Fuge zwischen Türsturz und Rahmen innen abgerissen

  • Liebes Forum,


    wir haben zwei große Terrassentüren mit Raffstores außen im Wohnzimmer. Die Türen sind etwa 2 m breit in Stulpausführung. Der Sturzbereich über den Türen besteht aus einem großen Block Styropor. Durch die auftretenden Bewegungen beim Öffnen und Schließen der Türen ist dann relativ zügig der Anschluss des Innenputzes ausgehend von der Mitte nach außen hin abgerissen und nun kann man bei jedem Öffnen und Schließen beobachten wie der Riss sich ebenso vergrößert.


    Darauf hin habe ich unseren Fensterbauer darüber informiert und dieser sagte, dass er die Fenster nicht anders befestigen konnte, da über den Fenstern nur dieser Styroporblock sich befindet und der Putzer hätte da, Zitat: "was machen müssen". Ich habe dies daraufhin unserem Bauleiter gemeldet mit der Aufforderung zur Klärung. Nach mehrmaligem Ansprechen inkl. schriftlicher Fristsetzung bzgl. der Festlegung des weiteren Vorgehens habe ich nun nach wie vor keine Aussage zur Luftdichtheit oder weiterem Umgang mit dem Riss.


    Da wir in 2 Wochen einziehen müssen, habe ich inzwischen das Wohnzimmer mit Renoviervlies tapeziert und gestrichen und die Laibungen der Türen ausgelassen.


    Meine Frage ist nun ganz einfach: Was nun tun? Wir haben mit allen Gewerken Bauwerksverträge, sodass natürlich jeder das Problem auf den jeweils anderen abschieben möchte und wie gesagt, vom Bauleiter, der das Problem angeblich einem Sachverständigen weitergeleitet hat, kommt leider nichts.


    Über Hinweise oder Tipps würde ich mich freuen.


    Mario

  • Da hätte wohl ein "Statikprofil " abhilfe schaffen können.
    Ich kenne Dein Problem, letztes Jahr hatte ich auch eine Baustelle , wo der Fensterbauer vor dem selben Problem stand , das wurde aber mit angefertigten Stahlteilen gelöst , die wurden an der Betondecke verdübelt und das Fenster wurde dann daran befestigt .
    Der Styroporblock wurde danach angepasst .

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • Da hätte wohl ein "Statikprofil " abhilfe schaffen können.

    N E I N!!!


    Ein Statikprofil kann nur helfen, wenn oben Halt da ist. Aber genau der fehlt ja lt. TE.



    Darauf hin habe ich unseren Fensterbauer darüber informiert und dieser sagte, dass er die Fenster nicht anders befestigen konnte, da über den Fenstern nur dieser Styroporblock sich befindet und der Putzer hätte da, Zitat: "was machen müssen".

    Der Fensterbauer hätte, wie schon geschrieben, Bedenken anmelden müssen, wenn denn bei der Planung da tief und seelig geschlafen wurde.


    Für mich klingt das nach grossen Obermurks!



    unserem Bauleiter

    Wir haben mit allen Gewerken Bauwerksverträge,

    Was ist denn das für eine Konstruktion?
    Wenn Ihr mit den einzelnen Gewerken Verträge habt, also kein BT oder [definition=33,0]GÜ[/definition], dann seid IHR diejenigen, die die Sache klären müssen.
    Wie siehts denn mit der Planung aus? Nur Bauantrag oder gibt es auch einen Auftrag für eine Werkplanung/Ausführungsplanung?


    Ich denke nicht, dass Ihr bis zum Einzug eine fachgerechte Lösung bekommt. Schon zweimal nicht, wenn ihr einen "Schuldigen" sucht.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ausführungsplanung stammt vom Architekt. Der hat auch ausgeschrieben, LVs und Werkverträge ausgehandelt und wurde mit der Bauleitung beauftragt. Im Verlaufe zeigte sich dann, dass die immer so eine Hand voll Firmen haben, die dann ausführen. Ich denke so ist das doch überall, jeder hat seine Kontakte und gute oder schlechte Erfahrungen mit anderen beteiligten Firmen.


    Eine Werkplanung hat der Fensterbauer oder dessen Raffstorelieferant gemacht. Auf jeden Fall war das während der Rohbauphase für die Maurer lange offen, wie die Stürze aussehen sollen. Hier hatte der eigene Bauleiter der Maurer (selbst Architekt) wohl keine Informationen weitergegeben. Die waren jedenfalls immer sehr unzufrieden mit ihrem eigenen Mann.


