Steuerrechtliche Bewertung von BG-vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen

  • Mahlzeit...


    Ich bin von der [definition=18,0]BG[/definition] verpflichtet mich anzugurten bei diversen Arbeiten- Fanggurt kann natürlich voll in die Firma genommen werden
    Ich muß Sicherheitsschuhe tragen-Arbeitsschuhe sind natürlich voll in der Firma
    Sonnenschutzhüte: Ich muß die Sonne meiden laut [definition=18,0]BG[/definition] und trage deswegen Schutzkappen und nehme die voll in die Firma rein.


    Aber wie ist das mit Sonnenschutzmitteln? Ich muß mich ja laut [definition=18,0]BG[/definition] eincremen gegen Sonne, das sollte dann doch auch voll in die Steuer gehen oder sehe ich das gerade falsch? Ich weiß, es sind nur geringe Summen aber ich setze ab was nur irgendwie legal ist oder sich legal schön geredet werden kann, ich setz auch das Kleidung waschen ab...


    Gruß Holger

  • Die finanzamtliche Anerkennung von betriebsbedingten Ausgaben richtet sich regelmäßig danach, ob eine (für den Sachbearbeiter) klare Trennung zwischen rein beruflicher und privater Nutzung offensichtlich ist.
    Deshalb gibt es regelmäßig Streit um häusliche Arbeitszimmer.
    Sicherheitsschuhe, Arbeitskleidung und PSA sind meist unstrittig, weil die Finanzämter mangels Phantasie noch nicht darauf gekommen sind, dass die oft für private Gartenarbeit missbraucht werden. Ob Dir der Nachweis der ausschließlich beruflichen Nutzung bei Deiner Sonnenmilch gelingt?
    Mir wurden meine von der betrieblichen Etikette vorgeschriebenen Nadelstreifenanzüge regelmäßig verwehrt, weil ich die ja auch in die Oper angezogen haben könnte, obwohl ich sie mir mehrfach auf der Baustelle an frischer Farbe oder Bauschaum ruiniert hatte.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Ich kenne den genauen Wortlaut der BG-Hinweise nicht, aber "die Sonne meiden" sollte etwas anderes meinen als "den Aufenthalt in der Sonne verträglicher gestalten". Soll heißen: Dass du in die Sonne musst, ist auch denen klar, aber wenn, dann bitte nur im unerlässlichen Rahmen (z.B. besser morgens/abends als Mittags und nicht für Arbeiten, die du auch im Schatten ausführen könntest).


    Sonnenschutzmilch ermöglicht dir schließlich keinen dauerhaften Aufenthalt in der Sonne, sondern verlängert lediglich deine individuelle tägliche Expositionszeit. Generell würde ich es aber halt auch einfach mal probieren, mehr als die Ausgaben nicht anerkennen, können die beim Finanzamt schlimmstenfalls nicht tun.


    Ansonsten vielleicht eher spezielle UV-Schutzkleidung probieren und es auf diesem Wege nochmal mit dem Nadelstreifenanzug versuchen :D

  • Bei Musikern ist das ein ständiges Thema: "Sie tragen dieses Kleid also nur bei Auftritten auf der Bühne, aber nicht wenn Sie selbst im Zuschauerraum sitzen? Wie soll ich das denn prüfen?" Musiker vermuten dann immer Neid bei den Menschen im Finanzamt.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Es ist den Musikerinnen aber nicht vorgeschrieben Kleider zu tragen, sie könnten ja auch weniger anhaben (Haben ja auch Manche, das ist dann bestimmt immer ein steuerlicher Aspekt! JETZT verstehe ich das! Wir sollten dem Finanzamt dankbar sein *g*)
    Ich bin aber verpflichtet Sonnencreme zu benutzen...

  • Nur mal zum Verständnis: Geht es um deinen eigenen Verbrauch an Sonnencreme und deine private Einkommenssteuererklärung, oder um Material, dass du über deine Firma deinen Angestellten zur Verfügung stellst?

