Grenzbebauung Wandanschluß und anfallendes Wasser

  • Hallo zusammen,


    ich habe da mal eine Frage: Kunde A hat eine neue Eingangsüberdachung als Alukonstruktion bekommen, seitlich grenzt diese direkt an die Garage von Nachbar B. An der neuen Eingangsüberdachung ist eine kleine Giebelfläche ( Größe ca. 0,5 m² ) entstanden, hieran soll ein Wandanschluß auf das Wellplattendach von Nachbar B ausgeführt werden. Soweit noch alles ohne Probleme lösbar, aber Nachbar B möchte nicht, das das Regenwasser, was von der Giebelfläche kommt, über sein Garagendach läuft. Kann er sowas fordern oder eher weniger? ?( Bei einer Fassade die bspw. an der Grenze steht, wird ja auch keine Dachrinne angebracht, um das Wasser, was von der Fassade abläuft, wieder zum Besitzer der Wand zu befördern :freaky: . Ich sehe bei der Lösung eigentlich nur Nachteile, man könnte zwar ein kleines U-Profil kanten und mit einem Wasserspeier zum Kunde A anbringen, aber schön und funktional geht eigentlich anders.

  • Die neue Eingangsüberdachung liegt also höher als die nachbarliche Garage.
    Die neue Eingangsüberdachung grenzt mit der senkrechten Giebelfläche an die nachbarliche Garage.


    Und der Nachbar will nicht, dass Regenwasser von der senkrechten Giebelfläche auf sein Garagendach läuft.


    Ist das Problem so korrekt beschrieben?

  • Rechtlich ist die Sache einfach: Kein Niederschlagswasser zum Nachbarn. Handwerklich sieht's dann schon viel komplizierter aus und dass die zu erwartende Wassermenge marginal ist, lassen wir 'mal außen vor.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Ich sehe da das Problem nicht. Das Wasser läuft doch seitlich an den Dachschrägen ab. Nur dieses Wasser muss mittels Dachrinnen auf dem eigenen [definition=52,1]Grundstück[/definition] abgeleitet werden.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Ich sehe bzgl. des Regenwassers auch kein Problem.


    Es geht um Regen, der sich durch Windverwehung auf der senkrechten Giebelfläche niederschlägt und von dort auf das nachbarliche Dach läuft.


    Mal anders gefragt:
    Was passiert mit dem Regen, der seitlich auf die Garagenwand des Nachbarn geblasen wird? Der läuft ja auch auf das [definition=52,1]Grundstück[/definition] deines Kunden.


    Ich glaube dass die Diskussion um Regenwasser eher nebensächlich ist.


    Das Problem ist halt, dass du einen Fachgerechten Dachanschluss ans Nachbardach machen musst und wenn der Nachbar das nicht will, weiß ich nicht ob du ihn zwingen kannst.

  • Ich sehe da das Problem nicht

    Ich auch nicht..., die Dachfläche wird mittels Dachrinne entwässert, es geht nur um die kleine senkrechte Giebelfläche von ca. 0,5 m², dieses Wasser soll nicht auf das Nachbardach laufen.


    ---------- 27. September 2017, 13:02 ----------


    Das Problem ist halt, dass du einen Fachgerechten Dachanschluss ans Nachbardach machen musst und wenn der Nachbar das nicht will, weiß ich nicht ob du ihn zwingen kannst.

    Ich kenne es eigentlich nur so, dass bei Grenzbebauung ein Wandanschluß ausgeführt wird und gut ist, der ist auch nicht das Problem, hier hat der Nachbar zugestimmt, aber, jetzt kommts, halt nur in Verbindung mit der direkt oberhalb des Wandanschlusses liegenden Entwässerung der senkrechten Wandfläche von 0,5m². Ich steh da nur zwischen den Stühlen, Kunde A sagt: mach nur den Wandanschluß, Nachbar B sagt aber nur mit der Entwässerung zusammen, was natürlich Kunde A so nicht bezahlen will.

  • Rechtliches Stichwort ist Nachbarschaftsrecht, hier vermutlich Hammerschlag- und Leiterrecht.


