B-Plan ist nicht erfüllbar

  • Hallo,


    wir wohnen seit Jahren in unserem Haus in Brandenburg und wollten nun noch ein Gartenhaus bauen. Dieses ist bis 75qm in Brandenburg genehmigungsfrei...aber denkste ---> GRZ überschritten.


    Leider ist erst jetzt aufgefallen das der B-Plan kaum einzuhalten ist.
    Unser [definition=52,1]Grundstück[/definition] ist recht groß hier mit 1000qm. Leider hat die Gemeinde davon 400qm als Grünfläche bestimmt. Somit bleiben nur 600qm Bauland.
    Nun rechnet das Amt 600qm * 0,3 GRZ = 180 qm Bebaubare fläche.
    Dann steht im B-Plan " Die Anwendung des § 19 Abs 4. Satz 2 [definition=16,0]BauNVO[/definition] wird ausgeschlossen".
    Das soll laut Bauamt heißen, eine Überschreitung der GRZ für Nebenanlagen/Wege usw. ist ausgeschlossen. :cursing:


    Bei uns als Beispiel


    Haus inkl Garage - 120qm
    Terrasse - 15qm
    Einfahrt und 2 Vorgeschriebene Stellplätze - 45qm



    Da sind noch nicht mal Wege usw. drin.....ob das Sinn macht oder nicht will man mir nicht beantworten.
    Die Nachbarn haben teilweise noch kleinere Bauflächen und sind daher praktisch noch viel höher bebaut bzw. überschreiten die GRZ sehr sehr deutlich. Gerade die Bungalow-Stil Häuser liegen somit weit drüber.


    Uns stellt sich die Frage nach dem Sinn.... ?(


    Kann man die GRZ ändern lassen im B-Plan der Gemeinde oder macht das praktisch kaum Sinn ?(


    Schlafende Hunde soll man ja eigentlich nicht wecken?


    Das unsinnige ist natürlich noch, das direkt neben uns der B-Plan endet und alle rings herum alles vollbauen dürfen. Was natürlich auch nicht so schön ist...
    Aber ein normales Maß muss ja möglich sein.
    Von 1000qm nur 180qm für alles drum und dran ist doch nen Witz!!! Wir hätten am besten alle in der Straße nur nen Gartenhaus bauen sollen :wall: dann passt das event. Und das auf dem Land...


    Hat jemand schon schlechte Erfahrung mit der Übeschreitung der GRZ gemacht?


    Jetzt traue ich mich kaum auch nur ein kleiner Gartenhaus zu bauen.


    Kein Wintergarten/Pool/Wege usw. was macht das für einen Sinn?


    Könnte ich noch etwas bzw irgendwo bauen was eventl. nicht angerechtnet wird?


    Danke euch :rolleyes:

  • Die Baulandfläche als Grundlage zu nehmen, entspricht dem § 19 [definition=16,0]BauNVO[/definition]. Ob das nun mit 400 m² als Grünfläche (= NICHT Bauland) korrekt ist, kann man so nicht sagen.


    Wenn das korrekt ermittelt wurde, bleibt Euch nur ein Antrag auf Ausnahme oder Befreiung
    Das gibt der § 19 [definition=16,0]BauNVO[/definition] her

    Zitat von § 19 BauNVO


    Soweit der Bebauungsplan nichts anderes festsetzt, kann im Einzelfallvon der Einhaltung der sich aus Satz 2 ergebenden Grenzen abgesehen werden
    1.bei Überschreitungen mit geringfügigen Auswirkungen auf die natürlichen Funktionen des Bodens oder
    2.wenn die Einhaltung der Grenzen zu einer wesentlichen Erschwerung der zweckentsprechenden Grundstücksnutzung führen würde.


    Da es heisst:
    KANN im EINZELFALL ist das keine Garantie für irgendwas.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Plakativ: Warum den Schuppen nicht mit einem ext. Gründach planen und der bebauten Fläche etwas zurück geben an Mutternatur?

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Das Haus ist ja wohl so genehmigt, wie es steht? Dann kann doch nichts passieren, wenn man mal fragt...