  • Ich nutze privat keine Sonnenschutzcreme weil ich einen weiten Bogen um die Sonne privat mache.
    Es geht um meinen Sonnenschutzmittelverbrauch auf der Baustelle, das sind auch jedes Jahr locker 30 - 40 Euro, eher mehr da ich das Gute aus der Apo brauche

  • unbekleidete Auftritte wünschen nur die wenigsten Konzertveranstalter. Insofern ist dann jegliche Kleidung Arbeitskleidung. Die meisten wollen aber eine bestimmte und meist sogar eine elegante und damit teurere Kleidung. Und nach den Regeln des Arbeitsschutzes müssen Musiker natürlich mit Gehörschutz spielen!

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • @Skeptiker
    Werden eigentlich die schwarzen Rollis und die Hornbrillen der Archis als berufsbedingte Sonderausgaben anerkannt? :)

    Leider nein, insofern geht's uns nicht besser als Dir mit den Nadelstreifen. Aber seit einigen Jahren gibt es wunderbare schlichte schwarze wetterbeständige Jacken beim Arbeitschutzladen / Holzhändler, die sich auch unauffällig ausserhalb der Baustelle tragen lassen. Aber da hatte das Finanzamt bisher keine Zweifel.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Muss man denn wirklich Sonnencreme verwenden? Die Mengen die man sich auftragen muss, damit die wirklich nach Vorgabe wirken, sind jenseits einer vernünftigen Behaglichkeit während des arbeitens. Außerdem ist man dann glitschig wie ein Aal, was wiederum nicht gut für die Arbeitssicherheit ist. Gegen Sonne kann man sich auch mit Kleidung schützen, was eigentlich auch viel vernünftiger ist, wenn man den ganzen Tag auf dem Dach ist. Bei voller Sonne im Sommer hilft Sonnencreme nur eine oder maximal zwei Stunden, dann ist das Tagespensum der Haut erfüllt und man muss in den Schatten, mit oder ohne Creme. Also, gescheit anziehen. Luftige Kleidung ist besser!

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Ich arbeite sowieso nur langärmlig, dafür bin ich bekannt. Aber Nacken, Pläte und Nase braucht Sonnenschutz, die kann ich kaum vernünftig schützen...
    Ausserdem gehts mir darum ob das Zeug steuerlich abzusetzen ist ;)

  • Wenn die Sonnencreme über das Geschäftskonto gekauft wird und sie für die Zwecke auch im Firmenfahrzeug verbleibt - warum sollte das ein Sachbearbeiter bemängeln?


    Beim häuslichen Arbeitszimmer liegt ja eben keine stringente Trennung vor. Telefonkosten oder gar Internetkosten werden ja auch anerkannt vom Finanzamt sofern nachzuweisen ist, dass nicht nur eine private Nutzung erfolgt. Ist ja nicht so, dass wir Dachdecker uns am Ende des Tages noch an den Strand legen weil wir so wenig Sonne gehabt haben.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Es geht um meinen Sonnenschutzmittelverbrauch auf der Baustelle

    Geht es um deinen persönlichen Verbrauch an Sonnenschutzmittel, welches du dir privat (im Supermarkt) besorgst und im Rahmen deiner Arbeit als Angestellter nutzt (nutzen musst), oder bist du selbst Chef und stellst über deine Firma Sonnenschutzmittel für dich (und ggf. deine Angestellten) bereit?


    Im zweiteren Fall sähe ich das wie @Kalle - "Betriebsmittel"
    Im ersteren Fall wird, wie angesprochen, die Abgrenzung schwierig (wie viel von einer solchen Pulle schmierst du dir im Urlaub am Strand drauf und wie viel aufm Bau), aber wohl auch nicht unmöglich (siehe Beispiel Internet/Telefon im Arbeitszimmer).

  • Ähnlich ist es doch mit dem Wasser was der AG zur Verfügung zu stellen hat. Das könnte man nun jetzt auch auslegen, dass das Privat nutzbar wäre. Aus einem gewissen Blickwinkel trifft das aber auf einige "Betriebsmittel" zu. Einfach ansetzen und gut ist.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Grad noch mal nachgelesen, es ist nirgends erwähnt das ich selber Chef bin. Josef und Kalle wissen das halt weil sie mich länger kennen...


