Versorgung Bauarbeiter

  • Am Donnerstag wurde der Bagger gebracht und am Montag beginnen die Erdarbeiten :yeah:


    Wir wollen uns gut um die Bauarbeiter kümmern uns aber auch nicht lächerlich machen. Deshalb die Frage, was aus eurer Erfahrung der Normalfall ist, gerade jetzt in der Jahreszeit?


    Kalte Getränke, heißer Kaffee oder Tee, Bockwurst mit Brötchen und so weiter. Täglich oder einmal in der Woche? Tische, Stühle, Unterstand bei Regen?


    Was habt ihr so erlebt, beobachtet oder die Frage an die Bauherren gerichtet wie habt ihr das gemacht?


    PS: Ich habe dem Chef der Baufirma schon angeboten, dass sich die Bauarbeiter bei Kälte auch im Haus aufwärmen können (Frühstück, Mittag) da meinte er, dass das zwar gut gemeint sei aber absolut nicht nötig ist. Die kämen schon klar und würden eh nur alles schmutzig machen ;-)

  • nen Container oder Bauwagen zum Unterstellen/reinhocken werden die ja wohl sicherlich selber haben, oder?


    ansonsten kommts meistens ganz gut an wenn man als Bauherr für Getränke auf der Baustelle sorgt (je nachdem was gewünscht ist), daß auch mal ein Feirabendbierchen zur Verfügung steht usw.


    Ich hab den Arbeitern dann meistens Geld dagelassen für Brotzeit oder Mittagessen, oder selbst was vom Metzger geholt wenn ich auf der Baustelle war. Je nachdem was die haben wollten.


    Kochen durch die Bauherrschaft kommt nicht immer gut an...

  • Bisheriges Wohnhaus ist doch nebenan...
    Ich würd auch besser nur für Getränke sorgen, bzw vielleicht je nach Baufortschritt 1-3 Baustellenpartys organisieren.

  • Als wir unsere Arbeiter jeden Tag mit Snacks und Getränken (und bei über 30 Grad mit Eis) versorgt haben, sagten die uns, dass sei früher selbstverständlich gewesen, heute eine Ausnahme.


    Ich finde, sowas gehört sich einfach.

  • Erst Mal ist es löblich, das man Gastfreundschaftlichkeit lebt! Ich würde das hingegen jedoch konkret von den Personen abhängig machen. Kaffee ist in meinen Augen immer gut, viele haben aber selber n Maschine an Bord. Kalte Getränke im Sommer sind immer gut. Ob man Essen stellen sollte würde ich vom Fall abhängig machen. Wie ticken die Jungs? Verlassen sie stets ordentlich die Baustelle?


    Ich persönlich komme mir immer merkwürdig vor, wenn der Kunde meine "Mutter" imitiert. Das mach mir per se n schlechtes Gewissen. Nicht weil ich was zu verbergen hätte sondern weil eine Überbewirtung mich in die Situation setzt etwas "zurückgeben" zu müssen.


    Ab und an ist das ganz schön, sollte aber nicht die Regel werden. Sind ja alle schon erwachsen. Von Partys würde ich grundsätzlich absehen. In meiner Lehrfirma waren die "Richtfeste" eine Pflichtveranstaltung die man schnellst möglich wieder verlassen wollte. Vergesst nicht, dass es für die Jungs Arbeit ist. Ihre Familie wartet oder ihr eigenes Leben. Ich bin auf der Baustelle um zu arbeiten, nicht um Freundschaften zu schließen. Das mag zwar in Fällen guter Sympathie möglich sein aber grundsätzlich bin ich da um meinen Lohn zu verdienen. Ein gewisser Abstand zwischen AG und AN ist durchaus sinnvoll und schützt in meinen Augen das Verhältnis.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Ich würde auch immer fragen, ob die Jungs da überhaupt Bock drauf haben, nicht einfach "ansetzten", nach dem Motto ihr bleibt doch alle bzw. Ihr kommt doch?
    Hat Kalle völlig Recht. Von Situation zu Situation versuchen einzuschätzen.
    Das Gefühl dafür kommt während der Bauphase denke ich sowieso.
    Unsere Handwerker fanden's damals jedenfalls gut.
    Aber immer nach dem Motto " Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps"
    ;)

  • wir haben täglich kanne kaffee, und Kasten Wasser hingestellt, je nach arbeitet und ob wir zu hause waren, kaffee mehrmals aufgefüllt, für die nicht kaffee trinker würd gefragt was die trinken und berücksichtigt.


