Garagendachsanierung

  • Hallo Zusammen,


    ich bin neu hier und auf der Suche nach Antworten. Bei uns wurde das Garagendach saniert. Es wurden nach dem Voranstrich 2 Bitumenschweißbahnen aufgebracht, die obere beschiefert.
    Meine Frage: dürfen in der oberen Schicht leichte Wellen vorhanden sein, d.h. nicht vollständig an der unteren Bahn haftend. Und zwar im Bereich der unteren Überlappung, da sind rechts und links davon Blasen. Wenn man darauf drückt, merkt man, daß es hohl ist darunter.
    Ich habe ein Bild beigefügt. Hoffentlich sieht man, was ich meine.
    Bevor Kies darauf kommt, wollte ich wissen, ob das so in Ordnung ist oder, ob wir das reklamieren müssen. Denn vollflächig verschweißen, heißt doch, dass es vollständig aneinander haften sollte. Oder liege ich da falsch.
    Kann es zu Problemen kommen oder ist da normal?


    Zusätzlich war die Ausführung der Dachrandabdeckung nicht sorgfältig. Ein Teil mußte getauscht werden. Das Öffnen und Verschließen des Stehfalzes in der Ecke hinterließ einen vermurksten Stehfalz. Nachdem wir das reklamierten, kam ein frecher Brief, daß das so in Ordnung sei. Man hätte ja das Blech kostenlos getauscht. Das mit dem Stehfalz ginge nicht anders und wir sollen jetzt die Restsumme bezahlen. Zu dem Tausch kam es ja auf deren Fehler, da eine Halterung falsch gesetzt war und eine fette Beule hinterlassen hat. Meiner Meinung nach hätten die den Falz auch in die andere Richtung machen können mit dem neuen Blech.


    Da ich jetzt nicht weiß, was wir machen können oder sollen, wende ich mich an dieses Forum um Antworten


    Viele Grüße
    Karla

  • Hallo,


    in den Flachdachrichtlinien steht zwar drin, dass die Bahnen vollflächig verklebt werden müssen, jedoch steht hier auch, dass eine hohlraumfreie Verklebung unter Baustellenbedingungen nicht immer erzielbar ist ( einzelne geringfügige Hohlräume können nicht ausgeschlossen werden ), von daher würde ich das nicht so kritisch sehen. Was mir aber nicht gefällt, ist folgendes: Auf dem linken Rand sind die Bahnen getrennt ( Wandanschluß/Attika ist mit einer Extra Bahn abgedichtet, das ist ok ), ist das an den anderen Dachrändern auch so ausgeführt? ( zumindest der obere Teil ist vermutlich nicht so ausgeführt, was man auf dem Bild erkennen kann ? )
    Zum Stehfalz: gibt es hiervon Bilder?

  • Hallo Elopant,


    Vielen Dank für die Antwort.


    Ja, an den langen Seiten wurde das so gemacht, an der Vorderseite sind die Bahnen zur Attika länger (ca 80 cm) und an der Rückseite sind die sichtbaren Bahnen zur Attika etwa 25 cm lang bis zur Attika.
    Ist das ein Problem?


    Daß das ganze quer verlegt wurde, ist das ok?


    Zum Stehfalz habe ich auch ein Bild.

  • Ist das ein Problem?

    Es ist entgegen der Flachdachrichtlinie, die klar besagt, dass Anschlüsse - hier gehört der Dachrand dazu - zweiteilig auszuführen sind.


    Man kann jetzt hingehen und alles auseinander nehmen, finden wird man sicherlich noch mehr. Die Frage ist ob es das Wert ist? Es ist eine Garage und Deinen Schilderungen zu Folge ist der Betrieb nicht wirklich Kompromissbereit. Du könntest sicherlich mit einem Sachverständigen für das Dachdeckerhandwerk das ganze Ding bis in das kleinste Auseinander nehmen. Ob der Betrieb aber anrücken wird, problemlos? Wirkt jetzt nicht so, nach den Schilderungen. Letztlich provoziert es einen Streit, notfalls sogar vor Gericht. Will man das?


