Beispiel Begutachtung am Oberlandesgericht

  • mal was zum Lachen:


    1. Ein Oberlandesgericht beauftragt einen G-SV (öbuv), er soll u.a. die folgende Problematik zu klären (Zitat Beweisbeschluss des Gerichtes):
    "II. Es ist daher Beweis zu erheben über
    1. die Behauptung der Klägerin, der Abriss und die Neuerrichtung des Hauses einschließlich aller erforderlichen Nebenarbeiten
    verursache Kosten von XXX.XXX,XX € durch Einholung eines schriftlichen Sachverständigengutachtens."


    Dafür lässt das Gericht die Summe von 2.500 € auf da Gerichtskonto einzahlen.


    Im Auftragsschreiben an den G-SV schreibt der Richter u.a. Zitat "Ich bitte, den Auftrag möglichst bald, spätestens jedoch bis zum 22.09.2016 auszuführen"



    2. Ohne Angaben der Gründe übersendet der G-SV dass Gutachten trotz regelmäßiger Anfragen beim Oberlandesgericht und trotz mehrerer durch ihn (G-SV) selbst gestellten Termine erst im Juli 2017


    3. Der G-SV beantwortet die Frage wir folgt - Zitat Gutachten: "
    1E-6.1. die Behauptung der Klägerin, de Abriss und die Neuerrichtung des Hauses einschließlich aller
    erforderlichen Nebenarbeiten verursache Kosten von XXX.XXX,XX €.


    Die Zahl XXX.XXX,XX € für Abriss und Neubau des Hauses einschließlich aller erforderlichen Nebenkosten ist zu hoch
    angesetzt. Ein Einfamilienwohnhaus dieser Größenordnung liegt in der direkten Bausumme, inkl. Baunebenkosten,
    jedoch ohne Grundstückskauf bei überschlägig YYY.YYY,- € brutto. Für den Abriss inkl. Entsorgung können ca. ZZ.ZZZ,- € brutto zum Ansatz gebracht werden. In dieser Summe nicht enthalten ist die Zwischenlagerung des Inventares und die Unterbringung der Hausbewohner von Auszug aus dem
    vorhandenen Gebäude bis Bezug es neuen Gebäudes."


    Also Beantwortung der Frage des Gerichtes in 4 Sätzen "überschlägig" für 2.500,00 € ... nicht schlecht.


    Rodop durfte für die Klage keine "überschlägigen" Zahlen benutzen, der Fachanwalt forderte, dass er eine detaillierte Berechnung durch ein entsprechendes Architekturbüro vorlegt. Einem "Oberlandesgericht" reicht dagegen eine "überschlägige" Behauptung.

    • Hat der Gutachter wirklich SOO knapp geantwortet und ist nicht tiefer auf seine Annahme YYY.YYY,-€ eingegangen und hat es noch etwas mehr aufgedröselt?
      Das wäre ja dann Glaskugel und Lotto und ich wäre ähnlich entrüstet wie du.
    • Habt ihr den Preis in eurer eigenen Rechnung "bewusst/taktisch" nach oben getrieben (im Wissen das sowieso vermutlich gestrichen wird?) und ist "YYY.YYY + ZZ.ZZZ + Zwischenlagerung + Miete für Unterbringung" immer noch ein Wert mit dem du hinreichend zufrieden wärest? Oder ist der Wert des Gutachters jenseits gut und böse gering?
      Wie groß ist die Abweichung der vergleichbaren Anteile/Zahlen in Prozent?
    • Kannte der Gutachter eure dem Gericht vorgelegte Rechnung und hätte auf dieser Basis eure Annahmen bestätigen können, bzw. im Detail seine mögliche alternative Meinung/Rechenansätze einsetzen können?
      Oder hat er völlig "bei Null" mit euren Grundrissen und dem Bodengutachten angefangen, eigene Zahlen zu entwerfen?
    Zitat

    Einem "Oberlandesgericht" reicht dagegen eine "überschlägige" Behauptung.

