutz undBauphysik“ am 10./11.02.2011 in Leipzig").
    • ganz ehrlich: für mich lesen sich die so genannten "7 goldenen Regeln" ein bisschen wie eine Werbeveranstaltung für feuchtevariable Dampfbremsen" (ohne, dass dort definiert wird, welche technischen Eigenschaften diese konkret haben müssen)
    • Diese Regeln gelten m.E. nicht während der Bauphase, es wird außen vor gelassen, dass eben diese feuchtevariablen Dampfbremsen ein enormes Bauschadensrisiko bieten können (z.B. bei Winterbaustellen)
    • ich kann nicht akzeptieren, dass der Einbau von Dampfsperren (sd,i ≥ 100 m) bei außen dampfdichten Holzkonstruktionen nicht mehr den Regeln der Technik entsprechen soll. Damit wäre das ja unzulässig! In diesem Zusammenhang stellt sich erst mal die Frage: was ist "dampfdicht"? ich habe sehr erfolgreich ein eben solches Dach bauen lassen mit einer Dachbahn mit sd,i = 35 m. Ist das dann außerhalb der aaRdT?
    • es wird eine "geprüfte Luftdichtheit" gefordert. Was ist denn das?
    • es wird gar nicht auf die enorm wichtige Detailplanung und Detailausführung eingegangen, obwohl dort vermutlich die meisten Fehler passieren (Stichwort: Flankendiffusion)

    ich freue mich auf die Diskussion... :)

  • Hallo Achim,


    dazu hätte ich ein ganz konkretes Beispiel, zu dem ich auch Fragen hätte. Ich weiß aber nicht, ob ihr das hier diskutieren wollt.
    mls "kennt" die Konstruktion (ich habe ihm mal die Glaserberechnung dazu geschickt). Das Thema interessiert mich aber, denn ich wüsste gerne, wie man den Mist so in den Griff bekommt, dass das Dach nicht in ein paar Jahren aufgibt.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Alfons , da hast Du schon recht,die Rahmenbedingungen sollten schon eingehalten werden ,
    Ich habe ja nun auch schon 2 solche Dächer gebaut ,
    bei dem ersten hatte ich nur die Holzkonstruktion und die Abdichtung als Leistung , beim 2. auch den Trockenbau .
    Ich glaube , das größte Risiko liegt im Gewerk Trockenbau m.M.n ., beim 2. Dach kommt ja noch die PV Anlage on Top , da gibt es aber auch eine Wufi Berechnung zu .
    Ich finde , ganz wichtig ist hochwertige Materialen zu verbauen !
    Seit dem Innenputz läuft auch der Entfeuchter , und nach dem Estrich sicherlich noch 1-2 weitere Entfeuchter .

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • Geheilt wird das doch nur durch die Rücktrocknung, liegt die nicht vor - dann Bauschaden. Ich finde es falsch, dass Fehlplanung letztlich mit diesen Regeln verschönigt werden kann und man sich ja nur auf diese 7 Grundsätze berufen muss um sich und den Murks aus der Schusslinie zu nehmen.


    Und nein, ich glaube den Herstellern nicht. Auch wenn die es hygrothermisch Berechnet haben mögen.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Ich finde es falsch, dass Fehlplanung letztlich mit diesen Regeln verschönigt werden kann und man sich ja nur auf diese 7 Grundsätze berufen muss um sich und den Murks aus der Schusslinie zu nehmen.

    Was meinst Du denn mit Fehlplanung ?

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • Flachdächer in Holzbauweise mit im Gefach liegender Dämmung ist einfach planerisch Murks. Weil es da in der Regel nie einen Grund dafür gibt, das so tun zu müssen. Aus Unwissen, mangelndem Willen oder gar Können kommt es dann zu solchen Konstruktionen. Da versagt, gerade im Neubau, auch nicht nur der Planer. Auch der Handwerker vergisst regelmäßig gegen vorliegende Planung Bedenken einzureichen oder gleich die Finger davon zu lassen.


    Wenn ich die Rücktrocknung weg nehme, dann funktioniert das ganze System nicht mehr. Zusätzlich zu Alfons Punkten.

