Geologisches Gutachten und die Bedeutung

  • So heute war das Geologische Gutachten endlich da.
    Viel Text für ein Laie.
    Wäre net wenn einer der Experten das so rübergeben kann,das ich es verstehe.


    Ein Punkt ist mir aber weiterhin ein Dorn im Auge.Weil der G-SV den Schriftsatz wohl falsch gedeutet hat,
    gibt er nicht an wie stark nun das Schotterpolster unter der Bodenplatte ist.


    Er schreibt hier nur,das es zwischen den Parteien unstrittig ist.
    Das aber quatsch ist.Ich habe 90 cm Schotterpolster bezahlt,also will ich 90 haben.
    Das Baugrundgutachten gibt 80cm vor,also sollten es 80cm sein.
    Hier werde ich mal mit dem Anwalt nochmal zusammen sitzen müssen.


    Das Gutachten werde ich mal in original einstellen.Ohne Namen versteht sich.


    Die 80 cm vorgaben vom Baugrundgutachten sind doch die in deutschland empfohlene frostsichere Gründung ?


    Gemessen von mir(Laie) waren 60 cm.Was würde es bedeuten wenn der G-SV auch 60cm gemessen hat?


    Im Gutachten schreibt er in der art,das aus wirtschaftlicher Sicht keine Lösung vertretbar ist.Also die Lösung der
    Drainage nach Din 4095 durchgeführt werden soll.


    Also bedeutet das,eigentlich hast du ein wirtschaftlichen Totalschaden,aber wir schustern was hin,das du ruhe gibst ? :D:D;(

  • PinCho - etwas vom Thema weg - sind jetzt noch weitere Gutachten zu Deinem Haus in Arbeit oder fehlte nur noch dieses?


    Laienmeinung; wenn 80 cm empfohlen werden, dann kann es auch weniger werden ...

  • Bei der Höhenangabe für eine frostfreie Gründung ist die Höhenlage der Gründungssohle unter Oberkante Fertiggelände gemeint. Diese Tiefe schwankt in D abhängig von den genauen geologischen Gegebenheiten. Die [definition=25,0]DIN[/definition] 1054 gibt für Bauwerke einen Mindestwert von 80 cm vor. Der erforderliche Wert kann lokal davon nach oben abweichen.


    Die Stärke eines Schotterbettung unter einer Gründung hat damit erstmal nichts zu tun.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • @Skeptiker


    Ist es üblich das G-SV in ihrem Gutachten sachen von sich geben,was sache eines Richters oder Anwalts sind.


    Er hat im Ortstermin die stärke des Schotterpolsters gemessen.Nun durch eine falsch verstandene Äusserung meines Anwalts,
    lässt er den Punkt weg,die stärke anzugeben.


    Er äussert sich hierzu,das es kein strittiger Punkt zwischen uns und dem Gü ist.


    Obwohl mein Anwalt das durch ein schreiben kladrgestellt hat.


    Wir haben 90 cm Schotterpolster extra an den [definition=33,0]GÜ[/definition] gezahlt.5130 EURO
    Im Werkvertrag sind nur 45cm im Hauspreis enthalten.
    Weiter gibt das Baugrundgutachten 80 cm vor.
    Dann erst kann auf eine Polsterentwässerung verzichtet werden.
    Also ist das doch ein wichtiger Punkt,oder ?


    Und weil nun aus wirtschaftlicher Sicht das zu teuer wäre,nimmt er die Drainage als lösung.
    Ob was wirtschaftliche nicht zumutbar ist,hat doch der Richter zu entscheiden,oder ?


    ---------- 14. September 2017, 19:41 ----------


    mal auf die schnelle Bilder vom Schriftsatz

  • @Skeptiker


    Ist es üblich das G-SV in ihrem Gutachten sachen von sich geben,was sache eines Richters oder Anwalts sind.

    Nach allem, was man hört und liest: Bei schlechten Gerichts-SV schon, ja, leider.


