Haus mit Photovoltaik-Anlage kaufen

  • Servus zusammen,



    Mein Bruder überlegt ein Haus zu kaufen mit einer Photovoltaik Anlage. Die Infos dazu:



    Zitat


    PHOTOVOLTAIKANLAGE mit i. d. R. 6,8 KW, Einspeisung in das örtliche
    Energieversorgernetz mit 0,4301 EUR pro [definition=38,0]kWh[/definition] Erstattung
    Anschaffungspreis: EUR 30.000 ( im Preis INCLUSIVE)

    0,4301 => BJ 2012
    "i.d.R. 6,8 KW" soll woll 6,8kW Spitzenleistung sein? ParasitenMaklergeblubber..


    die Einspeisevergütung und Laufzeit nimmt man ja wahrscheinlich einfach mit.
    Aber wie ist das mit der Abschreibung? Normal ja linear über 20 Jahre.
    Gibts da einen "Reset" beim Gebrauchtkauf? also wieder 20Jahre, aber vom Zeitwert/Kaufpreis?
    Wie wird der Wert ermittelt, wenn nicht separat vereinbart?


    Nicht dass das jeztt so relevant wäre, im Zweifel eh zum Steuerberater, aber das interessiert mich jetzt einfach..

  • gibt es noch so hohe Einspeisevergütungen ?
    Ich dachte das ist mittlerweile extrem runtergegangen.
    Also weit unter den eigentlichen Preise pro [definition=38,0]kWh[/definition] den man beim Versorger selbst zahlt.

  • Bei der AfA werden die Anschaffungskosten über die Restnutzungsdauer verteilt. Das bedeutet im Zweifel mindestens die verbleibende RND des Vorgängers. Ein Erwerber sollte vom Gesamtpreis möglichst viel auf die PV-Anlage (realistisch bleiben!) verteilen um die AfA-Grundlage hoch zu bringen, ein Verkäufer könnte mit einem niedrigen VKP einen Verlust erzielen, der dann steuerlich mit anderen Gewinnen verrechnet werden könnte, während der hohe VKP des Gebäudes steuerfrei sein kann. Man sieht schon sofort die gegensätzlichen Interessenlagen.


    Beim Verkauf wird das Thema Umsatzsteuer nochmal interessant: je nach Art der Anlage kommen unterschiedliche Korrekturzeiträume in Frage, die sich im Zusammenspiel mit einer möglichen Geschäftsveräußerung im Ganzen und je nach umsatzsteuerlicher Einordnung von Verkäufer und Käufer auf verschiedene Arten bei einer oder beiden Seiten unangenehm auswirken können.


    Zuletzt noch folgendes
    Zudem fließen dachintegrierte Anlagen als Gebäudebestandteil in die Bemessungsgrundlage für die Grunderwerbsteuer ein, Anlagen auf dem Dach nicht.

    The avoidance of taxes is the only intellectual pursuit that still carries any reward.
    - John Maynard Keynes -

  • Knapp 12 Cent bekommt man derzeit bei neu errichteten Anlagen...lohnt sich also weiterhin ;)

  • Ich kenne es so, dass der Zeitpunkt der Inbetriebnahme zählt. Mein Onkel hatte den Fall letztes Jahr und bekam auch die Vergütung aus dem Jahr der Inbetriebnahme. Diese ist aber nur auf 20 Jahre (?!?) garantiert.


    Die Frage ist aber, machen die paar Kröten den Unterschied das Haus zu kaufen?!? Sollte doch eigentlich kein ausschlaggebendes Argument sein, das wird doch bestimmt eingepreist sein.

  • Die Frage ist aber, machen die paar Kröten den Unterschied das Haus zu kaufen?!? Sollte doch eigentlich kein ausschlaggebendes Argument sein, das wird doch bestimmt eingepreist sein.

    nein, das hat auch niemand behauptet.
    Aber wenn du den Thread aufmerksam liest, merks du, dass es beim Kauf diverse Gestaltungsmöglichkeiten gibt, die sich sicher mit ein paar tausend € +- auswirken.

  • Vorsicht, 43 ct kann fuer Bj. 2012 eigentlich nicht sein (eventuell hat er/sie die Umsatzsteuer mit dazugerechnet?) 43 ct gabs 2009, die Anlage meiner Mutter ging deshalb noch am 28.12. in Betrieb..., 2012 sollte aufgrund Degression schon deutlich weniger gezahlt worden sein.