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  • Mein Architekt hat das hübsch so geplant und der Dachdecker hat es ebenso übernommen - hatte drei Betriebes in enger Auswahl und Gespräche mit denen. Keiner hatte Bedenken geäußert...


    Erst mit der Erstellung des Daches habe ich mich in die Thematik eingelesen.


    Schön ist halt anders, aber Kalles Meinung dazu ist auch nur ne Meinung und wird dadurch ja nicht fachlich korrekter, oder?


    Auf jede Fachregel wird gerne verwiesen, aber hier entspricht es ja auch den Fachregeln, aber es ist dann nen Fehler?


    Nicht falsch verstehen, kann das ja nachvollziehen, aber liest sich für den Laien dann doch arg selektiv.

  • arg selektiv.

    Nein. Es ist auch weiterhin ein Sonderfall in der [definition=25,0]DIN[/definition] 68800 und keinesfalls eine Regelausführung. Man wird wohl nur nicht per Norm das Benutzen solcher Konstruktionen verbieten können. Würde dem "interpretieren" aber gut tun, täte man dass. Die allermeisten, die sich wirklich ausgiebig mit der Thematik beschäftigen, beschäftigt haben werden Konsens darüber haben, dass es keine gute Idee ist.


    Holzdecken gehen ja auch ohne Balkengeraffel, in den man was reinstopfen will.

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  • Wenn man dann so ein Dach hat - wäre das heilbar, indem man z.B. nachträglich oben noch eine Dämmung drauf macht? Und wie stark müsste diese sein?

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  • Theoretisch schon es müsste halt so viel sein, dass an der Schicht ausreichend hohe Temperaturen bestünden dass Kondensation nur im geringem Maße stattfindet.


    Das wäre aber zu einfach. Mit einer Überdämmung holt man sich dann andere Probleme ins Haus. Erst mal müsste die Erwärmung im inneren bis an die Schicht kommen - das ist fraglich, weil ja schon gegen Wärmeverlust gedämmt. Schön wenn man die Abkühlung gegen Nachstrahlung mindert mit einer Überdämmung man spielt der Rücktrocknung damit aber in die Karte. Da die Erwärmung ("Solaregewinne") dann fehlt. Also können in der Konstruktion die Drücke nicht derart ansteigen, dass es zur Rauminnenseite will.


    Bei heutigen gedämmten Konstruktionen halte ich es dafür für fraglich das mit Überdämmen heilen zu wollen. Eher würde ich die IST-Situation erst Mal genau analysieren. Nicht jedes Konstrukt führt ja unweigerlich zum Schaden. Also würde ich erst Mal über einen Zeitraum in der Konstruktion die Werte messen. Wenn man nicht unmittelbar den "Rohbauzustand" herstellen kann oder außen es an Höhe fehlt Dämmung aufzubringen.

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  • Frage ist, wie man da messen soll - muss ja damit erstmal wieder geöffnet werden?


    Ich glaube, ich warte, bis der Schorni mal reinkracht, dann einmal neu :D

  • Es ist auch weiterhin ein Sonderfall in der [definition=25,0]DIN[/definition] 68800

    1000 kudos :)


    es hat, wie üblich, einen gelbdruck zur 68800 gegeben.
    es hat eine nicht übliche menge an einsprüchen gegeben und
    genau diesen sonderfallstatus (egal, wie das die normenmacher
    nennen) hätte ich mit meinem einspruch gerne in die norm
    hineingeleimt, festbetoniert und angeschweisst. passiert ist ..
    na, was wohl? :P


    vor ein paar wochen hat mich ein baurechtler an den alten
    spruch über gesetze und würschte erinnert .. normen sind ja
    auch fast gesetze. fast.


    der normative bezug auf die 7 goldenen regeln ist allerdings
    vernünftig. in den besprechungen mit @Eric haben sich die "7"
    ja auch als vernünftig herausgestellt - dabei hätte es noch
    rund 40 literaturquellen aus den letzten 10 jahren und auch
    noch einige ältere (zB 68800 aF und kommentar vom damaligen
    obmann) gegeben. die "7" sind im richtigen kontext richtig
    und die kann man darlegen.