    Mehr kann ich zum Thread nicht beizutragen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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    Einmal editiert, zuletzt von Skeptiker () aus folgendem Grund: Komma ergänzt

  • Drainage war doch garnicht zulässig


    ---------- 14. September 2017, 20:56 ----------


    @rodop


    Das war das Gutachten vom Geologen.
    Das hat er auch an die G-SV geschickt.Sie hat ja die Drainage ja auch empfohlen.
    Ob man mit 5000 euro da hinkommen so wie sie es berechnet hat,weiss ich nicht.
    Für ein Laie hört sich das nicht so an.


    Es liegt nun an uns,den G-SV (Statiker) noch einzuschalten.Bezahlt ist er ja schon.


    Ich muss nur mal mein Anwalt fragen ob wir das Geld für ihn zurückfordern.


    Das ist zwar jetzt ne juristische Sache,ob wir immer noch die Beweislast haben,wenn wir dem Gericht den Lieferschein zukommen lassen vom Betonwerk,das der [definition=33,0]GÜ[/definition] nicht den vereinbarten Beton geliefert hat,er nun nachweisen muss ob alles trotzdem noch passt.


    Weil in den statischen Berechnungen was ganz anderes angenommen wird,das die 16 cm starke Bodenplatte noch ausreichend ist.

  • Nach allem, was man hört und liest: Bei schlechten Gerichts-SV schon, ja leider.


    wir hatten bis jetzt 3 gerichtlich bestelle SV, alle schlecht nach der o.g. Definition...
    aber das ist noch kein Grund um sie als "befangen" zu erklären - sagen Fachanwälte ...


    und jetzt also auch bei PinCho

  • @rodop


    Das ist richtig.Mein Anwalt ist auch der Meinung das jeder G-SV seine eigene Methode hat sein Gutachten zu erstellen.
    Auch wenn das vieleicht nicht üblich ist,wird es nicht von Richter unterbunden.


    Mal schauen was die G-SV noch dazu schreibt.


    ---------- 16. September 2017, 10:31 ----------


    Der Private SV Herr R. Ist in Fragen Geologie nicht gerade Fit,aber er kann sich im besten Willen nicht vorstellen wie sich am
    Gebäude Oberflächenwasser bilden kann.


    Weil hier ja Wasserdurchlässiges Material sein sollte.


    Zum anderen hat er empfohlen die Lösung vom Geologen mal eins zu eins dem Wirtschaftsamt zu schicken.Ob das
    auch so machbar und zulässig ist.Nach dem Schreiben vom Herr Rüdiger xxx vom Wasserwirtschaftsamt sind Drainagen
    nur auf der Höhe Bodenplatte zulässig.


    Also werde ich es dem Herrn vom Wasserwirtsschaftsamt mal so zusenden.


    Mal schauen was er dazu sagt.


    Was der Private SV meint habe ich mal in einer Skizze aufgezeichnet.


    ---------- 16. September 2017, 10:33 ----------


    Skizze

  • @PinCho


    Du hast ein Darstellungs- und Vermittlungsproblem. Was Du schreibst, ist für einen Außenstehenden kaum zu verstehen. Hinzu kommen Schreib- und Fehler bei der Satzbildung. Du gibst Dir also nicht ausreichend Mühe, Dein Problem für uns verständlich zu machen.


    Was ich bislang verstanden habe:


    1. Der Mangel als solcher ist bestätigt worden. Er besteht offenbar darin, dass die Bodenplatte nicht ausreichend gegen Feuchtigkeit geschützt ist. Worauf dies beruht ( offenbar zu wenig Schotter eingebaut ), ist für die Feststellung des Mangels ohne Belang, denn es liegt eine Funktionsbeeinträchtigung vor ( Keller muß dauerhaft trocken bleiben ).


    2. Die Frage ist, wie die Funktionsbeeinträchtigung zu beseitigen ist. Hierzu hat der SV dem Gericht aufzuzeigen, welche Möglichkeiten es zur Behebung der Funktionsbeeinträchtigungen gibt. Diese hat er so zu beschreiben, dass der Richter die in Betracht kommenden Konstruktionsarten versteht. Er hat ferner deren Vor- und Nachteile sowie deren Risiken aufzuzeigen. Die Funktionsbeeinträchtigung muß vollständig beseitigt werden und sie muß den aRdT entsprechen. erst dann ist es Aufgabe des Gerichts, zu entscheiden, welche der vorgeschlagen alternativen Maßnahmen von Dir zu akzeptieren ist.