    Natürlich hat man ein Recht darauf, für sein Geld auch anständige Leistungen zu bekommen. Leider sehen das nicht alle immer genau so. Vielleicht hat ja unser Anwalt @Ralf Wortmann eine Idee, wie man sich gewisse Mängel - die nicht gleich in die Undichtigkeit gipfeln - juristisch so "aufhebt" um im Falle des Falles auf den Betrieb juristisch zugehen kann.


    Die Entscheidung können wir Dir hingegen nicht abnehmen.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Moin Karla2000,


    es liegt hier ein Mangel vor ( die Anschlüsse sind nicht alle 2 tlg. ausgeführt ). Den Rest sehe ich wie Kalle. Vermutlich wird hier keine Feuchtigkeit eintreten ( Mangel ohne Schaden ). Evtl. kann man sich ja darauf einigen, die Zulage für den Dachrand ( falls es die gibt? ) aus der Rechnung zu kürzen und eine verlängerte Gewährleistungszeit zu vereinbaren, oder dem Betrieb die Möglichkeit der Nachbesserung anbieten ( ich vermute mal er wird nicht unbedingt Freudentänze ausführen, aber sich mit Variante 1 anfreunden, weil es Kosten-, und Aufwandsmäßig das kleinere Übel ist ). Aber letztendlich liegt es an Dir, wie mit dem Mangel umgegangen wird. Die Gefahr, dass die Aufforderung zur Nachbesserung in einem Gerichtsverfahren endet und somit unnötiges Geld und Nerven kostet, ist vorhanden.
    Zum Stehfalz noch: Es gibt schönere Ausführungen, aber ob hier Feuchtigkeit eintreten kann, kann man Anhand der Bilder schwer/nicht beurteilen ( man hätte die Eckverbindung auch als Doppelstehfalz ausführen können, nicht als Einfachfalz )

  • Hallo Zusammen,


    ich bedanke mich für die Antworten.


    Kann denn der Kies jetzt ohne weiteres aufgebracht werden, wenn alles andere geklärt ist?
    Um wieviel könnte man eine verlängerte Gewährleistungszeit vereinbaren?


    An einigen Stellen bei den Anschlüssen gibt es keine Überlappungen an den seitlichen Kanten, sondern wie es aussieht sind die auf Stoß angebracht. Ist das ok?


    Dann wurde beim Dachablauf der Kiesfangkorb nur lose eingesteckt (siehe Bild) da schaffen sich die Kiefernadeln, die vom Dach der Nachbargarage herunterfallen, darunter. Wie könnte man das dicht bekommen?


    Einer der Arbeiter hat beim Aufschweißen der Bahn in der Ecke einen Fußabdruck hinterlassen (siehe Foto). Kann die Bahn dadurch undicht werden?


    Viele Grüße
    Karla

  • Hallo Karla,


    wenn mit dem ausführenden alles geklärt ist ( Verzicht auf Nachbesserung, usw. ) kann der Kies aufgebracht werden. Ich würde die Gewährleistungszeit evtl. auf das doppelte ansetzen ( 10 Jahre anstatt 5 ), oder eine Bankbürgschaft für Mängelansprüche zeitlich auf 8 oder 10 Jahre befristet.
    Von dem Stoß ohne Überlappung, gibt es da Bilder? das kann auch täuschen. Der Kiesfangkorb hat nur die Aufgabe, den Kies nicht in das Fallrohr zu lassen, gegen Tannennadeln gibt es keine funktionierende Lösung, aber allgemein stellen Tannennadeln für ein Fallrohr selten ein Problem dar, die werden in der Regel mit weggespült, schlimmer sind eigentlich immer kleine Äste oder die Stiele von Raketen, die sich in den Rohrbögen verkeilen und dann das Laub aufstauen. Der Fußabdruck ist nicht schön, tut der Dichtigkeit aber nicht unbedingt schaden.