  • die "7" sind im richtigen kontext richtig
    und die kann man darlegen.

    Naja aber genau das ist es doch. Was ist der Kontext? Das ist ja genau das, was Alfons hier anzweifelt.

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  • einer meiner Hauptkritikpunkte ist, dass nicht mal erwähnt wird, dass die Detailausbildung entscheidend sein kann, ob so eine Konstruktion funktioniert oder nicht.


    In diesem Zusammenhang habe ich schon das Thema Flankendiffusion (z.B. einbindende Innenwände) genannt, dass schon bei nach oben hin diffusionsoffenen Konstruktionen zu heftigen Bauschäden führt. Das wird bei einem nach oben hin diffusionsdichtem Dach nicht besser, egal was da für eine Folie drunter getackert wird...


    zur Luftdichtheit wird nur gefordert, dass diese "geprüft" wird (mit welchem Ergebnis, scheint egal?), dass die Detailausbildung aber im Zweifel entscheidend sein kann, wird nicht erwähnt. dies spielt aber auch in den nächsten Punkt hinein.


    oder das Thema der Neubaufeuchte allgemein (z.B. Winterbaustelle), bei denen sich die propagierten feuchtevariablen Dampfbremsen genau entgegengesetzt zu dem verhalten, was wir bräuchten: da machen diese Folien nämlich auf wie Scheunentore, obwohl eine sperrende Wirkung notwendig wäre.

  • Bekommt man das immer hin? Wir mussten hier jeden Raum für sich absperren, allerdings Anschluss immer an den Betonringanker, der zumindest sehr, sehr gering Dampf durchlässt, oder?

  • Was ist der Kontext?

    es gibt eine berufsgruppe mit einzelnen vertretern, die sich immer
    gerne auf "handwerkliche selbstverständlichkeit" berufen, um ihre
    luschigkeit zu rechtfertigen - hier ist der gefragte kontext "planerische
    selbstverständlichkeit": es gibt sachen, die hat ein planer zu wissen.

  • Bekommt man das immer hin? Wir mussten hier jeden Raum für sich absperren, allerdings Anschluss immer an den Betonringanker, der zumindest sehr, sehr gering Dampf durchlässt, oder?

    Wenn die Sparren nicht press an der Wand anliegen , und die Wand nur bis Unterkante Sparren geht , ( was ja auch sinnvoll ist , wegen der Dämmung ) sollte das ganz einfach zu bewerkstelligen sein . Knifflig wird dann nur der Anschluß der DB an (zB) der Traufwand , da das ankleben oben auf dem Ringanker schwer zu bewerkstelligen ist . Da kann man aber vor den Dämmarbeiten schon mal einen ausreichend großen Folienstreifen ankleben . Je nach vorliegender Konstellation auf /an der Schwelle oder eben auf dem Ringanker


    ---------- 23. Oktober 2017, 04:45 ----------


    es gibt sachen, die hat ein planer zu wissen.

    Da gebe ich Dir Recht , leider muss ich eben immer wieder feststellen , das gerade das Thema Bauphysikalische Belange da oft eine Bildungslücke hinterlassen haben .
    Auch das Thema OSB-Platte ist so ein Ding , die wird eben regelmäßig ausgeschrieben , als aussteifende Scheibe auf der Kehlbalkenlage , oder als Schalung der Gaubenwangen aussen , oder eben als Schalung unter der Dachabdichtung .
    Ich kann da jetzt nur von meinen Beobachtungen im Kollegenkreis sprechen , und da wird die OSB Platte eben fleißig eingebaut ohne über die Folgen nachzudenken, überwiegend von Dachdeckern , weils eben schön schnell geht . Fläche machen , und dann auch noch gern mit fliegenden stößen , imho ein NoGo .

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  • es gibt sachen, die hat ein planer zu wissen.

    Okay, erhöhen wir den Schwierigkeitsgrad:


    Wie sieh es mit der Forderung aus, dass die Verschattung baurechtlich einzutragen ist. Eben das auch zukünftig keine Verschattung wird vorliegen. Ich behaupte jetzt mal ganz frech, dass an der Hürde in der Regel alle Aufbauten versagen. Oder gibt es wirklich Kunden, die sich das baurechtlich im B-Plan/ Nachbarschaftsrecht eintragen lassen?