    Die Nachrüstung einer 80 cm dicken Schotterschicht lt. Bodengutachten ( die abgerechneten und so anscheinend auch nachtäglich vereinbarten 90 cm enthielten offenbar einen 10 cm hohen " Angstzuschlag ") würden auf einen Abriß des Gebäudes hinauslaufen, sind also die ultima ratio und kommen daher nur in Betracht, wenn nichts anderes mehr geht. Der GV-SV hat als offenbar einzige noch in Betracht kommende Alternative eine Entwässerung der vorhandenen Schotterschicht mit einer vorgesetzten Ringdrainage in Höhe unterhalb der Schotterschicht vorgeschlagen. Erforderlich wäre an sich eine Flächdrainage gewesen. Der Vorschlag scheint daher bereits einen Abstrich von den aRdT zu enthalten. Hierbei hat er auf die Risiken ( Grundbruch ) hingewiesen, meint aber, dass ein Grundbruch bei abschnittsweiser Einbringung der Ringdrainage zu beherrschen ist. Wenn das richtig sein sollte ( = tatsächliche und nicht rechliche Frage ), dann wäre das Gutachten in Ordnung.


    Was ich nicht verstehe: Was hätten 80 cm Schotter geholfen, wenn der anstehende Boden nur gering versickerungsfähig ist? Die Baugrube hat eine " Badewanne " ausgebildet, in der jetzt das Haus steht. Wer hat wie berechnet, dass in die " Badewanne " nur max. Sickerwasser in Höhe von x cm der Schotterschicht einfliesen kann? Will sagen: War vielleicht eine zusätzliche Flächendrainage nicht unabhängig von der Höhe der Schotterschicht erforderlich? In diesem Falle hätte ein anfänglicher Planungsfehler vorgelegen. Warum ist keine WW geplant und gebaut worden?

  • @Eric
    Wir haben ohne Keller gebaut.
    Das Problem liegt am [definition=33,0]GÜ[/definition] der sich nicht an das Baugrundgutachten gehalten hat.
    Das Baugrundgutachten sieht eine Gründung EFH 305,4 vor.
    Der [definition=33,0]GÜ[/definition]/sein Architekt ändert die Höhe EFH 305,4 auf 303,8
    Also liegt das Haus genau 1,60m tiefer.


    ---------- 16. September 2017, 23:11 ----------


    @Eric


    Ich versuch mal mein besten um es verständlich rüberzubringen.


    Wir haben mit einem [definition=33,0]GÜ[/definition] gebaut.Der ein Baugrundgutachten in Auftrag gegeben hat.
    Das Baugrundgutachten gibt zwei Gründungen vor.


    Der [definition=33,0]GÜ[/definition] wählt die DST Gründung aus dem Baugrundgutachten.
    Der Ersteller vom Baugrundgutachten gibt eine Empfehlung zu der Höhe der Gründung ab.
    Die Gründung soll auf EFH 305,4 sein.


    Bild hierzu werde ich einstellen.


    Auch sind hier die Grundstückeigenschaften angegeben.
    Also was vorhanden ist,und was erforderlich ist.


    Bild stelle ich ein.


    Eine Skizze der Gründung ist im Baugrundgutachten auch vorhanden.


    Nun beschliesst der [definition=33,0]GÜ[/definition] oder Architekt vom [definition=33,0]GÜ[/definition] beauftragt,die Empfehlung EFH305,4 zu ignorieren.


    Die neue Gründung ist jetzt laut Werkpläne EFH 303,8
    Das bedeutet wir liegen mit dem Gebäude genau 1,60m tiefer als die Empfehlung vom Baugrundgutachten.