  • Das würde ich vorher abklären, nicht das man wegen dem neuem Vertragspartner die aktuelle Einspeisevergütung erhält...

    Habe hierzu Ausführungen der EEG-Clearingstelle gefunden, als ersten Ansatz.
    Zusätzlich muss der vom Voreigentümer mit dem Netzbetreiber geschlossene Vertrag geprüft werden; Stichworte: Verkauf, Eigentümerwechsel, Betreiberwechsel, Beendigung des Vertrages, etc.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • nein, das hat auch niemand behauptet.Aber wenn du den Thread aufmerksam liest, merks du, dass es beim Kauf diverse Gestaltungsmöglichkeiten gibt, die sich sicher mit ein paar tausend € +- auswirken.

    Eigentlich habe ich das getan. Wo genau liegt denn beim Kauf der Unterschied?
    Bei der steuerlichen Abschreibung die Jahre darauf okay, aber beim Kauf?

  • Welches Bundesland? Je nach Ort kann die Grunderwerbsteuer schon bei 6% und nicht bei den oben gerechneten 3,5% liegen. Dann beträgt der Unterschied schon 1.800 EUR.

    The avoidance of taxes is the only intellectual pursuit that still carries any reward.
    - John Maynard Keynes -

  • Ist das aber nicht eher 'Steuerhinterziehung' ?


    Also wenn es danach geht, könnte ich ja nur das "[definition=52,1]Grundstück[/definition]" kaufen um Grunderwerbsteuer zu sparen. Heisst doch auch GRUNDerwerbsteuer und nicht HAUSerwerbsteuer :sarkasmus:


    Wenn man jetzt sowas wie Inventar, was einfach rausgetragen werden kann (z.B. Küche, Möbel) extra vereinbart, sollte das ja legal sein, aber alle mit dem Bauwerk 'verbundenen' Sachen gehören doch ebenso zum Haus.
    Sonst würde doch jeder auf die Idee kommen aus dem Hauspreis folgende Dinge wie Heizung, Waschbecken, WC, Stromverteiler, Steckdosen usw. rauszurechnen.
    Die fest auf dem Dach eingebaute Photovoltaik ist doch da auch nix anderes, das Ding gehört auch fest zum Haus.

  • Laienmeinung: Aus steuerlicher Sicht ist das bei Aufdach nicht so.

  • habe gerade nochmal nachgelesen, anscheinend kann die rausgerechnet werden, wenn man ins netz einspeist und somit ein gewerbe damit betreibt. verbraucht man den strom nur selbst ohne einspeisung muss die solar mitgerechnet werden.

  • Plus die 1000€ :thumbsup:
    Soviel zu genau lesen...

    Es ging mir ja nur ums Grundsätzliche, da wir uns ja vor einigen Monaten in der Familie Gedanken über genau das Thema gemacht haben. Hauskosten waren knapp 7stellig, vielleicht wird man aber durch solche Summen auch schnell fahrlässig wenns "nur" 1000€ hier oder da sind.


    Wenn die Ersparnis danach durch irgendwelche doppelten Verträge wieder aufgefressen werden, relativiert sich ja der ganze Aufwand am Ende. Vielleicht haben wir am Ende natürlich auch komplett daneben gelegen...

  • Welches Bundesland? Je nach Ort kann die Grunderwerbsteuer schon bei 6% und nicht bei den oben gerechneten 3,5% liegen. Dann beträgt der Unterschied schon 1.800 EUR.

    na komm, ich bin doch nicht blöd.
    Es geht natürlich ums gelobte Land, Bayern.
    Da wurde noch nicht erhöht, gut so, ginge eh nur über den Länderfinanzausgleich in die Elbphilharmonie und den BER.


    Naja mal sehen ob er die Hütte kauft, hat nen ziemlich vergurkten Grundriss im OG..
    200m² WoFl und nur ein zusätzliches Schlafzimmer und 1 Bad.
    Dafür haben der "Master Bedroom und das Bad zusammen über 70m².. DINK-Verkäufer.

  • @Kater432 Ein Haus ist fest mit dem [definition=52,1]Grundstück[/definition] verbunden und gehört zum [definition=52,1]Grundstück[/definition] - man kann es davon nicht einfach trennen. Ist zivilrechtlich so, kann ein RA sicher noch besser erklären. Daher kommen ja auch die Regelungen im Grunderwerbsteuergesetz, die Umgehungstatbestände "einfangen" sollen (verdeckte Bauträgergeschäfte, GmbH-Mäntel etc.).