    Mir ist im Übrigen klar, dass das nicht bis zum Einzug erledigt ist, nur soll es auch nicht ewig so bleiben. Ich suche daher nicht nach einem "Schuldigen", sondern nach einer Lösung, wie es da weiter gehen soll. Den Fensterbauer zur Mangelbeseitigung auffordern? Mangelhafte Planung oder Baukontrolle des Architekten? Wer außer mir sagt überhaupt, dass es ein Mangel ist? Der Bauherr hat ja sowieso keine Ahnung.

  • Mangelhafte Planung des Architekten?

    Ja

    Mangelhafte Baukontrolle des Architekten?

    Ja


    Wer außer mir sagt überhaupt, dass es ein Mangel ist?

    Wir :thumbup:


    Wenn ein Fenster nicht fach(regel)gerecht befestigt werden kann und der Putz schon vor dem Einzug Risse bekommt, wenn das kein Mangel ist, was dann?


    Trotzdem ist auch der Fensterbauer mit im Boot, weil er ohne Bedenkenanmeldung montiert hat.

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  • N E I N!!!


    Ein Statikprofil kann nur helfen, wenn oben Halt da ist. Aber genau der fehlt ja lt. TE.

    Dann habe ich wohl Fälschlicherweise eine Bezeichnung gewählt , die zu was anderem gehört , ich hatte es extra in Anführungsstriche gesetzt .
    Das was ich meine , war ein vom Metallbauer angefertigtes Stahlteil aus Quadratroht mit Kopf und Fußplatte , welches so lang war wie der Spalt zw Fensterelement und Decke . Es wurde an der Betondecke verschraubt mit Betonschrauben , und dann das Fenster daran befestigt . Zum Schluß wurde der [definition=29,0]EPS[/definition] Dämmblock eingebaut .

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  • Kann man machen, aber:
    Muss ein Schiebestück haben, sonst wirds tragend
    Muss genau geplant sein, sonst wirds ne Wärmebrücke
    Muss für die Befestigung der Fenster geeignet sein
    Hilft der fehlenden oberen Befestigung der Fenster nicht ab.


    Oder kurz: Ist ne Krücke und ist nicht einfach Schlosser, mach mal Stütze

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • wie macht man es denn im Neubau mit Aufsatz-Rolladen- oder Raffstorekästen richtig?


    Die Realität, wenn ich so durchs Baugebiet streife, sind Kästen aus Dämmmaterial, ggf. noch verkleidet mit Putzträger.
    Für eine Fensterbefestigung unzureichend. Darüber halt deckengleiche Unterzüge / Körbe.


    Gibts da spezielle Kästen die auch eine Befestigung ermöglichen?
    Das Problem ist ja nun kein seltenes, oder?

  • Was ist das denn für eine Ausführung? Großes Loch und nur ein Teil davon nimmt das Fensterelement ein und der Rest mit Styropor ausgefüllt? Das kann es doch nicht sein...

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • bei vielen Herstellern von RoKa gibt es spezielle Befestigungen die ab einer bestimmten freien Länge eingebaut werden. Muss aber beim Rohbau geschehen und vorher geplant sein. Nachträglich vermutlich schwierig.
    Jochen

  • Haben wir wohl auch an einem Fenster mit Raffstore und Außenputz den "Pfusch" - bislang reißt da nix...kann mich aber auch nicht erinnern, wie die das oben an der Decke befestigt haben sollen.


    Archi hat da auch nix geplant/besonders ausgeschrieben...

  • Viele RoKa-Bauer haben in Ihren Kästen ein Stahlgeflecht eingearbeitet, welches statisch schon einen relativ guten halt bringt.
    Die Befestigung des Fensters nach oben ist bei einem RoKa immer eine "Grauzone". Ich kann ohne zu übertreiben behaupten, dass in 90% der Neubauten hier in der Gegend gar keine Befestigung nach oben vorhanden ist.


    Der RoKa-Bauer mit dem ich zusammenarbeite gibt ab einer Breite von 150cm vor, mit einer sogenannten Statikkonsole, welche in den Styrodur-/Neoporkasten eingearbeitet ist, eine kraftschlüssige Verbindung nach oben herzustellen.