    Wenn wir das mal auf die Spitze treiben, müsste ja jeder, der sein Dach mit einer Aufdachdämmung/Aufdopplung höher macht, an dem Ortgang"blech" eine Rinne montieren, weil auch von da 2 Tropfen Wasser aufs nachbarliche Dach laufen könnten. :eek:

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Nachbar B ist zwar nicht nett, aber er hat - leider - Recht. Er braucht es nicht zu dulden, dass Regenwasser (auch nur von einer kleinen Fläche) auf sein Dach geleitet wird.


    In den Beiträgen #4 und #5 steht es schon. Du solltest den Auftrag entweder ablehnen, oder eine andere Eingangsdachform / bauliche Lösung anbieten, bei der kein Wasser auf das Nachbardach geleitet wird. An der Nachbargarage darf ohne Einwilligung des Nachbarn (stets schriftlich!) auch nichts angeschraubt werden.


    Wenn du das anders baust, sodass Wasser auf das Nachbardach gelangt, wäre das mangelhaft.

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    Viele Menschen haben nie darüber nachgedacht, was ein Haus ist; sie sind unnötigerweise ihr ganzes Leben lang arm, weil sie glauben, ein gleiches Haus wie ihre Nachbarn haben zu müssen. Thoreau, 1854

  • Ich danke euch schon mal allen für die Antworten. Der Schlosser wusste wahrscheinlich schon, warum er den Wandanschluß nicht ausführt und gesagt hat: lassen Sie das lieber einen Dachdecker machen.
    @Ralf Wortmann das würde aber bedeuten, dass bei einer Fassadenfläche bei Grenzbebauung diese automatisch mangelhaft wäre? Weil hier läuft ja auch Wasser auf das Nachbargrundstück?

  • das würde aber bedeuten, dass bei einer Fassadenfläche bei Grenzbebauung diese automatisch mangelhaft wäre? Weil hier läuft ja auch Wasser auf das Nachbargrundstück?

    Du meinst den Niederschlag, der z.B. bei Schlagregen und Wind von der senkrechten Nachbarfassade abprallt und so auf das [definition=52,1]Grundstück[/definition] des Nachbarn gelangt? Nein, sowas ist nicht mangelhaft, denn dass dieser Effekt eintritt, liegt in der Natur der Sache und wird seit ewigen Zeiten bei Grenzbebauungen von den Nachbarn - oft sogar wechselseitig - hingenommen.


    Nur absichtliche Zuführungen von Regen, der durch bauliche Maßnahmen verhindert werden könnte, sind zu vermeiden.

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  • Sieht das ganze in etwa so aus?



    in #7 steht, dass das Wasser vom Dach mittels Dachrinne auf das [definition=52,1]Grundstück[/definition] von Kunde A entwässert.
    Es geht also um die beiden grünen Regentropfenreihen, die auf die Giebelwand (rot) des Vordaches treffen. Richtig ?


    Zählt bei Regenentwässerung nicht eigentlich immer die Grundfläche, also die senkrechte Projektion auf die Grundstücksfläche?


    Jetzt könnte man den Nachbarn B mal fragen, ob er ein etwas weiter (über sein [definition=52,1]Grundstück[/definition]) auskragendes Vor-Dach dulden wird, damit seine Garage von dem auskragenden Dachüberstand trocken gehalten wird.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)


  • Ich hab mal eine Skizze angehängt, das Vordach ist ein Pultdach mit Dachrinne, was auf dem [definition=52,1]Grundstück[/definition] von Kunde A entwässert. Es geht nur um die 0,5 m² Giebelwandfläche zur Nachbarseite, hier muß ein Wandanschluß an das Wellplattendach vom Nachbar erfolgen, dieser möchte aber das Regenwasser, was gegen die senkrechte Wandfläche kommt, nicht auf seinem Garagendach haben.

  • Hier nochmal die Rechtsgrundlage für das Verbot, Wasser auf das Nachbargrundstück zu leiten:


    § 26 Abs. 1 Hess. Nachbarrechtsgesetz
    (1) Der Eigentümer und die Nutzungsberechtigten eines Grundstücks müssen ihre baulichen Anlagen so einrichten, dass

    • 1.
    • 2.

    Niederschlagswasser nicht auf das Nachbargrundstück tropft oder nach diesem abgeleitet wird,
    Niederschlagswasser, das auf das eigene [definition=52,1]Grundstück[/definition] tropft oder abgeleitet ist, nicht auf das Nachbargrundstück übertritt.



    nachbargrund mit dachrinne überbauen .. buuuh, wie schändlich.