    Ist das so, oder ist das deine Interpretation? Woher weißt du, dass dem Gericht dieses Gutachten reicht?
    Das OLG kann ja (leider) zunächst nicht beeinflussen, welche Antworten es vom Gutachter bekommt.
    Sondern liest sich das ganze ja genauso durch wie du und schüttelt entweder den Kopf oder nickt zufrieden.


    Das heißt spannend wäre ja, wie das Gericht die Aussage verwertet oder ob es den SV nachsitzen lässt, weil die Frage nicht beweissicher beantwortet wurde?
    Und ob es sich die Mühe macht, so ein Gutachten als mangelhaft zu deklarieren und auf die mangelfreie Erstellung ohne weitere Mehrkosten zu pochen.


    Traurig nur, dass ihr wieder keinen Schritt vorwärts gekommen seid, sondern eine weitere Schleife gedreht werden muss, um alleine diese Frage in "fairen" und plausiblen Sinne zu beantworten.

  • 1. ja, das ist alles was er zum Thema geschrieben hat. ganz sicher.


    2. wir haben nichts "nach oben getrieben", wir haben einfach ein Architekturbüro (gegen Bezahlung) beauftragt, zu berechnen, was das Haus (2006 gebaut) vor dem Einreichen der Klage 2011 kosten würde. 2017 kommt der SV auf eine deutlich geringere Summe, obwohl inzwischen ein Paar Jahre vergangen sind. Ich kann ja ungefähr die Zahlen angeben - 2011 hat das von uns beauftragte Büro die Summe von ca. 370.000 € brutto berechnet, 2017 sagt der G-SV dass die Summe von 220.000 € brutto reicht (Einfamilienhaus ca. 150 m²).


    ich wäre auch mit dem Wert des Gutachters zufrieden, allerdings wird das Haus vom Oberlandesgericht - ähnlich wie schon vom Landgericht - voraussichtlich für vollständig mangelfrei erklärt, so dass die Zahl sowieso dann egal ist.


    3. Ja, der G-SV kannte die dem Gericht vorgelegte Berechnung des von uns beauftragten Büros, die ist ja als Anlage ein Bestandteil der Klage. Ob er angefangen hat, eigene Zahlen zu entwerfen und wie, das weiss ich nicht, es ist mir ja verboten, mit dem G-SV jeglichen Kontakt aufzunehmen. Das wird dann eventuell irgendwann in den nächsten Jahren bei irgendwelchen "Verhandlungen" geschehen, falls es dann überhaupt noch relevant ist (ich denke nicht).


    4. ob das meine "Interpretation" ist? Na ja, das Gericht hat ja das Gutachten bekommen und die Richter hätten es also lesen können. Also haben sie es entweder gar nicht gelesen oder gelesen und waren mit dieser Art der Beantwortung zufrieden, wenn sie das nicht gleich bemängelt haben. Ich denke nicht, dass die Richter von sich aus bemängeln werden, denen ist das ja völlig egal, was in den Gutachten steht, die sind ja massiv überlastet, bemängeln muss rodop, der hat sonst nicht zu tun in Leben ...


    Ob der SV nachbessern muss? Ich denke nicht, aber ich lasse mich gerne überraschen. Ich denke, das Gericht wird sich keine "Mühe" machen, die Richter sind ja massiv überlastet. Höchstens wenn der Anwalt das fordern wird ... mal sehen, ob es überhaupt einen Sinn macht, das Geld ist sinnlos in die Luft verpulvert so oder so ;_)


    Aber ich habe es erst einmal hier aufgeschrieben und wie es weiter geht, zeigen dann die nächsten Jahre ...