    Der Unterschied ist hier der folgende:


    Eine Anlage auf dem Dach kann ich tatsächlich abmontieren, ohne dass dem Haus oder dem [definition=52,1]Grundstück[/definition] etwas "genommen" wird. Die dachintegrierte Anlage übernimmt aber eine für das Gebäude selbst wesentliche Aufgabe: sie fungiert nämlich als Dach. Nehme ich die weg, kann ich das Haus als solches nicht mehr nutzen.


    Grundsätzlich (mit Ausnahmen) richtet sich das Steuerrecht hier nach dem Zivilrecht: was zivilrechtlich kein Gebäudebestandteil ist (sondern bspw. nur Zubehör oder Scheinbestandteil) fließt nicht in die Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer ein. Die Abgrenzung ist nicht immer einfach, aber einige Fälle sind schon ausgeurteilt:
    - Markise: kein wesentlicher Gebäudebestandteil -- nicht Teil der BMG für die Grunderwerbsteuer
    - Einbauküche: nach neuester BFH-Rechtsprechung wahrscheinlich auch nicht Teil der BMG für die Grunderwerbsteuer
    - Einbaumöbel: i.d.R. wohl ebenso wie Einbauküchen zu beurteilen


    Bewegliche Dinge, Lampen etc. sowieso nicht.


    Also beim Kauf eines Gebrauchthauses sollte man da schon mal ein Auge darauf werfen, was man jetzt für das Gebäude mit seinen wesentlichen Bestandteilen an sich zahlt und was für Scheinbestandteile und Zubehör.




    ---------- 15. September 2017, 11:13 ----------


    @SirSydom: ich wollte nur dem interessierten Leser klarmachen, dass je nach Bundesland die Auswirkungen noch deutlich höher sein können, weil es ja um die Grundsatzfrage ging, ob die paar Kröten so wichtig sind.


    ---------- 15. September 2017, 11:18 ----------


    habe gerade nochmal nachgelesen, anscheinend kann die rausgerechnet werden, wenn man ins netz einspeist und somit ein gewerbe damit betreibt. verbraucht man den strom nur selbst ohne einspeisung muss die solar mitgerechnet werden.

    Wo hast Du das gelesen - würde mich mal interessieren. Meiner Ansicht nach dürfte für die Grunderwerbsteuer nur die Art der Anlage (dachintegriert oder auf dem Dach) ausschlaggebend sein, da sich die Grunderwerbsteuer im Grundsatz daran orientiert, was das Zivilrecht (§§94 ff. [definition=19,0]BGB[/definition]) als Gebäudebestandteil ansieht. Die Nutzung (gewerblich zur Einspeisung oder privat für den Eigenverbrauch) dürfte da eigentlich erstmal unerheblich sein.

    The avoidance of taxes is the only intellectual pursuit that still carries any reward.
    - John Maynard Keynes -

  • Wo hast Du das gelesen - würde mich mal interessieren. Meiner Ansicht nach dürfte für die Grunderwerbsteuer nur die Art der Anlage (dachintegriert oder auf dem Dach) ausschlaggebend sein, da sich die Grunderwerbsteuer im Grundsatz daran orientiert, was das Zivilrecht (§§94 ff. [definition=19,0]BGB[/definition]) als Gebäudebestandteil ansieht. Die Nutzung (gewerblich zur Einspeisung oder privat für den Eigenverbrauch) dürfte da eigentlich erstmal unerheblich sein.

    Unter anderem jetzt hier als ich nochmal gesucht habe. Vorhin war es aber eine andere Webseite, die aber dies ähnlich formuliert hat.
    Da steht auch noch die Differenz zur dachintegrierten Anlage. Die gehört immer zum Haus.

  • Vielen Dank für den Link, ich würde das tatsächlich anders sehen als die Verwaltung. Die Argumentation, dass es auf die Verwendung des erzeugten Stroms ankomme ist m.E. weder durch das Grunderwerbsteuergesetz noch die Rechtsprechung gedeckt. Ich würde es im Zweifel darauf ankommen lassen und klagen. Ist natürlich leicht gesagt, weil es nicht mein Geld ist.

    The avoidance of taxes is the only intellectual pursuit that still carries any reward.
    - John Maynard Keynes -