Wer darf ausbilden?

  • Tja, Leute. Ich hätte da mal eine Frage wegen Ausbildung außerhalb des Handwerks. Wer im Handwerk ausbilden darf ist klar, nämlich der Meister. In der Industrie und Handel wird es schon etwas schwammiger, weil es dort teilweise keine Meister gibt. Die machen einen Ausbilderschein bei der IHK.



    Aber wie ist das bei Bauzeichnern? Darf der Architekt einfach ausbilden, oder muss der auch einen Ausbilderschein machen?


    Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht wer überhaupt ausbilden darf...

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Ausbildereignungspruefung machen, dann ist man auf der sicheren Seite.
    Dauerte zu meiner Zeit 1 Woche, man lernt auch noch nette Menschen kennen.
    Wie ist denn der " Meisterbrief" bei den Bauzeichnern? Gibt's sowas in der Art?
    Dann macht man die AEP sowieso mit.

  • Wie ist denn der " Meisterbrief" bei den Bauzeichnern? Gibt's sowas in der Art?
    Dann macht man die AEP sowieso mit.

    AdA Schein ist aber keine Pflicht. Sowohl bei der Technikerausbildung als auch einem technischen Hochschulstudium kann man den AdA Schein auf freiwilliger Basis machen.
    Zu meiner Zeit als Wahlfach für 1 Semester, 1 oder 2 Vorlesungen pro Woche, ist schon lange her und kann sich zwischenzeitlich geändert haben.


    Nachträglich kann man das auch über die IHK machen. Da bin ich aber nicht auf dem aktuellen Stand.

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  • Ich hab damals meinen AdA-schein über die IHK gemacht, geht auch heute noch. Wird aber auch von anderen Institutionen angeboten.

  • Schau doch einfach in die Ausbildungsordnung für den Beruf. Da sollte es eigentlich drin stehen. Oftmals reicht es wenn die erforderlichen Kenntnisse im Beruf erworben sind. Bei den Kammern muss es eh angemeldet werden. Die sagen auch was wer machen darf.

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  • In der Ausbildungsverordnung für Bauzeichner findet sich dazu nichts. Die Archtektenkammern legen das fest, siehe folgende pdf.


    56475867.pdf


    101-ausbildung_von_bauzeichnern.pdf


    ---------- 15. Oktober 2017, 10:15 ----------


    Dort findet man auch, dass die Zuständige Stelle dann die jeweilige IHK ist.

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  • Jetzt habe ich mir mal ein paar Ausbildungsverordnungen angesehen. Nicht mal in den Handwerksberufen steht da drin wer ausbilden darf. Da steht nur wie die Ausbildung aussehen soll und welche Teile geprüft werden, aber kein Wort darüber wer ausbilden darf. Woher kommt diese Meisterpflicht für Ausbilder beim Handwerk? Bei Gewerken die eh eine Meisterpflicht haben, dürfte das sowieso klar sein, weil es sonst keine anderen Betriebe, als solche mit Meister, gibt. Und solche ohne Meisterpflicht?

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  • Welche Meisterpflicht?

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  • Ich werde nächstes Jahr bei den Schornsteinfegern im Meisterkurs lehren.


    Der Lehrplan liegt vor und muss von entsprechend fähigen Personen besetzt werden. Wir sind diesen gemeinsam durchgegangen, ebenso die neue Art der Prüfung, damit man die angehenden Meister richtig vorbereitet.

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  • Da die Ausbildungsverträge bei den zuständigen Kammern eingetragen werden, gehe ich davon aus, dass man einer dieser Institutionen angehören muss. Wie das bei den Freiberuflern aussieht, keine Ahnung.
    Ihr beschäftigt ja oft nur mehr oder weniger gut bezahlte Praktikanten im Rahmen des Studiums...

  • Ausbildungsverordnungen

    Entschuldige, ich habe das "eignung" vergessen. AEVO. Bez. sagt die Ausbildungsverordnung, nebst Rahmenlehrplan welche Fähigkeiten vermittelt werden müssen.


    Konkret heißt es: wer die beruflichen sowie die berufs- und arbeitspädagogischen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt ist auch in der Lage auszubilden. Wer das am Ende ist, ist egal - nur muss obiges entsprechend nachgewiesen werden. Da bei der Meisterausbildung der Teil 4 (AdA-Schein) bringt halt der Meister mithin seines Titel alle Anforderungen mit ausbilden zu können ohne dies bei der zuständigen Kammer näher belegen zu müssen.


    Wenn du also Ausbilden willst, die arbeitspädagogischen Belange belegen kannst und darüber hinaus den Inhalt der Ausbildungsverordnung umsetzen kannst (Kooperationen sind möglich, für Teile die man nicht machen kann) steht einer Ausbildung nichts im Wege. Eine Meisterpflicht gibt es nicht.

