Vor Hauskauf Bewertung mit Baugutachter

  • Guten Tag,


    da ich plane ein Haus zu kaufen, welches einige Risse in den Wänden und Decken aufweist möchte ich zum zweiten Besichtigungstermin einen Baugutachter mitnehmen.
    Jetzt wurde mir von einem Ingenieurbüro gesagt, dass für mich ein zweistündiges Beratungsgespräch üblich wäre, bei dem alles mündlich besprochen wird. Dieses Ingenieurbüro wurde mir von der Bank empfohlen, die auch im Auftrag des Besitzers das Haus verkaufen will. Ein schriftliches Gutachten wäre wohl nur durch den Besitzer möglich und für mich unverhältnissmäßig teuerer nach Aussage des Ingeneurbüros.


    Nun zu meiner Frage an die Experten:
    Ist es gängige Praxis, dass Kaufinteressenten nur mündlich beraten werden?


    Es ist zwar schön wenn mir jemand sagt "Ja der Riss ist nicht schlimm und kann mit einer neuen Bewehrung gesichert werden", aber nur mündlich kann ich meiner Bank ja schwer erklären dass ich einen höhere Finanzierung brauche um solche Schäden beseitigen zu können.


    Danke für eure Hilfe.

  • Du solltest einen, in deinem Interesse handelnden Baugutachter, besorgen. "Schäden an Gebäuden" ist der korrekte Terminus. Bei der IHK sollte eine Datenbank existieren. Achte da auf Referenzen um eine Entscheidung zu treffen. Am besten hat der SV schon einige dieser Fälle bearbeitet. Aber die anderen hier werden sich sicherlich noch zu Wort melden.

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  • nur mündlich kann ich meiner Bank ja schwer erklären dass ich einen höhere Finanzierung brauche um solche Schäden beseitigen zu können.


    Die Bank interessieren solche Details in der Regel nicht. Notfalls könnte der zuständige Sachbearbeiter ja auch kurz mündlich Rücksprache mit dem Gutachter halten (gerade, wenn die sich eh kennen, sollte das kein Problem sein).


    Du kannst ansonsten die Finanzierung auch aufteilen, indem du erstmal nur den Kaufpreis finanzierst (z.B. mit einem variabel verzinsten Darlehen) und nach ausgiebiger Planung dann die "endgültige" Finanzierung eintütest und dabei das Darlehen für den Kauf umschuldest. Das kostet dich am Ende schlimmstenfalls ein paar hundert Euro Zinsen (variabel ist oft teurer als mit Zinsbindung), bietet aber den Vorteil, dass du in Ruhe planen kannst und nachher auch ziemlich sicher weißt welchen Finanzierungsbedarf du genau hast. Das spart dann ggf. anfallende Bereitstellungszinsen und verringert das Risiko einer Nachfinanzierung.


    Ansonsten: Auf Basis meiner beschränkten Erfahrung im persönlichen Umfeld ist eine mündliche Stellungnahme des Gutachters durchaus üblich.

  • Guten Tag,


    da ich plane ein Haus zu kaufen, welches einige Risse in den Wänden und Decken aufweist möchte ich zum zweiten Besichtigungstermin einen Baugutachter mitnehmen.


    Soll dabei nur der Schaden besichtigt und bewertet werden? Oder eine komplette Wertermittlung?



    Ein schriftliches Gutachten wäre wohl nur durch den Besitzer möglich und für mich unverhältnissmäßig teuerer nach Aussage des Ingeneurbüros.


    Der erste Teil ist nur bedingt richtig, zumindest ist die Mithilfe des Eigentümers erforderlich damit der SV die benötigten Unterlagen bekommt. Das vereinfacht die Sache. Der zweite Teil ist korrekt



    Ist es gängige Praxis, dass Kaufinteressenten nur mündlich beraten werden?


    Aus Kostengründen JA, ansonsten bekommst Du das was Du bezahlst. Mal als grobe Hausnummer, eine Begehung mit mündlicher Stellungsnahme kostet vielleicht um die 500,- €, ein vollständiges Gutachten für eine Wertermittlung eines EFH kommt schnell auf das Dreifache. Schäden zu begutachten und zu bewerten, inkl. schriftlicher Stellungnahme, käme dann noch on top. Viele Kaufinteressenten scheuen diese Kosten und entscheiden sich dann für die günstigere Variante.



    Es ist zwar schön wenn mir jemand sagt "Ja der Riss ist nicht schlimm und kann mit einer neuen Bewehrung gesichert werden", aber nur mündlich kann ich meiner Bank ja schwer erklären dass ich einen höhere Finanzierung brauche um solche Schäden beseitigen zu können.