  • Die Zitate lesen sich eher wird die abschließende Zusammenfassung des Gutachtens....
    ...hoffe ich...


    nein, das ist alles, was der G-SV dazu im Gutachten geschrieben hat.


    die Zusammenfassung lautet Zitat Gutachten G-SV: "
    "Die Zahl XXX.XXX,XX € für Abriss und Neubau des Hauses einschließlich aller erforderlichen Nebenkosten ist zu hoch
    angesetzt."


    Vielleicht hat er eine Berechnung gemacht, diese nur nicht geliefert, das kan nich ja nicht wissen ... Was für Grund hätte er, eine Berechnung zu machen, diese dann aber nicht in das Gutachten einzufügen?





    ---------- 3. September 2017, 23:36 ----------


    @Pincho - vermutlich wird gar nichts saniert, weil es geplant ist, das Haus für vollständig mangelfrei zu erklären.


    Die Zahl für Neubau hat das Gericht nur ermitteln lassen, damit bewiesen werden kann, dass der Neubau unverhältnissmäßig teuer wäre ... obwohl laut Behauptungen der Fachanwälte die Unverhältnissmäßigkeit der Mangelbeseitigung hier nicht gilt. Aber behuptet wurde ja schon viel seit 2006, wichtig ist, dass der G-SV wieder mal einfach Geld verdient hat ;_)

  • Ok, ich fasse für mich zusammen:


    - Kopfschütteln über die Art und Ernsthaftigkeit des Gutachtens.
    - wie das Gericht das Gutachten einschätzt und bewertet und welche nächsten Schritte das Gericht einleitet (oder auch nicht) bisher unbekannt.
    - gesunde (nachvollziehbare) Skepsis bei rodop vorhanden

  • @Pincho - nein, der gerichtlich bestellte SV hat sich seine ursprüngliche Aussage in der Gerichtsverhandlung 2016 (sinngemäß "die Bodenplatte muss durch umfangreiche Schneidearbeiten saniert werden") überlegt und hat nun um 180° umgedreht - Zitat sein vorerst letztes Gutachten vom Juli 2017:



    "Eine Sanierung/Überarbeitung . der Gründungsbauteile Ist nicht erforderlich .
    . die elastisch gebettete Bodenplatte entfällt,
    . anstatt dessen: vorhandene Streifenfundamente"


    Es wurde ihm dann wahrcheinlich doch zu blöd mit dem Schneiden der Bodenplatte und den Kosten dafür ... also jetzt lieber doch keine Sanierung notwendig.



    ---------- 3. September 2017, 23:46 ----------


    bliblablub - richtig zusammengefasst, zuerst muss der Anwalt Schritte einleiten, dann eventuell auch das Gericht, falls es dann doch nicht lieber schon das Urteil fällt ...; ich informiere dann

  • Pincho - sicherlich, wird vermutlich noch viele Jahre so weiter gehen ...



    ---------- 4. September 2017, 07:24 ----------


    Ein zweites Beispiel - Begutachtung der Kosten für den Rückbau des bestehenden Hauses


    hier musste rodop Angebote von entsprechenden Firmen einholen, von 4 angefragten Firmen kamen zwei Angebote -
    "Die Angebote betragen 21.500,00 € bzw. 24.216,00 €, durchschnittlich also ca. 23.500,00 €." steht dann in der Klage, die Angebote mussten als Anlagen zu der Klage beigefügt werden (Preise brutto, Anfang 2011)


    Ein gerichtlich bestellter Sachverständiger muss keine Angebote einholen, im Gutachten schreibt er dazu lediglich Zitat: "
    Für den Abriss inkl. Entsorgung können ca. 15.000,- € brutto zum Ansatz gebracht werden." (Stand 2017)


    Rodop kann natürlich versuchen zu beweisen, dass die Zahl des G-SV nicht stimmt, was soll er sonst so machen den ganzen langen Tag ...

  • Also was erstmal der gerichtl.SV da für Summe nimmt,ist erstmal nicht ausschlaggebend.


