Richtige Interpretation Nutzlast nach DIN EN 1991-1-1 ?

  • Guten Tag,


    ich habe ein Haus nach Holzständerbauweise.
    Laut Hersteller ist die Nutzlast im 1. Stock nach [definition=25,0]DIN[/definition] 1055 / 1052 gerechnet - heute [definition=27,0]EN[/definition] 1991-1-1 Kategorie A3.
    Darin steht "Flächenlast 2 KN/m2"


    Nun die Frage wie das genau zu interpretieren ist:
    Der betreffende Raum hat 13 m2.
    Darin möchte ich eine Sauna aufstellen, welche 3,1 m2 Standfläche hat.


    Darf die Sauna nun maximal 626 Kg haben (Dann hätte ich ein Problem...) oder 2.600 Kg?
    Zählen die Fliesen in dem Raum mit? (Das sind auch schon mal gleich 260 Kg auf die 13 m2?


    Kann ich durch Abstandsflächen um die Sauna das Gewicht "kompensieren"?
    Gemeint ist: Es ist nicht nutzbarer Platz unter eine Dachschräge und hinter der Sauna als Wandabstand.
    Kann diese nicht betretbare Fläche für die Last der Sauna gerechnet werden?




    Ich finde 200 Kg/m2 sehr gering, aber das wird angeblich sogar für Parkdecks verwendet.
    Wenn 3 Personen auf einem m2 stehen (das passiert schon mal öfters) - hätte doch die Decke einbrechen müssen. Ist aber zum Glück nie passiert?


    Danke für eure Hilfe!

    Einmal editiert, zuletzt von R.B. () aus folgendem Grund: Name entfernt

  • Die 200 kg/m² sind für die gesamte Fläche als Verkehrslast anzusetzen. Fliesen und sonstige Fußbodenaufbauten sind dem Eigengewicht zuzuordnen.


    Die Verkehrswege um die Sauna werden ja nun nicht mit 200 kg/m² belastet (viele Menschen mit starkem Übergewicht oder sonstige schwere Einrichtungsgegenstände mal ausgeschlossen).


    Wenn 3 Personen mal auf 1 m² stehen, ist bei normaler Belegung einer Wohnung im restlichen Raum nicht so viel Nutzlast vorhanden, deshalb gleicht sich das aus. Für Balkone beträgt die Nutzlast übrigens 400 kg/m², weil sich dort schon mal mehr Menschen auf kleiner Fläche versammeln, aber das nur am Rande.


    Im Zweifelsfall solltest Du einen Statiker mal die Deckenbalken nachrechnen lassen.

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Hallo Thomas,


    danke für die Antwort, aber ich verstehe die Bedeutung des ersten Satzes nicht.


    Heist das - ich darf 200Kg * 13m2 in den Raum packen - fast egal wohin?


    Wenn die Sauna also (mit 2 Personen) etwa 700 Kg wiegt - passt das?
    Sonst ist praktisch nichts anderes im Raum...



    Statiker hatte ich kontaktiert, er sagte mir in etwa auch diesen ersten Satz.
    Vermutlich glaubt er, damit währe alles erklärt... ?(

  • Heist das - ich darf 200Kg * 13m2 in den Raum packen - fast egal wohin?

    Ja. Nicht nur fast, sondern ganz.

    Wenn die Sauna also (mit 2 Personen) etwa 700 Kg wiegt - passt das?


    Sonst ist praktisch nichts anderes im Raum...

    I.d.R. passt das. Jetzt könnte der Extremfall auftreten, dass wegen der Konstruktion der Sauna 1 Deckenbalken eine oder mehrere große Einzellasten abbekommt. Das dürfte selten der Fall sein. Ausschließen möchte ich es nicht, deshalb der Hinweis auf den Statiker.


    Zusammenbrechen wird selbst bei einer geringfügigen Überschreitung nichts. Die Durchbiegung der Decke verändert sich allerdings bei einer Laständerung. Das könnte dann schon mal zum Reißen einer Fuge oder der unterseitigen Bekleidung führen. Bei 700 kg auf 3 m² verteilt halte ich das aber für unwahrscheinlich.

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Vielen Dank.


    Ich habe auch raus gefunden, unter der Sana laufen 5 Balken [definition=3,0]KVH[/definition] (100x220mm) mit 4,5m Spannweite.


    Als Zweifeldträger sollten diese 3,5 KN/m pro Stück aushalten?
    Das währen nach Tabelle für dieses Feld mehr als 7 Tonnen?
    Das kommt mir jetzt wieder sehr viel vor - kann das sein?

  • Als Zweifeldträger sollten diese 3,5 KN/m pro Stück aushalten?

    Wo hast Du diese Zahl her? Was heißt aushalten? Durchbiegung von l/300 bzw. Schwingungsnachweis eingehalten?

    Das währen nach Tabelle für dieses Feld mehr als 7 Tonnen?

    3,5 kN entsprechen 350 kg. Wie kommst Du auf das 20fache?

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Laut Tabelle vom Hersteller bei l/300.

    Zitat daraus:
    "Die aufgeführten Bemessungstabellen dienen lediglich der Vorbemessung von KVH- Trägern.Sie ersetzen nicht den statischen Nachweis!"


    Die Randbedingungen stimmen schon mal nicht, da die Nutzlast bei feldweisem Ansatz ungünstigere Ergebnisse hervorbringen kann, außerdem wirst Du keine 2 gleichgroßen Felder haben usw.


    Nachtrag: für Decken unter Wohnräumen ist zusätzlich zum Durchbiegungsnachweis ein Schwingungsnachweis zu führen. Bei einer Stützweite von 4,50 m dürfte der maßgebend werden.


    Wie gesagt, im Zweifelsfall rechnen lassen.

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    Thomas

  • Ich habe die Sauna nun einfach breiter geplant.
    Nun hat diese 4,2 m2 was 840 Kg erlaubte Last sind.
    Inclusive 2 Personen sind es etwa 709 Kg Sauna Gewicht.


    So müsste das doch jetzt problemlos gehen?

  • So müsste das doch jetzt problemlos gehen?

    hallo
    statik ist doch so einfach, gelle.
    deine 5 balken bekommen jetzt eine ständige auflast von 840 kg. ergo biegen sie sich stärker dauerhaft durch.
    weis das auch dein fliesenbelag und deine decke im raum darunter,dass sie das spiel mitmachen müssen?
    die verteilung der last dürfte nicht verteilz über ganze fläche ablaufen sondern je nach standort der wände mehr oder minder auf 1.. max 2 balken


    gruss aus de palz

  • deine 5 balken bekommen jetzt eine ständige auflast von 840 kg. ergo biegen sie sich stärker dauerhaft durch.

    Deswegen hatte ich auf den Schwingungsnachweis hingewiesen. Max. 5 mm Durchbiegungsdifferenz im Feld sollten dem Fliesenbelag wurscht sein.


    @feelfree: Ein Schrank steht i.d.R. an der Wand, d.h. fast am Auflager, so dass er keine nennenswerte Durchbiegung hervorrufen kann, egal ob voll oder leer. Und für Schubspannungen am Auflager hat ein Holzbalken Reserven ohne Ende, falls er nicht ausgeklinkt ist.

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    Thomas