Schallschutz Holzbalkendecke

  • Und noch einer (weils gerade so schön ist).


    Wir haben im OG zum DG hin eine Holzbalkendecke klassischer Bauart mit einem Blindboden (so sagt man, glaube ich) aus Schwartenbrettern zwischen den Balken. Auf diesem Blindboden liegen Lehm-Klumpen (~40mm dick), darüber etwas Luft und dann auch schon die Dielen des Fußbodens im DG.


    Wir möchten den Dachboden langfristig gesehen (in 10 Jahren vielleicht) ausbauen, bis dahin aber nicht, bzw. nur als Lagerraum nutzen. Da wir zum einen die Balken recht schön finden und sie deshalb gern sichtbar belassen möchten, zum anderen auch keine Lust haben gut 100m² Decke mit Gipskarton oder ähnlichem zu beplanken, überlegen wir nun, was wir mit der Decke machen sollen.


    Wir hatten zuerst daran gedacht die Schwartenbretter einfach so zu belassen, allerdings sind diese vom damaligen Verputzen der Strohmatten (die unter der Decke hingen) ziemlich verschmutzt und müssten aufwendig gereinigt werden. Erschwerend hinzu kam der Hinweis unserer Architektin, dass die damals offensichtlich keinen Rieselschutz verbaut haben. Ist das "Rieseln" überhaupt ein Problem, solange der Dachboden nicht betreten wird?


    Nun war die weitere Überlegung den Blindboden ebenfalls zu entfernen und von oben den Fußboden zu erneuern, so dass man von unten direkt auf die Dielen guckt. Das bedeutet allerdings langfristig, dass wir uns im Falle des Ausbaus im DG dann mit einer Maßnahme zur Schalldämmung befassen müssten. Aufbauhöhe im DG wäre reichlich vorhanden, aber ich frage mich gerade, inwiefern das so herum überhaupt geschickt wäre.
    Gibt es da Fallstricke bei "oberhalb der Balken" liegender Schalldämmung?
    Oder anders herum gefragt: Wäre die aktuelle Lehm-Schüttung überhaupt ausreichend, oder müsste man die ohnehin dann austauschen? Sprich: Schlimmstenfalls in 10 Jahren einen neuen Blindboden einziehen, der sowieso fällig geworden wäre?

  • Ja, Rieseln ist auch ohne Begängnis möglich und kann ärgerlich sein - für sensible Gemüter. Ob man selbst in dieser Hinsicht sensibel ist, stellt man im Zweifel erst fest, wenn einem irgendetwas Widerliches im Glas, auf dem Butterbrot, im Auge oder gar direkt auf der Zunge gelandet ist.


    Man kann die akustisch wirksame träge Masse und die akustische Entkoppelung unter, zwischen oder über den Holzbalken anordnen. In der Balkenebene ist viel Platz und die Balken werden bei minimaler Höhe optimal bedämpft. Hier sollte möglichst viel Masse hinein, am besten auf einem Fehlboden. Für die horizontale Trennebene bietet sich eine Entkoppelungslage oberhalb der Balken an, für optimale akustische Entkoppelung zusätzlich eine zweite darunter.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Oder anders herum gefragt: Wäre die aktuelle Lehm-Schüttung überhaupt ausreichend, oder müsste man die ohnehin dann austauschen?

    das kann keiner ausser dir sagen.
    wir ahben schon bei besseren aufbauten und schwierigeren randbedingungen
    umfassender saniert, als du dir das wünscht - kommt auf die erwartungshaltung
    an. der eine möchte hören, ob die kinder auf´m dachboden die eisenbahn
    in ruhe lassen - der andere bekommt krämpfe, weil man (bei deiner konstruktion)
    ziemlich alles hört. was machbar ist, hängt nicht zuletzt von der zulässigen
    belastung der balken ab ..

  • oder gar direkt auf der Zunge gelandet ist.

    Fällt gerade schwer mir eine entsprechende Situation vorzustellen, aber der Punkt ist klargeworden :D



    Hier sollte möglichst viel Masse hinein, am besten auf einem Fehlboden.

    Ich bin verwirrt, wie denn nun?
    a) muss zwischen die Balken, weil sonst kein befriedigendes Ergebnis
    oder
    b) kann auch ober-/unterhalb, braucht dann aber mehr Masse/Aufbauhöhe fürs gleiche Ergebnis?


    Okay, beim nochmal drüber nachdenken: Ideal wäre Fehlboden, geht aber eben auch anders.




    Für die horizontale Trennebene bietet sich eine Entkoppelungslage oberhalb der Balken an, für optimale akustische Entkoppelung zusätzlich eine zweite darunter.

    Entkopplung oberhalb meint Material (welches?) zwischen Balken und Diele?! Aber was meinst du mit Entkopplung darunter? Abermals Material unter die Balken und darunter dann z.B. ne abgehängte Decke?



    ---------- 5. September 2017, 00:53 ----------


    das kann keiner ausser dir sagen.

    Ok, hast recht, das war bescheiden gefragt. Mir ist soweit auch klar, dass gilt: je mehr Masse, desto besser. Aber wie du ja auch schon angedeutet hast, ist da oftmals die Tragfähigkeit vor.


    Gehen wir der Einfachheit halber mal davon aus, dass die Decke nicht viel trägt, aber noch etwas Reserven hat. Betonplatten oder dergleichen sind damit aus dem Spiel.
    Würde man im Vergleich zu anderen Optionen dann eine Lehmschüttung empfehlen? Und was die Alternative, wenn kein Fehlboden vorhanden ist?


    Was ist "Stand der Technik" für den Otto-Normal-Geräuschhörer, vulgo "Mieter"?

  • "masse" ist schonmal ned schlecht, aber wünschenswerte mengen sind
    selbst im neubau nicht immer tränenfrei zu realisieren. im bestand
    rate ich, wird es eine rel. leichte kombination versch. massnahmen
    i.w. gegen trittschall - abgeh. decke, evtl. sand, trittschalldämmung
    und nicht zu steife estrichersatzschale werden. nicht zu vergessen:
    der gute teppichboden.


    zum thema "schallschutz - mieterkonform" ist damit nix gesagt.

  • Es kann sich auch die Möglichkeit einer Holz-Beton -Verbunddecke ergeben . Das wird aber eher selten gemacht , vermutlich weil es wenige Statiker gibt die sich damit auskennen . Bei richiger Ausführung , wird sogar die Tragfähigkeit der Decke erhöht, Weil die Deckenbalken dann die Zugkräfte aufnehmen und die Betonplatte die Druckkräfte .


    Zu den sichtbaren Holzbalken : weist Du was das für eine Arbeit macht die entsprechend zu schleifen und zu Behandeln , das die auch schön aussehen ?
    Der bisherige Schmutz kann sehr hartnäckig sein , bzw kann es auch Verfärbungen geben , die unschön sind , oder nicht mehr zu beseitigen sind

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • Beitrag von Gast6678 ()

    Dieser Beitrag wurde gelöscht, Informationen über den Löschvorgang sind nicht verfügbar.