    Das sollte das geringste Problem sein. Die Bank kann beim Gutachter nachfragen, und letztendlich muss sie sich selbst um die Bewertung ihrer Sicherheiten kümmern, und darf Dir diese Kosten auch nicht in Rechnung stellen. Wie genau die Bank hinschaut hängt auch von ihrem Risiko ab, sprich Deinem Anteil an Eigenkapital den Du mit einbringst.

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  • Dieses Ingenieurbüro wurde mir von der Bank empfohlen, die auch im Auftrag des Besitzers das Haus verkaufen will. Ein schriftliches Gutachten wäre wohl nur durch den Besitzer möglich und für mich unverhältnissmäßig teuerer nach Aussage des Ingeneurbüros.

    Wenn eine VERkaufende Bank einen Gutachter empfiehlt, wäre ich schon mal aus Prinzip vorsichtig.


    Neben den von Kalle genannten SV gibts auch genug Ing. und Architekten, die solche Dinge anbieten.


    Und schriftlich gibts bei mir immer ein kleines Protokoll (Ist im Preis eingerechnet). Warum?
    Damit es hinterher nicht heisst, ich hätte xxxx sehen müssen, aber nicht drauf hingewiesen.
    Selbstschutz also.


    Wenn ich die Ursache nicht benennen kann, steht das drin. Risse vorhanden, Ursachenermittlung bedarf ......

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Es soll nur eine Schadensbegutachtung stattfinden.
    Ich werde bei dem Ingenieurbüro wohl nochmal genauer nachhaken, danke.


    ---------- 7. Oktober 2017, 10:22 ----------


    Jetzt habe ich mal in der Liste der IHK nach den Nachnamen des Inhabers des Ingenieurbüro und den Sachverständigen der mir empfohlen wurden. Beide sind nicht eingetragen. Ich schätze mal da sollte ich jetzt besser die Finger von lassen...


    ---------- 7. Oktober 2017, 10:39 ----------


    Hat jemand Erfahrung mit den "Bauexperts" ? Da ist zwar auch keiner bei der IHK eingetragen, aber haben wohl einige Zertifikate vom TÜV.

  • Ich verstehe nicht warum Du nicht einfach einen aus der Liste der IHK nimmst, oder eben einen Bauingenieur oder Architekten, vielleicht sogar einen mit dem du die anschließende Sanierung planst.

    Durch Nutzung der üblichen Rechtschreibregeln wertschätze ich mein Gegenüber und es liest sich viel angenehmer.

  • Das wollte ich, nur derjenige der perfekt passen würde ist noch über zwei Wochen im Urlaub und so lange wollte ich nicht warten. Bei einem zweiten habe ich jetzt angefragt und mehr gibt es im Umkreis von 20km nicht.

  • aber haben wohl einige Zertifikate vom TÜV.

    :lol::lol::lol:


    Ich hab nen Führerschein. Ich bewerte demnächst auch Autos.


    :lol::lol::lol:


    IM Ernst. Es wird doch wohl ein paar Ing oder Architekten bei Dir im Umkreis geben, die Du mal fragen kannst. Und wenn die 50 km weg sind, hauptsache sie sind gut.

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  • :lol::lol::lol:
    Ich hab nen Führerschein. Ich bewerte demnächst auch Autos.

    Naja diese ganzen Zertifikate sehen jetzt nicht nach Auto aus:


    • Sachverständiger für Immobilienbewertung & Schäden an Gebäuden (PersCert TÜV Rheinland)
    • Sachverständiger für Sach- und Haftpflichtschäden an Gebäuden (PersCert TÜV Rheinland)

    Nur ich als Laie hab ja keine Ahnung was jetzt qualitativ hinter einem Gutachter der IHK oder einem der solche TÜV Zertifikate hat. Ein anderer wirbt mit einem Euro-Zert und [definition=25,0]DIN[/definition] [definition=27,0]EN[/definition] ISO/IEC 17024:2012.


    Es ist recht ländlich ;)
    Werde mal in der nächst größeren Stadt suchen.

  • was jetzt qualitativ hinter einem Gutachter der IHK oder einem der solche TÜV Zertifikate hat

    Ein öffentlich bestelter und vereidigter Gutachter hat sein Fachwissen in einer Prüfung und vorher durch die Prüfung von Gutachten durch die Prüfungskommision bewiesen


    Ein Zertifikat sagt, dass einer eine gewisse Zeit Vortragenden gelauscht hat.


    Den Rest kannst Du DIr selber ausrechnen.

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  • Ein öffentlich bestelter und vereidigter Gutachter hat sein Fachwissen in einer Prüfung und vorher durch die Prüfung von Gutachten durch die Prüfungskommision bewiesen
    Ein Zertifikat sagt, dass einer eine gewisse Zeit Vortragenden gelauscht hat.


    Den Rest kannst Du DIr selber ausrechnen.

    Na ja bei manchen Zertifikaten muss man auch eine "Art" Prüfung machen. Aber die besteht in der Regel jeder.

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  • Ein öffentlich bestelter und vereidigter Gutachter hat sein Fachwissen in einer Prüfung und vorher durch die Prüfung von Gutachten durch die Prüfungskommision bewiesen
    Ein Zertifikat sagt, dass einer eine gewisse Zeit Vortragenden gelauscht hat.

    Ersteres stimmt, letzteres auch dann, wenn es von einem ö.b.u.v. SV geschrieben wurde, hingegen nicht. Eine Personenzertifizierung sagt genau das nicht aus. Es gilt das, was zertifiziert wurde.


    ---------- 7. Oktober 2017, 17:09 ----------


    ...man bezahlt ja auch dafür :D

    Für die ö.B.u.V. aber mindestens das gleiche!

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Dieses Ingenieurbüro wurde mir von der Bank empfohlen, die auch im Auftrag des Besitzers das Haus verkaufen will.

    wäre ich mit vorsichtig

    (gerade, wenn die sich eh kennen, sollte das kein Problem sein).

    vorsicht , richtig lesen .
    es ist die verkaufende bank , nicht die bank des bdn .....


    und dann kann es ein problem sein .

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Ein Zertifikat sagt, dass einer eine gewisse Zeit Vortragenden gelauscht hat.

    Auch bei der Bestellung und Vereidigung legst du lediglich eine Wissensprüfung ab. Das ist ebenso eine Momentaufnahme. Bestehen bedeutet ja eben nicht, wie bei allen Prüfungen, dass du auch gleichzeitig "gut" bist. Andernfalls dürfte es keine Fehlgutachten geben, die gibt es aber dennoch.


    Sicherlich sind Titel ein gewisses Aushängeschild und könnten möglicherweise die Wahrscheinlichkeit erhöhen dass Derjenige weiß was er tut. Garantie sind sie aber nie. Ich bin also eher geneigt weniger nach "Titeln" zu selektieren als nach richtigem Wissen. Leider kann man das in Folge von Komplexität der unterschiedlichen Situation schwerlich in einen Katalog packen und für den Laien verständlich aufarbeiten.


    Herzblut lässt sich für mich nur schwer messen, ist meist aber der bessere Indikator dafür in der richtigen Hand zu sein. Bei einem Privatgutachten wird die Arbeitsweise für das Gericht wohl eher weniger von Belang sein und was da Wissens technisch in der Prüfung verlangt wird und wie die Nachweise der herausragenden Fachkenntnis liegen entzieht sich meinem Wissen. "Zertifikatsträger" würde ich also per se nicht in die Ecke stellen wollen.

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  • Heißt aber nicht, das du es auch wirst.

    Und das heißt es bei den mir bekannten Personenzertifizierungen ebenfalls nicht. Insofern ist eine ö.B.u.V. eben auch eine Personenzertifizierung.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Ok das werde ich beherzigen und hoffen dass ich einen Termin mit dem einen angefragten der IHK Liste bekomme.
    Ich bin nur so aufgeregt weil das Haus für uns echt in jeder Hinsicht passt und daher immer die Angst mitschwebt, dass uns das Haus vor der Nase weggekauft werden könnte.

  • Ok das werde ich beherzigen und hoffen dass ich einen Termin mit dem einen angefragten der IHK Liste bekomme.
    Ich bin nur so aufgeregt weil das Haus für uns echt in jeder Hinsicht passt und daher immer die Angst mitschwebt, dass uns das Haus vor der Nase weggekauft werden könnte.

    Dann lass es doch erstmal reservieren, habe ich auch gemacht bevor ich mit einem Sachverständigen durch mein Haus bin.

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  • Leider waren alle Anfragen an Leute die in der IHK Liste stehen komplette Absagen ober mit sehr langen Wartezeiten. Habe aber nun jemand neutrales gefunden und dieser war von Anfang an deutlich seriöser als die Empfehlung des Maklers.
    Also wegen mir kann das Thema geschlossen werden, danke für die vielen Ratschläge.