  • Hallo Elopant,


    Ich habe jetzt Bilder gemacht zu den Stössen ohne Überlappung. Ich hoffe, man erkennt da etwas.


    Ich habe noch eine Nebenfrage: es wurde ein Wasserspeier als Notüberlauf eingebaut. Im Angebot und in der AB standen, dass eine Kernbohrung durchgeführt wird. Laut dem Arbeiter vor Ort war das anscheinend nicht möglich. Er nahm eine Flex machte 2 Schnitte, dann mit Hammer und Meisel ein Schlag und das Rechteck war draussen. Höchstens 10 Minuten.
    In der Rechnung steht die Kernbohrung (130,00 €)!
    Auf unsere Nachfrage hiess es am Telefon: Wer ist hier der Fachmann, ich oder Sie? - Man hat mich auch nicht weiter zu Wort kommen lassen. Im Schriftverkehr hiess es dann:
    "Eine Kernbohrung wird rationell mit einer Spezialmaschine hergestellt. Unser Bauleiter hat festgestellt, dass an gewünschter Ablaufstelle die Kernbohrung nicht möglich war, sondern mit viel mehr Zeitaufwand eine geflexte Attika-Aussparung geschnitten und gemeißelt werden musste. Den Mehraufwand haben wir nicht berechnet."


    Ich denke nicht, dass diese 10 Minuten keinen Mehraufwand darstellen gegenüber einer Kernbohrung, die nicht gemacht wurde. Das rechteckige Loch wurde an der Aussenseite natürlich nicht verschlossen. Da werden wir wohl selber ran müssen.
    Die Firma besteht darauf, dass sie den Betrag zu recht verlangen. Das es sogar ein Mehraufwand war!?


    Wie seht Ihr das?


    Gruss Karla

  • Ai ai ai.... So langsam ändere ich meine Meinung hinsichtlich dem "passt schon". Der hat vermutlich mal n Denkzettel verdient aber das sollt Ihr natürlich nicht ausbaden müssen. Ich würde mir wat schämen, was die Qualität anbelangt aber ich bin auch nicht der Maßstab. Nach den Fotos zu urteilen sollte da mal ein Fachkundiger sich dem Gesamtausmaß annehmen. Für mich sieht das auch definitiv so aus als fehle dort der Kopfstoß - was natürlich gar nicht ginge.


    Spürt man an den Stellen denn eine Erhebung?

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  • Hallo Karla,


    da bist du aber an einen besonders ``Freundlichen`` geraten :thumbdown: ....
    Zu deinen Bilder: ich denke hier ist schon eine Überdeckung vorhanden, die Schweißbahn wurde lediglich zu heiß gemacht und das Bitumen ( schwarze Masse ohne Schiefersplitt ) ist ausgetreten.
    Zur Kernbohrung: Wenn keine Kernbohrung durchgeführt wurde, darf er sie auch nicht berechnen, zumal mit einer Kernbohrung wahrscheinlich auch keine Folgearbeiten notwendig gewesen wären. Aber ich kenne deine Baustelle nicht, es kann schon sein, dass eine Kernbohrung nicht möglich war? Kernbohrung durch eine Attika einer Fertiggarage ? sind schon blöd auszuführen, je nach Kernbohrgerät, aber nicht unmöglich. Vielleicht war es nur zu aufwendig mit dem Kernbohrgerät ?( geflext und gemeißelt geht halt schneller, Optik naja.

  • Hallo Kalle,
    Nein da ist keine Erhebung wie an den anderen Überlappungen.



    Hallo Elopant
    Dann hatte ich Recht. Ein Mehraufwand liegt hier nicht vor. Von wegen Kernbohrung wäre schneller gegangen.

  • Ist der Betrieb Innungsmitglied?

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  • Woher soll sie das wissen???


    ---------- 17. Oktober 2017, 19:20 ----------


    Sorry, überschnitten...

  • Woher soll sie das wissen???

    Weil das Verzeichnis öffentlich ist, bez. sie bei der Innung anrufen kann in der Geschäftsstelle und die Auskunft geben werden. Es geht hier ja darum die Schlichtungsstelle der Innung zu bemühen. Sofern kein Mitglied ist der "Druck" Innung aber nicht besonders wirkungsvoll.


    Wir müssen uns ja nichts vormachen, der AN lässt in seinen Formulierung keinen Platz dafür irgendwo Kompromissbereit zu sein. Für ihn ist alles richtig und der Kunde hat gefälligst zu bezahlen. Nun kennen wir alle nicht jedes Detail, kennen nicht die Gegenseite. Offensichtlich sind da aber Dinge, über die man nicht hinweg sehen kann. Was soll man Karla also raten?


    Den einzig sinnvollen Tipp sehe ich darin sich mal an die Handwerkskammer zu wenden, die haben ebenso eine Schlichtungsstelle. Vielleicht vor ab dem AN noch mal einen Brief schreiben, dass, sollte er weiter darauf beharren, notfalls die Handwerkskammer wird einschalten müssen. Wenn er sich eben dann auch nicht bewegt, dann muss man das halt umsetzen. Ich wüsste keinen Grund warum Karla sich mit der Sache zufrieden geben sollte.

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  • darf ich fragen, in welcher Region das Objekt genau steht?



    ich weiß nicht, vielleicht bin ich zu sehr Mensch und zu wenig Maschine...


    Aber ich weiß, dass auch mal ein Handwerker einen Fußabdruck hinterlässt, dass es mal vorkommen kann und absolut üblich ist, dass mal eine Falzung geöffnet und wieder geschlossen werden muss und dann nicht so aussieht, wie wenn diese nur einmal gefalzt worden wäre. Kiefernnadeln gehören für mich zur Lebensrealität, wenn daneben eine Kiefer steht.
    Zur nicht ausgeführten Kernbohrung, sondern der Flexeinschnitte: das ist für mich klassische Nachtragsverhandlung. Da muss man sehen, was da rauskommt.
    Einzelne Detailbilder würde ich nicht zur Beurteilung einer Ausführungsqualität heranziehen mögen...


    zu Kalles Einwand:


    Ist der Betrieb Innungsmitglied?

    ich bin da etwas geläutert: eine Innungsmitgliedschaft sagt für mich zwischenzeitlich nicht mehr so viel aus.
    Ich kenne richtig gute Handwerker, die nicht in einer Innung sind. Und ich kenne (leider) auch schlechte Handwerker, welche sich den Innungsbeitrag leisten...


    aber auf der anderen Seite: ich kenne Top-Innungen mit hervorragenden Handwerkern. Und zwar solchen, die man handwerklich uneingeschränkt empfehlen kann.

  • dass mal eine Falzung geöffnet und wieder geschlossen werden muss und dann nicht so aussieht, wie wenn diese nur einmal gefalzt worden wäre.

    Bei einem "einfach Falz" okay. Bei Doppelfalz führt das Öffnen und wieder schließen des schon geschlossenem Material in sehr viel Fällen zum Abriss des Falzes - bei den üblichen 0,7mm Blechdicken.



    Einzelne Detailbilder würde ich nicht zur Beurteilung einer Ausführungsqualität heranziehen mögen...

    Alfons, wenn die offenkundig Mängel zeigen kann man nicht weg sehen. Der fehlende zweiteilige Abschluss ist das eine, das Fehlen eines Kopfstoßes ist schon heftig. Wenn Karla hier sagt man fühlt keine Erhebung, dann kann man da schon berechtigte Zweifel haben dass sich die Bahnen überhaupt überdecken. Heißt dann, dass quasi gar kein zweiteiliger Abschluss bestünde.


    Hinsichtlich der Innung geht es nur darum deren Schlichtungsstelle zu nutzen, als neutralen dritten. Dass die Innung seinen Mitgliedern nicht in die Suppe spucken wird, ist denke ich allen klar. Dennoch muss man sich vor "seines Gleichen" rechtfertigen. Was will man auch sonst tun?

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