    Mein Anwalt hat hierzu gemeint,wenn die handwerker(Ortsansässige) den Mangel beheben,und die Kosten höher sind als
    vom SV angegeben,dann müss der [definition=33,0]GÜ[/definition] natürlich die kosten tragen.


    Bei uns war ja ein Lehrrohr in die Wand gesetzt worden wo es nicht hingehört.


    Die Gasleitung hätte durch die MSH müssen.


    Die SV setzt hier 1700 euro an.Leerrohr aus Wand raus und durch MSH.


    Da muss mann die erste Steinreihe an der stelle öffnen,die Schweisbahn raus.Bodenplatte öffnen,aussen aufgraben,Rüber legen und durch MSH wühren.Alles fachgerecht verschliessen und abdichten.


    Ich glaub kaum das man mit 1700 da hinkommt.


    Also Ortsansässige Firma beauftragen und machen lassen.Wenn es 2500 werden dann ist das nunmal so.Vor allem sin nun 3 Jahre vergangen,die Preise sind in die Höhe gegangen.

  • Mein Anwalt hat hierzu gemeint,wenn die handwerker(Ortsansässige) den Mangel beheben,und die Kosten höher sind als
    vom SV angegeben,dann müss der [definition=33,0]GÜ[/definition] natürlich die kosten tragen.


    Du kannst ja dann berichten, ob diese Aussage in der Praxis auch funktioniert hatte.


    Mir wurde schon reichen, wenn ein gerichtlich bestellter SV für seine fachlichen Aussagen haften würde - Beispiel:


    Bei uns hat im Prozess gegen die Baufirma der G-SV (Statiker) Dr. XY schriftlich in einem Gutachten und auch mündlich vor Gericht ausgesagt, dass die Statik des Mauerwerkes wegen der Mängel NICHT berechenbar ist.


    Als dann aufgrund dieser Aussage der Fachanwalt eine Klage gegen den Bauüberwacher erhoben hat, so hat das Gericht einen anderen G-SV beauftragt, der dann ein Gutachten gemacht hat, in dem er erklärt hatte, dass die Statik problemlos berechnbar ist, in dem man Annahmen XYZ macht (die er - der G-SV - zwar nicht beweisen kann, aber annehmen darf er, was ihm passt).


    Wie KONKRET haftet jetzt der erste G-SV Dr. XY, da u.a. auch auf der Grundlage seiner Aussage die Klage zum Rückbau des mangelhaftes Mauerwerkes eingereicht wurde?


    ---------- 4. September 2017, 11:46 ----------


    VOR dem Einreichen der Klage - als ich den Fachanwalt darauf hingewiesen hatte, dass ein anderer G-SV vielleicht doch die Statik berechnen kann - klopfte der Fachanwalt große Sprüche, dass er dann halt den G-SV Dr. XY zum Gericht einlädt und da sollen die beiden G-SV mit ihren Aussagen konfrontiert werden.


    Als diese Situation dann so wirklich entstanden ist, so ist der Fachanwalt der 1. Instanz plötzlich ganz leise geworden - er kann den G-SV Dr. XY doch nicht zum Gericht einladen, das kann nur das Gericht ... und das Gericht tat es nicht ... Also hat Dr. XY Geld abkassiert und hat seine Ruhe ;_)

  • Also hat Dr. XY Geld abkassiert und hat seine Ruhe

    Ich finde diese Aussage schon sehr merkwürdig, weil herabwürdigend.


    Du tust so, als habe Hr. XY es darauf angelegt, Euch in einen Prozess zu treiben, ohne dafür belangt werden zu können.


    Das ist schlicht falsch!

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • ich finde herabwürdigend, wenn ein G-SV mir behauptet, die Statik ist NICHT berechenbar, und dabei ist diese problemlos berechenbar und ich mich jetzt jahrelang mit Gerichtsprozess beschäftigen muss, der u.a. auf seiner Aussage basiert.


    Als ich ihn angeschrieben habe, er sollte mir seine Aussage erklären, so bekam ich dazu keine Antwort - das finde ich auch herabwürdigend. Und? Wie haftet er nun?