    Der [definition=33,0]GÜ[/definition] sagt nun,das ist nur eine Empfehlung.Also kein muss.Nimmt aber im gleichen Zug,aber alle anderen vorgaben der DST Gründung.
    Laut Ihm ist immer noch der Lastenfall Din 18195 Teil 4 relevant.
    Da er die 80cm vom Baugrundgutachten eingehalten hat,kann er auf eine Polsterentwässerung verzichten.


    Somit hat er auch keine Drainage vorgesehen.Weil es ja laut Baugrundgutachten nicht nötig ist.


    Hier hätte die neue Gründungshöhe abgeklärt werden müssen.Was aber nicht gemacht wurde.


    Nun kommt es nach Niederschlägen (nach Stunden) zum Wasseraustritt untehalb der Bodenplatte/Gebäudeaussenwabd.


    Zum Grundwasserstand steht Schichtenwasser 1,00m unter Gründungsebene.
    Man merke aber,die 1,00m unter Gründungsebene bezieht sich auf die Höhe im Baugrundgutachten.
    Wie oben schon geschrieben,ist das Gebäude aber 1,6m tiefer gegründet worden.


    So das mein Gründungspolster schon im Schichtenwasser liegt.


    Hier hat mein Privater SV mir vom Bodenprofil vom Baugrundgutachten die Gründungen eingefügt.
    Damit es auch ein Laie versteht.


    ---------- 16. September 2017, 23:14 ----------


    Gründung 1 ist laut Baugrundgutachten.
    Gründung 2 die vom [definition=33,0]GÜ[/definition] erstellte


    ---------- 16. September 2017, 23:27 ----------


    Und hier nochmal das Gutachten vom G-SV


    P.s
    Das Problem an der Sache ist,das vom Landratsamt die Aussage kam.Ringdrainage ist nur zulässig,wenn sie ca.Höhe untekante Bodenplatte ist.


    Hält sich der Geologe nun an die Vorgaben vom Landratsamt/Wasserwirtschaftsamt ?
    Funktionieren seine Sanierungsversuche ?

  • Ich glaube, ich habe das Problem verstanden.


    Schichtenwasser ist nach einhelliger Meinung ( siehe hierzu z.B. Lufsky, Bauwerksabdichtung, 7. Aufl. 2010 ) wie Grundwasser zu behandeln. Durch die Tiefergründung des Gebäudes ist das Schotterpolster lt. Bodengutachten in die Ebene des Schichtenwassers/Grundwassers gelangt und hat dieses freigelegt, weil der zuvor vorhandene " Tondeckel " entfernt wurde ( siehe 20170916_231153.jpg ). Fliesrichtung des Schichtenwassers ist in der Skizze von rechts nach links. Die Kiespackung wird 1. vom Schichtenwasser geflutet. Hinzu kommt 2. das Niederschlagswasser, das zusätzlich in die entstandene " Badewanne " eingeleitet wird. Damit ist die Katastrophe perfekt.


    Der SV hat nur im Grundsatz Recht, soweit er erklärt, dass der Lastfall aufstauendes Sickerwasser mittels einer Drainage auf den Lastfall " Bodenfeuchte " nach [definition=25,0]DIN[/definition] 18 195-4 reduziert werden kann.


    Eine Drainage funktioniert aber nicht, wenn - wie hier - der Lastfall Schichtenwasser = Grundwasser vorliegt. Denn eine Drainage kann und soll nur zeitweise anstehendes drückendes Wasser = Sickerwasser abführen, aber nicht Grundwasser absenken. Deswegen könnte das Landratsamt auch gesagt haben, dass es eine Drainage nur genehmigen wird, wenn diese auf Höhe Unterkante Bodenplatte verlegt wird. Denn das Landratsamt möchte das Grundwasser verständlicherweise nicht im gemeindlichen Kanal haben. Denn dann könnte das Klärwerk möglicherweise zur Aufnahme Deines Wassers nicht mehr ausreichen. Offen bleibt, worauf sich die Aussage des Landratsamts zur Höhe der Drainage bezieht. Besser wäre es gewesen, wenn das Landratsamt nach den NN-Höhen der genehmigungsfähigen Drainage gefragt worden wäre.


