Abdichtung gegen aufsteigende Feuchtigkeit (Bodenplatte im Keller), Befestigung von Rohren und Leitungen

  • Hallo zusammen,


    ich weiß nicht, ob mein Thema im richtigen Unterforum ist. Ansonsten bitte verschieben.
    Bei meinem Neubau wurden von einer Sanitärfirma im Keller (WU-Beton) Wasserrohre auf der Bodenplatte verlegt. Dazu wurden unter diese Rohre Streifen von Polymerbitumen (Ka**a Sp***t) gelegt. Diese sind überlappen sich zwar und stehen an den Seiten raus, allerdings sind diese nicht verklebt und die Betonnägel gehen ja auch durch die diese Bahnen und machen sie undicht. Nach meinem Verständnis soll später der Estrichleger an den bisherigen Streifen seine Abdichtungsbahnen anschließen.


    Wie wird so etwas in der Praxis gemacht bzw. wie sollte so etwas ausgeführt sein?


    Vielen Dank

  • Normal wird doch die Abdichtung vor den Gewerken verlegt - eine Durchdringung von Nägeln ist aber - so liest man hier - fachlich nicht korrekt. Bei uns waren es Bitumenbahnen, wo dann der Elektriker mit einemm Heißluftföhn die Bahnen erwärmt und die Schutzrohre damit fixiert hat.


    Leitungen wurden vom Sani alle über die KG-Decke geführt, um genau das zu vermeiden.


    Sind das zwei Kaltwasserrohre?


    Sicher, dass der Estrichleger hier die restlichen Bahnen auslegt? Was ist mit Elektrogewerk?

  • Sind das zwei Kaltwasserrohre?

    bisher sind das 2 Blindleitungen, an denen evtl. mal etwas angeschlossen wird. Aber sollten schon Warm- und Kaltwasser sein. Warum?

    Sicher, dass der Estrichleger hier die restlichen Bahnen auslegt? Was ist mit Elektrogewerk?

    Also laut Angebot vom Estrichleger ist dort eine Polymerbitumenbahn aufgeführt. Elektrogewerk ist bisher ohne Verlegung auf dem Rohfußboden ausgekommen.


    Bisher wäre es auch mit vergleichsweisem Aufwand möglich, die Betonnägel wieder zu entfernen und komplette Bahnen unter die Rohre zu verlegen. Wie heißt die [definition=25,0]DIN[/definition] zu dem Thema?

  • Sind das zwei Kaltwasserrohre?

    Die Farbe der Isolierung sagt nichts über die Art der Leitungen aus. Mich macht nur stutzig, das wenn es Kalt- und Warmwasser sind, warum WW nicht 100% isoliert ist.

  • Bei KW reicht eine Schwitzwasser Isolierung, bei WW muss stärker isoliert werden, um den Wärmeverlust zu vermeiden. Sonst kommt an der Zapfstelle anstatt 55° C z.B. nur noch 49°C warmes Wasser an.

  • so liest man hier - fachlich nicht korrekt.

    Das zeig mir mal, dass hier einer der Experten so einen Nonsens schreibt ;) Durchdringungen in Form von Stahlnägeln sind kein Problem. Da nach der [definition=25,0]DIN[/definition] 18195-4 bez der neuen [definition=25,0]DIN[/definition] 18533 es nicht um eine Abdichtung zur Verhinderung des Durchschlagens von Wasser in flüssiger Form geht. Sondern es hier darum geht, die Gasmoleküle auf dem Weg der Diffussion aus Bodenfeuchte daran zu hindert sich im Bodenaufbau nieder zu schlagen.



    ---------- 8. Oktober 2017, 11:32 ----------


    Polymerbitumenbahn

    ??? Mir scheint der Estrichleger kennt sich mit den Definitionen von Abdichtungsprodukten nicht sonderlich gut aus. Üblicherweise werden KSK-Bahnen wie die sprintende Katja eingesetzt. Der Dachdecker bedient sich einer herkömmlichen G 200 S4-AL und verschweißt die Nähte. Manche benutzen auch ein eher "günstigeres" Produkt eine V60 S4 AL. Dann gibt es noch welche, die verschweißen es vollflächig was absoluter nonsens ist. Denn in der Regel werden dafür die falschen Voranstriche benutzt (lösemittelhaltige) wo es nicht selten zu schwersten Verpuffungen kam. Gerade in gefangenen, schwer belüfteten Bereichen. Im Innenbereich sind nur lösemittelfreie Voranstrich für die Haftgrundierung zugelassen.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

    Einmal editiert, zuletzt von Kalle () aus folgendem Grund: Falscher DIN Teil DIN 18195-4 war es.