    Wenn man es ganz genau nimmt, sind diese Dinger bei einem Rolladenkasten mit Außenrevision aber wärmedämmtechnisch der größte Schwachsinn, da ich um sie Ordnungsgemäß zu befestigen entweder:


    1.)die äußere Dämmung der Betondecke entfernen muss um sie von außen mit einem Winkel an der Betondecke zu befestigen.
    oder
    2.) sie mit einer Lasche nach innen an der Betondecke befestigen muss.


    Problem ist, dass bei der Statikkonsole ein Alu-Profil mit ca. 3mm Materialdicke einmal um den kompletten Kasten läuft. Dementsprechend bekomme ich immer eine Wärmebrücke von der Betondecke auf die Außenseite meines RoKa.


    Bei einer Innenrevision sieht das ganze anders aus, da ich hier durch die innere Revision nach oben schrauben kann, was bei einer Außenrevision aufgrund der Anordnung der Statikkonsole nicht möglich ist.


    Also lange Rede kurzer Sinn. Es ist einfach immer zu sagen, dass alles Pfusch ist oder mangelhaft ausgeführt wurde, allerdings gibt der Markt nur sehr wenige Lösungsansätze her.

  • Also lange Rede kurzer Sinn. Es ist einfach immer zu sagen, dass alles Pfusch ist oder mangelhaft ausgeführt wurde, allerdings gibt der Markt nur sehr wenige Lösungsansätze her.

    Ich komme mal wieder kaum aus dem Staunen raus.
    Dass es auf dem Bau aufgrund der Individualität des Erzeugnisses eine deutlich höhere Fehlerquote gibt als im industriellen Umfeld ist soweit ja logisch.
    Dass es die Bauindustrie aber nicht mal schafft, für ein 08/15 Bauteil, das praktisch in jedem EFH einmal vorkommt, eine vernünftige Lösung anzubieten, die ohne Gebastel und Pfusch auskommt, hinterlässt mich fassungslos.

  • Viel interessanter find ich, dass der Pfusch Jahrzehnte übersteht - seltsamer Pfusch, vielleicht hat es ihm noch nie jemand gesagt.


    Mit ein wenig nachdenken sind alle meine Fenster mit Rollade so verpfuscht.


    Außer zwei Fenstereinheiten mit Raffstore, wo diese richtig an der Betondecke befestigt sind und der Raffstore im Klinker an einer Holzbohle geschraubt ist.

  • Wenn ich ein Holz-Aluminium oder Aluminium Fenster habe ist das ganze ja nicht ganz so tragisch.
    Bei einem Kunststofffenster, vor allem wenn es mangelhaft stahlverstärkt ist sieht die Welt natürlich dann wieder ganz anders aus.

  • Muss ein Schiebestück haben, sonst wirds tragend

    Ich habe etwas gebraucht , bis ich wusste Wie Du das meinst , aber ich glaube jetzt hab ich es .
    Das Schiebstück sicher wegen der Durchbiegung der Decke/ Sturzes , damit das Fenster nicht irgendwann mal als Stütze herhalten muss .
    Habe ich das jetzt so richtig verstanden ?

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • Leider habe ich gerade kein gutes Bild zur Hand. Der Fensterbauer hat aber wohl selbst Bilder gemacht aufgrund derer er eben angab, er konnte die Fenstertüren nicht besser befestigen.


    Wie schon beschrieben hatten die Maurer damals Probleme mit ihrem eigenen Bauleiter. Daher wurde der Sturzbereich wie für einen Rollladenkasten mit Auflager frei gelassen. Einen richtigen Sturz gibt es nicht, die EG-Decke, Filigrandecke, spannt da einfach darüber.
    Der Fensterbauer kam dann mit vormontierten Styoroporblöcken auf den besagten Fenstertüren bzw. Fenster, die links und rechts bündig mit dem Fensterelement waren und in der Stärke ebenfalls zu dünn waren.
    Dann rückten die Maurer wieder an, haben die nicht benötigten Auflagerbereiche ausgemauert und zum Herstellen einer ebenen Fläche an die Styroporblöcke Sauerkrautplatten angebracht.
    Anschließend kam der Putzer und hat hoffentlich (an dem Tag konnte ich erst Abends vorbeischauen und da war natürlich fertig verputzt) Gewebe eingelegt und Gipsputz angebracht. Anputzleisten hatte der Fensterbauer an diesen Fensterelementen links, rechts und oben bereits selbst angebracht.
    Das Mauerwerk ist im übrigen typisch norddeutsch 2-schalig mit Kerndämmung.