    Sind denn dem Landratsamt die beiden Pläne ( Soll-Ist ) + Problem der Freilegung des Schichtenwassers überhaupt bekannt?


    Wenn ich richtig liege, ist das Gutachen falsch, weil der SV übersehen hat, dass


    a.) die von ihm befürwortete Rindrainage mit Höhe 50 cm unter Bodenplatte im Einwirkungsbereich des freigelegten Schichtenwassers liegen würde,
    b.) Schichtenwasser = Grundwasser nach der [definition=25,0]DIN[/definition] 4109 nicht gedraint werden darf ( steht dort auch ausdrücklich! ),
    c.) die Gemeinde keine Erlaubnis zur Einleitung des Schichtenwassers in den gemeindlichen Kanal erteilen kann, darf und wird.


    Liege ich richtig, dann wüßte ich nicht, wie das Problem zu beheben ist --> Totalschaden.


    Kennt der SV das Bodengutachten, die beiden Pläne und die Aussage des Landratsamts?


    Es sind die falschen Beweisfragen gestellt worden. Die Frage ist nicht, ob in Anbetracht der vom Bodengutachten abweichenden Tiefergründung eine zusätzliche Drainage hätte erstellt werden müssen, sondern ob der vorhanden Mangel a.) nach den aRdT und b.) mit Aussicht auf eine hierfür erforderliche gemeindliche Genehmigung behoben werden kann. Beide Fragen wären wohl zu verneinen und damit das bisherige Gutachten für die Rundablage.


    Das Gericht setzt üblicherweise eine Fristen zur Geltendmachung von Einwänden gegen das Gutachten. Diese Frist mußt Du unbedingt einhalten, weil das selbständige Beweisverfahren nach ungenutztem Ablauf der Frist beendet ist.


    Für Dich: Besorg Dir Lufsky ( s.o. ) und lies S. 20 ff. Hierzu Bild 3.8 auf S. 22 unten ( = Dein Fall ) ansehen!

  • @Eric


    Der Geologe kennt nicht das Schreiben vom Landratsamt.
    Deshalb meine Idee das Baugrundgutachten und das Gutachten vom Geologen
    dem Landratsamt zu schicken.


    Und das was das Landratsamt dann schreibt,dem Geologen vorlegen.


    Dann wäre das erste Problem geklärt.


    Die Frist vom Gericht ist der 10.10.2017


    ---------- 17. September 2017, 07:01 ----------


    @Eric


    Ich habe nun dem Landratsamt alles übermittelt.
    Mal schauen was sie davon halten.


    Ich habe den Schrifsatz vom Landratsamt hier schonmal 1:1 reingestellt.Muss nur schauen wo es ist.


    ---------- 17. September 2017, 07:30 ----------


    Hab es gefunden.


    4. Das Einlegen von Dränagen zur dauerhaften Grundwasserableitung nach Abschluss der Bauarbeiten ist nicht zulässig. Gestattet sind Dränagen zur vorübergehenden Ableitung von Stau- und Sickerwasser in schwach durchlässigen Böden gemäß [definition=25,0]DIN[/definition] 4095 (Bauwerksdränagen). Außerdem werden Sicherheitsdränagen zur Ableitung von Grundwasser bei außergewöhnlich hohen Grundwasserständen zugelassen, sofern die Dränagen nicht tiefer als der Bemessungswasserstand verlegt werden. Der jeweilige Bemessungswasserstand ist durch einen Sachverständigen zu ermitteln und dem Landratsamt zur Bestätigung vorzulegen. Alle Dränagesysteme müssen rückstausicher gegen Regen- und Abwasserleitungen bzw. einem Vorfluter ausgeführt werden.