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  • Wobei, siehe link oben, die AK Niedersachsen bei freiberuflichen Architekten keinen Nachweis der arbeitspädagogischen Fertigkeiten fordert.

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  • Und die gewerblichen hingegen schon, obwohl das Berufsbild und die Ausbildung die gleichen sind. Ein Schelm wer böses denkt...

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  • Also ich habe vor ca. 10 Jahren von der HWK die Aussage bekommen, dass ein Architekt einen Bauzeichner ausbilden darf. (ohne Eignungsprüfung) und dass es ein "Abkommen" der Innungen mit den AK gibt, dass ein Architekt oder Bauing in Verbindung mit einem Gesellenbrief (Maurer, Betonbauer) mit einem Meister gleichgestellt ist (also auch eine Ausbildereignung hat). Also darf ich mit meinem Maurergesellenbrief und meinem Diplom der FH Maurer, Betonbauer und Bauzeichner ausbilden.
    Das rührt daher, dass die Innungen (HWKs) ihre Vorlageberechtigung für Maurermeister in den Bauordnungen haben wollten. :-)
    Wo die "Gleichstellung" niedergeschrieben ist weiß ich nicht. Gab es aber und sollte es auch weiter geben, denn die Handwerksmeister vom Bau dürfen ja nach wie vor bis zu einer gewissen Größe einreichen.


    Falls Jmd etwas findet kann er es ja auch hier posten.

  • Falls Jmd etwas findet kann er es ja auch hier posten.

    Ausbildereignungsprüfung (AEVO) im Überblick - IHK Hannover


    Insofern ist dein "Vorschlag" mehr als graue Grauzone ;) Das ist jetzt nichts gegen Dich aber es entbehrt auch der Logik im Sinne einer "Ausbildung" das tun zu können. Ein Architekt, der einen Maurer/ Betonbauer ausbilden könnte - nur weil der Gesellenschein + Diplom vorliegt - ist irgendwie absurd. Was ist mit dem baupraktischen Alltag? Wenn kein Unternehmung, in diesem Falle Maurerbetrieb, angeschlossen ist? Ausgliedern? Schon möglich nur was hat man davon?


    Derjenige der ausbilden will muss natürlich auch die Anforderungen der Ausbildungsordnung des Berufes und des Rahmenlehrplans umsetzen können. Wenn da mal Teile bei sind, die aufgrund fehlendem Maschinenpark oder Dergleichen ausgegliedert werden müssten okay! Aber ein Architekt, dessen Arbeit überwiegend im Büro stattfindet würde dem absolut nicht gerecht werden.


    Ich stimme zu, dass man den AdA-Schein so wie er unterrichtet wird anders gestalten könnte um das Interesse im Sinne der Pädagogik zu wecken und es nicht als nutzloses Zertifikat angesehen wird. Trotzdem sollte man, wenn man mit jugendlichen Arbeiten irgendwie eine Basis haben. Da ist meiner Meinung nach der Schein in letzter Konsequenz nicht entbehrlich.


    Die Kammern werden, wie überall, aber auch hier sicherlich in ihrem Interesse das sinnvolle so biegen, dass genug vom Kuchen abfällt.

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  • Na ja, gelinde formuliert war zu meiner Zeit der AdA-Schein ein Witz, quasi könnte man nicht durchfallen, wenn man sich nicht ganz bescheuert angestellt hat.
    Das ein Archi einen Betonbauer, Maurer oder sonstiges ausbilden darf, wenn er betrieblich gar nicht über die Möglichkeiten verfügt, kann ich ehrlich gesagt nicht glauben. Bauzeichner, na klar, wenn nicht dort, wo sonst.
    Wir bilden im übrigen auch einen Bauzeichner aus, Ausbilder (Dipl.-Ing Versorgungstechnik) sind genügend vorhanden, gestandene Bauzeichner ebenfalls.

  • Off-Topic:

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Na ja, bei mir ist's ja nun auch schon einige Jährchen mehr her.
    Ein User hier hat den Leitspruch "früher war alles gut, heute ist alles besser, manchmal wünsche ich mir alles wär gut"...
    Ich hab allerdings damals nicht verstanden, wie man bestimmte Kollegen auf die Jugend loslassen kann...

  • Ausbildereignungsprüfung (AEVO) im Überblick - IHK Hannover
    Insofern ist dein "Vorschlag" mehr als graue Grauzone ;) Das ist jetzt nichts gegen Dich aber es entbehrt auch der Logik im Sinne einer "Ausbildung" das tun zu können. Ein Architekt, der einen Maurer/ Betonbauer ausbilden könnte - nur weil der Gesellenschein + Diplom vorliegt - ist irgendwie absurd. Was ist mit dem baupraktischen Alltag?

    Ist aber so!


    Und im § 7 der Ausbildereignungsverordnung auch so niedergeschrieben. Hat sich dann 2009 geändert.

  • Eben wir haben schon lang nicht mehr 2009....

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