    ---------- 4. September 2017, 11:59 ----------


    Ich mache vielleicht eine herabwürdigende Aussage in einem anonymen Forum, er verhielt sich herabwürdigend zu mir im konkreten Leben, alles nicht so schlimm, oder?



    ---------- 4. September 2017, 12:08 ----------


    der Dr. XY hat dann gesehen, dass man mit entsprechenden Annahmen die Statik doch berechnen kann, dann sollte er zumindest zu seinen Aussagen stehen ... aber dazu hat er keine Lust ...


    ---------- 4. September 2017, 12:16 ----------


    der Fachanwalt hat aufgrund der Aussagen von G-SV Dr. XY die Aussage in der Klage gemacht: "Es steht also fest, dass das Haus der Kläger statisch nicht berechnet werden kann."


    haftet er für diese Aussage?


    Er (der Fachanwalt) sollte doch richtigerweise schreiben - nach Ansicht von Dr. XY ist die Statik nicht berechenbar, man müsste aber zuerst zahlreiche weitere Statiker befragen, ob sich Herr Dr. XY eventuell nicht täuscht und die Statik doch nicht berechnet werden kann ... am besten Statiker weltweit ...

  • ja ja, den Fachanwälten fällt jetzt dazu auch nichts mehr ein ... nur das es halt so ist und nicht mehr geändert werden kann ...


    so weit also zum Thema Haftung des G-SV für seine Aussage "die Statik des Mauerwerkes ist nicht berechenbar" ... hat sich halt etwas "vertan" ... aber nur deshalb, weil rodop das alles nicht versteht ... sonst würde er ja eine richtige Aussage treffen ....


    ---------- 30. November 2017, 01:12 ----------


    "OLG Stuttgart Urteil vom 15.10.2015 13 U 33/15"


    Es wir hier wieder einmal behauptet "1. Auch im BGB-Bauvertrag ist die Leistung des Auftragnehmers nur dann mangelfrei, wenn sie zum Zeitpunkt der Abnahme den anerkannten Regeln der Technik entspricht."



    Das stimmt aber nicht so, weil es auch Urteile gibt, wo die Leistung von den Gerichten (auch Oberlandesgerichten) als mangelfrei bewertet wurde, obwohl sie eindeutig NICHT den ARdT entsprach, so z.B. Baufehler – aber keine Mängelbeseitigungspflicht



    wichtig ist, ob die "Gebrauchstauglichkeit" des Werkes beeinträchtigt ist oder nicht, ARdT sind kein Selbstzweck usw.

  • ??? - blickt hier überhaupt noch irgendjemand durch? Also so ein paar Verfahren habe ich ja auch schon mitgemacht, aber das hier ist ja überhaupt nicht greifbar was die Sache an sich angeht. Ich bezweifle dass das noch einigermaßen "gut" ausgeht, schade um die zeit, das Geld und Energie...

  • "OLG Stuttgart Urteil vom 15.10.2015 13 U 33/15"


    Das stimmt aber nicht so, weil es auch Urteile gibt, wo die Leistung von den Gerichten (auch Oberlandesgerichten) als mangelfrei bewertet wurde, obwohl sie eindeutig NICHT den ARdT entsprach, so z.B. Baufehler – aber keine Mängelbeseitigungspflicht
    ...
    wichtig ist, ob die "Gebrauchstauglichkeit" des Werkes beeinträchtigt ist oder nicht, ARdT sind kein Selbstzweck usw.

    Bei mehrmaligem Lesen des Urteils scheint mir der folgende Satz der Dreh- und Angelpunkt der Urteilsbegründung zu sein:

    Weil hier jedes Risiko jetzt und in ferner Zukunft nach den Feststellungen des Sachverständigen ausgeschlossen werden kann, begründet der etwaige folgenlose Verstoß gegen die anerkannten Regeln der Technik keinen die Gewährleistungspflicht auslösenden Mangel.