    ---------- 17. September 2017, 07:33 ----------


    vielen Dank für die Rückmeldung. Unter Bemessungswasserstand versteht man den langjährigen Grundwasserhöchststand, nicht den Wasserstand an einem Tag. Vom Wasserstand nur an einem Zeitpunkt kann jedoch – in Kenntnis der lokalen Geologie – auf den Bemessungswasserstand geschlossen werden. In der Regel braucht man den Bemessungswasserstand zur Festlegung der Lage einer Sicherheitsdrainage auf Höhe oder über diesem Wasserstand. Drainagen unterhalb des Bemessungswasserstandes zur Abführung von Grundwasser sind nicht wasserrechtlich erlaubnisfähig. Gebäude können bautechnisch wasserdicht ausgeführt werden.




    Das waren die alten Emails vom Landratsamt

  • @Pin Cho
    Termin für den Schriftsatz ist der 10.10.2017? Bis dahin ist nicht mehr viel Zeit für Anwalt und Privat-SV.
    Hoffentlich können sie etwas zu deinen Gunsten erreichen.


    Du kannst das empfohlene Fachbuch sicher auch kostenlos über die Fernleihe der Bücherei in Schor..... bestellen. ISBN-13: 978-3835102262

  • ich würde erwarten, dass der privat-sv irgendeine ausgabe vom lufsky hat.
    was sagt der sv eigentlich? dass die bude im wasser steht (wenn auch vielleicht
    noch nicht ganz real) und dass eine dränung technisch und baurechtlich
    problematisch ist, ist doch bereits vor 100 jahren (im grünen, und auch hier)
    diskutiert worden - wurden ra und sv nicht damit konfrontiert?

  • @PinCho:


    Gib mal unter Google ein: " Lufsky Schichtenwasser "


    Es erscheinen dann verlinkte Ausschnitte aus dem Standardkommentar zur Bauwerksabdichtung von Lufsky und zwar u.a. die Seiten 19 ff ( leider aber nicht alles; Du sollst halt nur Schnüffeln dürfen, um Dir das Buch danach zu kaufen! ).


    Die Prüfungsreihenfolge ist in Bausachen immer die gleiche:


    1. Was war Bau-Soll?


    2. Was ist das Bau-Ist?


    3. Gibt es eine Abweichung zwischen Soll und Ist und wie ist die Abweichung in Bezug auf das Bau-Soll zu bewerten?


    Das Landratsamt hat Dir in Bezug auf die Baubarkeit einer Drainage und die Genehmigungsvoraussetzungen das Bau-Soll beschrieben. Insoweit stimmen meine Ausführungen mit denjenigen des Landratsamts ( = Untere Wasserbehörde ) überein. Die Fragen 2. und 3. konnte das Landratsamt nicht beantworten, weil Du ihm die Unterlagen ( Baugrundgutgutachten und die hieraus abgeleitete Skizze 2 ) nicht vorgelegt hast. Es hat Dir aber bereits gesagt: Bevor wir eine Drainage genehmigen, hast Du uns den Bemessungswasserstand durch ein auf den konkreten Einzelfall bezogenes Bodengutachten mit Angabe des Bemessungswasserstandes zur Überprüfung vorzulegen. Das fehlt. Du hast bislang nur eine abstrakte Auskunft zum Bau-Soll erhalten.


    Ich habe zu 2. und 3. Stellung bezogen, indem ich die Veränderung der Schichtenwasserverhältnisse aufgezeigt und sodann das Bau-Ist unter das Bau-Soll subsummiert habe. Meine Ausführungen dürften richtig sein.


    Da das Landratsamt bislang von dem Bau-Ist nichts wußte, könnte daraus ein " riesen Faß " werden. Denn der [definition=33,0]GÜ[/definition] hat mit der Baumaßnahme die Wasserverhältnisse geändert, indem er Schichtenwasser freigelegt hat. Das ist nach dem WHG grundsätzlich verboten und steht bei Zuwiderhandlung unter Strafe. Für den [definition=33,0]GÜ[/definition] könnte sich daher eine weitere Akte " mit rotem Aktendeckel " ergeben. Frage könnte sein, was das Landratsamt jetzt fordert: Wiederherstellung des Tondeckels über dem Schichtenwasser? Wird Trinkwasser im Einwirkungsbereich des ehemals ungestörten Schichtenwassers entnommen? Sind jetzt Verunreinigungen zu befürchten? Filterwirkung der ehemaligen oberen Tonschicht ist nicht mehr vorhanden!


    Vor der Baumaßnahme gab es die aus dem Bodengutachten herzuleitenden Bemessungswasserstände aufstauendes Sickerwasser und ( hiervon getrennt und tiefer ) Schichtenwasser. Der seinerzeitige Bemessungswasserstand gilt jetzt nicht mehr, weil Deine Baumaßnahme die örtlichen Wasserverhältnisse wesentlich verändert hat. Du hast unter Deinem Haus eine Art " See " der aus dem Schichtenwasser und aus dem anfallenden Regenwasser gespeist wird. Insofern kommt es auch zu den von Dir beschriebenen und bebilderten Erscheinungen: Wenn es regnet dauert es eine gewisse Zeit, bis das Niederschlagswasser in der Umgebung Deines Grundstücks ( in welcher Fläche ? ) durch den tonigen Boden bis zu der vorhandenen Bodenschicht mit geringer Dichte ( wahrscheinlich Sand, Kies o.ä. ) gelangt. Nach unten kann es nicht weiter versickern, weil dort wieder toniger Boden ansteht. Also läuft es in der Zwischenschicht in Richtung zu Deinem Haus und füllt dort, weil die Schicht durch die Baugrube angeschnitten wurde, in die " Badewanne ". Ist die " Badewanne " voll, läuft das Wasser über den Rand ( in Deinem Fall bis über OK Gelände und dort an den Türen ins Haus ).



    ---------- 17. September 2017, 14:09 ----------



    Zitat von MLS

    dass eine dränung technisch und baurechtlich



    problematisch ist, ist doch bereits vor 100 jahren (im grünen, und auch hier)
    diskutiert worden - wurden ra und sv nicht damit konfrontiert?

    Vom RA kannst Du das nicht verlangen. Der kennt das Recht, versteht aber idR nichts vom Bauen; das hat er im Studium und später nie gelernt. Siehst Du auch daran, wieviel Anwälte zu den Bausachverständigentagen gehen.


    Ob der SV das Bodengutachten erhalten hat, ist den Ausführungen von PinCho nicht zu entnehmen. Nach der von ihm im Wortlaut eingestellten Beweisfrage zu urteilen, wohl eher nicht. Denn die lautet: Hätte eine Drainage erstellt werden müssen? Die Beweisfrage unterstellt die Baubarkeit und Zulässigkeit einer Drainage am konkreten Bauort.


    Der SV hat hierzu deshalb auch erklärt: Gute Idee und wird von mir als zwingend erforderlich befürwortet, also ordne ich die jetzt mal an.


    Die Vorfrage: Ist eine Drainage überhaupt ein geeignetes Mittel und ist sie genehmigungsfähig?


    wurde im Eifer des Gefechts glatt übersehen.


    Das hätte der SV unabhängig davon, ob ihm das Bodengutachten vorgelegt wurde, vorab klären müssen. Manche SV sind wenig flexibel. In deren Köpfen schwebt als Dogma, dass sie sich strikt an die Beweisfrage zu halten haben und hiervon nicht abweichen dürfen, auch wenn hierbei grober Unfug herauskommt. Hauptsache, die Beweisfrage ist streng nach ihrem Wortlaut beantwortet worden. Ist aber nicht so: Der SV hat Rücksprache mit dem Gericht zu halten und Weisungen einzuholen, wenn die Beweisfragen ungenau sind oder in die falsche Richtung gehen. Aber erklär das mal einem Richter, der vom Bauen nichts versteht und Bausachen nur höchst ungern bearbeitet.



    ---------- 17. September 2017, 14:26 ----------


    Bei einer Recherche habe ich soeben festgestellt, dass wir den Fall von PinCHo bereits im BEF in 2014 behandelt haben. Meine Antwort damals noch ohne Bodengutachten:




    Schade, dass nach nunmehr 3 Jahren immer noch kein wesentlicher Fortschritt erzielt wurde. Die richtigen Vorschläge hatte ich schon damals genannt. Mit Mark wäre der Fall höchstwahrscheinlich heute gelöst.