  • ??? Mir scheint der Estrichleger kennt sich mit den Definitionen von Abdichtungsprodukten nicht sonderlich gut aus. Üblicherweise werden KSK-Bahnen wie die sprintende Katja eingesetzt.

    genauer weiß ich das nicht, was der Estrichleger meint. Aber die sprintende Katja ist doch eine Abdichtungsbahn aus Polymerbitumen. So zumindest die Beschreibung vom Hersteller: "Abdichtungsbahn aus Polymerbitumen mit Glasvlies- und Aluminiumeinlage sowie beidseitig mit PE beschichtet. Sie ist 32 m lang und 1,25 m breit.
    An dem Längsstößen besitzt sie jeweils eine Klebenaht (oben bzw. unten)."

  • genauer weiß ich das nicht, was der Estrichleger meint. Aber die sprintende Katja ist doch eine Abdichtungsbahn aus Polymerbitumen. So zumindest die Beschreibung vom Hersteller: "Abdichtungsbahn aus Polymerbitumen mit Glasvlies- und Aluminiumeinlage sowie beidseitig mit PE beschichtet. Sie ist 32 m lang und 1,25 m breit.An dem Längsstößen besitzt sie jeweils eine Klebenaht (oben bzw. unten)."

    Das ist schon richtig, dass das Bitumen mit SBS-Kunststoffen versetzt ist und deshalb zu den Polymerbitumen gehört. Polymerbitumen reicht als Spezifikation aber nicht aus. Ich könnte jetzt auch auf die Idee kommen eine PYE PV 200 S5 die überlichweise als Oberlage eingesetzt wird herzunehmen. Die sprintenden Katja gehört zu den Kaltselbstklebenden Bahnen (KSK) aber ist jetzt nicht weiter schlimm. Ist halt n Estrichleger :D ;)

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Durchdringungen in Form von Stahlnägeln sind kein Problem. Da nach der [definition=25,0]DIN[/definition] 18195-5 bez der neuen [definition=25,0]DIN[/definition] 18533 es nicht um eine Abdichtung zur Verhinderung des Durchschlagens von Wasser in flüssiger Form geht. Sondern es hier darum geht, die Gasmoleküle auf dem Weg der Diffussion aus Bodenfeuchte daran zu hindert sich im Bodenaufbau nieder zu schlagen.

    Kannst du mir vielleicht den genauen Abschnitt nennen, wo auf die Stahlnägel hingewiesen wird, danke.

  • Kannst du mir vielleicht den genauen Abschnitt nennen, wo auf die Stahlnägel hingewiesen wird, danke.

    Mir ist keiner bekannt, der explizit Stahlnägel oder ähnliches thematisiert. Ob das in einer der Elektro/ Saniregelwerke steht entzieht sich meiner Kenntnis. Vom Hersteller deiner Bahn gibt es eine schematische Skizze, wie Rohrschellen zu fixieren sind. Ein nicht Einhalten der Verarbeitungsrichtlinien könnte zwar einen Mangel begründen aber ernsthaft, was will man hier konstruieren?


    Die Schicht ist dazu da, Wasserdampftransport und Kapillarität zu verhindern. Diese Eigenschaft ist auch weiterhin mit durchschlagenem Stahlnagel der Fall. Sie hat nicht die Aufgabe drückendes Wasser fern zu halten. Dafür ist die WU-Bodenplatte (Weiße Wanne) da oder alternativ eine Schwarzabdichtung auf der Sauberkeitsschicht.


    Was erhoffst Du Dir davon?

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Diese Aussage muss sich ja auf etwas beziehen.