    Ich würde ich einfach eine Befreiung für das Gartenhaus beantragen. Begründung musst Du Dir halt einfallen lassen - man kann z.B. auf die dichte Bebauung in der Nachbarschaft hinweisen oder auf den dringenden Bedarf für das Gartenhaus, weil das [definition=52,1]Grundstück[/definition] so große ist und man entsprechend Pflegegerate braucht.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Danke Kalle,


    Das mit dem Dach hört sich interessant an! Soll das heißen, ich könnte z.B. meine Flachdachgarge ( 25m²) begrünen und würde diese Fläche gem. GRZ zurückgewinnen? Würde das auch für ein eventl. neues Gartenhaus gelten?


    Danke auch Ralf,


    Mein [definition=52,1]Grundstück[/definition] besteht aus nur einem [definition=51,0]Flurstück[/definition].


    Laut Flächennutzungsplan sind 1002qm Wohnbauflächen §1 (1) Nr1. [definition=16,0]BauNVO[/definition]


    Laut Bebauungsplan liegen 395qm nicht im Bauland.


    Das Vermessungsbüro hat gerechnet,
    1002qm - 395qm die nicht im Bauland liegen: ergibt nur 607qm x 0,3 = 182qm bebaubar


    In Deutschland muss doch alles immer soweit reguliert werden bis niemand mehr durchsieht :wall:
    Eins steht aber fest, wenn es so sein sollte mit der GRZ, müssen alle Anwohner ätliches an qm ggf. zurück bauen.
    Und das obwohl alles harmonisch und nicht zugebaut aussieht. Eine GRZ von 0,3 ohne 50% Regelung ist doch der Lacher.


    Achja,


    natürlich ist das Haus so genehmigt mit Einfahrt, Terrasse usw. Aber ich bin ja noch jung und wollte auch mal eventl. irgendwann Pool und Wintergarten bauen....das wird wohl dann nix damit.

  • Das mit dem Dach hört sich interessant an! Soll das heißen, ich könnte z.B. meine Flachdachgarge ( 25m²) begrünen und würde diese Fläche gem. GRZ zurückgewinnen? Würde das auch für ein eventl. neues Gartenhaus gelten?

    nein



    bau statt Pool Naturpool/Schwimmteich, der zählt nicht zur GRZ soweit ich weiß.

  • Soll das heißen, ich könnte z.B. meine Flachdachgarge ( 25m²) begrünen und würde diese Fläche gem. GRZ zurückgewinnen?

    Das nicht. Aber es wäre ein Argument bei der Behörde, das man "Grün" halt zurück gibt was genommen wurde. So wie du es dir wünscht wird es leider nicht ;)

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  • Hallo,
    ich hatte das gleich Problem. Bei mir waren es von 615m² ca. 300m² die als Grünland. Mit der folge das die Bauanzeige abgelehnt wurde. Das betraf alle 6 Eigentümer, kein Architekt / Planer hatte das Grünland berücksichtigt. Das wurde bei uns so gelöst das der B-Plan parallel zum Bauantrag geändert wurde. Es gibt jetzt zusätzlich zur GRZ eine max. Überbaubarefläche von 135m² für das Bauland. Und es ist schon sehr sportlich dies einzuhalten.
    Auf den Grünland dürfen weiterhin kein Gebäude errichtet werden (auch nicht wenn diese mit einem Gründach geplant sind) sondern nur Bäume und Gehölz laut B-Plan als Vogelschutzhecke. Als Begründung vom Bauamt und Gemeinde : Es ist als Schutzzone zwischen Bauland und Naturlandschaft eingericht und als Kompensation gedacht für die Erschliessung des Baugebietes.
    2 Nachbarn hatten mal was drauf gebaut, einer einer 5m Pool und einer 2 Brennholzmieten D ca. 2m. Beide haben ein nettes Schreiben bekommen das diese zu entfernen sein.

  • Bei uns hier in der Strasse ist bis auf einen riesen Schwimmteich auch kein Gartenhaus oder ähnliches auf der grünfläche...das finde ich auch ganz gut so. Und da wollte ich ja auch garnix bauen.