    Ich bin Selbständig und kaufe für den Sonnenschutz in der Apotheke das gute Zeug. Und da ich ja verpflichtet bin mich vor der Sonne zu schützen ist für mich die Frage ob das problemlos in die Steuer geht
    Und langsam habe ich das Gefühl ich mach mir zu viel Gedanken darum...

  • Ich verstehe den Gedanken ziemlich gut, Steuern zahlt man auch so noch genug und unterm Strich ergibt gerade so vermeintlicher "Kleinkram" doch erstaunliche Summen.
    Vielleicht kann @Der Bauamateur noch was abschließendes dazu sagen, aber ich würde mich wundern, wenn das in deinem Fall nicht anerkannt würde. Generell sollte jede Aufwendung, die du tätigst, um dein Einkommen zu generieren (und dazu gehören vor allem auch "Zwangsmaßnahmen" durch den Gesetzgeber) steuerlich berücksichtigt werden können.

  • Fanggurt kann natürlich voll in die Firma genommen werden


    -Arbeitsschuhe sind natürlich voll in der Firma


    und nehme die voll in die Firma rein.

    und das könnte auch von einem angestellten stammen ?
    oder hiesse das bei ihm nicht WERBUNGSKOSTEN ?

    Versuch fremden Leuten an den Karren zu fahren

    Off-Topic:

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Josef lass gut sein! Du agierst mit Hintergrundwissen, das Andere nicht haben.
    Man kann es auch überlesen, es ist völlig in Ordnung das das nicht jeder direkt gepeilt hat das ich selbständig bin.

  • recht hast du , nur sollte es leuten , die andere immer zurechtweisen nicht passieren ;)


    und ich als angestellter mache mir keine gedanken um die absetzbarkeit von sicherungszubehör und -kleidung , dafür ist mein chef zuständig . daher ist die sache für einen , der etwas nachdenkt schon nach deinem ersten beitrag klar , wie die situation gelagert ist .


    oder liege ich da völlig falsch ?

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • welche selbst angeschafften Arbeitsmittel ich von der Steuer absetzen kann,

    die nimmst du aber nicht

    Fanggurt kann natürlich voll in die Firma genommen werden

    über die firma rein , sondern in der rubrik werbungskosten , deine werbungskosten .


    und die sind bei einer gescheit aufgestellten firma , die es mit der austattung der mitarbeiter ernst nimmt , teilweise vernachlässigbar

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • lesen bildet , holger kauft in der apo , als betriebsmittel

    nein ,weil holger selbständig ist..........


    So bist du hier eingestiegen. Pampst mich blöd von der Seite an, weil es mir ja augenscheinlich an Lesekompetenz mangelt, da ich ansonsten wüsste, was du weißt.
    Schreib doch einfach nur "Holger ist selbstständig, es geht also um Aufwand im Betrieb".


    Die Formulierung "voll in die Firma" ist nun wahrlich kein Fachterminus aus dem Steuerrecht. Ich hatte es aber tatsächlich auch erstmal so verstanden, dass es um Betriebsmittel ging. Als HPF dann aber schrieb:



    Arbeitgeber sind verpflichtet Sonnenschutzmittel wie Sonnencreme oder Sonnenmilch zur Verfügung zu stellen...


    fand ich das komisch, weil er in der dritten Person über sich (den Arbeitgeber) schrieb, also habe ich nachgefragt, woraufhin du mich als "zu blöd, die vorliegenden Infos zu erfassen" hinzustellen versucht hast. Was soll das?


    Im Übrigen kritisiere ich dich wegen genau dieser blöden Art, die du ja nicht nur mir gegenüber an den Tag legst und nicht, weil du meiner Meinung nach irgendwo nicht aufpasst, oder etwas überliest. Das ist nämlich der Unterschied bei uns - ich wurde zur Höflichkeit erzogen und würde im Traum nicht daran denken jemanden unmotiviert dumm anzumachen, weil ich ihn für "schwer von Begriff" halte.


    Und nein, nicht jeder Angestellte kriegt alles von der Firma gestellt, sonst bräuchte man wohl auch keine Werbungskosten.