    essen beschraenkte sich auf Gebäck zum Kaffee, paar Plätzchen, Kekse,..., was für die kleine zucker not

  • Es dürfte wohl auch von Region zu Region unterschiedlich sein. Im südöstlichen Schwäbischen und in Bayern ist man einem Leberkässemmel zur Brotzeit nicht abgeneigt. Und dann ein Kaffee am Nachmittag. Wobei der Kaffee am Nachmittag nicht überall geduldet wird, je nach Polier/Bauleiter. Wurstsemmel zur Brotzeit wird aber sicherlich überall gerne angenommen. Ansonsten, wie schon gesagt, Kiste Mineralwasser hinstellen ist nie falsch, vor allem im Sommer. Und im Winter ne Kanne heißer Getränke ist auch nicht falsch. Wenn man die Leute nach paar Tagen kennt, dann weiß man was die lieber haben an Brotzeit und Getränken. Für den Mittag würde ich nix machen. Da haben die meisten ihre feste Routine, treffen sich zum Essen beim Metzger, oder gehen nach Hause zum essen.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Das ist sicher alles gut gemeint, was Ihr Euch da so vorstellt.
    Als Bauherr ist es Euer Job, die erforderlichen Voraussetzungen zum Bauen bereitzustellen. Baufreiheit, Baustrom, Bauwasser, Pläne, Genehmigungen und lbnl rechtzeitige und vertragsgerechte Bezahlung der Leistungen ist Eure Pflicht.
    Nicht aber das Betutteln der Bauarbeiter. Wollt Ihr dem Chef die Mehrzeiten bezahlen, die die Arbeiter brauchen, weil es bei Mutti Bauherrin so gemütlich war und gut schmeckt?
    Bei 30 Grad mal einen Kasten Wasser hinstellen ist ok, auch wenn das Sache des Chefs wäre. Mehr ist nicht nur unnütz sondern schädlich und schafft falsche Erwartungshaltung.
    Bei mir sind die Monteure froh, dass sie in Ruhe arbeiten können und nicht dauernd eine Hausfrau mit dem Kehrblech dahinter steht.
    Was meint Ihr, was die Frauen der Arbeiter sagen, wenn die Männer dauernd die Pausenbrote wieder mitbringen?




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Ich hatte den Fall erst gestern am Samstag. Schornsteinkopfverkleidung mit Kollegen bei Kunde X. Da gab es Brötchen und Kaffee zum Frühstück. Super nett gemeint und freut einen auch immer, aber wer hat schon Zeit das in Ruhe zu essen?


    Auf dem Bau ist es doch eher so, dass sich schnell die Stulle reingedrückt wird, schluck Kaffee und weiter gehts. Mir fehlt regelmäßig die Zeit und eine "Ruhepause" ist es ja auch nicht, denn ich bin weiterhin am Ort der Verrichtung. Ich fand es am Samstag schade, dass 4 geschmierte Stullen übrig geblieben sind und evtl. im Müll gelandet sind.


    Wenn ich mir den Magen voll haue, gerade mit fettiger, deftiger Kost - dann kannst mich auch in die Ecke stellen. Die Leistungsbereitschaft ist dann dem "Unbehagen" untergeordnet.

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  • Als Bauherr ist es Euer Job, die erforderlichen Voraussetzungen zum Bauen bereitzustellen.


    rechtzeitige und vertragsgerechte Bezahlung der Leistumgen ist Eure Pflicht.


    Nicht das Betutteln der Bauarbeiter.

    du schreibst mir aus der seele

    Was meint Ihr, was die Frauen der Arbeiter sagen, wenn die Männer dauernd die Pausenbrote wieder mitbringen?

    meine ist immer traurig , sie gibt sich mit meiner verpflegung sehr viel mühe ....


    ---------- 1. Oktober 2017, 15:38 ----------


    dass sich schnell die Stulle reingedrückt wird, schluck Kaffee und weiter gehts

    Mir fehlt regelmäßig die Zeit und eine "Ruhepause" ist es ja auch nicht

    du weisst aber , dass dein arbeitgeber verpflichtet ist , darauf zu achten , dass du regelmässig deine ruhe/erholungspause einhältst/bekommst ?

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Naja, es sind ja auch meist die ledigen, die solche Angebote annehmen, aber eben auch nur in Grenzen.