    Aber die GRZ scheint vom Planer nicht durchdacht gewesen zu sein. Denn wer möchte bitte bei 1000qm - 820qm rasen haben?
    Man kann auch echt alles über regulieren hier zu Lande.


    Im B-Plan heißt sie Grünfläche bei uns SPS bzw. Wiese.


    Wenn dann müssten echt alle zurück bauen, im Schnitt wohl über 100qm pro [definition=52,1]Grundstück[/definition]... da ich mir das bei sovielen Anwohnern nicht vorstellen kann werde ich im Rahmen bauen und mich gut mit meinen Nachbarn stellen ;-)


    Eine Erhöhung der GRZ macht wohl erst Sinn wenn es mal ärger gibt. Will da niemanden drauf Aufmerksam machen. Man weiß ja nie...

  • Ist praktisch ein Zelt, somit keine bauliche Anlage.

    Wenn man keine Ahnung hat....
    Ich darf mal aus der NBauO zitieren. (Alle anderen mir bekannten [definition=39,0]LBO[/definition] haben sinngemäß gleiche Formulierungen)



    Zitat von NBauO § 2

    1) Bauliche Anlagen sind mit dem Erdboden verbundene oder auf ihm ruhende, aus Bauprodukten hergestellte Anlagen

    Zitat von NBauO § 2

    (2) Gebäude sind selbständig benutzbare, überdeckte bauliche Anlagen, die von Menschen betreten werden können und geeignet oder bestimmt sind, dem Schutz von Menschen, Tieren oder Sachen zu dienen.

    Ein Foliengewächshaus, in dem Fahrräder stehen, ist ein Gebäude, denn die Fahrräder sollen damit ja geschützt werden!

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • und hat sich das auch beim Kaufpreis widergefunden?oder hast du 615m² zum Baulandpreis erworben?

    Ja, den damals gültigen Preis. Bin auch nicht davon ausgegangen das das nicht zur Berechnung der überbaubaren Fläche genutzt werden darf. War aber auch nicht verhandelbar, habs versucht. Aber wenn ich mir jetzt die aktuelle Boenrichtwerttabelle ansehen, war der gezahlte vor 7 Jahren in der Konstellation ein Schnäpchen. :)
    Und der Ausblick ist unbezahlbar.

  • was ist denn das für eine Logik elTorito??? Bei ner größeren GRZ kann der Nachbar nen Haus daneben bauen???
    Bei einer Bebauung ist nen Gesunden maß gefordert. Die GRZ ändert ja nix an Abstandsflächen oder ähnliches. Selbst bei ner kleinen GRZ kann er alles auf deiner Seite bauen mit 3m Abstand und auf der anderen Seite alles grün lassen.
    Was meine Nachbarn bauen ist mir so ziemlich egal, Hauptsache ich habe meinen Frieden. Selbst wenn sie nen Gartenhaus oder ähnliches bauen was nicht gefällt...egal dann setze ich halt ne Hecke davor


    So hat jeder seine Interessen... aber zur GRZ zählt ja mittlerweile jeder scheiss...selbst nen Pool oder ähnliches und das ist ja auch das Problem


    Wenn der direkte Nachbar wie bei uns auf der einen Seite 70% und auf der anderen 18% bebauen darf obwohl alle Grundstücke nach Lage und optisch identisch sind ist das doch mal totaler Blödsinn und ohne Sinn und Verstand.


    Bei uns hat sich das auch nicht auf den Preis nieder geschlagen...1000qm zum vollen Preis, laut Gemeinde war ja alles Bauland nur die hintere Fläche solle nicht bebaut werden .
    Der Ausblick ist bei uns auch toll und ich bin auch froh drum.

  • Wenn man keine Ahnung hat....Ich darf mal aus der NBauO zitieren. (Alle anderen mir bekannten [definition=39,0]LBO[/definition] haben sinngemäß gleiche Formulierungen)



    Ein Foliengewächshaus, in dem Fahrräder stehen, ist ein Gebäude, denn die Fahrräder sollen damit ja geschützt werden!

    wenn ich ein Zelt in den Garten stelle glaub ich kaum dass das Bauamt auftaucht.........

  • wenn ich ein Zelt in den Garten stelle glaub ich kaum dass das Bauamt auftaucht.........