    Aufbauten wo es nicht anders geht mit Instationären Berechnungen als sicher zu dokumentieren ist doch schon die hohe Kunst oder etwa nicht? Ich mein jetzt weniger, zu wissen was die 7 Regeln sind sondern viel mehr das Wissen wie man so was gesichert bekommt. Findest du dass dies zur Selbstverständlichkeit der Planer gehört?

    dass diese "geprüft" wird (mit welchem Ergebnis, scheint egal?),

    Ich denke das bezieht sich auf die eh schon einzuhaltenden Werte aus der [definition=28,0]EnEv[/definition] also n50 Test mit 1,5 oder 3,0 AH/ Std. Inkl. der Leckageortung aber ja, erwähnt wird es nicht, dass das darunter zu verstehen ist.


    Ich finde es z. B. auch witzlos, dass in der [definition=25,0]DIN[/definition] 68800 Sinngemäß die Zulassung mit Mineralwolle zulässig ist. Weiß man doch schon seit einigen Studien, dass sich Hohlräume mitunter schlecht auf die Heilung auswirken.

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  • Verschattung wird vorliegen. Ich behaupte jetzt mal ganz frech, dass an der Hürde in der Regel alle Aufbauten versagen. Oder gibt es wirklich Kunden, die sich das baurechtlich im B-Plan/ Nachbarschaftsrecht intragen lassen?

    ja .. und? die 68800 erzwingt ja keine nachbarschaftsrechlichen verrenkungen, weil es immer einen anderen weg gibt.


    Aufbauten wo es nicht anders geht mit Instationären Berechnungen als sicher zu dokumentieren ist doch schon die hohe Kunst oder etwa nicht? Ich mein jetzt weniger, zu wissen was die 7 Regeln sind sondern viel mehr das Wissen wie man so was gesichert bekommt. Findest du dass dies zur Selbstverständlichkeit der Planer gehört?

    zur 1. frage: ja.
    meinst du mit "als sicher zu dokumentieren" das erzielen eines positiven rechnerischen ergebnisses? instationäre berechnungen sind defintiv keine selbstläufer, die automatisch wunschergebnisse produzieren.


    zur 2. frage: nein.
    man muss das erforderliche wissen um bauphysikalische grundlagen und lösungswege und das (hier wohl gemeinte) beschreiten des numerischen lösungswegs (mit wenigen, hoch anspruchsvollen softwareprodukten) auseinanderhalten.

  • ja .. und? die 68800 erzwingt ja keine nachbarschaftsrechlichen verrenkungen, weil es immer einen anderen weg gibt.

    Missverstehen wir uns hier gerade? Unter 7.5 steht doch: "Sofern Verschattungsfreiheit vorausgesetzt wird, muss diese baurechtlich auf Dauer gesichert sein." Da bei den 7 goldenen Regeln dies definitiv der Fall ist ergibt sich damit doch auch das baurechtliche Vorliegen "auf Dauer". Oder meinst du mit anderen Weg, das letztlich jedes geplante Dach nicht als Komposter geplant werden müsste?



    das erzielen eines positiven rechnerischen ergebnisses?

    Jop, genau das habe ich gemeint. Die 7 goldenen Regeln beschreiben ja letztlich das "Nachweisfreie" Flachdach. Was ja irgendwie, und da muss ich Alfons recht geben, absurd ist. Denn letztlich sagt es ja, halte dich an die 7 Punkte und alles wird gut, brauchst dann auch nicht rechnen.

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  • meinst du mit anderen Weg, das letztlich jedes geplante Dach nicht als Komposter geplant werden müsste?

    das wäre wünschenswert - so oder so :)



    letztlich sagt es ja, halte dich an die 7 Punkte und alles wird gut

    stimmt und stimmt :)
    einige punkte waren schon bei verfassen der 68800 aF bekannt - das war vor rd 20 jahren.
    einige andere punkte sind hinzugekommen.
    ziemlich alle punkte haben in den letzten 10 jahren eine gründliche diskussion erfahren.