    Soviel zur Beschreibung, aber ich möchte noch einmal zurück zu meiner eingänglichen Frage: Den Fensterbauer noch einmal mit Nachdruck zur Mangelbeseitigung auffordern (kann ich meiner Ansicht nach nur, wenn er das hätte anders lösen können/müssen) oder muss ich weiter an Bauleitung/Architekt ran? Die versuchen das wohl auszusitzen und haben bislang auf Aufforderungen mit Fristsetzung zur Erarbeitung eines Sanierungskonzeptes nicht reagiert.

  • warum zum Geier hat man nicht einfach einen Betonsturz genommen... ?

    Weil die Maurer vor Ort keine Informationen bekommen haben, wie der Sturz ausgeführt werden soll. Der Polier hat mir gegenüber gesagt, dass er keine Zeichnung für den Sturz hat. Mein Bauleiter hat mir mitgeteilt, er habe die Zeichnung vom Fensterbauer an die Maurer weitergeleitet. Seltsamerweise hat aber mein Bauleiter immer nur Kontakt mit dem Bauleiter der Maurer gehabt, obwohl ich sogar darauf hingewiesen habe, doch bitte mit dem Polier direkt zu sprechen.


    Das das dann zu solchen Problemen führt, war mir damals nicht klar. Hinterher ist man immer schlauer.


    Der Fensterbauer fand das dann aber auch nicht schlimm und meinte nur, dass durch das viele Styropor wenigstens gut gedämmt sei.

  • Weil die Maurer vor Ort keine Informationen bekommen haben, wie der Sturz ausgeführt werden soll. Der Polier hat mir gegenüber gesagt, dass er keine Zeichnung für den Sturz hat.

    Wer machte was...und was nicht?


    Erstmal muss es ja irgendeinen Plan geben. Gut oder nicht gut, sehr umfassend oder eher nur wischi-waschi...aber irgend einen Plan, nach welchem auch die Rohbauer gearbeitet haben. Darin sollten dann -wer hätte es gedacht- die notwendigen Maße drin sein. Türbreiten und -höhen, Fensterbreiten und -höhen usw. usf.


    Gibt es keinen erschöpfenden Angaben (kann vorkommen...vergessen...übersehen....what ever) muss man beim Planer eben nachfragen und nicht auf Verdacht irgendwas machen.


    Wenn ich es jetzt richtig verstanden habe, sieht es so aus, dass der komplette Rollokasten (25cm? 30cm?) durch einen Styroporklotz ersetzt wurde? Daran kann man natürlich nichts befestigen. Auch nicht da durch. Oder irgendwie. Siemens - Lufthaken sind leider immernoch in der Erprobungsphase und haben noch keine bauaufsichtliche Zulassung.


    Wenn es so ist, dann gibt es wohl nur die eine, hartem brutale Lösung: Demontage Fenster, Demontage Styroporklotz, Ersetzen des selbigen durch Sturz, Widermontage des Fensters.


    Der [definition=32,0]GU[/definition]/ [definition=33,0]GÜ[/definition] (???) wird sich sicherlich weigern.....

  • Den Fensterbauer noch einmal mit Nachdruck zur Mangelbeseitigung auffordern (kann ich meiner Ansicht nach nur, wenn er das hätte anders lösen können/müssen) oder muss ich weiter an Bauleitung/Architekt ran?

    Guckst DU #6. Maurer darf auch noch ins Boot.

    Die versuchen das wohl auszusitzen und haben bislang auf Aufforderungen mit Fristsetzung zur Erarbeitung eines Sanierungskonzeptes nicht reagiert.

    Dann kann sich der Anwalt ja schon mal warmlaufen!

    Der [definition=32,0]GU[/definition]/ [definition=33,0]GÜ[/definition] (???) wird sich sicherlich weigern.....

    Gibt keinen [definition=32,0]GU[/definition]/[definition=33,0]GÜ[/definition]. Architekt + Einzelvergabe.
    Architekt mit weing Engagement. Gugsdu
    Ausführung eines Luft-/Flugsparrens und sichtbarer Pfettenköpfe

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen