Asphaltboden in Gewerbehalle verstärken.

  • Servus,


    ist es technisch möglich den Boden einer Lagerhalle (Ringfundament, 30cm verdichtet, 6cm Gussasphalt) ohne kompletten Rausriss zu verstärken?


    Es handelt sich um eine 2000m2 Lagerhalle, aktuell besteht der Bodenaufbau aus 30cm Schüttung und 6cm Gussasphalt.


    Der geplante Hallenboden soll für PKWs, Gabelstapler und Paletten-Hochregale ausgelegt sein - Hierfür sollte eine 20cm mit Stahlmatten verstärkte Betonplatte ausreichen.


    Die Betonplatte soll direkt auf den jetzigen Aufbau erfolgen.


    Ist es problemlos möglich auf einen solchen Aufbau zu betonieren?

  • nein - ausser du stehst auf wilde risse.
    ja - eine schöne sauberkeitsschicht ist schon mal da ;)


    interessant wird die art, lage und zahl der fugen .. bzw.,
    ob überhaupt fugen .. usw.

  • Das erste "Nein" konnte ich nicht deuten, wie würde der Experte hier vorgehen? Alles abtragen und neu aufbauen, obwohl schon der Gussasphalt in der Halle drin ist?


    Wäre das zusätzliche Asphaltieren einer starken Deckschicht (mind. 10cm) eine evtl. bessere und günstigere Alternative?

  • nein - es funktioniert nicht als selbstläufer, wegen rissgefahr.
    ja - es kann funktionieren, wenn planung und ausführung stimmen.


    die ermittlung der randbedingungen klingt im einzelnen immer so banal,
    gehört auch zur individualprophylase - deshalb lasse ich das hier. wenn
    du aber 3 leute fragst und 4 verschiedene meinungen (!) bekommst,
    liegt´s genau daran: meinungen. ohne nachvollziehbare bewertung techn.
    und wirtsch. anforderungen - sonst gäbs ein ergebnis statt meinungen.


    deshalb: such dir jemanden, der a bissl mehr macht, als fugenschnitt
    5x5 und bewehrung mit q188 .. (es soll fälle geben, wo genau das richtig
    wäre..) - a bissl mehr: man nennt es planung ;)

  • Schon bei "Gabelstapler" wäre die erste Frage nach Achslasten aber spätestens die Stiellasten des Hochregallagers rufen nach einer Prüfung des Baugrundes und eine auf die Nutzung angepasste Planung der Bodenplatte bzw. Bodenplattenabschnitte .


    Tipp: Einen Planer einbezoehen, der nicht für eine ausführende Firma tätig ist, verschiedene Ausführungen vergleichen lassen ( Stahlbeton, Faserbewehrte BoPla, mit Fugen, ohne Fugen, zulassige Rissbreiten festlegen, Kosten-Nutzen-Abschätzung..........

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Wenn man aufbaut, muss man beachten, dass dann alle Türen niedriger werden und diese auch versetzt werden müssen, wie auch Tore. Dazu muss ein Ausgleich der Böden Halle und Hof gemacht werden, es muss eine Rampe gemacht werden. Die Höhen zwischen Nebengebäuden und der Halle stimmen auch nicht mehr und an allen Zugängen müssen dann Stufen rein. Usw... Wenn Du zu einem Planer gehst, dann wird der dir auch alle Möglichkeiten aufzeigen. Und zu einem Planer musst Du, denn so etwas kann man nicht einfach im vorbeigehen dem nächst besten Bauunternehmer mal so aufs Auge drücken. Für mich die beste Lösung ist ein Abtrag des bestehenden Hallenboden mit Neuaufbau entsprechend der geplanten Lasten. Asphalt mag z.B. keine Punktlasten, also wird ein Betonboden rein kommen, der die Regale tragen kann. Dann kann man den Boden gleich den bestehenden Höhen anpassen.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Der geplante Hallenboden soll für PKWs, Gabelstapler und Paletten-Hochregale ausgelegt sein - Hierfür sollte eine 20cm mit Stahlmatten verstärkte Betonplatte ausreichen.

    Das ist einfach: Statische Berechnung machen lassen.


    Hochregale sind, je nach Bundesland und Einlagerungshöhe gemäß [definition=39,0]LBO[/definition], zwingend als tragendes Bauteil auszuführen.


    Fugen sind auch Sache der Planung. Da durch Regale die Stapler nicht ausweichen können und immer die gleiche Spur fahren, sind die Fugen in den Gängen extrem belastet.


    Es gibt Ingenierbüros, die nur solche Böden planen. Hat den Vorteil, dass man ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis bekommt. Bauüberwachung wird auch mit angeboten.

    Ob ein Mensch klug ist, erkennt man viel besser an seinen Fragen als an seinen Antworten. 8o

  • Schlussendlich muss das an einen Statiker und Planer übergeben werden, der Punkt ist soweit klar - Es geht aktuell nur darum, die "Möglichkeiten" auszuloten.


    Wenn ich auf einen verdichteten und mit 6cm Gussasphalt versehenen Hallenboden eine 20cm mit Stahl armierte Platte draufgieße, sollte es doch unabhängig der Höhe funktionieren - Oder kann es sein, dass der Untergrund nachgiebt und die Betonplatte reisst?


    Tore und Türen sind keine Probleme, da diese aktuell inexistent - 20cm zum [definition=52,1]Grundstück[/definition] sind über eine Betonrampe problemlos umzusetzen.

  • Wenn der Gussasphalt alle Anforderungen erfüllt, kann man ihn drin lassen und als Sauberkeitsschicht benutzen. Das muss aber jemand verantwortlich vor Ort prüfen und beurteilen. Denkbar ist es. Je nach verfügbaren Unterlagen könnte ein neues Bodengutachten notwendig werden.


    20 cm sind nicht die Welt. Je nach Lasten werden schon mal dickere Platten gemacht. Insbesondere bei schlechten Untergründen. Es wäre auch ein Beton nach Rili Stahlfaserbeton als Leistungsklassebeton möglich. Das rechnet der Statiker aus.

    Ob ein Mensch klug ist, erkennt man viel besser an seinen Fragen als an seinen Antworten. 8o

  • Tipp: Einen Planer einbezoehen, der nicht für eine ausführende Firma tätig ist, verschiedene Ausführungen vergleichen lassen ( Stahlbeton, Faserbewehrte BoPla, mit Fugen, ohne Fugen, zulassige Rissbreiten festlegen, Kosten-Nutzen-Abschätzung..........

    ...und irgendwo im Hinterkopf oder auf dem Schmierzettel notieren, das man rechtzeitig an eine evtl. erforderliche Erweiterung des Potentialausgleichs in der Bodenplatte mit denkt...