Sturm Irma - Bauen in den USA

  • Moin Moin,


    durch die Berichterstattung von Irma und der gezeigten Verwüstung hab ich mich gefragt warum in solchen Gebieten, die Historisch immer wieder von starken Stürmen heimgesucht werden eine eher leichte Bauweise gewählt wird. Klar, so Stürme wie Irma würden auch massive Bauarten massiv beschädigen, vermutlich würde aber mehr stehen bleiben als bei der relativ einfachen Holzbauweise.


    Liegt es an den Ressourcen? Das Holz da einfach deutlich günstiger ist?


    Soll natürlich nicht verharmlosen was da derzeit passiert aber interessieren tut es mich dennoch. Vorallem ob man Gebäude errichten könnte die selbst solche Stürme unbeschadet überleben. Natürlich in einer angemessenen Kostenrelation.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Vorallem ob man Gebäude errichten könnte die selbst solche Stürme unbeschadet überleben.

    mit sicherheit

    Natürlich in einer angemessenen Kostenrelation.

    und wenn man nicht alle 5 jahre neu bauen muss wird es auf dauer auch günstiger :D


    nur ist die amerikanische wirtschaft/gesellschaft nicht um beständigkeit bemüht. und in einer hire and fire umgebung denkt keiner weiter als ein jahr voraus .

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Es ist ja nicht so, als wenn die selben Grundstücke immer wieder betroffen wären. Dann würde selbst der Ami lernen, (vermutlich)...
    Der Bauweise ist einfach extrem günstig (billig könnte man z.T. auch behaupten)
    Die wohnen in einer Villa und es stört die nicht das alles Pappmaschee ist.
    Das ist der Deutsche nun mal anders. Der klopft gegen solche Wände und rümpft die Nase. Gott sein Dank´....

    öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk

  • amerikanische "holzbau"-weise heisst verbasteln von querschnitten,
    die als standardware verbaut werden: 2by4


    Zitat von wikipedia

    2×4, two-by-four, or two by four may refer to: Two-by-four, a common size of dimensional lumber named for its unprocessed dimensions, usually measuring 1½ × 3½ inches in practice


    1 inch ist ca. 1 zoll ist ca 2,5cm


    auch mit ordentlichen holzquerschnitten bleibt das problem, wie
    man fenster/türen stabil dichtbekommt. lösungen gibt es, aber die
    werden kaum angewendet. schaugn´ma moi, wie der deutsche
    gebäudebestand, egalb ob nass- oder trockenbau, in den nächsten
    jahren mit sonderwetterereignissen zurechtkommt, bzw., welche
    summen, vorher oder nachher, investiert werden (müssen).

  • In Amiland ist ein Haus auch keine Anschaffung für's Leben, die denken einfach nur kurz- bis mittelfristig...
    Es gab da Mal vor Jahren eine Fernsehsendung drüber.

  • Ich denke, die Bauweise hat verschiedene Hintergründe:
    Einerseits ist sie traditionell (haben wir schon immer so gemacht), das Baumaterial ist (noch) reichlich vorhanden, der Preis und auch sicher die Wohn- und Arbeitsweise. Je nach Job wird auch schnell mal umgezogen in eine andere Stadt oder einen anderen Bundesstaat. Da baut man halt nicht für die Ewigkeit.


    Außerdem wollen einige auch ab und zu mal die Mittelverspannung Ihres Hauses lösen und das Haus mal eben auf 2 Trailer verladen und am anderen Morgen in einer anderen Zeitzone wieder zusammensetzen und dort weiterwohnen.


    Eine dritte Rolle in meinen Augen spielen auch die Versicherungen. Da es keine Landesweiten Standards gibt und selbst einige Counties ihre eigenen Bauvorschriften haben, ist es oft an den Versicherungen, Vorgaben für die Versicherbarkeit oder je nach Bauweise die Versicherungsprämie zu bestimmen.


    Das erlebe ich manchmal sogar hier in Deutschland bei Großbetrieben, die in amerikanischer Hand oder in amerikanischer Teilhaberschaft sind. Da kommen aus den Staaten Versicherungsvertreter hierher und prüfen die hiesige Bauweise und vergleichen mit deren Versicherungsbedingungen.


    Dass die Wahl der Baustoffe dort oft etwas anders ist, als bei uns hier, sieht man auch an größeren Bauwerken. Hier wird Beton bevorzugt, dort Stahl mit Brandschutzbeschichtung. Brücken sind hier viel aus Beton, dort oft aus Stahl.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • so Stürme wie Irma würden auch massive Bauarten massiv beschädigen, vermutlich würde aber mehr stehen bleiben als bei der relativ einfachen Holzbauweise.

    Naja, ich weiß nicht.


    Nehmen wir mal das durschnittliche norddeutsche Efh.
    Dachstuhl aus Holz. Da gibts keinen wesentlichen Unterschied zu Amiland
    Fenster sind auch nicht sturmfest (oder erdverwachsen). Also auch da kein Unterschied zu Amiland.
    Wände. Hier Mauerwerk, da HRB. Die Mauerwerkswände dürften länger standhalten.
    Aber die Wärmedämmung ([definition=50,0]WDVS[/definition]) findest Du dann sonstwo. Bei Verblendung wäre ich mir auch nicht sicher, ob die einen Hurrican unbeschadet übersteht.
    Decken sind hier Beton, da Holz. Wenns in D die Wände nicht weghaut, passiert denen nix.
    Aber weil das Dach ja weg ist, säuft der Estrich komplett ab.


    Wenn ich mir die Schäden so ansehe, die auch am nordeutschen Efh entstehen, bin ich fast für die Amibauweise.
    Der Ami holt einen Container, kippt die Reste seines Hauses da rein und baut neu. Der Deutsche holt eine Armee von Handwerkern, die sein Haus leeräumen, trockenlegen, sanieren und wieder in Stand setzen.
    Beide werden die gleichen Kosten haben (relativ) und beide werden ungefähr gleich lange obdachlos sein. Während der Ami aber in einem niegelnagelneuen Haus wohnt, lebt der Deutsche in seiner restaurierten 50er Jahre Hütte.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ich glaube bei so einem Hurrikan ist es ziemlich wurscht, was für eine Hütte du hast. Da bleibt hinterher nur noch Schutt und Asche. Hat man in D ja auch schon bei den letzten Windhosen gesehen, was passiert.

  • @Kalle:


    Nur, dass ein HRB hier in D praktisch genauso viel kostet wie ein Massivbau :D


    Ob das dann nur wegen der Dämmung so teuer ist? Oder ob ein HRB hier vielleicht doch "etwas" besser und beständiger ist?

  • und der bürgermeister von tampa sagte ja selbst dass es seit 90 jahren keinen hurrikan dort gab... warum sollte man dann auch massiv bauen.
    pech haben immer die im auge des sturms...
    aber ist das in de anders... der bach wird zum fluß und dann heulen direkt alle weil se keine elementarversicherung haben.


    das ist nicht nur bei den amis ein problem


    ---------- 12. September 2017, 14:26 ----------


    Der Ami holt einen Container, kippt die Reste seines Hauses da rein und baut neu.

    da ist doch schon der gravierende unterschied....
    der deutsche brauch 17 verschiedene container bei denen die meisten sondermüll sind.

  • Mir hat ein Bekannter, der in die Karibik ausgewandert ist, erzählt, dass die so leicht bauen, weil die Hütte eh jedes Jahr vom Hurrican weggeblasen wird. Dann wird einfach und schnell auf die vorhandenen Fundamente ne neue Hütte hingestellt und weiter geht das Leben... Die Temperaturen erlauben dort ja auch diese einfache Bauweise. Auch wenn es von hier aus extrem schlimm aussieht, aber dort lebt man mit diesem Phänomen und ist es gewohnt. Würde man massiver bauen, hätte man jedes Jahr mehr Kosten.


    In Asien wird ja auch oft leicht gebaut, wegen der jährlichen Sturmschäden. Die traditionelle japanische leichte Bauweise ist auch wegen der öfteren Erdbeben so entstanden. Wenn kaputt, dann schnell und günstig neu aufbauen.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Das mag ja sein aber mit der Hütte fliegt ja auch alles andere weg. Erinnerungen, wichtige Unterlagen aller Hab und Gut.


    Klar hier oben hats auch schon ganze Straßen zerlegt an Häusern. Ob ein Massivbau hier mehr als 300km/h Windgeschwindigkeit packt? Vermutlich nicht. Kyrill hat zum Beispiel sehr hohe Schäden verursacht aber da sind nicht ganze Dörfer vom Erdboden verschwunden. Wie es z. B. in USA bei Katrina der Fall war.

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  • Ich denke mit einen Betonklotz bis in den Erdmittelpunkt rückverankert kann man schon einigen Wiederstand erreichen ....
    45 Grad massive Betondächer haben wir aus brandschutztechnischen Gründen auch schon gegossen, so what......
    Ob es aber bezahlbar ist.................

    öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk

  • Die Frage die sich mir stellt ist, ob ein erhöhter konstruktiver Aufwand letztlich zu weniger Verlust führt und warum, wenn es denn so ist, es nicht macht. Vermutlich muss ich Ami werden um das zu verstehen :D

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  • Hotelbunker, MFH und so ein Spaß. Das "einfache" EFH wohl eher weniger. Siehe die Karibikinsel, die quasi vom Erdboden verschwunden ist. Da mag es ggf. an Geld und Rohstoffen mangeln - was die Zerstörung erklären ließe.

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  • Naja, ein solch gewaltiger Sturm ist doch die Ausnahme. Die Regel sind aber jährliche Stürme, die immer wieder einige Hütten platt machen. Das ist normal in dieser Gegend und damit lebt man und stellt sich auch darauf ein. Das ist für uns gewöhnliche vollkaskoversicherungsdenkende Mitteleuropäer eher unverständlich. Die zerlegten Hütten werden aber jedes Jahr immer wieder neu aufgebaut und die neuen Stützen für die Hütte steckt man jedes Jahr immer wieder in das gleiche Fundament, das schon viele Hütten hat kommen und gehen gesehen. Dass gleich eine ganze Insel platt gemacht wird, das kommt alle 100 Jahre mal vor. Deswegen werden die aber nicht gleich anfangen alles in Beton zu bauen. Erstens können die es sich nicht leisten und zweitens passt es nicht zum Klima in dieser Region.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • und drittens widerspricht es der tradition ;)


    würde man in holzbauweise "sturmsicher" bauen wollen,
    so widerspräche das eben tradierter holzbaumethoden.
    möglich wär´s: wenn ich das richtig gehört habe, betrug
    die windgeschwindigkeit ca. 300 km/h - auf dt. inseln
    müsste ein efh mit etwa 2 geschossen für ca. 200 km/h
    ausgelegt werden .. mit einem beherrschbaren aufschlag
    wären die 300 km/h in den griff zu kriegen. das ist eher
    eine grundsatzfrage, wer sowas planen kann und möchte.


    das von ralf in #7 beschriebene problem bleibt.