    ---------- 17. September 2017, 14:42 ----------


    Bild 3.8 kommt bei google nach Eingabe der Worte:


    " Lufsky und Quelle "

  • Vom RA kannst Du das nicht verlangen

    ich verlange doch vom RA keine technische betrachtung - aber organisatorisch
    ist er quasi der denkprozessarchitekt, der den privat-sv des te ggfs in die spur
    bringen muss, damit etwas rechtlich verwertbares dabei rauskommt.

  • @mls
    In der Praxis sieht es leider anders aus. Mein RA sagt, dass er den SV keinerlei Anweisungen geben darf. Also auch kein "in die Spur bringen". Die SV hätten sich allerdings eine bessere Zusammenarbeit gewünscht.

  • ja, die praxis ist fast immer anders, aber um welchen sv geht´s?
    der vom gericht bestellte (öbuv) sv darf befragt werden.
    der von der partei bestellte sv darf vom ra der gleichen partei
    natürlich ebenfalls befragt werden. was denn sonst?
    beides erfordert aber ein mindestmass an technischem verständnis
    (des ra .. und natürlich des "sv") und "wollen".

  • Der Privat-SV hat das doch schon ganz gut gemacht auf 20170916_231153.jpg. Die Kiesschicht hat er blau eingefärbt, um damit zu verdeutlichen, dass die voll Wasser steht.


    Irgendjemand hat dann auf der linken Seite der Kiesschicht etwas halbrundes eingezeichnet. Wenn damit eine Drainage gemeint sein sollte, war das Unfug. Denn die liegt ja noch tiefer, als der SV das angeordnet hat und wäre dort erst Recht nicht ausführbar = Höhe knapp oberhalb des Schichtenwassers und Null Stauraum. Nehmen wir mal an, die Schicht ist 2 km lang, dann käme dort ordentlich Wasser in die Badewanne.


    Vergiß den " Denkprozeßarchitekt ". Das könnte der RA nur, wenn er sich in der Materie auskennen würde. Tut er nicht und warum auch: Der RA ist kein SV. Er transformiert die Ergebnisse des SV ins Recht und Feierabend.

  • @Eric


    Das halbrunde beim Polster ist eine Polsterentwässerung.
    Zum Zeitpunkt wusste der Private SV nicht,das vom Landratsamt das nicht zulässig ist.


    Der Private SV wollte am Ortstermin anwesend sein,ist aber am Tag krank gewesen.Telefonisch hat er mir aber dazu geraten,
    dem Geologen das Schreiben vom Landratsamt zu zeigen.


    Beide G-SV wollten davon nichts hören.


    Die G-SV hat das sagen im Beweisverfahren.Sie hat den Geologen also Hilfe beauftragt.
    Das Baugrundgutachten wurde dem Geologen von Ihr übergeben.So steht es auch in dem jetzigen Gutachten.


    Der G-SV wurde auch vom Anwalt mal danach gefragt,ob ihre Drainage zulässig ist,und ob sie sich da erkundigt hat.
    Ihre Antwort war kurz und knapp.Nein habe ich nicht.
    Das wars dann für sie.


    @mls


    Der Private SV ist eher für die Bodenplatte beauftragt.
    Kleine Grundkenntnisse hat er zwar davon,aber das wars schon.
    In dem Gebiet wird er dem G-SV nichts entgegensetzen können.


    Also heisst das,das Landratsamt muss den Mist nun unterbinden und eine Drainage verbieten.


    @Eric


    Leider kam Ihre Empfehlung zu spät mit Mark.
    Ich hätte ihn sofort beauftragt.Leider waren schon die zwei Privaten SV beauftragt.
    Sie haben mir sogar einen Anwalt in meiner nähe empfohlen.


    Sie haben mir im Grünen sehr geholfen.Dafür ein grosses Dankeschön.

  • @mls
    Bei mir um die Privat-SVen. RA: Ich bin Anwalt und kein Bauigel... Aber um mich geht es hier ja nicht. Ich will nicht verwirren, entschuldigt bitte.