    Naja, kommt drauf an. Wir haben schon Tipis beseitigen lassen, die ortsfest aufgebaut waren und regelmäßig für Übernachtungen von größeren Anzahlen an Kindern genutzt wurden.
    So ein Fahrradzelt zur ständigen Nutzung könnte auch das Missfallen des Bauamtes auslösen. Hängt halt immer davon ab, wie motiviert die zuständige Bauaufsichtsbehörde bei der Schwarzbaubekämpfung allgemein ist und ob sich jemand (ich denke vor allem an die Gemeinden) darüber aufregt.


    Übrigens: auch ein ortsfest aufgestellter Bauwagen kann eine bauliche Anlage sein - s. hier, Auszug aus Art. 2 Abs. 1 Satz 2 BayBO: "Als bauliche Anlagen gelten Anlagen, die nach ihrem Verwendungszweck dazu bestimmt sind, überwiegend ortsfest benutzt zu werden, sowie..."

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Verfahrensfrei Art 57.Genauso wie Wildfütterungen, Hochsitze etc..

    Stimmt nicht. Nur Bienenfreistände sind verfahrensfrei. Das sind die freistehenden Bienenkästen, nicht jedoch Bienenhäuser oder -wagen.
    Ist zumindest in Bayern so (Art. 57 Abs. 1 Nr. 16 f BayBO). Sorry!

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • GRZ ist oft ein Problem. Bei uns werden wie hier in einem anderen Thread schon mal diskutiert "Kiesmulch" und Rindenmulch als bauliche Anlagen betrachtet. Gibt einige Leute die die GRZ von 0,3 völlig überschritten haben, da sind dann fast 100% bebaut mit Haus, Pflasterung, Pool,, Terasse und es bleibt ein Handtuchgroßes Stück Beet welches mit Kies bedeckt ist in dessen Mitte ein eingetopfter Buchs steht....
    Heute ist es schwierig vor den Bauämtern etwas zu verbergen. Da gibt es Überfliegungen und GIS-Datenbanken. Man setzt einfach eine Hilfskraft dran zu prüfen und fährt zu Zweifelsfällen einfach mal raus und guckt vor Ort. Aber groß messen muss man nicht, liegt ja alles digital vor.
    Bei uns sind die nicht so motiviert sich mit den "wichtigen" Leuten hier anzulegen.


    Wie sieht es eigentlich aus mit Aufschüttungen. Das sind ja auch bauliche Anlagen. Hier haben viele ihr [definition=52,1]Grundstück[/definition] komplett um ca 1- 1,5 m angehoben und ggf zu den Nachbarn Stützmauern errichtet. Ist das dann 100% Bebauung? :D:P

  • ...ähm - stimmt nicht ganz. ;)


    Art. 2 BayBO:


    Begriffe
    (1) Bauliche Anlagen sind mit dem Erdboden verbundene, aus Bauprodukten hergestellte Anlagen. Ortsfeste Anlagen der Wirtschaftswerbung (Werbeanlagen) einschließlich Automaten sind bauliche Anlagen. Als bauliche Anlagen gelten Anlagen, die nach ihrem Verwendungszweck dazu bestimmt sind, überwiegend ortsfest benutzt zu werden, sowie
    1.Aufschüttungen, soweit sie nicht unmittelbare Folge von Abgrabungen sind,
    2.Lagerplätze, Abstellplätze und Ausstellungsplätze,
    3.Campingplätze und Wochenendplätze,
    4.Freizeit- und Vergnügungsparks,
    5.Stellplätze für Kraftfahrzeuge.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Geländeausgleich ist aber üblich, auch Gefälle durch Aufschüttungen moderat auszugleichen. Natürlich macht man das nicht nachträglich und ist auch Teil der Genehmigungsplanung und wenn das durch geht, dann ist es auch OK. Mir ist aber kein Fall bekannt, wo man sich auf die GRZ berufen hätte.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Bei 1 m bis 1,50 m mit Stützmauern sprechen wir aber nicht mehr über einen moderaten Ausgleich. Ansonsten - ja - mit der GRZ hat das nichts zu tun.
    Zum Rest: Zustimmung. :)

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