    Nicht ganz. Ähnlich, wie in manchen anderen Nachbarrechtsgesetzen anderer Bundesländer auch, gelten Dachrinnen als Übergreifende Bauteile, die oftmals /meistens zu dulden sind:



    § 10a Abs. 3 Hess. Nachbarrechtsgesetz


    (1) Der Eigentümer und die Nutzungsberechtigten eines Grundstücks haben Bauteile, die auf ihr [definition=52,1]Grundstück[/definition] übergreifen, zu dulden, wenn
    1.
    2.
    3. die übergreifenden Bauteile a) an einer vorhandenen einseitigen Grenzwand auf dem Nachbargrundstück angebracht werden, b) die Benutzung des betroffenen Grundstücks nicht oder nur geringfügig beeinträchtigen und c) öffentlich-rechtlichen Vorschriften nicht widersprechen.



    Eine Dachrinne, die in das [definition=52,1]Grundstück[/definition] des Nachbar B ragt, dürfte also wohl gebaut werden.

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  • Die Garage als solches steht doch auch am Giebel oder? Defakto wird der vorhandene WD-Anschluss ja auch dafür benutzt das Fassadenwasser aufs Garagendach zu leiten?

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Es geht nur um die 0,5 m² Giebelwandfläche zur Nachbarseite, hier muß ein Wandanschluß an das Wellplattendach vom Nachbar erfolgen, dieser möchte aber das Regenwasser, was gegen die senkrechte Wandfläche kommt, nicht auf seinem Garagendach haben.

    Ahaa! Jetzt erst habe ich es verstanden!


    Es geht also wirklich nur um den Schlagregen, den ich in #14 beschrieben habe? Sowas fällt m.E. nicht unter § 26 des hess. Nachbarrechtsgesetzes. Andersherum prallt ja auch der Schlagregen, der auf die Wand der Garage des Nachbarn B trifft, zurück und fließt auf das [definition=52,1]Grundstück[/definition] des A.


    Vorausgesetzt, das Vordach ist insgesamt dem Baurecht entsprechend, sollte dein Kunde seinen Nachbarn schriftlich fristsetzend auffordern, die Herstellung des Wandanschlusses zu dulden und dies zu erklären. Wenn er nicht zustimmt, müsste der Nachbar vom Kunden erst auf Duldung verklagt werden, bevor du den Anschluss herstellen kannst.


    Das heißt für dich: Baubehinderungsanzeige schreiben, mit der Begründung, dass die notwendige Zustimmung des Nachbarn B zur Herstellung des Wandanschlusses nicht vorliegt und dem Kunden eine Frist setzen, die Zustimmung des Nachbarn vorzulegen.

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  • Baubehinderungsanzeige schreiben, mit der Begründung, dass die notwendige Zustimmung des Nachbarn B zur Herstellung des Wandanschlusses nicht vorliegt und dem Kunden eine Frist setzen, die Zustimmung des Nachbarn vorzulegen.

    Die Zustimmung muß doch meinem Kunden vorliegen? Ich habe ja eigentlich mit dem Nachbar B kein Vertragsverhältnis. Das beste wird es sein, den Auftrag abzulehnen, da ist der spätere Ärger schon vorprogrammiert.

  • Das beste wird es sein, den Auftrag abzulehnen, da ist der spätere Ärger schon vorprogrammiert.

    Okay, wenn du den Auftrag noch gar nicht angenommen hast, wäre dies in der Tat wohl das einfachste.

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  • Selbst wenn man eine Rinne an der Grenze macht (was für ein Schwachsinn), würden selbst von der Rinne Regentropfen herunter fallen. :lol:


    Die Probleme des Nachbars hätte ich gerne... :rolleyes:

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Off-Topic:

    Mein bester Freund ist Bauamtsleiter einer Gemeinde hier im Kreis, der ist wegen solcher Scheisse krank geworden, dreimal dürft ihr raten was er hat...

  • Beamter?


    Bore out!

    sorry Leute das ist jetzt nicht lustig, das sollte nur verdeutlichen, was @Rose24 angeführt hat, mit was für einem Irrsinn unsere Beamten sich rumschlagen müssen.
    Natürlich hat auch die freie Wirtschaft mit viel sch....e zu tun wir haben aber oft die Chance uns von unliebsamen Kunden zu trennen.
    Das ist jetzt aber ein anderes Thema, deshalb zu Back to topic