    Off-Topic:

  • Die 7 goldenen Regeln beschreiben ja letztlich das "Nachweisfreie" Flachdach. Was ja irgendwie, und da muss ich Alfons recht geben, absurd ist. Denn letztlich sagt es ja, halte dich an die 7 Punkte und alles wird gut, brauchst dann auch nicht rechnen.

    ja, genau das meine ich mit meinem Statement...



    zur "geprüften Luftdichtheit":

    Ich denke das bezieht sich auf die eh schon einzuhaltenden Werte aus der [definition=28,0]EnEv[/definition] also n50 Test mit 1,5 oder 3,0 AH/ Std. Inkl. der Leckageortung

    aber ist das nicht bei einem so hochgradig feuchteempfindlichen Bauteil ja eine lächerlich niedrige Anforderung? Wissen wir doch alle, dass in der [definition=25,0]DIN[/definition] 4108-7 sinngemäß steht, dass das Einhalten eben jener Grenzwerte lokale Fehlstelle, welche zu Feuchteschäden führen können, nicht ausschließt...!


    hier ist der gefragte kontext "planerische


    selbstverständlichkeit": es gibt sachen, die hat ein planer zu wissen.

    ich habe schon viele Architekten kennengelernt. Und ich weiß, was diese für ein breites Aufgabengebiet haben und dass es quasi unmöglich ist, sich in allen Dingen auszukennen.
    Daher nehme ich es niemanden übel, sich mit so einer speziellen Thematik nicht auszukennen, wo selbst viele Energieberater wenig oder gar keine Ahnung davon haben.
    Ich finde es vielmehr nicht so gut, das teils die Industrie oder vielleicht sogar von der Industrie unterstütze (?) Personenkreise (die sich eigentlich der Sensibilität dieser Konstruktionen bewusst sein sollten), so tut, als sei alles ganz einfach...


    die 7 goldenen Regeln haben gewissermaßen ihre Berechtigung, sind aber längst nicht alles, was es zu beachten gilt...

  • aber ist das nicht bei einem so hochgradig feuchteempfindlichen Bauteil ja eine lächerlich niedrige Anforderung?

    Welche Anforderung - etwa PH? - würdest du denn anstreben wollen?


    Wenn ich das Konsenspapier richtig verstehe, geht es ja auch vielfach um die Rücktrocknung. Deshalb ja auch die Forderungen Folien mit sd_Wert >100m als unzulässig zu deklarieren. Weil man da ja in der Regel nicht auf 250gr/m² Rücktrocknungsreserve kommt. Hat einer die Empfehlungen zu dem Konsenspapier vorliegen? Da soll wohl näher beschrieben sein, was unter dem Punk verstanden werden soll.



    das war vor rd 20 jahren.

    Asche auf mein Haupt, da habe ich aber fast noch Windelweitwerfen betrieben ;)

    wenn die 7gr nicht passen, wenn überhaupt gerechenzaubert werden soll - dann ist eh alles zu spät

    Oder aber derjenige ist gefragt und gefordert. Arbeiten am offenen Herzen kann ja durchaus interessant und erfüllend sein. So nach dem Motto man wächst an den Aufgaben. Nur doof, wenn der Patient unterwegs wegstirbt. Aber wieso umdrehen? Brauch ich Schmierpapier? :p

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  • Dann vielleicht eher die Finger davon lassen?

    Das ist sicherlich das Optimum, aber was macht man bis dahin mit all den Konstruktionen? Mit alle Denen, wo es irgendwie gehen muss. Wo es kein "auf Start zurück und neu" möglich ist. Was machen bei Gutachterlicher Stellungnahme? Sagen geht nicht, obwohl es vielleicht doch geht?


    Und kann man überhaupt dicht konstruieren? Klebebänder halten ja auch nicht ewig und vor allem gibt es da ja auch Qualität von bis. Die Leckageortung ist ja auch nur ein Momentum. Aber der viel wichtigere Punkt ist doch, wie willst du das "Wissen" in jeden Kopf schütten, der das eigentlich wissen müsste?