    Wie ein SV so pauschal jedes Risiko ausschließen kann, ist mir nicht nachvollziehbar. Aber dieser hat es getan und damit ist dieses Urteil auch darauf fußend korrekt.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • @Skeptiker


    Das heisst also,das kein Privater SV,noch RA eine Chance hat,den Richter davon abzubringen.


    Weil der G-SV meint,es ist kein Schaden zu erwarten.


    Steht rodop nicht mal ein Schadenersatz zu,weil nicht das geliefert wurde,was vereinbart wurde.

  • Wie ein SV so pauschal jedes Risiko ausschließen kann, ist mir nicht nachvollziehbar. Aber dieser hat es getan und damit ist dieses Urteil auch darauf fußend korrekt.

    Naja: die konkrete Situation des Urteils ist:
    - es ist ein Gefälle da! (nur nicht groß genug)
    - es ist ein überdachter Balkon wo selten, wenn überhaupt Wasser drauf kommt


    das klingt (für den konkreten Fall) erstmal erstmal plausibel, dass die Eintrittswahrscheinlichkeit von irgendwelchen Schäden als nicht gegeben gesehen wird.
    Keine Ahnung, wie da ein Gegengutachten so viel Angst vor Wasserschäden machen will, dass da irgendwann mal was passiert.


    Lesart des Urteils für mich: der Kläger wollte bei Einhaltung der [definition=13,0]a.R.d.T[/definition]. penibler als der Papst sein (ohne echte zukünftig zu erwartende Probleme überhaupt darstellen zu können).


    Auf Rodops Fall finde ich das Urteil nicht übertragbar. Da ist alles doch viel verworrender und so klar und eindeutig wird man ihm ein Nichteintreten eines Schadens nicht nachweisen können (mit dem Wissensstand der hier verfügbar ist).

  • Nein, der SV hat dem Urteil nach Risiko = Null gesagt. Hätte er "sehr kleines Restrisiko" geschrieben, wäre das Urteil meiner Laienmeinung nach so nicht möglich gewesen. Es gibt entsprechende Urteile.


    Zur Haftung von SV im Zivilprozess gibt es auch Gesetze und schöne Urteile.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Das Thema hatte ich mit meinem Anwalt auch schon.
    Der G-SV nennt eine Lösung wie er das Problem beseitigen will.Obwohl das nicht sicher ist das es wirklich funktionieren wird.
    Angenommen nach fünf jahren kommtu es doch zum Schaden.
    Der [definition=33,0]GÜ[/definition] ist gut raus,er hat die billig Lösung gezahlt.Ich stehe nun mit einem grösseren Schaden da.


    Wer behebt nun den Schaden.Gü sicher nicht mehr.


    Also war meine Frage,kann mir der G-SV folgendes unterschreiben.Falls seine Sanierung in fünf Jahre versagt,er für alle Kosten der neuen
    Sanierung aufkommt.


    Die Antwort war von meinem Anwalt.Das wird er nicht unterschreiben.Wieso auch.Er hat den Mangel ja nicht verursacht.
    Dann gibt es viele Möglichkeiten für den G-SV sich rauszureden.Die Sanierung wurde nicht fachgerecht durchgeführt.
    Hätte man es richtig gemacht,hätte es funktioniert.


    Ich habe ihm gesagt er hat doch schon Regie Kosten mit eingerechnet.
    Ich übertrage ihm die Regie,die Handwerker zu suchen und alles zu überwachen das es fachgerecht gemacht wird.


    Die Antwort war wieder,darauf wird sich kein G-SV einlassen.
    Also müsse ich die bittere Pille schlucken wenn was nicht so funktioniert wie der G-SV sich das vorgestellt hat.


    Das wäre nun auch der Fall bei Rodop.Was ist wenn doch noch was passiert ?
    Dann hat rodop den Rechtsstreit verloren und am ende noch einen Schaden am Gebäude.