    Ja, früher war es üblich sich vom Bauherrn verköstigen zu lassen. Aber früher gab es auch nicht den zeitlichen Druck von heute. Zu meiner Lehrzeit hatten wir eine kleine Arbeit in der Wohnung einer Kundin. Eine ältere Dame. Die hat uns nachmittags mit Kaffee und Kuchen beglückt. Dann saßen wir zusammen und haben nett geplaudert. Naja, hat dann doppelt so lange gedauert, aber der Kundin war es wohl egal. war eine alte Kundin des Betriebes und wird sich wohl auch nie über die Rechnung beschwert haben. Bei uns war es auch üblich kurz vor Brotzeit den jüngsten Lehrling mal Brotzeit holen zu schicken. Wenn der Bauherr kurz davor mit ner Palette Leberkässemmeln kam, konnten wir uns das sparen und haben es gerne angenommen. Aber, wie gesagt, es ist regional unterschiedlich. Einfach die Leute beobachten/fragen und man merkt schnell wie die ticken und was die brauchen/wollen....

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • geh mir weg mit früher .


    damals wurde , bevor überhaupt über arbeit gesprochen wurde , die genaue position des bierkastens festgelegt und wie oft dieser aufzufüllen sei.
    und der 10-uhr-zug steigerte die produktivität höchstens bis zum 12-uhr-zug und dann gings berg ab ...


    und ein lehrling Azubi wird sich bedanken , kilometerweit zum supermarkt zu latschen , weil es die lädchen an jeder zweiten ecke nicht mehr gibt

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Heute nimmt der Lehrling den Firmenwagen, der auf der Baustelle steht. In unserer Gegend muss man nicht weit bis zum nächsten Laden. Kurz vor 9 sind die Metzgereien immer voll mit Handwerkern und dann noch mal um 12.


    Naja, ist eben auch eine Frage der Region, wie schon erwähnt. ;)

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Das zahlst ja trotzdem.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Super nett gemeint und freut einen auch immer, aber wer hat schon Zeit das in Ruhe zu essen?

    Zeit die man sich nimmt ist verlorene Zeit ! nicht nur beim Essen ;)



    Ich finde es ist immer eine Nette Geste , es kommt aber sicher auch auf die Persönlichkeiten an .
    Ich habe eher ganz selten Baustellen mit nur Kaffee ^^


    Evtl sollte sich so mancher mal überlegen wie er seine Handwerker behandelt , wenn er Sie irgendwann mal wieder beauftragen möchte .
    Ich sage dazu nur Lehrlings- und Fachkräftemangel .


    Ich kenne da ein paar Geschichten unserer damaligen Ortsansässigen Klemptner zu DDR Zeiten , das war ganz schön heavy , aber war halt so , gab sonst keinen weiter .

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • Dann solltest Du aber auch Deinen Busfahrer, den Briefträger und die Arzthelferin regelmäßig zu Kaffee und Kuchen einladen.


    Den Satz verstehe ich überhaupt nicht:
    "Zeit die man sich nimmt ist verlorene Zeit !"




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • ich biete eigentlich allen Handwerken die bei mir arbeiten seit dem wir eingezogen sind ne Tasse Kaffee an.
    Da kann man auch einfach nein Danke sagen, aber die meisten nehmen gerne an.
    Manch einer fragte auch mal bevor ich was angeboten hatte...


    Meine Pflasterer die knapp 3 Wochen bei mir zugange waren haben auch mal ein Bier oder wie es sehr heiß war ein Eis bekommen..
    Einen Samstag haben sie gearbeitet, da hatten wir Sa Mittag geplant zu grillen und da ha ich Freitag gefragt ob ich ihnen Samstag was mit auf den Grill schmeißen soll. Wurde auch gerne angenommen.

  • Bei uns gabs im Sommer kalte Getränke, wenns kalt war Kaffee/Tee Ab und an ne Brotzeit, mal Kuchen.
    Ist hier im süddeutschen, ländlichen Raum aber noch eher üblich.


    Schließlich und endlich: Man kann ja miteinander reden, checkt das ja schnell, wie die ticken, obs passt.


    Ich sebst finds ne selbstverständliche Geste, dass ich was Kleines anbiete, je nachdem auch mal mehr ( siehe @SirSydom mit Grillen )


    Ich finds auch immer nett, wenn mir was angeboten wird, angenommen wird je nach Situation und Zeitdruck

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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