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  • Das ist sicherlich das Optimum, aber was macht man bis dahin mit all den Konstruktionen? Mit alle Denen, wo es irgendwie gehen muss. Wo es kein "auf Start zurück und neu" möglich ist.

    ich habe da immer versucht, die Konstruktion umzustricken auf bauphysikalisch sichere Konstruktionen. Also Dämmung oben drauf, keine Gefachdämmung.
    Wenn jemand das dann partout will, dann sag ich, das mach ich nicht. Auf das Theater hab ich keinen Bock...
    man sagt, ich sei zu pingelig. Aber ich sehe das anders: ich bin eher haftungsbewusst...



    Und kann man überhaupt dicht konstruieren? Klebebänder halten ja auch nicht ewig und vor allem gibt es da ja auch Qualität von bis. Die Leckageortung ist ja auch nur ein Momentum.

    richtig. Man könnte den Auftraggeber mal frech fragen "wie lang soll's denn halten?" ;)



    Aber der viel wichtigere Punkt ist doch, wie willst du das "Wissen" in jeden Kopf schütten, der das eigentlich wissen müsste?

    manche kapieren's, manche kapieren's nicht und andere wollen es nicht kapieren.



    aus meiner Praxis eine kleine Geschichte: Ich hatte mal mit einem Architekten zu tun, der hat partout von mir gewollt, dass ich zu einer Konstruktion schreiben soll, dass das so ok ist, dass das funktioniert (und die war beileibe nicht so einfach wie das hier beschriebene Dach).
    Ich sagte, das kann ich nicht, und ich habe ihm auch sauber erläutert, warum.
    Er: das müssen wir so bauen. schreiben Sie das halt.
    Ich: wieder erläutert, warum ich das nicht für gut halte und warum ich das nicht so schreibe
    Er: die anderen Kollegen haben da doch auch kein Problem damit, jetzt stellen Sie sich doch nicht so an, das ist doch keine große Sache...
    Ich: wenn Sie so sicher sind, dass das gut ist, dann schreiben Sie es doch selbst, warum soll ich das denn dann schreiben?
    Er, Zitat: "Ich brauch doch jemanden, der dafür den Kopf hinhält..." (und das hat er wörtlich genau so gesagt!) Ohne Worte!

  • Die 7 goldenen Regeln sind für jeden Verkäufer sehr gut. In der Praxis leider nicht immer so opimal einsetzbar wie es erforderlich wäre. Die Natur kann ich kaum beeinflussen. Der kleine Baum, der einem zum Richtfest geschenkt wurde, wächst nun einmal und kann schon nach wenigen Jahren erheblichen Schattenwurf produzieren... Auch Eigentümerwechsel sind bei solch ausgereizten Konstruktionen immer problematisch. Was einst von Planern und Handwerkern ersonnen wurde, übertrifft oft den Fachverstand eines Bauherren und nach wenigen Jahren sinde die Regeln vergessen. Bei der ersten Dachsanierung wird dann anstelle dieser häßlichen schwarzen Dachbahn lieber mal was helles freundliches genommen und genau hier wird dann die Berechnung schon ausgereizt.
    Ein weiteres Problem ist, das viele Menschen die an der Erstellung dieser Regeln mitgewirkt haben, sehr dem Holzbau zugetan sind. Als der AKÖH noch aktiver war, wurden viele Details entwickelt um die Luftdichtung von (Holz)Häusern zu perfektionieren, der Massivbau mit all seinen eigenen Eigenheiten in der Bauphysik wurde seinerzeit weniger beachtet, mit verherenden Folgen.
    Die gute Arbeit auf Messen hat mitlerweile für einen Guten Ruf der sog. Intelligenten Dampfbremsen gesorgt. Viele Bauherren wollen unbedingt solch eine high Tech Folie haben. Vielen ist selbst die fehlende bauaufsichtliche Zulassung egal, oder sie wissen noch nicht einmal das diese fehlt.
    Den meisten Planern und Betrieben fehlt leider auch das nötige Hintergrundwissen zu solchen Konstruktionen