    Und alle sind glücklich ausser rodop

  • Was ist wenn doch noch was passiert ?
    Dann hat rodop den Rechtsstreit verloren und am ende noch einen Schaden am Gebäude.

    aber laut Skeptiker gibt es doch Gesetze und Urteile ... Dann wird doch EVENTUELL und OHNE GARANTIE vielleicht mal jemand dafür haften ... aber sicher erst nach weiteren jahrelangen "Begutachtungen" und "Prozessen"


    ich teile dann vor Gericht mit, dass Skeptiker doch 2017 ....

  • Na Skeptiker ist eigentlich nur ein netter Kerl der Hilfesuchenden (gratis) hilfe anbietet.
    Leider ist er nicht der Richter.Weil wenn ich ihn richtig verstanden habe,ist er nicht der Meinung des G-SV
    Weil ein Risiko nicht auszuschlirssen ist.


    Der G-SV ist meiner Meinung der,wo hier fahrlässig handelt


  • Weil wenn ich ihn richtig verstanden habe,ist er nicht der Meinung des G-SV Weil ein Risiko nicht auszuschlirssen ist.


    Der G-SV ist meiner Meinung der,wo hier fahrlässig handelt

    Korrekt, genauso sehe ich das.


    Ich bin nicht ö.b.u.v., schreibe also keine Gerichtsgutachten. Aber es käme mir auch in meiner Berufspraxis als Planer und Bauleiter nie in den Sinn, jedes Risiko sicher völlig auszuschließen, bei Gutachten ebenso wenig. Mit Verlaub, aber so dumm kann man doch garnicht sein!

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Aber es käme mir auch in meiner Berufspraxis als Planer und Bauleiter nie in den Sinn, jedes Risiko sicher völlig auszuschließen, bei Gutachten ebenso wenig. Mit Verlaub, aber so dumm kann man doch garnicht sein!


    doch, das gibt es auch, bei unserem Mauerwerk (nicht nach ARdT erstellt, nicht nach Herstellervorschriften usw.) hat der G-SV (ö.b.u.v.) JEGLICHES Risiko für Schäden (Risse o.ä) ausgeschlossen. Auch wenn die Statischen werte des Mauerwerkes "gemindert" sind.
    Die Aussage hat er auch mehrfach in der protokollierten Gerichtsbefragung wiederholt.


    Und?


    Zitat 1: "Insofern die Nutzer des Hauses dieses Haus weiterhin so nutzen möchten wie bisher, sieht der Sachverständige keine
    Probleme, den Außenputz anzubringen und "Alles ist gut".


    Zitat 2: "Also noch einmal: Die vom Bauunternehmer zugesicherten und vom Statiker abverlangten Eigenschaften sind reduziert aber nach Erfahrungs- Einschätzung des Sachverständigen anscheinend zufällig noch ausreichend vorhanden."


    Also wenn das die Erfahrung (welche konkret?) des G-Sv besagt, dann muss es so sein und basta ...


    Zitat 3: "Der Sachverständige sieht das Mauerwerk für den vorgesehenen Einsatzzweck statisch als mangelfrei an."


    obwohl die statischen Werte nicht SO WIE BESTELLT = Mauerwerk mangelfrei.
    in diesem Fall also Bestellung ist nicht gleich Lieferung ----> vollständig mangelfrei.

    Einmal editiert, zuletzt von rodop ()

  • Und?

    Manche Leute sagen zehnmal am Tag "die dumme Sau könnte ich umbringen", andere sind Veganer. Das macht jeder mit sich aus. Ich habe nur geschrieben, ich würde mich nie so äußern. Aber andere tun das und dürfen dies auch.


    Vielleicht sollte Dein Anwalt dann den SV und das Gericht dann mal befragen, auf welchem rechtlichen Weg Du diese Garantie im Eintretensfall in Anspruch nehmen kannst.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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