    Ja, auf Erfahrung und technisches Verständnis, welche Schicht was übernehmen soll. Das muss nicht immer in einer [definition=25,0]DIN[/definition]/ Fachregel begründet sein. Vielleicht hilft dir der Aufsatz von @Carden Mark mehr für das Verständnis, warum das an der Stelle in aller Regel unbedenklich ist: Bausachverständigenbüro
    Carden; Sind weiße Wannen oder wasserundurchlässige
    Bodenplatten ohne weitere Abdichtungsmaßnahmen als anerkannte
    Regel der Technik anzusehen.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Die Farbe der Isolierung sagt nichts über die Art der Leitungen aus. Mich macht nur stutzig, das wenn es Kalt- und Warmwasser sind, warum WW nicht 100% isoliert ist.

    Natürlich nicht wegen der Farbe, sondern wegen der optisch dünnen und gleichen Isolierung. Es gibt auch schlanke Dämmung en, aber dazu müsste sich der TE äußern.

    Das zeig mir mal, dass hier einer der Experten so einen Nonsens schreibt ;) Durchdringungen in Form von Stahlnägeln sind kein Problem.

    Suche ich gerne raus - ich fand es zwar auch immer etwas kleinlich, aber das wurde hier und im Grünen mehrfach moniert...

  • Natürlich nicht wegen der Farbe, sondern wegen der optisch dünnen und gleichen Isolierung. Es gibt auch schlanke Dämmung en

    Es gibt keine schlanken 100% Dämmungen, was du vermutlich meinst sind sog. Exentrische Dämmungen, die für den Einbau im Estrich geeignet sind.

  • Natürlich nicht wegen der Farbe, sondern wegen der optisch dünnen und gleichen Isolierung. Es gibt auch schlanke Dämmung en, aber dazu müsste sich der TE äußern.

    Suche ich gerne raus - ich fand es zwar auch immer etwas kleinlich, aber das wurde hier und im Grünen mehrfach moniert...


    Ich muss erst vor Ort schauen, wie stark das Rohr und die Dämmung ist. Ich weiß nur, dass die Dämmung schon auf dem Verbundrohr war, als es verbaut worden ist. Also waren es keine separaten Komponenten


    Wurde mich sehr interessanieren, was an den Stahlnägekn moniert worden ist.

  • Das kann sein - aber gibt es nicht die Leitungen schon fertig mit [definition=8,0]PUR[/definition] (?) Dämmung?


    EDIT: Der TE hat ja parallel geantwortet und das sind die Leitungen, die ich meinte. Haben die nicht einen höheren Wert?

  • Das zeig mir mal, dass hier einer der Experten so einen Nonsens schreibt ;) Durchdringungen in Form von Stahlnägeln sind kein Problem.

    Ich habe diesen Nonsens geschrieben und auch begründet, nachdem ich dazu in einem Bauvorhaben eine mehrmonatige schriftliche Diskussion mit einem zur Qualitätsüberwachung bestellten ö.b.u.v. SV hatte. Er hat mich am Ende überzeugt.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Ich habe diesen Nonsens geschrieben und auch begründet, nachdem ich dazu in einem Bauvorhaben eine mehrmonatige schriftliche Diskussion mit einem zur Qualitätsüberwachung bestellten ö.b.u.v. SV hatte. Er hat mich am Ende überzeugt.

    Anhaltspunkt, nach was ich suchen muss? Das interessiert mich jetzt.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Ich habe diesen Nonsens geschrieben und auch begründet, nachdem ich dazu in einem Bauvorhaben eine mehrmonatige schriftliche Diskussion mit einem zur Qualitätsüberwachung bestellten ö.b.u.v. SV hatte. Er hat mich am Ende überzeugt.

    Gibt es dazu einen Link zum Thema?

  • In Fällen wo Kapillarität durch den Nagel in ein weiteres kapillarleitendes Bauteil gegeben ist mag ich das ja nachvollziehen. Aber ist die Dämmung, die da in der Regel anliegt kapillarleitend? @Skeptiker Hinzu kommt ja noch wie weit "Wasser" in den Beton ziehen kann, so das quasi eine Verbindung besteht?

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • interessehalber habe ich mal bei Kn**f nachgefragt, wie es mit der Abdichtung der Betonnägel aussieht. Als Antwort kam, dass man vorher eine zusätzliche Schicht des Anschlussstreifens der sprintenden Katja aufkleben soll. Durch das Einschlagen in beide Schichten soll eine Abdichtung in diesem Bereich gewährleistet sein.