DIN 4109-1986 v.s. Din4109-2016

  • Huhu,


    kann mir jemand helfen?


    Gibt es irgendwo eine nette Tabelle die die wesentlichen Unterschiede der [definition=25,0]DIN[/definition] 4109-1986 und der [definition=25,0]DIN[/definition] 4109- 2016 aufzeigt?


    Oder anders:


    Worin unterscheiden sich, im Wesentlichen die Schallschutznachweise nach [definition=25,0]DIN[/definition] 4109:1989 von denen, die nunmehr nach [definition=25,0]DIN[/definition] 4109:2016 zu führen sind?


    Ich suche mir die Finger wund und komme nicht wirklich weiter. Irgendwie scheint sich nicht wirklich was verändert zu haben außer dass die Rechenwege um einiges komplizierter geworden sind.


    Kann mir irgendjemand von euch noch was dazu sagen?


    Liebe Grüße


    Christine

  • Es gab in einer der letzten Ausgaben einer TGA-Zeitschrift (MGT oder HLH?) einen mehrseitigen Bericht zur [definition=25,0]DIN[/definition] 4109, mit Schwerpunkt auf Schallschutz der Installation der Gebäudetechnik und verschiedenen Nachweisverfahren. Falls das in das Interessensgebiet der TE fällt, kann ich mal suchen, ob das noch hier rum liegt.

  • Hallo,


    über die Neuerungen wird in diesem Dokument berichtet:


    113-16.pdf


    Weiter gehende Infos zum Schallschutz, gibt es von diversen Herstellern. Unter anderem von folgendem:


    file_5_1797_schallschutz_bvksi_6_2016_geschuetzt_de.pdf?session_id=a4448ffd709b1345e873d6de8e05e90a


    Insgesamt lege ich jetzt nach VDI 4100, meist nach Schallschutzstufe II (SST II) aus. Nach [definition=25,0]DIN[/definition] 4109 wird nur der Mindestschallschutz definiert, wie auch in Erics erstem Link dargestellt wird.


    Was mich in dem Link etwas irritiert ist die Aussage:



    Eigentumswohnungsbau mit üblichen Qualitäts- und Komfortstandards


    Für den Eigentumswohnungsbau, der üblichen Qualitäts- und Komfortstandards gerecht werden sollte, wird i. d. R. auf die Anforderungen aus dem Beiblatt 2 abgestellt. Auf Grund der eingangs erwähnten Systematik ist für diesen Bereich auch in Zukunft davon auszugehen, dass das Beiblatt 2 zur [definition=25,0]DIN[/definition] 4109 ausschlaggebend ist und dessen Anforderungen erfüllt werden müssen.


    Nach meinem Kenntnisstand ersetzt die neue [definition=25,0]DIN[/definition] 4109 die alte [definition=25,0]DIN[/definition] vollständig. Also auch das alte Beiblatt 2. Deshalb würde ich hier immer auf die noch gültige VDI 4100 auslegen.


    Gruß J.B.

  • Zitat von J.B.

    Nach meinem Kenntnisstand ersetzt die neue [definition=25,0]DIN[/definition] 4109 die alte [definition=25,0]DIN[/definition] vollständig. Also auch das alte Beiblatt 2. Deshalb würde ich hier immer auf die noch gültige VDI 4100 auslegen.

    Die neue [definition=25,0]DIN[/definition] 4109 regelt lediglich den öffentlich-rechtlichen ( von der Baubehörde ) geforderten Schallschutz und insoweit auch nur den öffentlich-rechtlichen Mindestschallschutz.


    Hiervon zu unterscheiden ist der im Verhältnis Planer/Bauunternehmer und Bauherr geschuldete privatrechtlich geschuldete Schallschutz. Für den sind die grottenschlechten db-Werte des Mindestschallschutzes unmaßgeblich; sie sind insbesondere nicht aRdT. Der privatrechtlich geschuldete Schallschutz ist nach der ständigen Rechtsprechung des BGH durch Auslegung des Vertrags zu ermitteln und danach gilt u.a., dass bei neu erstellten Gebäuden üblicher Qualität mindestens die Schallschutzwerte des Beiblatts 2 der [definition=25,0]DIN[/definition] 4109 einzuhalten sind, anderenfalls das Gebäude schallschutztechnisch mangelhaft ist. Das Beiblatt gilt also, was die privatrechtlich geschuldeten Schallschutzwerte anbelangt weiter, auch wenn es demnächst außer Kraft gesetzt wird. Nichts anderes will der verlinkte Artikel im Bundesanzeiger besagen.


    Ergebnis:


    1. Mit dem Mindestschallschutzes nach neuer [definition=25,0]DIN[/definition] werden die baubehördlichen Anforderungen an den Schallschutz erfüllt; das Bauamt kann also nicht einschreiten.


    2. Der Planer und Unternehmer bekommt aber nach wir vor mit dem Bauherren Ärger, wenn nur der öffentlich-rechtliche Mindestschallschutz nach neuer ( und in weiten Teilen nur unwesentlich verbesserter ) [definition=25,0]DIN[/definition] erreicht wird.


    Man sollte insofern den Begriff " Mindestschallschutz " gedanklich streichen; er ist bauvertraglich unsinnig und führt in die Haftungsfalle.

  • Mit der neuen [definition=25,0]DIN[/definition] haben sich die Rechenregeln geändert. Das würde ja bedeuten, dass ich die Berechnungen nach [definition=25,0]DIN[/definition] 4109:2016 durchführe und diese dann nach Beiblatt 2 von 1989 bewerten würde.
    Andernfalls ist folgender Punkt nicht immer richtig:


    Zitat von Eric

    1. Mit dem Mindestschallschutzes nach neuer [definition=25,0]DIN[/definition] werden die baubehördlichen Anforderungen an den Schallschutz erfüllt; das Bauamt kann also nicht einschreiten


    Warum nicht diese Unschärfe ersparen und gleich nach VDI 4100:2012 rechnen? Dann passt die Berechnung auch zweifelsfrei zu den Anforderungen.